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„Deutschland ist der Verlierer der US-Steuerreform“

Die deutsche Industrie zeigt Jahr für Jahr, dass man sich nicht davor scheut Produktion ins Ausland zu verlagern. Und wenn man ständig drohende Importzölle der USA umgehen kann, in dem man direkt...

FMW-Redaktion

Die Logik ist erschreckend einfach. Wenn die USA in Kürze ihre Steuerreform bekommen, macht das den Produktionsstandort USA auf einen Schlag spürbar attraktiver. Denn es handelt sich dabei ja eher um ein Steuersenkungsprogramm, statt um eine Reform! In Europa bleiben die Steuern im Großen und Ganzen auf dem selben hohen Niveau, während die USA schlagartig für die Produzenten billiger werden, und zwar spürbar. Das bedeutet?

Die deutsche Industrie zeigt Jahr für Jahr, dass man sich nicht davor scheut Produktion ins Ausland zu verlagern. Und wenn man ständig drohende Importzölle der USA umgehen kann, in dem man direkt in den USA produziert, ist das doch umso besser. Dazu jetzt noch dieser drastische Steuervorteil, der die USA gerade im Vergleich zum Exportmotor Deutschland sprunghaft attraktiver macht – da ist es nahe liegend, dass Deutschland ein oder sogar der Hauptverlierer von Trumps Steuerreform sein wird.

Die deutschen Konzerne dürften sich nicht lange bitten lassen. Sie sind jetzt schon sehr aktiv mit US-Standorten, und könnten ihr Geschäft dort spürbar ausbauen, zu Lasten deutscher Standorte. Zu diesem Schluss kommt aktuell auch das „Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Der Druck der deutschen Wirtschaft auf die noch nicht vorhandene neue Bundesregierung dürfte zunehmen, auch etwas bei den deutschen Unternehmenssteuern zu tun. Hier im Wortlaut die wichtigsten Aussagen:

Im US-Kongress zeichnet sich eine baldige Einigung auf eine umfassende Steuerreform ab. Auch wenn einige Details noch unsicher sind, dürfte es für Unternehmen in den USA zu einer ganz erheblichen Steuersenkung kommen. Außerdem verändern die USA ihr System der Unternehmensbesteuerung grundlegend: In Zukunft besteuert der US-Fiskus nicht länger das Welteinkommen von US-Unternehmen, sondern nur die in den USA erzielten Gewinne. In einer umfassenden Studie haben das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, und die Universität Mannheim die Folgen der US-Steuerreform für den internationalen Steuerwettbewerb analysiert.

Demnach sinkt die effektive Steuerbelastung für in den USA tätige Unternehmen inklusive der Steuern der US-Bundesstaaten ganz erheblich von derzeit 36,5 Prozent auf 22,7 Prozent. Ursache ist nicht nur die starke Verringerung des Steuersatzes von 35 Prozent auf nur noch 20 Prozent, sondern auch die geplante Sofortabschreibung für bestimmte Kapitalgüter. Die effektive Steuerlast für Unternehmen in den USA liegt nach der Reform unter der in Deutschland (28,2 Prozent) und nahe beim Durchschnittswert in der Europäischen Union (20,9 Prozent).

Mit der Steuersenkung und der Abkehr der USA von einer Besteuerung des Welteinkommens ändern sich die Anreize für grenzüberschreitende Investitionen. Die USA werden für Unternehmen aus Europa durch die Reform ein noch attraktiverer Standort. Aber auch für US-Unternehmen, die in Europa investieren, sinkt die Steuerbelastung, weil in Europa erzielte Gewinne zu Hause nicht länger nachversteuert werden müssen. Von diesen Anreizen profitieren in erster Linie EU-Länder mit niedrigen Steuersätzen wie Irland. Ein Land wie Deutschland mit seinem vergleichsweise hohen Steuersatz wird an Attraktivität verlieren.

„Der Wettbewerb in der EU um US-Investitionen wird zunehmen“
„Die Steuerreform in den USA heizt nicht nur den Steuerwettbewerb zwischen Amerika und Europa an. Zusätzlich wird der Wettbewerb zwischen den EU-Mitgliedern um US-Investitionen zunehmen; Deutschland ist dabei der Verlierer“, so beschreibt Studienleiter und ZEW-Forschungsprofessor Prof. Dr. Christoph Spengel die Folgen. Die Konsequenzen für die Direktinvestitionsströme zwischen Europa und den USA könnten erheblich sein. So ist gemäß den Studienerkenntnissen damit zu rechnen, dass nach der Reform deutsche Unternehmen ihre Investitionen in den USA um etwa ein Viertel ausweiten werden.

Mit Blick auf die gegenwärtigen Bemühungen der EU zur Bekämpfung von Steuervermeidung kommen die Mannheimer Wissenschaftler zu ernüchternden Ergebnissen: „Die Anti-Missbrauchs-Gesetzgebung der EU kann nicht vor Einnahmeverlusten aufgrund der US-Steuerreform schützen. Ganz im Gegenteil könnte sie Investitionen in Europa weiter dämpfen, weil das Risiko der Doppelbesteuerung steigt“, so Spengel. Die nächste Bundesregierung sei gut beraten, eine Strategie zur Steigerung der steuerlichen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu entwickeln, so das Fazit der Studie.

Klicken Sie hier um die komplette ZEW-Studie zu lesen.


Donald Trump. Photo: Ali Shaker/VOA / Public Domain



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6 Kommentare

  1. Kein Wunder,sowie die dt.Medien taegl.gegen Trump hetzen….Trump,dreh doch den Michels endlich den Hahn ab.

  2. hmm, ja genau es ist sehr einfach. Trump macht sehr einfache und gute Politik, die jeder auf Anhieb kapiert und für jeden mit gesundem Menschenverstand auch funktioniert. Man braucht keine hunderte Mann starken Teams die alle Details über Jahre hinweg in einem bürokratischen Zermürbungskrieg erläutern, sondern einfache und kluge Entscheidungen und genau das liefert Trump. Weniger Steuern bedeutet weniger Kosten und dies führt zu mehr Kaufkraft, mehr Investitionen, neue Jobs, etc. Genau so einfach ist es und wird auch funktionieren. Europa und vor allem die EU-Bürokratie wird damit unter Druck gesetzt und wird irgendwann auch die Steuern senken müssen. Schon alleine dafür sollten wir Trump dankbar sein.

  3. Da hab ich bis jetzt immer gedacht, die kleineren Firmen, die hier in Deutschland hocken, zahlen die hohen Steuern. Die Großen haben ihre Geschäftssitze in NL, IRL, oder sonst wo und zahlen fast nix. Das wäre dann aber ein schlechtes Geschäft, weil mit “ fast nix“ werden die in den USA nicht davon kommen. Dann können sie sich in den USA auch noch um die ganzen gelernten Facharbeiter streiten.

    1. @burberg, gutes Argument! Aber der Autor bezieht sich auf das Umgehen drohender Importzölle der USA, und da könnte es möglich seinn, dass die Konzerne mit Standorten in USA noch besser fahren als ohnehin schon.

  4. Egal,ob DE luuuust…hauptsach die Steinhoff geht noch auf die 1 Euro-Marke!..
    Nichts fuer Weicheier ,dieses Moebel-Teil.
    Ist doch ein Lemming-Test,oder…Meine Damen u.Herren.

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