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Dax: Was für ein Unterschied ein Tag macht..

Vorgestern noch die beste aller Welten mit dem Gefühl, nichts kann schief gehen – und dann gestern das böse Erwachen..

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Was für einen Unterschied doch ein einziger Tag machen kann! Vorgestern noch die beste aller Welten mit dem Gefühl, nichts kann schief gehen – und dann gestern das böse Erwachen:

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(Chart durch anklicken vergrößern)

Aua. Das war eine absolute Breitseite, ein Volltreffer. Und es kommt ja wirklich viel zu zusammen: nicht nur die starke Senkung der Wachstumsprognose durch die EU-Kommission – das war ja eigentlich nicht gerade überrraschend, aber wenn es dann schwarz auf weiß verkündet wird, ist das für die Märkte scheinbar noch einmal etwas anderes.

Und dann die doch ebenso plötzliche Eintrübung der Stimmungslage zwischen den USA und China: man hat sich doch noch so lieb gehabt bei dem Besuch von Liu He in Washington und dabei angeblich so unglaublich tolle Fortschritte gemacht – aber aus den Augen, aus dem Sinn. Offenkundig haben Trump und die Seinen inzwischen kapiert, dass die Chinesen nur versucht haben, sie durch Bestechung über den Tisch zu ziehen: wir kaufen massenweise Sojabohnen und andere Dinge, die den Bauern der USA und damit der Stammwählerschaft Trumps helfen, und dann läßt du, lieber Trump, die Sache ruhen.

Aber da verrechnen sich auch die Chinesen, denn Trump hat gegenüber seiner Stammwählerschaft sein „heiliges Ehrenwort“ gegeben, dass er die vermeintliche Ausnutzung der USA durch China beenden werde. Kurz gesagt: für Trump ist diese Wählerbasis noch wichtiger als die Wall Street, weil sie ihn zum Präsidenten geamcht hat gegen alle Widerstände – weshalb er nach unserer Einschätzung eher der Wall Street Schmerzen zufügen wird als sein Gesicht vor seiner Stammwählerschaft zu verlieren! Sehr wahrscheinlich, dass die „arrogante“ Wall Street genau dies noch nicht erkannt hat – und daraus resultiert ein erhebliches Abwärtspotential für die US-Aktienmärkte!

Abwärtspotential ist auch das Stichwort für den Dax! Rutscht der deutsche Leitindex nun auch auf Kassa-Basis durch die sehr wichtige Unterstützung bei 10.980/11.000 Punkte, dann aktiviert sich als Kursziel der Bereich um 10780.

Was kann jetzt helfen? Vielleicht gelingt heute ein Kompromiß zwischen Trump/Republikaner mit den US-Demokraten zur Verhinderung eines erneuten government shutdown – das könnte die Stimmung etwas aufhellen, ist aber wohl nicht hinreichend, um die zentralen Sorgen in Sachen Handelskrieg und globale Konjunktur nachhaltig vergessen lassen zu können..

3 Kommentare

3 Comments

  1. Michael

    8. Februar 2019 10:25 at 10:25

    Soeben habe ich auf tagesschau.de die Wettervorhersage gelesen. Und welche abschließende augenzwinkernde Stellungnahme durfte ich unter „Wetterthema“ lesen?
    Beim Wetter und bei vielen anderen Abläufen in der Natur folgt die Wirkung erst mit einer gewissen Verzögerung auf eine Ursache. In unserem Beispiel führt die zunehmende Sonneneinstrahlung mit einer Verzögerung zu einem Anstieg der Mitteltemperatur. Anders ist das hingegen an der Börse. Dort reicht oft ein Gerücht, eine Stimmungsschwankung, und die Kurse der Aktien schnellen in eine Richtung, noch ehe es echte Fakten gibt. Wäre das beim Wetter auch so, würden wir schon bei der Idee, die Sonne könnte einmal schwächer scheinen, in die nächste Eiszeit schlittern.
    Herrlich 🙂 🙂

  2. Marko

    8. Februar 2019 11:59 at 11:59

    Hallo,

    das sieht eher nach „oben“ aus. Ich habe mir bsp. die Bayer-Aktie angeschaut, das sind Dividenden-Renditen um die 4 % ! Da können sogar die Amis nicht mithalten, Monsato, hin oder her. Das sieht nach einem „Tournaround“ aus, jedenfalls erstmal… 😉

    https://www.onvista.de/news/probleme-bei-bayer-die-uebernahme-von-monsanto-belastet-die-aktie-noch-immer-186008763

    Ihr“ habt wohl eher Kurschancen nach oben, aber eher in Europa. Die „Amis“ sind zu teuer.

  3. Übelkeit

    8. Februar 2019 12:48 at 12:48

    Oder es wurde einfach die Chartformation seit Anfang des Jahres Punktgenau beendet und eine Info gestreut die dazu passt. Aber kann natürlich auch „Zufall“ sein.

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Der große Schub

Momentan kommt der große Rückenwind noch von der „dovishen“ Fed und all den anderen Notenbanken, die sich dem Abschwung entgegenstellen. Wie bereits mehrfach erläutert, ist, nicht nur für mich, der monetäre Faktor der stärkste Rückenwindfaktor an der Börse. Erst wenn die Rezession immer deutlicher und stärker wird, schwindet die Wirkung des billigen Geldes.

 

 

Die große Unsicherheit

 

Nahezu synchron schrumpfen weltweit die Einkaufsmanagerindizes (China, Japan, Europa, Deutschland u.w.) und sinken unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der von mir letzte Woche erläuterte Baltic Dry Index hat sich seit seinem Sommerhoch gedrittelt und da über 90% der Güter auf dem Seefahrtsweg transportiert werden, kann man sich fragen, wo das künftige Wachstum stattfinden soll? Der für uns extrem wichtige Ifo-Index ist bereit das 6. Monat in Folge gefallen. Nur die USA befinden sich noch deutlich über der 50-er Marke und einige Analysten stellen sich die Frage, ob die Weltwirtschaft ohne die USA in eine Rezession rutschen kann?

 

Was sagen technische Indikatoren und das Sentiment?

 

Viele technische Indikatoren (z.B. RSI) schreien nach Korrektur, nicht jedoch das Sentiment. Weder Fear&Greed-Index, noch die Investitionsquote befinden sich im Extrembereich. Man könnte eher von einer „Wall of Worries“ sprechen, die die Kurse klettern lässt. Nur die Unternehmen kaufen wie verrückt ihre Aktien zurück, wie Markus Koch erst kürzlich festgestellt hat. 80% mehr als vor einem Jahr zu Jahresbeginn, für mich ein zuverlässliches Zeichen für ein extremes Szenario (2007).

 

Was kommt im Handelsstreit?

 

Es würde mich schon sehr überraschen, sollte es zu keinem Kompromiss in der eigentlich unversöhnlichen Interessenslage zwischen den USA und China kommen. Beide hätten unmittelbar zu viel zu verlieren. Sehr interessant fand ich zu diesem Thema das Statement des US-Strategen Robert Kagan, der sein Heimatland zuletzt als „rogue superpower“ beschrieben hat, als Schurkensupermacht, die sich „ausschließlich am eigenen Interesse“ orientiert.

Man könnte bemerken, dass die USA schon immer ihre eigenen Interessen im Blick hatte, doch das Eigeninteresse ist heute anders definiert als früher – stark von Chauvinismus geprägt. Das Interesse an langfristiger Stabilität ist dem kurzfristigen Nutzenkalkül gewichen. Chinas Wirtschaft kämpft mit der Rezession und die USA sollten sich mit Zöllen die Inflation ins Haus holen. Erst gestern wurden nochmals die Importe der USA aus China präzisiert. Nur ein Beispiel: 97% der US-Bekleidung werden eingeführt, davon 41% aus China und sogar 72% der Schuhe – ergo: Zölle wären eine große Steuer für den US-Konsumenten.

Das ist für mich die große Bedrohung des US-Aktienmarktes. Zölle würden die Inflation in den USA antreiben, die Fed müsste ihre dovishe Haltung aufgeben und vorbei wäre es mit der Hausse. Schrumpfende Gewinne und steigende Zinsaussichten, der perfekte Sturm. Deshalb meine Prognose hinsichtlich der kurzfristigen Lösung.

Insgesamt glaube ich bei Zustandekommen des „Deals“ an die typische und zugleich seltsame Reaktion des Marktes „Sell the facts“!

 

 

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