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Die große Rentenlüge: Das aktuelle 67 Milliarden Euro-Loch wird in der Tagesschau einfach nicht erwähnt

Wer die traurige Wahrheit nicht kennt, kann besser schlafen. Und wer etwas verschweigt, der lügt nicht. Das mag sein. Uns geht es um die “große Rentenlüge”. Die entsteht nämlich durch die Suggestion, dass die Rentenkasse prall gefüllt ist aufgrund der hohen Einnahmen – die entstünden durch die fast erreichte Vollbeschäftigung. Folglich darf der genügsame…

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FMW-Redaktion

Wer die traurige Wahrheit nicht kennt, kann besser schlafen. Und wer etwas verschweigt, der lügt nicht. Das mag sein. Uns geht es um die “große Rentenlüge”. Die entsteht nämlich durch die Suggestion, dass die Rentenkasse prall gefüllt ist aufgrund der hohen Einnahmen – die entstünden durch die fast erreichte Vollbeschäftigung. Folglich darf der genügsame Tagesschau-Zuschauer schlussfolgern, dass durch die aktuell hohen Beitragszahlungen die Kassen so voll sind, dass die gesetzliche Rentenversicherung die gestern verkündete kräftige Rentensteigerung mal eben locker zahlen kann.

Die Tagesschau verkündet die guten Nachrichten

Gestern Abend 20 Uhr Tagesschau (siehe Video unten). Noch immer ist sie für breite Bevölkerungsschichten das mit Abstand wichtigste Leitmedium im Fernsehen, wenn es darum geht sich einmal täglich zu informieren. Gleich als Erstes verkündet die Tagesschau Zitat:

“Die stabile Konjunktur und ein Zuwachs bei Löhnen und Gehältern sorgen auch in diesem Jahr für ein Plus bei den Renten. Die Renten steigen ab Juli um 3,2% im Westen, im Osten um 3,4%.”

In den folgenden Aussagen werden in der Tagesschau auch Probleme angesprochen. Bis 2025 gebe es, so suggerieren die präsentierten Daten, gar kein Problem. Wenn es danach doch ein Problem geben sollte, müsse man schauen wie man damit umgeht – so möchten wir es vereinfacht wiedergeben. Man kann es Ignoranz nennen, Verzerrung, oder auch die Verschweigung von Tatsachen. Aber verdeckt wird damit die große Rentenlüge.

Die große Rentenlüge

Denn die Rentenlüge, die durch Unterlassen einfach verschwiegen wird, lautet: Alles ist in bester Ordnung. In ferner Zukunft mag es in der gesetzlichen Rentenkasse Probleme geben, aber jetzt aktuell decken die Einnahmen die Ausgaben – deswegen können wir (der Staat) euch Rentnern jetzt schön saftige Erhöhungen zahlen. Wie kaputt und pleite das System aber schon heute ist, erwähnt niemand! Aber wer sich nur ein paar Sekunden Zeit nimmt um zu googeln, wird schlauer!

Denn die Deutsche Rentenversicherung macht nicht mal ein großes Geheimnis aus ihrer desaströsen finanziellen Schieflage. Für das Jahr 2016 gab es bereits eine Rentenlücke in Höhe von 64,5 Milliarden Euro, die mit einem Zuschuss aus den Steuergeldern (Bundeshaushalt) geschlossen werden musste (wir berichteten schon darüber). Jetzt aktuell liegen die neusten Zahlen für das Jahr 2017 vor. Die Deutsche Rentenversicherung präsentiert auf den aller ersten Blick einen ausgeglichenen Rententopf.

So pleite ist die Rentenkasse schon heute

Einnahmen von 293,8 Milliarde Euro stehen Ausgaben (Rentenzahlungen) in Höhe von 293,2 Milliarden Euro gegenüber. Hey, die Deutsche Rentenverischerung hat also sogar ein kleines Plus gemacht, so könnte man denken. Also ist doch alles super? Nein. Schauen wir nur einen Tick genauer hin. Die Einnahmen stammen nur zu 224,6 Milliarden Euro aus Beitragszahlungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern (2016 waren es 214,8 Milliarden Euro).

Also fehlten letztes Jahr 69,2 Milliarden Euro in der Rentenkasse. Hätte man diese Lücke nicht aufgefüllt, so hätte man die Rentenzahlungen dramatisch reduzieren müssen. Hat die Rentenkasse Kredite aufgenommen um die Lücke zu schließen? Nein, es läuft wie bereits all die Jahre zuvor. Ohne dass es jemals aktiv in den Medien erwähnt wird, flossen nur letztes Jahr aus dem Steuerhaushalt 67,8 Milliarden Euro (+3 Milliarden Euro gegenüber 2016) zur Schließung dieser gigantischen Lücke, die immer größer wird. Der Steuerhaushalt subventioniert in gigantischem Ausmaß ein Rentensystem, das jetzt schon längst pleite ist.

Ohne diese Subvention müssten die Renten dramatisch gekürzt und/oder die Beiträge massiv erhöht werden, und das schon heute! Im Unterlassen dieser Information für die breite Öffentlichkeit entsteht zumindest nach unserer Meinung die große Rentenlüge… in ferner Zukunft könnte es mal eng werden, aber jetzt läuft doch alles noch bestens… falsch, eben nicht. Schon heute ist das System pleite!

Rentenlüge Abgeordnete entscheiden über Bundeshaushalt
Das Reichstagsgebäude in Berlin. Abgeordnete entscheiden über den Bundeshaushalt, der auch Geld massiv umlenkt in die Rentenkasse. Foto: Berthold Werner / Ausschnitt aus dem Originalfoto (CC BY-SA 3.0)

19 Kommentare

19 Comments

  1. Avatar

    tm

    26. April 2018 12:59 at 12:59

    “Also fehlten letztes Jahr 69,2 Milliarden Euro in der Rentenkasse. Hätte man diese Lücke nicht aufgefüllt, so hätte man die Rentenzahlungen dramatisch reduzieren müssen. Hat die Rentenkasse Kredite aufgenommen um die Lücke zu schließen? Nein, es läuft wie bereits all die Jahre zuvor. Ohne dass es jemals aktiv in den Medien erwähnt wird, flossen nur letztes Jahr aus dem Steuerhaushalt 67,8 Milliarden Euro”

    Wie hoch sind denn die versicherungsfremden Leistungen, die von der Kasse bezahlt werden?

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      tannhaeuser

      26. April 2018 19:45 at 19:45

      Die Bundesregierung beantwortete die Frage nach der Höhe der versicherungsfremden Leistungen am 27.2.2018 folgendermaßen:
      “Die nicht beitragsgedeckten („versicherungsfremden“) Leistungen lassen sich nicht exakt beziffern, denn es gibt in Wissenschaft und Praxis keine eindeutige
      und konsensfähige Abgrenzung dieser Leistungen………” http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/009/1900940.pdf

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    Alex Kreis

    26. April 2018 13:02 at 13:02

    Leider muss man konstatieren, dass unsere Gesellschaft kein Interesse an der Wahrheit mehr hat. Das Interesse der “zivilisierten” Menschen besteht nur noch in Sensationen und nur wenn die Wahrheit auch gleichzeitig eine Sensation ist, dann fällt das Interesse, sozusagen zufällig bzw. gezwungernermaßen, auch mal auf die Wahrheit. Ansonsten sind auch gerne Lügen gerne genommen um im Alltag eine Sensation aufzusaugen und weiter zu verbreiten. Es ist nicht so, dass die Gesellschaft Themen wie z.B. die Rente bzw. die Rentenlüge nicht als wichtig betrachten würde. Nur weil etwas wichtig ist, bedeutet es jedoch nicht gleichzeitig dass es akut interessant ist, denn wie gesagt, interessant wird etwas erst wenn es einen Sensations-Charakter hat, d.h. wenn man bei seinen Zuhörern damit Aufmerksamkeit erhaschen kann. “Hast du gesehen, im Dschungel hat einer Krokodil-Hoden gegessen!?” kommt heute einfach besser an als “Du wirst in 20 Jahren keine auskömmliche Rente bekommen”. Wenn im Nachhinein heraus kommt, dass die Kroko-Hoden nur weiße Schoko-Pralinen waren, dann wird nicht etwa abgeschaltet, nein. Man freut sich dann einfach auf die nächste Staffel … Die Brot und Spiele Gesellschaft braucht einen sehr sehr lauten Knall um aufzuwachen.

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    sabine

    26. April 2018 13:06 at 13:06

    Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er noch die Wahrheit spricht. Das muß man über die Qualitätsmedien sagen. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.
    Zeuge: Helmut Schmidt !
    https://skynetblog.de/zitat-helmut-schmidt-staatsterrorismus/
    1) “Ich habe den Verdacht, dass sich alle Terrorismen, egal, ob die deutsche RAF, die italienischen Brigate Rosse, die Franzosen, Iren, Spanier oder Araber, in ihrer Menschenverachtung wenig nehmen. Sie werden übertroffen von bestimmten Formen von Staatsterrorismus.”
    “Wie meinen Sie das Herr Bundeskanzler? fragt der Interviewer entsetzt! “Belassen wir es dabei. Aber ich meine wirklich, was ich sage.” (Oktoberfest Attentat, Bologna usw.)
    2.) “Wenn man ganz genau hinschaut, dann sieht man, dass die politischen Journalisten eigentlich mehr zur politischen Klasse gehören und weniger zum Journalismus.”

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      tm

      26. April 2018 15:02 at 15:02

      “Das muß man über die Qualitätsmedien sagen.”

      hmm naja, dann gilt das für die “alternativen Medien” aber umso stärker.

      Was deuten Sie in die Aussage von Schmidt hinein und was hat das mit der Presse zu tun? Also das Interview hat immerhin die Zeit geführt.

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    Helmut Josef Weber

    26. April 2018 13:55 at 13:55

    Wenn wir hier in Spanien weiter 14 Renten im Jahr ausgezahlt bekommen wollen und als Rentner weiter keinerlei Krankenkassenbeiträge zahlen wollen, und für etwa 1/8 der Beiträge nach 15 Jahren mehr Rente bekommen, als die Mitarbeiterin bei LIDL nach 45 Jahren Beitragszahlungen, dann muss Deutschland eben mehr in den Süden zahlen.
    Die Target-Salden lassen grüßen.
    Das wäre mal ein Thema für´s Deutsche Regierungsfernsehen.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

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      Helmut

      26. April 2018 15:10 at 15:10

      Deutschland ist immer noch ein besetztes Land – “und das wird auch so bleiben”(Obama bei seinem Deutschlandbesuch). Die Deutschen müssen folgen – was ihnen gesagt wird. So ist das. Besiegte kann man nun mal ausnehemen bis zum Ende. Was den Besatzern das nützt – wird man sehen.

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    Denker

    26. April 2018 13:56 at 13:56

    Liebe Bürgenrinnen und Bürgen,
    ein Geldsystem das als Ponzischema aufgebaut wurde funktioniert bei der Rentenkasse nicht anders, oder Sozialkasse,oder Arbeitslosengeld oder,oder,oder.
    Alles darin wird mit Schulden finanziert. Im übrigen sind Guthaben demnach ja ursprünglich auch nur Schulden., eben nur eine positive Anhäufung von diesen.
    Wer das verstanden hat, der weiß auch das irgendwann der Schuldenschnitt kommt, oder auch Vermögensschnitt… ist eh das selbe. Zurückbleiben nur reale Werte oder dann auch gebrochene Menschen.
    Fakt ist,… der Tag rückt unaufhaltsam näher. Und wer nicht vorsorgt hat eben das Nachsehen.

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    Reichsdeutscher sagt

    26. April 2018 15:28 at 15:28

    war früher einmal in der Versicherung als Selbständiger tätig und bin derzeitig seit einigen Jahren in dieser Branche nicht mehr tätig. Als ich einstieg war ich ein Quereinsteiger bei Allianz damals erzählte man uns den Himmel auf Erden und wir wussten damals wirklich nichts. Wir waren naiv und dumm und glaubten diesen Ausbildern ihre Grimms- Märchen über die priv. Rentenversicherung. Als der VK. nachließ bekamen wir sofort unser Fett ab meine damalige Antwort an diese Lobbyisten war die Menschen werden durch das Internet immer aufgeklärter und sie lassen sich nicht mehr für dumm verkaufen. Also machte ich mir meine eigene Gedanken und ging dem nach was mich überzeugte nicht mehr für diese Vereine – Firmen der Versicherungen tätig zu sein. Seit einigen Jahren versuche ich meine Freunde und meine Landsleute über diese Verbrecher der Vers. Mafia aufzuklären. Seit einiger Zeit ist mir auch bekannt das der 1 Bundeskanzler der Alliierten Adenauer damals schon begann das Volksvermögen zu stehlen und für andere Ausgaben vor allem für Ausländer zu verschleudern. In derzeit erhalten Arbeitnehmer einen Anspruch von ca. 35 Euro Rentenanspruch im Jahr. So viel mir bekannt ist sind das nicht nur 67 Mrd. Steuergelder im Jahr sondern seit 2017 schon 100 Mrd. Euro. Außerdem hat der Chef der EZB Dragi von der Goldman Sachs Bank schon mittlerweile alle Bankguthaben und Renten und auch einbez. Versicherungen an die Süd und Ost – Eu – Länder schon verschleudert . Rette sich wer kann deshalb erhöhte Grundsteuern und weitere Enteignungen für unsere Goldstücke sind schon im Schubladen !!!!!!!!!!!!

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      asisi1

      26. April 2018 17:10 at 17:10

      den deutschen ging es schon um 1900 zu gut, deshalb hat man uns auch zwei Weltkriege aufs auge gedrückt. den Blödsinn der darüber berichtet wird, kann man in die tonne treten. es geht ums zahlen und das sollen wir für die Zukunft auch! der Michel wird es in den nächsten jahren kräftig zu spüren bekommen. die steuern und abgaben werden erhöht!!!

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        Markus Fugmann

        26. April 2018 17:37 at 17:37

        @asisi, wollen Sie damit sagen, dass etwa Deutschland nict den 2.Weltkrieg durch den Überfall auf Polen begonnen hätte????

        • Avatar

          Martin1

          27. April 2018 04:25 at 04:25

          Das ist schwierig zu sagen…
          Zwischen Polen und Deutschland gab es zuvor schon Gemetzel.

          Aber Adolf hatte ganz sicher nicht vor, gegen die Welt zu kämpfen. Das hat sich schrittweise entwickelt.

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            Matthias

            27. April 2018 09:19 at 09:19

            Man muß sich nicht zum Souffleur von “Der Sieger schreibt die Geschichte” machen u. es kann auch einfach gesagt werden, wenn man anerkennt das Rußland und Japan damals wie heute Großmächte sind, hat für mich der WKII 1938 mit dem Angriff Japans auf Rußland begonnen.

        • Avatar

          Dreistein

          16. Mai 2018 10:19 at 10:19

          @ Markus Fugmann,
          wenn man betrachtet das Polen, Tschechien und Deutschland Grenznahe gepiesackt hat und Deutschland für die Versorgung Danzig ein hohen Wege Zoll aufgedrückt hat, den Deutschland da es gebeutelt durch den 1 Weltkrieg nicht mehr zahlen konnte, JA. Die Bitte der Deutschen an England diesen Wege Zoll doch abzustellen blieb unbeantwortet obwohl man wusste dass das einen Krieg hervorrufen würde, auch JA. Wenn sie mir jetzt noch sagen, wer hat Deutschland eigentlich finanziert um einen Krieg vom Zaun zu brechen da Deutschland am Boden war auch wegen den Boykott der Juden gegen deutsche Waren, manche nannten es auch eine Kriegserklärung der Juden gegen Deutschland 1933 das Datum stimmt schon. Hier der Link: https://zeitundzeugenarchiv.wordpress.com/2017/03/24/die-juedische-kriegserklaerung-vom-24-maerz-1933-im-daily-express/
          JP Morgan hatte bei der Finanzierung dick die Finger im Spiel. So kam eins zum andern.

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    Heidi

    26. April 2018 18:06 at 18:06

    Es ist an der Zeit dass wir diese Verwaltung entmachten! Das wiederum kann nur der souverän, also das Volk …. und das ist am schlafen!

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    Chris

    11. Mai 2018 18:40 at 18:40

    So wie ich es sehe, ist die Stimmung am Kippen. Die geburtenstarken Jahrgänge, die das System tragen, sehen keinen Sinn mehr, also die Angestellten und Selbstständigen.

    Gestern hat mich ein klein- bis mittelständischer Nachbar angesprochen und möchte so nicht mehr weitermachen. Er würde die Verwerfungen vielleicht nicht mehr zu spüren kommen, doch die Verbrechen an der Jugend würde er durch seine Steuern unterstützen. Ein Bekannter aus Afrika habe ihn angesprochen, ob er nicht wüßte, wie reich viele Afrikaner seien. Warum die Deutschen ihr Land und System ohne Gegenwehr zerstören lassen würden, ja aktiv mithelfen.

    Dann habe ich bezüglich der Rente recherchiert, Höhe und Eintritt. Die Kommentare waren sehr aufschlußreich, zahlreiche Babyboomer versuchen baldigst auszusteigen. Seit 2015 hat ein Umdenken eingesetzt.

    Bitte Herr Fugmann, wir sollten einen Ideensammlungs- und Diskussionsbereich bezüglich Altersvorsorge, Vorbereitung, Durchführung und Erfahrung einrichten.

    Es wäre ein großer Mehrwert.

    Danke

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Pläne von Merkel, Macron, EZB: “Brandgefährlich” für unser Geld

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Thomas Mayer war ehemals Chefvolkswirt der Deutschen Bank und ist heute für Flossbach von Storch tätig. Aktuell hat er Mission Money ein Interview gegeben, in dem die neuen Vorschläge von Angela Merkel und Emmanuelle Macron besprochen werden. Sie wären eine neue Ära der Eurozone in Sachen Verschuldung, so Thomas Meyer. Wie schon nach der Gründung des Euro werde es auch diesmal keine Anpassungsprozesse in den Südländern der Eurozone geben, sondern es gebe halt nur neue Schuldentöpfe, die aufgemacht und angezapft werden (unsere Wortkreation). Es brauche laut Thomas Mayer Punkte wie Deregulierung und flexiblere Arbeitsmärkte in diesen Ländern. Warum Macron auf dem Schuldentrip sei? Thomas Mayer ist der Meinung, dass Frankreich sich nach der Coronakrise nun den Südländern zugehörig fühle, weil die Krise das Land wirtschaftlich viel härter treffe als Deutschland. Auch nennt Meyer Gründe, warum Angela Merkel wohl beim Plan für EU-Schulden und quasi Geschenke Richtung Südländer mitmacht. Aber schauen Sie selbst!

Merkel und Macron
Merkel und Macron. Foto: Kremlin.ru CC BY 4.0

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EZB-Bilanz explodiert immer weiter – zu großer Hunger auf deutsche Papiere

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Die Zentrale der EZB in Frankfurt

Seit gestern liegt die EZB-Bilanz für den Stichtag 29. Mai vor. Am Ende dieses Artikels drucken wir die Übersicht der Aktiva ab, woraus auch die gigantischen Anleihekäufe der EZB ersichtlich sind. Die gesamte Bilanzsumme wuchs binnen einer Woche um 40,8 Milliarden auf 5,596 Billionen Euro! Noch im Februar waren es 4,7 Billionen Euro. Tja, das Geld für all die aufzukaufenden Staatsschulden und für die Kredite an die Banken muss irgendwo her kommen. Euros aus dem Nichts erschaffen, das bläht die Bilanzsumme auf! Die zu “geldpolitischen Zwecken gehaltene Wertpapiere” (Anleihekaufprogramme) haben jetzt ein Volumen von 3,019 Billionen Euro erreicht – ein Plus von 24 Milliarden Euro in nur sieben Tagen.

Die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (Kredite an Banken) wuchsen um 18 Milliarden Euro im Vergleich zur Vorwoche. Die EZB-Bilanz macht nun 47 Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone aus. Abgesehen von der Summe ist auch diese prozentuale Relation ein Rekord! Interessant ist auch, dass die EZB derzeit offenbar mehr deutsche Staatsanleihen aufkauft, als es nach dem Kapitalschlüssel angedacht wäre. Schon mal vorsichtshalber viele deutsche Papiere aufkaufen, bevor es der Bundesbank nach dem Urteil aus Karlsruhe endgültig verboten wird an den Anleihekäufen der EZB mitzuwirken? Im folgenden Chart sehen wir den Verlauf der EZB-Bilanz seit der Entstehung der Zentralbank.


source: tradingeconomics.com

EZB-Bilanz mit Stand 29. Mai

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Coronakrise und das Sparverhalten der Menschen

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Die Volkswirtschaften taumeln rund um den Globus in der Coronakrise. Notgedrungen halten sich die Menschen mit ihren Konsumausgaben zurück. Sei es aus Gründen der Einkommenseinbußen oder aus dem Umstand, dass bestimmte Formen des Shoppings in Zeiten der Sicherheitsmaßnahmen wegen Covid-19 einfach weniger Freude bringen. Aber wie verhält es sich eigentlich mit dem Sparverhalten der Menschen in diesen Zeiten? Gibt es ein Umdenken in deutschen Landen?

Das Geldvermögen der Deutschen und die Coronakrise

Trotz der Konzentration des Gesamtvermögens der Deutschen auf das obere Zehntel, „die oberen Zehntausend“, hält in der Breite der Bevölkerung ein Trend an: Man misstraut der „riskanten“ Aktienanlage und spart vorwiegend in kurzfristigen und „sicheren“ Bankeinlagen. So stieg das Geldvermögen der Deutschen innerhalb der letzten fünf Jahre von 5,36 auf 6,46 Billionen Euro, knapp 40 Prozent davon in Form von Bargeld und Bankeinlagen.

Zum Vergleich: Der Wert aller deutschen Dividendentitel im DAX, M-Dax, Tech-Dax u.s.w. beträgt gerademal um die zwei Billionen Euro und davon befindet sich ein erheblicher Anteil auch noch in ausländischen Händen.

Obwohl die Zinsen bereits seit 2012 oft real unter null liegen und seit 2016 permanent, ignoriert man den schleichenden Kaufkraftverlust. Seit 2012 ist dies ein dreistelliger Milliardenverlust, egal welche Schätzung man zu Rate zieht.

Eine Umfrage des Bankenverbandes ergab, dass 53 Prozent der Sparer nicht bereit sind, für eine höhere Rendite ein größeres Risiko einzugehen. Diese Einstellung vererbt sich anscheinend von Generation zu Generation. Nach einer Berechnung der ING Deutschland hat sich das Finanzvermögen der Bundesbürger in den letzten 20 Jahren glatt verdoppelt – was aber nicht an den üppigen Zinsen lag, sondern daran, dass man einfach die Sparrate erhöht hat, insbesondere nach Krisen (das dürfte in der Cornakrise nicht anders sein!). Seit 2014 sei jeder zweite Spar-Euro in Bankeinlagen geflossen. Mit real unangenehmen Folgen, schließlich schlägt die Geldentwertung in jedem Jahr mit ein bis zwei Prozent zu. Auch wenn die Geschichte von negativen Realzinsen nicht wirklich neu ist – in den vergangenen Jahrzehnten gab es immer wieder solche Phasen, allerdings verschleiert durch positive Zinssätze – so gibt es derzeit kein Entrinnen.

Die besondere Lage in den USA

Im Gegensatz zu den Deutschen legen die Amerikaner nicht so viel zur Seite, die Sparquote betrug jahrelang um die sieben Prozent. Allerdings sind einer Studie der Notenbank zufolge fast die Hälfte der Bevölkerung nicht einmal in der Lage 400 Dollar für Ersatzbeschaffungen oder Reparaturen aufzubringen. Da müsste man eigentlich bei derzeit über 41 Millionen Arbeitslosen das Schlimmste befürchten. Aber die wöchentlichen Schecks von 600 Dollar pro Woche durch die US-Regierung sorgen für eine Sondersituation: Niedriglöhner mit mehreren Jobs haben derzeit mehr in der Tasche als vor der Coronakrise.

In den USA ist im April die Sparrate sprunghaft auf 33 Prozent gestiegen, es ist der höchste je gemessene Wert seit man diesen Wert ermittelt – in den 1960-ern. Die bisher höchste Quote stammt aus dem Mai 1975 mit 17,3 Prozent.

Anscheinend spart der Durchschnittsamerikaner einen Teil der Summe, den er von Seiten des Staates erhält für die kommende Zeit oder er zockt am Aktienmarkt, wie es Markus Fugmann kürzlich in einem Video dargestellt hat.

Coronakrise: Italien sorgt sich um seine Sparer

Eine ebenso ungewöhnliche Situation für Sparer ergibt sich derzeit in dem sehr durch die Coronakrise gebeutelten Italien. Das italienische Finanzministerium hat in der letzten Woche eine Anleihe aufgelegt, die eine Positivrendite von 1,4 Prozent oberhalb der Inflationsrate garantiert – Laufzeit bis Mai 2024. Der Umfang der Emission lag auf rekordverdächtigem Niveau von 22 Milliarden Euro, gezeichnet von Privatanlegern und Institutionellen. Dieses Papier ist für den Staat damit erheblich teurer, als man es über den ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus) hätte haben können, wahrscheinlich um die 1,6 Milliarden Euro bis Laufzeitende. Ein eindeutiges Geschenk für italienische Sparer, denn Ausländer kamen nicht zum Zuge.

Fazit

Egal ob Coronakrise oder andere Krisen, ob die Zinsen hoch oder niedrig sind: die Deutschen sind und bleiben Geldsparer. Sinken die Zinsen, erhöht man, wenn man es kann, ganz einfach die Sparrate. Solange der Nominalbetrag nicht schrumpft und der Normalverbraucher den realen Verlust nicht auf seinem Kontostand sieht. Aber was wird passieren, wenn das Sparen Verluste einbringt? Aus unzähligen Untersuchungen der Psychologen weiß man, dass Verluste in unserem limbischen System (dem Gefühlszentrum) sehr viel mehr schmerzen, als Gewinne Freude bereiten, der Fachbegriff ist Verlustaversion. Wird es in Deutschland nach der Coronakrise eine Umorierentierung in riskantere Anlageformen geben? Schnell bestimmt nicht, allerdings gab es auf dem Höhepunkt der Coronakrise bei der ING Deutschland anscheinend Rekordzahlen bei den Abschlüssen von Sparplänen auf Fonds und ETFs. Das niedrige Kursniveau hatte nicht wenige zu diesem Schritt animiert. Geworben wird für die Aktienanlage in unzähligen Artikeln auf Wirtschaftsseiten der Zeitschriften sowieso und auch in vielen Fernsehbeiträgen. Mal sehen, ob daraus ein Trend wird, die Zinsen dürften so schnell nicht steigen, aus ebenfalls x-fach dargelegten Gründen.

Auch in der Coronakrise wird fleißig gespart

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