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Deutsche Konjunktur – sich abschwächende Wirtschaftsindikatoren, offizielle Absenkungen der Wachstumsaussichten 2019 – aber eines wird tunlichst vermieden, die Nennung des „R -Wortes“

Konjunkturpessimismus – doch von Rezession ist weit und breit nichts zu lesen..

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Nach der drastischen Abstufung des deutschen Wachstums 2019 auf 1,0 bis 1,1% durch Bundesregierung, EU-Kommission, Ifo-Institut und gestern auch durch die DIHK, nach Werten bis fast noch 2% vor nicht allzu langer Zeit, macht sich Konjunkturpessimismus breit. Doch von Rezession ist weit und breit nichts zu lesen.

 

Das Versagen der Ökonomen

Der Vorwurf ist schon uralt. Ökonomen haben noch nie eine Rezession vorhersagen können, zumindest nicht für den Zeitraum seit dem zweiten Weltkrieg. In der Bundesrepublik gab es sechs große Rezessionen: 1967, 1975, 1982, 1993, 2003 und 2009. Das Makabere daran ist, dass keines der großen Wirtschaftsinstitute, die im Besitz aller Indikatoren und Wirtschaftszahlen waren, auch nur eine (!) Rezession vorhergesagt hat. Sicher gibt es immer einzelne Personen, die einen Crash zielgenau prognostizieren, weil sie Experten auf einem relevanten Gebiet sind (z.B. Prof. Shiller 2006) oder weil sie einfach Glück hatten. Die gelingt aber selten ein zweites Mal.

Erinnern wir uns an 2008. Damals prognostizierte die Masse der Analysten, dass dem Boomjahr 2007 ein neuerliches Rekordjahr folgen werde. Diese Vorhersage galt sogar noch im Frühsommer 2008, als die Immobilienkrise längst zu einer weltweiten Bankenkrise ausgeufert war.

Tatsächlich brachen die Gewinne im Gesamtjahr 2008 um 40 Prozent gegenüber 2007 ein. Grund war eine kollektive und weltweite Schockstarre vieler Verbraucher und vor allem der Unternehmen, die sich mit Anschaffungen zurückhielten und Aufträge stornierten, nachdem die US-Investmentbank Lehman im September 2008 Insolvenz angemeldet hatte. Woher rührt dieser Berufsoptimismus der Ökonomen? Schwimmen im Mainstream oder schlicht Angst vor den Konsequenzen einer Rezession? Man sägt halt ungern den Ast ab, auf dem man sitzt.

Ich behaupte jetzt nicht, dass uns so etwas bevorsteht, denn in der Finanzkrise stürzte die deutsche Wirtschaft in die stärkste Rezession seit 1945 (-5%).

Aber über die Möglichkeit einer Schrumpfung sollte man schon einmal nachdenken, vor allem, wenn die chinesische Wirtschaft weiter so an Fahrt verliert.

 

China war der Wachstumstreiber

Zur Verdeutlichung: China war im letzten Jahrzehnt bei seiner Verdreifachung des BIP für über 30% des weltweiten Wachstums verantwortlich und einer der Hauptprofiteure war Deutschland. Leider sind wir damit ein Spielball der Auseinandersetzung zwischen den USA (oder soll man sagen Trump) und China geworden. Jetzt könnte es nicht mehr heißen „wenn die Wall Street einen Schnupfen hat, bekommt der Dax eine Grippe“, man könnte für die Wall Street China und seine Wirtschaft setzen. Nicht wegen der Exporte nach China allein, sondern aufgrund der Streuwirkung zwischen dem Riesenreich und Industrieländern, Emerging Markets, Rohstoffländer u.s.w.

Deshalb sollte sich die deutsche Regierung aufgrund der immer stärker werdenden Abschwächungstendenzen im reifen Zyklus schon einmal Gedanken machen über ein Substitut für den temporären Ausfall des großen Abnehmers unserer Ausfuhren.

Wie wäre es mit einem Infrastrukturprogramm – Erneuerung unserer maroden Schulen, Straßen und Brücken, Investitionen bei der Bahn u.w., vom schnellen Netz gar nicht zu reden? Dazu eine Steuersenkung, wie jüngst in einigen EU-Ländern. Aber ich will hier nicht den Schlaumeier mimen.

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    tm

    8. Februar 2019 09:33 at 09:33

    Die jüngsten Zahlen zum Auftragseingang der Industrie lassen m.E. kaum Zweifel an einer Rezession aufkommen – wobei natürlich immer die Frage nach der Definition gilt. Zwei Rezessionen in Folge oder eher eine breitere Definition aus diversen Kennzahlen?

  2. Avatar

    Bundessuperminister für wirtschaftliche Entwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation

    8. Februar 2019 10:55 at 10:55

    Sehr geehrter Herr Müller,
    dieses Infrastrukturprogramm haben wir doch bereits seit 30 Jahren in unserem Standard-Wahlprogramm und in unserer Agenda 2189 verankert.

  3. Avatar

    Bundessuperminister für wirtschaftliche Entwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation

    8. Februar 2019 11:04 at 11:04

    Ihre Artikel und Kommentare finde ich übrigens jedes Mal sehr lesens- und beachtenswert. Machen Sie weiter so!

  4. Avatar

    Beobachtet

    8. Februar 2019 12:01 at 12:01

    Wieder sehr gute Analyse, in einigen Monaten können wir sagen ,dass das private Konjunkturforschungsinstitut Wolfgang M. ( Teilzeitbetrieb mit Null Lohnkosten ) die Rezession als einziges Institut vorausgesehen hat. Das könnte daran liegen,dass die staatlichen u.anderen interessengebundenen Institute es vielleicht auch gesehen hätten aber nicht sagen haben dürfen wollen ?
    Neben der raketenhaften Bärenmarktrally erstaunt mich auch, dass die High-Yield – Bonds sich nach dem Absturz im Dez. ebenso stark erholt haben.Sind denn die Risiken bei einer erwarteten Wirtschaftsabschwächung bei dieser Anlageklasse nicht extrem gestiegen oder hat es auch noch niemand bemerkt?

  5. Avatar

    asyoulike

    8. Februar 2019 15:43 at 15:43

    Moin, moin,

    wer das R-Wort verwendet muss in die R-Ecke. So geht Wirtchaftspolitik BRD-light.

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Finanznews

Aktienmärkte: Entscheidende Muster- bullisch oder bärisch? Videoausblick

Markus Fugmann

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Nach wie vor gibt es widersprüchliche Signale für die Aktienmärkte: einerseits positive charttechnische Ausgangsformationen (inverse SKS beim S&P 500 etc.), andererseits deuten vor andere Indikatoren auf wenig Potential auf der Oberseite. Die aktuelle Seitwärtsrange der Aktienmärkte an der Wall Street bleibt weiter intakt, wahrscheinlich solange, bis endlich klar ist, ob man sich zwischen US-Republikanern und US-Demokraten auf ein Stimulus-Paket einigen kann. Die Märkte spielen weiter einen klaren Biden-Sieg – und das hat Konsequenzen für die verschiedenden Assets. Wie sehen diese Konsequenzen aus? Heute Nacht die letzte Fernsehdeabtte zwischen Trump und Biden – der US-Präsident braucht angesichts der derzeitigen Umfragen sehr schnell einen „game changer“..

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DAX daily: Der Dax steht in Kürze an einer kritischen Schwelle

Stefan Jäger

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So langsam wird es eng für den Dax. Sollte sich nicht bald eine Erholung einstellen, dann könnten wir noch weitaus tiefere Kurse sehen. Auch am gestrigen Mittwoch hat der Dax an Boden verloren und verzeichnet zum dritten Mal in Folge einen Verlusttag. Bei den US-Indizes sieht die Lage auch nicht viel besser aus. Die Verluste an der Wall Street hielten sich zwar in Grenzen, dennoch stehen die großen Indizes wie der S&P500 und der Nasdaq an der Schwelle zu tieferen Kursen. Im gestrigen Handel ging es für den deutschen Leitindex bereits zur Börseneröffnung vom Tageshoch bei 12.765 kräftig abwärts, was ihn folglich bis zum Tagestief bei 12.545 gebracht hat. Damit hat der Index die Marken auf der Unterseite optimal abgearbeitet. Der Dax beendet den Handelstag mit einer weiteren Kursdelle bei 12.557 am Tagestief, der Abschlag beläuft sich dabei auf 179 Punkten (-1,41 %).

Nicht nur die Risiken rund um die Corona-Pandemie, die US-Präsidentschaftswahl, den Stimulus-Hickhack und den Brexit drücken auf die Stimmung, sondern auch noch ein kräftig anziehender Eurokurs. Zudem sind die Märkte aktuell stark Nachrichten getrieben, was die Situation nicht einfacher macht. Markus Fugmann hat die Themen in einem Video ausführlich besprochen. Setzt sich der Abwärtstrend im Dax fort, dann wären die 200-Tagelinie (EMA) bei 12.415 und das Tief vom 25.09. bei 12.339 weitere interessante Anlaufpunkte. Mit dem Bruch der 12.339 könnte sich die übergeordnet Seitwärtsrange nach unten auflösen. Das hätte dann deutlich tiefere Kurse zur Folge.

News und fundamentale Daten

Am heutigen Tag stehen für die Dax-Anleger wieder ein paar wichtige Konjunkturdaten auf der Agenda. Vor wenigen Minuten wurde bereits das GfK Konsumklima aus Deutschland veröffentlicht. Der Index beschreibt das Vertrauen der deutschen Bürger in die konjunkturelle Entwicklung. Der Wert notiert zum sechsten Mal infolge im negativen Bereich – aktuell -3,1 (erwartet -2,8, vorher -1,7). Anschließend folgen noch Daten aus den USA, um 14:30 Uhr sehen wir die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten. Die Investoren werden auch diesmal wieder genau hinschauen, ob die Anzahl der Erst- und Folgeanträge weiter zurückgeht. Um 16:00 Uhr erscheinen dann noch die Daten der Verkäufe bestehender Häuser (Sep).

Darüber hinaus sehen wir wieder zahlreiche Unternehmensberichte. Unter anderem veröffentlichen die Blue Chips AT&T, Coca-Cola und Intel ihre Zahlen. Aber auch der Mischkonzern Danaher, der Festplattenhersteller Seagate und die Fluggesellschaft Southwest Airlines. In der Nacht auf Freitag folgt dann das zweite TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden. Nur diesmal kann die Debatte nicht so ausarten wie beim ersten Mal, da das Mikrofon stumm geschaltet ist, wenn der andere das Wort hat.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Die Abwärtsbewegung hat sich in der letzten Nacht fortgesetzt und ein Tief bei 12.450 erreicht. Vorbörslich notiert der Dax somit im Minus. Überwindet der Index jedoch die 12.520 ohne vorher ein neues Tief zu machen, dann könnte sich ein 123-Boden ausbilden. Demnach könnte er das Gap zum gestrigen Schlusskurs bei 12.557 schließen und zum Widerstand bei 12.600 laufen. Dort könnte er auch wieder den Rückwärtsgang einlegen und in Richtung des Nachttiefs fallen. Überwindet er allerdings den Bereich, dann folgen die nächsten Hürden bei 12.635 und 12.690. Darüber befindet sich noch eine Widerstandszone zwischen 12.725 und 12.765.

Scheitert der Dax nach einem kurzen Erholungsversuch an der 12.520 oder 12.545, dann dürfte sich die Korrektur fortsetzen. Dafür müsste er das Nachttief bei 12.450 unterschreiten. Dadurch ergeben sich weitere Ziele bei 12.415 (EMA200), 12.400 und 12.382. Dort könnte der Dax erst einmal Halt finden und einen Erholungsversuch starten. Sollte es noch tiefer gehen, dann folgt die 12.339. An dieser Stelle befindet sich auch die Unterkante der übergeordneten Seitwärtsrange (Jul – Okt). Bei einem Bruch befindet sich die nächste Unterstützung erst wieder an der 12.253.

DAX daily: Tagesausblick - H1-Chart - Dax auf dem Weg zur Unterkante der Range

Heutige Pivot Punkte (PP):

12.919 – Pivot Punkt R2

12.735 – Pivot Punkt R1

12.635 – Pivot Punkt

12.451 – Pivot Punkt S1

12.351 – Pivot Punkt S2

Dax Unterstützungen (US):

12.469 – Gap 25.09.

12.450 – Nachttief

12.400 – Tageschart

12.382 – 200 % Extension (vom Hoch 13.028)

12.339 – Tagestief 25.09.

12.253 – Tagstief 30.07.

12.247 – 261,8 % Extension (vom Hoch 13.028)

Dax Widerstände (WS):

12.520 – vorbörsliches Hoch

12.545 – Tagestief 21.10.

12.600 – Nackenlinie SKS (H4) – 100 % Ziel  12.015

12.680 -61,8 % Retracement (12.820 – 12.450)

12.725 – mehrfache US (H1)

12.765 – Tageshoch 21.10

12.850 – Tageshoch 20.10.

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Aktienmärkte: Der Glaube stirbt zuletzt – aber er stirbt! Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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am

Die Aktienmärkte heute wieder einmal mit einem starken Start – aber dann bröckelten die Gewinne wieder ab. Nach wie vor dreht sich alles um den Stimulus in den USA – nach erneut optimistischen Aussagen waren es dann Aussagen von Goldman Sachs, die die Euphorie bremsten. Dann wieder optimistische Aussagen von Nacy Pelosi – es ist derzeit ein Hin- und Her für die Aktienmärkte ohne klare Richtung, je nach Nachrichtenlage. Dennoch: eine Einigung wird vor der Wahl extrem schwierig, aber der Glaube stirbt bekanntlich zuletzt. Der Fokus richtet sich nun auf die morgige Debatte zwischen Trump und Biden. Der Dax dagegen bleibt weiter auffallend schwach..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

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