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Deutsche Bank und Deutschland: ein Wort zu Risiken..

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Ich hatte gestern einen Artikel verfaßt mit dem Titel „Pleitewahrscheinlichkeit Deutschlands zieht stark an – parallel zu Deutscher Bank“. Daraufhin schrieb ein offenkundig wohlinformierter Leser folgenden Kommentar:

„Selten so einen Stuss gelesen, bei allem Respekt. Eines der reichsten Staaten der Welt soll pleite gehen können, wie genau? Allein die Passiva in den Büchern könnten alle Schulden zehnfach bezahlen, wenn man es denn wollte. Setzen, sechs für diese billige Propaganda“.

Nun ist eine solch schlechte Benotung natürlich eine Tragödie, die mich zutiefst betrübt, zumal wenn sie aus so berufenem Munde ausgesprochen wird. Aber wie auch immer: ja, Deutschland ist einer der reichsten Staaten der Welt. Aber man könnte vielleicht hinzufügen: derzeit noch!

Das Derivatevolumen der Deutschen Bank, mithin also das potentielle Risiko, das die Bank in ihren Büchern hat, beträgt derzeit ca. 50 Billionen Dollar, das ist ca. das Vierfache des BIPs der gesamten Eurozone. Davon ist nicht alles ausfallgefährdet möchte man hoffen, aber sollte die Deutsche in ernste Schwierigkeiten geraten und sogar kippen, wäre Deutschland faktisch nicht in der Lage, diese Risiken zu stemmen.

Aber es gibt, sollte die Deutsche Bank zu kippen drohen, keine andere Chance, als dass der Staat Deutschland für die Deutsche Bank garantiert, also die Haftung übernimmt. Denn würde die Deutsche Bank kippen, kippt das globale Finanzsystem, so viel ist klar – schon die Pleite der deutlich kleineren Lehman Brothers hätte den Finanzmärkten bekanntlich fast den Stecker gezogen.

Man kann sich darauf verlassen, dass Angela Merkel, sollte dieses Szenario drohen, einen dezenten Anruf aus Washington bekäme – eben mit dem noch dezenteren Hinweis, dass die Garantieerklärung Deutschlands für die Deutsche Bank alernativlos sei. Und das ist die Sprache, die Angela Merkel versteht!

Genau aus diesem Grund steigen in den letzten Tagen die Preise für Credit Default Swaps (CDS) auf Deutschland parallel zu den CDS-Preisen für die Deutsche Bank – weil der Markt riecht, dass ein solches Szenario deutlich wahrscheinlicher geworden ist. Und so sieht das grafisch aus:

https://twitter.com/Schuldensuehner/status/697722317091291136/photo/1

Man darf vermuten, dass diejenigen, die sich auf dem Markt für CDS tummeln, nicht ganz verblödet sind – CDS können nur von Profis gehandelt werden, der Privatanleger kommt da nicht ran. Hier wird das Risiko von Kreditausfällen bepreist, in diesem Fall von Krediten Deutschlands. Hier sind diejenigen unterwegs, für die Risiken das Tagesgeschäft darstellen.

Und genau deshalb etwa hat die Siegesgewißheit, die in dem Tweet des von mir sonst sehr geschätzten Guido Lingnau zum Ausdruck kommt, einen faden Beigeschmack:

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Möglich, dass die Freude bald stark nachlassen könnte über dieses Investment. Muß nicht sein, kann aber sein. Und genau das preisen die CDS-Märkte ein – der Markt für Staatsanleihen noch nicht. Noch..

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    leser

    12. Februar 2016 14:31 at 14:31

    Wenn es wirklich dazu käme, dass die DB kippt, würde man Deutschland vermutlich die Garantieerklärung auch nicht mehr abkaufen.

    Und selbst wenn, auch das wäre nur eine weitere Verzögerung des Kollapses. Mathematik lässt sich nicht überlisten und ein FIAT-Schuldgeldsystem mit Zinseszins hat den Kollaps von vorne herein fest eingebaut.

  2. Avatar

    obsti

    14. Februar 2016 13:54 at 13:54

    Nun denn, egal wie es ist, es ist alles bedrohlich, ob man nun Parallen ziehen kann zu 2008 oder nicht.
    Dazu kommt, das die Edelmetallpreise stark anziehen und nun alternativlos sind.
    Die Flüchtlingskrise macht bestimmt alles nicht noch leichter und wird langsam ein echtes Problem, auch finanziell.
    Bargeldverbot und bargeldobergrenze versichern die Leute obendrein.

  3. Avatar

    tre

    15. Februar 2016 10:44 at 10:44

    Hier der oben im Artikel zitierte Leser, hallo. Ich meinte das durchaus ernst und dass Sie mir blauäugigkeit vorwerfen, finde ich unberechtigt (trotz meinem zugegeben rauen Ton, wofür ich mich nun entschuldigen möchte).

    Sie schreiben doch selbst: „Denn würde die Deutsche Bank kippen, kippt das globale Finanzsystem, so viel ist klar“

    In diesem Fall wären die Schulden von Deutschland ziemlich unwichtig… oder etwa nicht? Ich verstehe das als eine Bestätigung.

    Hinzu kommt, etliche Länder sind bei Deutschland verschuldet bis „geht nicht mehr“ und auch das nun deutsche Eigentum dort ist erheblich. Die Berechnung der tatsächlichen Schulden wird um alle zukünftige Zahlungen aufgebläht, während dagegen keine zukünftige Einnahmen erwähnt werden usw., Sie kennen ja die Milchmädchen-Rechnung die in jedem Jahresabschluss steht.

    Also Deutschland ist *weit* von einer Pleite entfernt, bei aller Liebe… Deutsche Bank hin oder her.

  4. Avatar

    tre

    15. Februar 2016 10:48 at 10:48

    Dabei bitte nicht vergessen dass die DBank zu einem erheblichen Teil ausländischen Firmen und Fonds gehört, somit sehe ich nicht, warum im Falle einer Pleite *nur* der deutsche Staat besonders getroffen sein soll. Da bitte ich um Erklärung.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      15. Februar 2016 10:52 at 10:52

      @tre, weil diese ausländischen Gläubiger weder haften können (angesichts des in Frage stehenden Volumens) noch wollen. Sie werden alle auf Deutschland zeigen und sagen: das ist doch die Deutsche Bank!

      Viele Grüsse!

  5. Avatar

    tre

    15. Februar 2016 11:22 at 11:22

    … die aber einen Kollaps des Systems auslösen könnte (auch wenn sie ein kleiner Fisch ist im Vergleich zu den big four in den USA, die das zehnfache an faulen Kreiditen in den Büchern haben). Ich glaube schlicht nicht, dass diese Meute das jemals zulassen würde, denn dann sind alle dran.

    Nochmal der Hinweis bzgl. irreführender Buchhaltung, so pleite sind diese ganzen Staaten und Banken bei weitem nicht. Im Jahresabschluss werden alle zukünftige Schulden in voller Höhe aufgeführt, aber keinerlei Einnahmen. Das ergibt ein völlig verzerrtes Bild.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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