Folgen Sie uns

Allgemein

Die große Rentenlüge: Das aktuelle 67 Milliarden Euro-Loch wird in der Tagesschau einfach nicht erwähnt

Wer die traurige Wahrheit nicht kennt, kann besser schlafen. Und wer etwas verschweigt, der lügt nicht. Das mag sein. Uns geht es um die „große Rentenlüge“. Die entsteht nämlich durch die Suggestion, dass die Rentenkasse prall gefüllt ist aufgrund der hohen Einnahmen – die entstünden durch die fast erreichte Vollbeschäftigung. Folglich darf der genügsame…

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Wer die traurige Wahrheit nicht kennt, kann besser schlafen. Und wer etwas verschweigt, der lügt nicht. Das mag sein. Uns geht es um die „große Rentenlüge“. Die entsteht nämlich durch die Suggestion, dass die Rentenkasse prall gefüllt ist aufgrund der hohen Einnahmen – die entstünden durch die fast erreichte Vollbeschäftigung. Folglich darf der genügsame Tagesschau-Zuschauer schlussfolgern, dass durch die aktuell hohen Beitragszahlungen die Kassen so voll sind, dass die gesetzliche Rentenversicherung die gestern verkündete kräftige Rentensteigerung mal eben locker zahlen kann.

Die Tagesschau verkündet die guten Nachrichten

Gestern Abend 20 Uhr Tagesschau (siehe Video unten). Noch immer ist sie für breite Bevölkerungsschichten das mit Abstand wichtigste Leitmedium im Fernsehen, wenn es darum geht sich einmal täglich zu informieren. Gleich als Erstes verkündet die Tagesschau Zitat:

„Die stabile Konjunktur und ein Zuwachs bei Löhnen und Gehältern sorgen auch in diesem Jahr für ein Plus bei den Renten. Die Renten steigen ab Juli um 3,2% im Westen, im Osten um 3,4%.“

In den folgenden Aussagen werden in der Tagesschau auch Probleme angesprochen. Bis 2025 gebe es, so suggerieren die präsentierten Daten, gar kein Problem. Wenn es danach doch ein Problem geben sollte, müsse man schauen wie man damit umgeht – so möchten wir es vereinfacht wiedergeben. Man kann es Ignoranz nennen, Verzerrung, oder auch die Verschweigung von Tatsachen. Aber verdeckt wird damit die große Rentenlüge.

Die große Rentenlüge

Denn die Rentenlüge, die durch Unterlassen einfach verschwiegen wird, lautet: Alles ist in bester Ordnung. In ferner Zukunft mag es in der gesetzlichen Rentenkasse Probleme geben, aber jetzt aktuell decken die Einnahmen die Ausgaben – deswegen können wir (der Staat) euch Rentnern jetzt schön saftige Erhöhungen zahlen. Wie kaputt und pleite das System aber schon heute ist, erwähnt niemand! Aber wer sich nur ein paar Sekunden Zeit nimmt um zu googeln, wird schlauer!

Denn die Deutsche Rentenversicherung macht nicht mal ein großes Geheimnis aus ihrer desaströsen finanziellen Schieflage. Für das Jahr 2016 gab es bereits eine Rentenlücke in Höhe von 64,5 Milliarden Euro, die mit einem Zuschuss aus den Steuergeldern (Bundeshaushalt) geschlossen werden musste (wir berichteten schon darüber). Jetzt aktuell liegen die neusten Zahlen für das Jahr 2017 vor. Die Deutsche Rentenversicherung präsentiert auf den aller ersten Blick einen ausgeglichenen Rententopf.

So pleite ist die Rentenkasse schon heute

Einnahmen von 293,8 Milliarde Euro stehen Ausgaben (Rentenzahlungen) in Höhe von 293,2 Milliarden Euro gegenüber. Hey, die Deutsche Rentenverischerung hat also sogar ein kleines Plus gemacht, so könnte man denken. Also ist doch alles super? Nein. Schauen wir nur einen Tick genauer hin. Die Einnahmen stammen nur zu 224,6 Milliarden Euro aus Beitragszahlungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern (2016 waren es 214,8 Milliarden Euro).

Also fehlten letztes Jahr 69,2 Milliarden Euro in der Rentenkasse. Hätte man diese Lücke nicht aufgefüllt, so hätte man die Rentenzahlungen dramatisch reduzieren müssen. Hat die Rentenkasse Kredite aufgenommen um die Lücke zu schließen? Nein, es läuft wie bereits all die Jahre zuvor. Ohne dass es jemals aktiv in den Medien erwähnt wird, flossen nur letztes Jahr aus dem Steuerhaushalt 67,8 Milliarden Euro (+3 Milliarden Euro gegenüber 2016) zur Schließung dieser gigantischen Lücke, die immer größer wird. Der Steuerhaushalt subventioniert in gigantischem Ausmaß ein Rentensystem, das jetzt schon längst pleite ist.

Ohne diese Subvention müssten die Renten dramatisch gekürzt und/oder die Beiträge massiv erhöht werden, und das schon heute! Im Unterlassen dieser Information für die breite Öffentlichkeit entsteht zumindest nach unserer Meinung die große Rentenlüge… in ferner Zukunft könnte es mal eng werden, aber jetzt läuft doch alles noch bestens… falsch, eben nicht. Schon heute ist das System pleite!

Rentenlüge Abgeordnete entscheiden über Bundeshaushalt
Das Reichstagsgebäude in Berlin. Abgeordnete entscheiden über den Bundeshaushalt, der auch Geld massiv umlenkt in die Rentenkasse. Foto: Berthold Werner / Ausschnitt aus dem Originalfoto (CC BY-SA 3.0)

19 Kommentare

19 Comments

  1. Avatar

    tm

    26. April 2018 12:59 at 12:59

    „Also fehlten letztes Jahr 69,2 Milliarden Euro in der Rentenkasse. Hätte man diese Lücke nicht aufgefüllt, so hätte man die Rentenzahlungen dramatisch reduzieren müssen. Hat die Rentenkasse Kredite aufgenommen um die Lücke zu schließen? Nein, es läuft wie bereits all die Jahre zuvor. Ohne dass es jemals aktiv in den Medien erwähnt wird, flossen nur letztes Jahr aus dem Steuerhaushalt 67,8 Milliarden Euro“

    Wie hoch sind denn die versicherungsfremden Leistungen, die von der Kasse bezahlt werden?

    • Avatar

      tannhaeuser

      26. April 2018 19:45 at 19:45

      Die Bundesregierung beantwortete die Frage nach der Höhe der versicherungsfremden Leistungen am 27.2.2018 folgendermaßen:
      „Die nicht beitragsgedeckten („versicherungsfremden“) Leistungen lassen sich nicht exakt beziffern, denn es gibt in Wissenschaft und Praxis keine eindeutige
      und konsensfähige Abgrenzung dieser Leistungen………“ http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/009/1900940.pdf

  2. Avatar

    Alex Kreis

    26. April 2018 13:02 at 13:02

    Leider muss man konstatieren, dass unsere Gesellschaft kein Interesse an der Wahrheit mehr hat. Das Interesse der „zivilisierten“ Menschen besteht nur noch in Sensationen und nur wenn die Wahrheit auch gleichzeitig eine Sensation ist, dann fällt das Interesse, sozusagen zufällig bzw. gezwungernermaßen, auch mal auf die Wahrheit. Ansonsten sind auch gerne Lügen gerne genommen um im Alltag eine Sensation aufzusaugen und weiter zu verbreiten. Es ist nicht so, dass die Gesellschaft Themen wie z.B. die Rente bzw. die Rentenlüge nicht als wichtig betrachten würde. Nur weil etwas wichtig ist, bedeutet es jedoch nicht gleichzeitig dass es akut interessant ist, denn wie gesagt, interessant wird etwas erst wenn es einen Sensations-Charakter hat, d.h. wenn man bei seinen Zuhörern damit Aufmerksamkeit erhaschen kann. „Hast du gesehen, im Dschungel hat einer Krokodil-Hoden gegessen!?“ kommt heute einfach besser an als „Du wirst in 20 Jahren keine auskömmliche Rente bekommen“. Wenn im Nachhinein heraus kommt, dass die Kroko-Hoden nur weiße Schoko-Pralinen waren, dann wird nicht etwa abgeschaltet, nein. Man freut sich dann einfach auf die nächste Staffel … Die Brot und Spiele Gesellschaft braucht einen sehr sehr lauten Knall um aufzuwachen.

  3. Avatar

    sabine

    26. April 2018 13:06 at 13:06

    Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er noch die Wahrheit spricht. Das muß man über die Qualitätsmedien sagen. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.
    Zeuge: Helmut Schmidt !
    https://skynetblog.de/zitat-helmut-schmidt-staatsterrorismus/
    1) “Ich habe den Verdacht, dass sich alle Terrorismen, egal, ob die deutsche RAF, die italienischen Brigate Rosse, die Franzosen, Iren, Spanier oder Araber, in ihrer Menschenverachtung wenig nehmen. Sie werden übertroffen von bestimmten Formen von Staatsterrorismus.“
    „Wie meinen Sie das Herr Bundeskanzler? fragt der Interviewer entsetzt! „Belassen wir es dabei. Aber ich meine wirklich, was ich sage.” (Oktoberfest Attentat, Bologna usw.)
    2.) „Wenn man ganz genau hinschaut, dann sieht man, dass die politischen Journalisten eigentlich mehr zur politischen Klasse gehören und weniger zum Journalismus.“

    • Avatar

      tm

      26. April 2018 15:02 at 15:02

      „Das muß man über die Qualitätsmedien sagen.“

      hmm naja, dann gilt das für die „alternativen Medien“ aber umso stärker.

      Was deuten Sie in die Aussage von Schmidt hinein und was hat das mit der Presse zu tun? Also das Interview hat immerhin die Zeit geführt.

  4. Avatar

    Helmut Josef Weber

    26. April 2018 13:55 at 13:55

    Wenn wir hier in Spanien weiter 14 Renten im Jahr ausgezahlt bekommen wollen und als Rentner weiter keinerlei Krankenkassenbeiträge zahlen wollen, und für etwa 1/8 der Beiträge nach 15 Jahren mehr Rente bekommen, als die Mitarbeiterin bei LIDL nach 45 Jahren Beitragszahlungen, dann muss Deutschland eben mehr in den Süden zahlen.
    Die Target-Salden lassen grüßen.
    Das wäre mal ein Thema für´s Deutsche Regierungsfernsehen.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

    • Avatar

      Helmut

      26. April 2018 15:10 at 15:10

      Deutschland ist immer noch ein besetztes Land – „und das wird auch so bleiben“(Obama bei seinem Deutschlandbesuch). Die Deutschen müssen folgen – was ihnen gesagt wird. So ist das. Besiegte kann man nun mal ausnehemen bis zum Ende. Was den Besatzern das nützt – wird man sehen.

  5. Avatar

    Denker

    26. April 2018 13:56 at 13:56

    Liebe Bürgenrinnen und Bürgen,
    ein Geldsystem das als Ponzischema aufgebaut wurde funktioniert bei der Rentenkasse nicht anders, oder Sozialkasse,oder Arbeitslosengeld oder,oder,oder.
    Alles darin wird mit Schulden finanziert. Im übrigen sind Guthaben demnach ja ursprünglich auch nur Schulden., eben nur eine positive Anhäufung von diesen.
    Wer das verstanden hat, der weiß auch das irgendwann der Schuldenschnitt kommt, oder auch Vermögensschnitt… ist eh das selbe. Zurückbleiben nur reale Werte oder dann auch gebrochene Menschen.
    Fakt ist,… der Tag rückt unaufhaltsam näher. Und wer nicht vorsorgt hat eben das Nachsehen.

  6. Avatar

    Reichsdeutscher sagt

    26. April 2018 15:28 at 15:28

    war früher einmal in der Versicherung als Selbständiger tätig und bin derzeitig seit einigen Jahren in dieser Branche nicht mehr tätig. Als ich einstieg war ich ein Quereinsteiger bei Allianz damals erzählte man uns den Himmel auf Erden und wir wussten damals wirklich nichts. Wir waren naiv und dumm und glaubten diesen Ausbildern ihre Grimms- Märchen über die priv. Rentenversicherung. Als der VK. nachließ bekamen wir sofort unser Fett ab meine damalige Antwort an diese Lobbyisten war die Menschen werden durch das Internet immer aufgeklärter und sie lassen sich nicht mehr für dumm verkaufen. Also machte ich mir meine eigene Gedanken und ging dem nach was mich überzeugte nicht mehr für diese Vereine – Firmen der Versicherungen tätig zu sein. Seit einigen Jahren versuche ich meine Freunde und meine Landsleute über diese Verbrecher der Vers. Mafia aufzuklären. Seit einiger Zeit ist mir auch bekannt das der 1 Bundeskanzler der Alliierten Adenauer damals schon begann das Volksvermögen zu stehlen und für andere Ausgaben vor allem für Ausländer zu verschleudern. In derzeit erhalten Arbeitnehmer einen Anspruch von ca. 35 Euro Rentenanspruch im Jahr. So viel mir bekannt ist sind das nicht nur 67 Mrd. Steuergelder im Jahr sondern seit 2017 schon 100 Mrd. Euro. Außerdem hat der Chef der EZB Dragi von der Goldman Sachs Bank schon mittlerweile alle Bankguthaben und Renten und auch einbez. Versicherungen an die Süd und Ost – Eu – Länder schon verschleudert . Rette sich wer kann deshalb erhöhte Grundsteuern und weitere Enteignungen für unsere Goldstücke sind schon im Schubladen !!!!!!!!!!!!

    • Avatar

      asisi1

      26. April 2018 17:10 at 17:10

      den deutschen ging es schon um 1900 zu gut, deshalb hat man uns auch zwei Weltkriege aufs auge gedrückt. den Blödsinn der darüber berichtet wird, kann man in die tonne treten. es geht ums zahlen und das sollen wir für die Zukunft auch! der Michel wird es in den nächsten jahren kräftig zu spüren bekommen. die steuern und abgaben werden erhöht!!!

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        26. April 2018 17:37 at 17:37

        @asisi, wollen Sie damit sagen, dass etwa Deutschland nict den 2.Weltkrieg durch den Überfall auf Polen begonnen hätte????

        • Avatar

          Martin1

          27. April 2018 04:25 at 04:25

          Das ist schwierig zu sagen…
          Zwischen Polen und Deutschland gab es zuvor schon Gemetzel.

          Aber Adolf hatte ganz sicher nicht vor, gegen die Welt zu kämpfen. Das hat sich schrittweise entwickelt.

          • Avatar

            Matthias

            27. April 2018 09:19 at 09:19

            Man muß sich nicht zum Souffleur von „Der Sieger schreibt die Geschichte“ machen u. es kann auch einfach gesagt werden, wenn man anerkennt das Rußland und Japan damals wie heute Großmächte sind, hat für mich der WKII 1938 mit dem Angriff Japans auf Rußland begonnen.

        • Avatar

          Dreistein

          16. Mai 2018 10:19 at 10:19

          @ Markus Fugmann,
          wenn man betrachtet das Polen, Tschechien und Deutschland Grenznahe gepiesackt hat und Deutschland für die Versorgung Danzig ein hohen Wege Zoll aufgedrückt hat, den Deutschland da es gebeutelt durch den 1 Weltkrieg nicht mehr zahlen konnte, JA. Die Bitte der Deutschen an England diesen Wege Zoll doch abzustellen blieb unbeantwortet obwohl man wusste dass das einen Krieg hervorrufen würde, auch JA. Wenn sie mir jetzt noch sagen, wer hat Deutschland eigentlich finanziert um einen Krieg vom Zaun zu brechen da Deutschland am Boden war auch wegen den Boykott der Juden gegen deutsche Waren, manche nannten es auch eine Kriegserklärung der Juden gegen Deutschland 1933 das Datum stimmt schon. Hier der Link: https://zeitundzeugenarchiv.wordpress.com/2017/03/24/die-juedische-kriegserklaerung-vom-24-maerz-1933-im-daily-express/
          JP Morgan hatte bei der Finanzierung dick die Finger im Spiel. So kam eins zum andern.

  7. Avatar

    Heidi

    26. April 2018 18:06 at 18:06

    Es ist an der Zeit dass wir diese Verwaltung entmachten! Das wiederum kann nur der souverän, also das Volk …. und das ist am schlafen!

  8. Avatar

    Chris

    11. Mai 2018 18:40 at 18:40

    So wie ich es sehe, ist die Stimmung am Kippen. Die geburtenstarken Jahrgänge, die das System tragen, sehen keinen Sinn mehr, also die Angestellten und Selbstständigen.

    Gestern hat mich ein klein- bis mittelständischer Nachbar angesprochen und möchte so nicht mehr weitermachen. Er würde die Verwerfungen vielleicht nicht mehr zu spüren kommen, doch die Verbrechen an der Jugend würde er durch seine Steuern unterstützen. Ein Bekannter aus Afrika habe ihn angesprochen, ob er nicht wüßte, wie reich viele Afrikaner seien. Warum die Deutschen ihr Land und System ohne Gegenwehr zerstören lassen würden, ja aktiv mithelfen.

    Dann habe ich bezüglich der Rente recherchiert, Höhe und Eintritt. Die Kommentare waren sehr aufschlußreich, zahlreiche Babyboomer versuchen baldigst auszusteigen. Seit 2015 hat ein Umdenken eingesetzt.

    Bitte Herr Fugmann, wir sollten einen Ideensammlungs- und Diskussionsbereich bezüglich Altersvorsorge, Vorbereitung, Durchführung und Erfahrung einrichten.

    Es wäre ein großer Mehrwert.

    Danke

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

weiterlesen

Allgemein

Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

weiterlesen

Allgemein

Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen