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Deutsche Konjunktur: Game over! “Beschleunigter Rückgang bei Exportneugeschäft” – stehen wir vor einer Stagflation?

Die deutsche Wirstchaft wechselt seit Jahresbeginn vom permanenten Hochsommer zu einem konjunkturellen Winter..

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Was ist los im Konjunkturwunderland Deutschland? Mit einem Wort könnte man sagen: das Wunder ist vorbei, es geht bergab mit der deutschen Konjunktur. Das zeigen einmal mehr die heute von Markit veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland!

So fiel der Index für das verabreitende Gewerbe im November von 52,2 im Oktober auf nun 51,6 (Prognose war 52,3) – das ist der schlechteste Wert seit 32 Monaten. Der Index für den Dienstleistungssektor fiel von 54,7 im Oktober auf nun 53,3 (schwächster Wert seit sechs Monaten; Prognose war 54,6) – es ist der Service-Sektor, der sich zuletzt deutlich besser hielt als das produzierende Gewerbe.

Gewerbe:

Dienstleistung:

Besonders die Industrieproduktion in Deutschland zeigt schon klare Krisensymptome: sie fiel von 51,0 im Oktober auf nun nur noch 50,2 und steht damit nicht nur auf dem tiefsten Stand seit 67 Monaten, sondern kurz vor der Kontraktion (Werte unter 50 signalisieren Schrumpfung).
Dazu schreibt Markit, das die Daten erhebt:

“Wegen des schwächelnden Neugeschäfts bei gleichzeitig starkem Beschäftigungsanstieg sanken die Auftragsbestände erstmals seit Mai 2016 wieder. In der Industrie nahmen sie zum dritten Mal hintereinander und so zügig ab wie seit Dezember 2012 nicht mehr”. Bekanntlich wütete im Jahr 2012 die Eurokrise..

Aber es ist nicht nur der starke Rückgang der Indizes, der besorgniserregend ist: vor allem die Preise steigen stark, sowohl die Verkaufspreise als auch die Einkaufspreise für die Unternehmen. Dazu wieder Markit:

“Trotz des Sechs-Monatstiefs wurden die Verkaufs-bzw. Angebotspreise für Güter und Dienstleistungen ein weiteres Mal überdurchschnittlich stark angehoben. Begründet wurde dies mit dem anhaltend kräftigen Anstieg der Einkaufspreise, der sich gegenüber dem Vormonat nur leicht abschwächte. Kostentreibend wirkten sich neben der Verteuerung von Energie und Kraftstoffen auch die höheren Ausgaben für Löhne und Gehälter aus, so die Befragten.”

Im Klartext heißt das: die Preise steigen, die Konjunktur aber stagniert. Das nennt man Stagflation! Und Stagflation ist das, was Notenbanken besonders fürchten, weil sie im Grunde gegen die steigende Inflation mit einer rigideren Geldpolitik agieren müssen, dabei die Konjunktur aber noch weiter abwürgen würden!

Die von Markit befragten Unternehmen beurteilen die Zukunft nicht gerade optimistisch:

“Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist fielen im November so wenig optimistisch aus wie zuletzt vor knapp vier Jahren. Ausschlaggebend hierfür waren laut Umfrageteilnehmern die geopolitischen Spannungen, der schwächelnde Automobilsektor und die nachlassende Marktnachfrage.”

Mit dem Export ist der Kern des deutschen Geschäftsmodells schlechthin unter Druck:

“Belastet wurde das Wachstum laut Umfrage in erster Linie von der Schwäche der Exportmärkte. Wegen rückläufiger Ausfuhren nach China, Italien und in die Türkei schlug beim Exportneugeschäft in der Industrie das höchste Minus seit fast sechs Jahren zu Buche”, wie Phil Smith, der Leiter der Umfrage bei Markit formuliert.

Recht robust ist noch der deutsche Arbeitsmarkt, aber “auch hier verlor der Stellenaufbau wegen der sinkenden Einstellungsbereitschaft der Unternehmen vor dem Hintergrund des eingetrübten Geschäftsausblicks und des nachlassenden Kapazitätsdrucks an Fahrt”,wie Phil Smith konstatiert.

 

Die deutsche Wirstchaft wechselt seit Jahresbeginn vom permanenten Hochsommer zu einem konjunkturellen Winter..

 

 

Von Kauk0r – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5685434

 

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    asyoulike

    23. November 2018 11:55 at 11:55

    Moin, moin,

    nördlich von HH ist es schon merklich abgekühlt mit der Konjunktur. Überall Rückzug, sorry, “Begradigung”. Nur irgendwie scheint es doch fraglich ob die Konjunktur weiter zurück geht. Wieso sonst holt Berlin weitere potentielle Arbeitskräfte aus Afrika, Naher Osten etc.? Das tut Berlin doch sicher nur, weil mit einer sehr guten Konjunktur zu rechnen ist. Wir sehen also, es ist ein Wiederspruch in sich. Vielleicht ist auch nicht so viel dran am offiziellen Fachkräftemangel? Aber ich denke, dass die Merkel- bzw. Merzjünger die drohende Konjunkturabflachung spätestens im Oderbruch zum stehen bekommen, sonst in den Straßen von Berlin.
    Fazit: Die Welt (das Weltpapiergeldschuldensystem) kommt langsam auf die Zielgerade oder einfach gesagt, Game over! That’s it!

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      asisi1

      23. November 2018 20:12 at 20:12

      Das Öffnen der Grenzen ist ein Konjunkturprogramm. Durch die vielen neuen Facharbeiter haben die Ärzte, Krankenhäuser, Krankenkassen, Polizei, Justiz, Lehrerschaft, Pharma etc. wesentlich mehr zu tun. Sie brauchen alle mehr Personal, also eine win-win Situation. Alles klar?

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    Sabine

    23. November 2018 12:53 at 12:53

    Uns gehts doch gut.
    Das einzige, was mich stört, sind die Entlassungen/Abfindungen. Diese Woche eine Kollegin. Zwei andere vorletzte. Von ca.100.(Autosektor – wegen WLTP)

    So eine Entlassung ist schon eine einschneidende Geschichte. Sollte man doch die Löhne lieber kürzen. Dann ginge es uns immer noch gut. Zumindest allen über 1.500€/Monat netto!

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Konsumklima in Deutschland: V-förmige Erholung bleibt aus

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Einkaufsstraße - Konsumklima bleibt getrübt

Erholt sich das Konsumklima bei den deutschen Verbrauchern ebenso schnell, wie es abgestürzt ist? Die inzwischen für viele Bereiche der Wirtschaft erhoffte V-förmige Erholung, wird sie kommen? Nein, das wird wohl nichts. Ganz frische heute veröffentlichte Daten zum GfK-Konsumklima zeigen, dass sich die Laune der Deutschen nun minimal gebessert hat. Sie liegt immer noch auf einem desaströs niedrigen Niveau.

Die Verbraucher in Deutschland erholen sich im Mai ein wenig vom Schock, der durch die COVID-19-Pandemie ausgelöst wurde. Sowohl Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch Anschaffungsneigung legen leicht zu. Folglich prognostiziere man für Juni 2020 einen Wert von -18,9 Punkten beim Konsumklima, und damit 4,2 Punkte mehr als im Mai dieses Jahres (revidiert -23,1 Punkte), so die GfK. In den Daten für das Konsumklima im April hätten sehr viele Verbraucher durch die schrecklichen Bilder aus Norditalien, New York und Spanien unter Schock gestanden. Dies hätte zu einem beispiellosen Absturz der Konsumstimmung beigetragen. Ein weiterer Fall des Konsumklimas sei im Monat Mai nicht zu beobachten. Dennoch sei der Wert von -18,9 Punkten der zweitniedrigste Wert, der jemals für das GfK Konsumklima gemessen wurde. Dass sich das Konsumklima so schnell nicht auf alte Niveaus erholt, zeigen auch die folgenden Worte der GfK:

Dennoch ist die Verunsicherung unter den Konsumenten groß. Sie sehen die deutsche Wirtschaft bei Weitem noch nicht über den Berg und eine schwere Rezession auf sich zukommen. Die Angst vor Jobverlust bleibt hoch und dies erweist sich neben den Einkommenseinbußen derzeit als ein wichtiges Konsumhemmnis. Darauf müssen sich Händler und Hersteller weiterhin einstellen.“

Noch viel interessanter als das aktuelle GfK-Konsumklima finden wir eine gestrige Veröffentlichung der GfK, wo das generelle Konsumverhalten der Deutschen für die kommenden 12 Monate untersucht wurde. Hier die Headline-Aussage:

Laut einer aktuellen GfK-Studie zur Konsumentenstimmung in der COVID-19 Epidemie glauben 33 Prozent der Befragten in Deutschland, dass sich ihre finanzielle Situation in den nächsten zwölf Monaten verschlechtern wird. Dies hat natürlich auch Einfluss auf ihr zukünftiges Konsumverhalten: Während ein Viertel auf ihren geplanten Urlaub verzichtet, wollen beispielsweise sieben Prozent den Kauf von Kleidung, Autos und Luxusgütern verschieben. GfK-Experten gehen davon aus, dass Verbraucher in Zukunft noch bedarfsorientierter einkaufen werden und digitale Services weiter an Bedeutung gewinnen.

Den gesamten Text finden Sie hier.

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Europa

Aktuell: ifo-Index veröffentlicht

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ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht

Das Münchner ifo-Institut hat soeben den ifo-Geschäftsklimaindex für den Monat Mai veröffentlicht. Hier die Daten.

– ifo Geschäftsklimaindex 79,5 (Prognose war 78,3 / April 74,3)

– Aktuelle Lage 78,9 (Prognose 80 / April 79,5)

– Geschäftserwartungen 80,1 (Prognose 75 / April 69,4)

Der Dax reagiert in den ersten 3 Minuten noch gar nicht.

Hier die Aussagen von ifo im Wortlaut:

Die Stimmung unter den deutschen Unternehmen hat sich nach den katastrophalen Vormonaten etwas erholt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Mai auf 79,5 Punkte gestiegen, nach 74,2 Punkten im April. Die aktuelle Lage beurteilten die Unternehmen zwar nochmals etwas schlechter. Jedoch verbesserten sich ihre Erwartungen für die kommenden Monate deutlich. Trotzdem erwartet ein Großteil der Unternehmen noch immer eine Verschlechterung der Geschäftslage. Die ersten Lockerungen sorgen für einen Hoffnungsschimmer.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindex deutlich gestiegen. Das war allerdings nur auf die stark verbesserten Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Von Optimismus sind die Industriefirmen aber noch weit entfernt. Die aktuelle Lage stuften sie nochmals erheblich schlechter ein.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima nach dem historischen Tief im April wieder merklich verbessert. Das liegt vor allem an deutlich gestiegenen Erwartungen. Die Dienstleister schätzten auch ihre aktuelle Lage etwas besser ein. Dennoch überwiegt bei den Unternehmen noch immer der Pessimismus.

Im Handel ist der Geschäftsklimaindex ebenfalls deutlich gestiegen. Hier haben sich sowohl die Lageeinschätzungen als auch die Erwartungen spürbar erholt. Insbesondere im Einzelhandel verbessern die Lockerungen die Stimmung.

Im Bauhauptgewerbe ist der Index wieder gestiegen, nachdem er zuletzt mehr als ein halbes Jahr gefallen war. Grund hierfür war ein historischer Anstieg der Erwartungen. Die aktuelle Lage schätzten die Baufirmen etwas schlechter ein.

ifo Index


source: tradingeconomics.com

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Einkaufsmanagerindizes schwächer als erwartet – “Aufschwung in weiter Ferne”

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Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für Deutschland (Markit PMI; Mai) veröffentlicht – die deutsche Wirtschaft zeigt kaum Zeichen einer Erholung:

Gesamtindex: 31,4 (Prognose war 34,1; Vormonat war 17,1)

Verarbeitendes Gewerbe: 36,8 (Prognose war 39,2; Vormonat war 34,5)

Dienstleistung: 31,4 (Prognose war 26,6; Vormonat war 16,2)

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhoben hat:

 

„Die Mai-Flashes, die sowohl in der Industrie als auch im Servicesektor erneut signifikante Geschäftseinbußen signalisieren, machen jegliche
Hoffnung auf einen schnellen Aufschwung der deutschen Wirtschaft nach der Lockerung der Ausgangssperren und Restriktionen zunichte. Zwar hat sich die Talfahrt gegenüber dem von Eindämmungsmaßnahmen dominierten Vormonat verlangsamt, die Rückkehr zu ‚Business as usual’ und ein neuerlicher Aufschwung sind jedoch noch in weiter Ferne. Und da die Nachfrage auch noch für einige Zeit unterdurchschnittlich ausfallen dürfte, sank die Beschäftigung aufgrund von Kapazitätsanpassungen erneut in Besorgnis erregende Tempo. Das Ausmaß des Stellenabbaus ist die größte Gefahr für den längerfristigen Ausblick.“

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