Europa

Deutsche Wirtschaft: Einkaufsmanagerindizes zeigen „düsteres Bild“

Deutsche Wirtschaft Einkaufsmanagerindizes

Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für die deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für August) veröffentlicht, einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft:

Verarbeitendes Gewerbe: 49,8 (Prognose war 48,2; Vormonat war 49,3)

Dienstleistung: 48,2 (Prognose war 49,0; Vormonat war 49,7)

Kurz zuvor waren die Einkaufsmanagerindizes aus Frankreich veröffentlicht worden mit 49,0 für Gewerbe (Prognose war 49,0) und 51,0 für Dienstleistungen (Prognose war 53,0).

Zu den deutschen Daten schreibt S&P Global:

„Die zweiten Wachstumseinbußen in Folge fielen in der deutschen Wirtschaft im August noch stärker aus als im Juli. Ausschlaggebend hierfür waren nach Angaben der Umfrageteilnehmer die zunehmende Verunsicherung, die hohe Inflation und die steigenden Zinsen, die allesamt der Nachfrage schadeten. Während sich der Anstieg der Einkaufs- und Verkaufspreise leicht abschwächte, blieben die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist trotz leichter Verbesserung gegenüber dem Tief vom Juli auf historisch niedrigem Niveau.“

Dazu Phil Smith von S&P Global Market Intelligence die Ergebnisse:

„Angesichts des beschleunigten Wachstumsrückgangs zeichnen die aktuellen PMI-Daten ein düsteres Bild von der deutschen Wirtschaft zur Mitte des dritten Quartals2022. So wurde die anhaltende Schwäche der Industrie durch die Abkühlung im Servicesektor verstärkt. Laut Umfrageteilnehmern haben vor allem die hohe Inflation und die gestiegenen Zinsen der Nachfrage massiv geschadet.“

Die Konjunkturabschwächung wirkt sich zunehmend negativ auf die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen aus und hat dafür gesorgt, dass der Jobaufbau im August so schwach ausgefallen ist wie seit fast anderthalb Jahren nicht mehr. Zudem deutet der erste Rückgang der Auftragsbestände seit über zwei Jahren darauf hin, dass der Kapazitätsdruck allmählich nachlässt. Dies wiederum könnte das Beschäftigungswachstum zusätzlich bremsen. Positiv anzumerken ist, dass sowohl die Lieferengpässe als auch der Kostenauftrieb nachgelassen haben. Dies hat mit dazu beigetragen, dass sich der Geschäftsausblick gegenüber dem Tief von Juli wieder leicht verbessert hat. Da die Gefahr einer Energiekrise jedoch nach wie vor groß ist, bleiben die Aussichten von Unsicherheit geprägt.“



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