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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

Indizes

Die Exportabhängigkeit der deutschen Wirtschaft – warum im Zollstreit unsere Wirtschaft ganz besonders leidet!

Man kann es drehen und wenden wie man will, die Exportabhängigkeit Deutschlands verträgt keine weiteren Zölle..

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Der erneute Fall des Ifo Index verheißt nichts Gutes. Zum sechsten Mal in Folge beurteilten 9000 befragte Unternehmenslenker die Aussichten ihrer Branche schlechter. Er fiel auf das niedrigste Niveau seit Dezember 2014. Ab drei Monaten spricht man erfahrungsgemäß von einem Trend. Damit fällt das wichtigste deutsche Industriebarometer mit Unterbrechung schon seit Ende 2017.

Früher als die meisten Indikatoren zeigte es die Abschwächung des Welthandels an – unser Leitindex hatte sein Hoch bereits am 23. Januar 2018 mit 13590 Punkten erreicht und liegt trotz der Rallye im Januar/Februar noch gut 2000 Punkte tiefer. Die Abschwächung der Weltwirtschaft wurde aber erst in den letzten Monaten so richtig erkennbar. Damit stellt sich die Frage. Kann der Binnenkonsum in Deutschland ein Abgleiten unserer Wirtschaftsleistung in eine rezessive Phase verhindern? Hierzu ein paar Überlegungen.

 

Deutschlands Exportlastigkeit

 

Deutschlands Industrie hat ihren Umsatz nach Berechnungen des Handelsblattes 2018 um zwei Prozent auf 1,4 Bio. € erhöht, davon kamen aber 79% oder 1,1 Bio. aus dem Auslandsgeschäft. Diese Quote hat sich seit 30 Jahren von ca. 50% bis zum letzten Jahr auf dieses Niveau erhöht. Damit wird schon ersichtlich, dass bei Zöllen jedweder Art durch die Wertschöpfungsketten, Deutschland immer einer der Leidtragenden sein wird. Protektionismus ist auf kurze Sicht die große Herausforderung. Folgende Zahlen machen die Sachlage noch deutlicher.

Ausgerechnet der Handel mit den USA hat für die Dax-Konzerne mit 22% sogar schon den Handel im eigenen Land mit 21% überholt, der drittwichtigste Handelspartner ist China mit 16%. Einige Dax-Unternehmen wie Bayer, SAP, FMC, Linde, Adidas und weitere M-Dax-Firmen erzielen sogar über die Hälfte ihrer Umsätze in Übersee. Damit wird klar, dass nicht nur Chinas abflauender Wirtschaftsboom eine Bedrohung unseres Exporterfolges darstellt, sondern ganz besonders der Handel mit den USA, dessen Rückgang auf die Schnelle nicht zu ersetzen wäre.

 

Die doppelte Zolldrohung

 

Neben den aktuellen Verhandlungen über die automatische Anhebung der US-Zölle auf 25% bei chinesischen Einfuhren stehen Zölle in gleicher Höhe bei Trumps Lieblingsfeind Deutschland mit seinen Nobelkarossen von Daimler, BMW und Audi im Fokus. Die drei größten Autobauer machten in den USA einen Umsatz von 100 Mrd. € bei 1,3 Mio. Fahrzeugen, von denen 470 Tsd. aus Deutschland exportiert wurden.

Aber auch die großen Werke der deutschen Kfz-Hersteller Chattanooga (VW), Spartanburg (BMW) und Tuscaloosa (Daimler) beziehen noch viele Teile aus Europa. Auch diese würden durch die Zölle betroffen. Insgesamt rechnet das Marktforschungsunternehmen ISI Evercore bei Einführung dieser Zölle mit Einbußen von 1,7 Mrd. € (BMW), 2 Mrd. €(Daimler) und 2,5 Mrd. € (Vw). Die eigentlich spottbilligen Automobilhersteller Deutschlands mit einstelligen KGVs erscheinen auch ohne Berücksichtigung der Kosten durch den Wandel der Mobilität (Elektroantriebe) nicht mehr ganz so billig.

Hinzu kommt noch das große Volumen der SUV- und Sprinter-Produktion unserer großen Drei in den USA. Von den 750 Tsd. Fahrzeugen gehen über die Hälfte in den Export, speziell nach Asien und unterlägen dann auch einer hohen (potenziellen) Zollquote.

 

Die Gegenkraft Dienstleistung und Konsum

 

Es erscheint mehr als fraglich, ob die Stärke Deutschlands im Dienstleistungsbereich sowie im Binnenkonsum eine Zolleskalation auffangen könnte. Zum Thema Konsum stehen in dieser Woche mit den Gfk-Konsumklimabarometer am Dienstag interessante Informationen an. Der Einkaufsmanagerindex Dienstleistung für Januar lag – anders wie die Indizes für das verarbeitende Gewerbe – mit 53,0 Punkten noch deutlich über der Wachstumsschwelle. Diese Zahl wird immer von den Volkswirten angeführt, um das berühmte R-Szenario zu entkräften.

 

Fazit

 

Man kann es drehen und wenden wie man will, die Exportabhängigkeit Deutschlands verträgt keine weiteren Zölle. Sollte es in diesem Bereich zu keiner substanziellen Einigung kommen, wird eine Rezession für Deutschland, aber auch für Europa sehr wahrscheinlich. Allerdings müssten dann auch die Einkaufsmanagerindizes in den einzelnen Ländern noch deutlicher absinken. Werte um 48/49 können noch durch andere Bereiche kompensiert werden, nicht jedoch Rezessionswerte von unter 45.

 

Der Dax ist und bleibt ein „Call“ auf den freien Welthandel

 

Noch ein Satz zur Jahresanfangs-Rallye an den Märkten. Nach dem schlechtesten Börsenmonat Dezember in den USA folgte der beste Jahresanfang seit über 20 Jahren. 9 Wochen steigende Kurse an der Wall Street. Selbst bei günstigen Zoll-News wäre doch jetzt mal ein „Sell on good news“ fällig, oder?

 

By Clayton Tang – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=26823730

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Ausweitung der Kampfzone! Marktgeflüster (Video)

Die Pläne der Trump-Administration, fünf weitere chinesische Unternehmen auf die „blacklist“ zu setzen, bedeuten eine Ausweitung der Kampfzone..

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Türkei: Warum der Druck auf Lira, Aktien und Anleihen bald enorm steigen könnte

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Aktuell schwächelt der türkische Kapitalmarkt bereits. Nach den jüngsten Vorgängen (Präsident Erdogan lässt die Wahl in Istanbul wiederholen) war das Vertrauen ausländischer Investoren in die Rechtsstaatlichkeit in der Türkei erneut geschwächt worden.

Die türkische Lira befindet sich seit Monaten in einem langsamen schleichenden Abwärtstrend. Die Aktienkurse in der Türkei befinden sich im Absturz. Heute notiert der türkische Leitindex BIST100 mit -1,5%, und ist nun seit sechs Tagen hintereinander am Fallen. Mit einem Tiefststand seit Anfang 2017 hat er aktuell auch den Zustand eines Bärenmarktes erreicht. Die Rendite für zehnjährige türkische Staatsanleihen steigt alleine heute um fast einen ganzen Prozentpunkt (Wahnsinn) auf aktuell 19,26%. Im Februar waren es noch 14%.

Und jetzt Achtung! In den nächsten Tagen könnte sich die Lage dramatisch verschärfen. Denn die Türkei will von Russland Raketensysteme kaufen. Laut einem offenbar auf Insiderquellen in US-Militärkreisen beruhenden Bericht von CNBC habe die Türkei noch zwei Wochen Zeit diesen Deal mit Russland zu stornieren. Die US-Regierung übt also massiven Druck aus. Man solle doch lieber Patriot-Raketen vom US-Hersteller Raytheon kaufen. Würde die Türkei ihre Bestellung nicht „umbuchen“, würden die USA der Türkei die Lieferung von F35-Flugzeugen aus US-Produktion verweigern, und womöglich würden die USA Sanktionen gegen die Türkei einführen. Man bedenke abseits von Donald Trumps „launigem“ Gemüt: Die Türkei ist NATO-Mitglied, und die Mitgliedsstaaten sollen Waffensysteme kaufen, die innerhalb der Gruppe kompatibel sind. Und das wird auf russische Raketen wohl kaum zutreffen.

Geht man davon aus, dass die Reporterin von CNBC richtig recherchiert hat (der Bericht klingt doch recht glaubwürdig), könnte es bald hoch her gehen zwischen der Türkei und den USA. Es ist kaum vorstellbar, dass Präsident Erdogan den Russen-Deal jetzt noch absagt. Dies wäre ein Gesichtsverlust in der Öffentlichkeit, weil er sich von den USA hätte diktieren lassen, wo er seine Waffen einkaufen darf.

Man bedenke, welche Turbulenzen die winzigen US-Sanktionen am Kapitalmarkt verursachten, als die Türkei einen US-Pastor freilassen sollte. Was wäre erst los bei dieser Verweigerung der Türken in Sachen Raketen-Einkauf? Es dürfte die US-Rüstungshersteller verdammt hart treffen solch große Aufträge nicht zu erhalten, also Raketen und 100 Kampfjets. Die Reaktion aus dem Weißen Haus könnte also heftig ausfallen, und damit auch die Turbulenzen am türkischen Kapitalmarkt.

Noch sind wir in dieser Sache im „Wenn-Modus“. Wenn dies passiert, könnte danach dies und jenes passieren. Aber wer in türkischen Aktien, der Lira oder in Anleihen unterwegs ist, sollte dieses Szenario für die nächsten Tage im Hinterkopf behalten!

Türkei Istanbul
Die Hagia Sophia in Instanbul. Foto: Julian Nitzsche CC BY-SA 4.0

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Indizes

Rüdiger Born: Fed Minutes heute Abend, schwacher Monat Mai

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Heute Abend um 20 Uhr deutscher Zeit gibt es die Fed Minutes. Darauf möchte ich im Video näher eingehen. Der Monat Mai wird wohl der erste Negativ-Monat für die Aktienmärkte in diesem Jahr werden. Kann man Rücksetzer nutzen? Haben Sie sich schon für den Trade des Tages angemeldet? Wenn nicht, dann bitte einfach hier ihre Daten eingeben, dann können Sie täglich meine Detailanalysen kostenfrei lesen.

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