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Dax-Stimmung: Die Profis haben Angst bekommen, dass die Musik aufhört zu spielen!

Den Profis geht die Muffe – sie fürchten, dass die Notenbanken-Party vorbei ist..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Stimmung der Dax-Investoren hat sich stark eingetrübt und ist auf den tiefsten Stand seit Juni letzten Jahres gefallen – vor allem bei den Profis! Und das liegt vor allem an den gestiegenen Inflationserwartungen, die sich im schnellen Anstieg der US-Renditen ausdrückt, während das Thema Handelskrieg erst einmal in den Hintergrund getreten ist!

Dazu schreibt Joachim Goldberg:

„Dominierten zuvor noch die Ängste der Marktteilnehmer vor einer Ausweitung des Handelskonflikts zwischen den USA und China, wurde dieser zuletzt weitgehend ausgeblendet. Denn die steigenden Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen – es handelte sich um einen Zuwachs von 15 Basispunkten seit unserer vergangenen Sentiment-Erhebung hatten spätestens mit Erreichen der 3-Prozent-Linie am gestrigen Handelstag so etwas wie einen Weckruf ausgelöst. Innerhalb weniger Tage hat sich Angst vor einer steigenden Inflation in den USA breitgemacht, wobei vorgenannte Handelsprobleme überdies noch nicht gelöst sind. Und in Deutschland? Da sprachen einige Beobachter davon, dass der laufende Wachstumszyklus bereits seinen Zenit überschritten habe. Auch wenn die jüngsten Daten eher nur für eine Wachstumsdelle denn für eine Trendwende sprechen, haben sich die Kommentare zur Börsenlage verdüstert.“

Bei den Profis jedenfalls dominieren durch diesen Stimmungsumschwung nun die Bären mit 49%, ein heftiges Plus von 21% im Vergleich zur Vorwoche, während die Bullen -10% einbüßen auf nun nur noch 34%. Bei den Privatanlegern dagegen verlieren zwar die Bullen ebenfalls (-9%), bleiben aber mit 40% das stärkste Lager. Die Bären gewinnen „nur“ +5% hinzu auf nun 33%.

Nun scheint es also so zu sein, dass Profi-Investoren sehr viel sensitiver sind für das Thema Anstieg von Renditen als die Privatanleger – Geld wird teurer, was wiederum Liquidität verknappt. Und die Profis sind sich im klaren, dass das entscheidende Thema für die Aktienmärkte eben Liquidität ist! Man fürchtet also, dass die Musik der Notenbanken entweder aufhört zu spielen oder zumindest deutlich leiser gespielt wird.

Ist die doch deutlich eingetrübte Stimmung nun als Kontraindikator zu sehen und daher eigentlich gut für den Dax? Joachim Goldberg ist da eher skeptisch:

„Nach gängiger Lesart hätte sich damit die Lage des Börsenbarometers nicht verschlechtert. Allerdings ist mit guter Nachfrage aus den heutigen Absicherungsengagements frühestens bei 12.150/12.200 Zählern zu rechnen. Sofern diese Akteure lediglich eine Extra-Rendite einfahren möchten. Handelt es sich jedoch um grundsätzliche Angst-Engagements, die wir etwa zu zwei Dritteln der während der vergangenen beiden Wochen hinzugekommenen Pessimisten zurechnen, dürften Rückkäufe in die Schwäche derzeit nicht angesagt sein. Mit anderen Worten: Gegenüber der Vorwoche, als wir dem DAX ohnehin moderate Korrekturen einräumten, hat sich die Lage nicht verbessert.“

Dazu Goldberg auch prägnant im Video:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen


Scheinen wiedererstarkt zu sein: die Bären
Foto: Jean-noël Lafargue – Eigenes Werk, FAL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=262708

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Marko

    26. April 2018 13:08 at 13:08

    Exakt, hier gibts auch was Schönes vom Hoeness : :D

    „Die gefürchtete 3 % Marke ist erreicht – was soll man jetzt mit Aktien tun?“

    https://www.onvista.de/news/die-gefuerchtete-3-marke-ist-erreicht-was-soll-man-jetzt-mit-aktien-tun-97117127

    „Das Einzige, was ich weiß, ist, dass die Märkte nach wie vor sehr teuer sind. Auch der DAX, sieht man mal von den vor mächtigen Herausforderungen stehenden Autoherstellern und den mit ganz anderen Problemen kämpfenden Banken ab, die auf Basis ihres Kurs-Gewinn- bzw. Kurs-Buchwert-Verhältnisses spottbillig aussehen.

    Wenn ich mir all das zu Gemüte führe, dann kann ich schon verstehen, wenn Anleger für ihr Kapital jetzt lieber wieder (vermeintlich?) sichere US-Staatsanleihen bevorzugen, als den ganzen DAX oder S&P 500 zu kaufen. Also ja, ich denke auch, dass Aktien relativ gesehen weniger attraktiv sind.“

    Das Einzige was ich weiß, ist, dass wir uns bei diesem ganzen Zirkus hier immer noch (!!!) in der Bewältigung der Lehman – Blase befinden – ja ja lang ist es her. :D

    Da kann die FED die Zinsen erhöhen wie sie will,wenn die EZB da nicht „mitmacht“, ist auch für die FED irgendwann „Schluss“.
    Das was ich weiß ist, solange die EZB nix macht, und das wird so wohl bis Ende 2018 eben machen, nämlich : nix – so haben die Aktien-Bären ziemlich schlechte Karten.
    Was man natürlich am Markt sieht, dass die endlich aufhören den EZB-Bundesbankladen zu bombadieren mit ihrem Geld, da „Lender of last Resort“.
    Die haben ja sogar den EUR/CHF auf die 1,20 laufen lassen ? Das Schweiz-Event wurde also peu a peu „ausgebügelt“.

  2. Avatar

    Marko

    26. April 2018 13:31 at 13:31

    Und in dem Motley Fool Artikel wird erwähnt, seit 2009 Aktienmärkte rauf usw, sehr teuer.Ja !
    Aber : was ist mit den Anleihemärkten, die dann außerirdischt teuer sein sollten ?

    Darum geht´s doch, die Aktien- wie die Anleihemärkte müssen ein „Gleichgewicht“ finden (nachdem Lehman-Event), mit „realistischen“ Zinsen, davon kann in Europa keine Rede sein, die FED prescht vor, ist ja auch gut so.
    Alleine eine Rücknahme des Einlagezinssatzes der EZB, dürfte hierzulande schon mal ein paar Raketen hochfliegen lassen. :D
    Da dürften „die“ sich auf die Banken und die Versicherungen „stürzen“ und da fackeln die garantiert nicht lange. ;)

  3. Avatar

    Marko

    26. April 2018 15:46 at 15:46

    „Nun scheint es also so zu sein, dass Profi-Investoren sehr viel sensitiver sind für das Thema Anstieg von Renditen als die Privatanleger – Geld wird teurer, was wiederum Liquidität verknappt. Und die Profis sind sich im klaren, dass das entscheidende Thema für die Aktienmärkte eben Liquidität ist! Man fürchtet also, dass die Musik der Notenbanken entweder aufhört zu spielen oder zumindest deutlich leiser gespielt wird.“

    Die „Musik“ spielt doch sowieso bei der EZB und garantiert nicht bei der FED, diese Zeiten sind vorbei ! Geld in Europa ist teuer ?
    Aber o.k., jeder so wie er mag… ;)

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      26. April 2018 15:50 at 15:50

      @Marko, sorry, aber die Musik spielt in den USA! Die spielt am US-Anleihemarkt und bei der Fed, die EZB kuckt sich die Schritte der Fed an und reagiert dann darauf..bzw. reagiert erst mal gar nicht, weil Draghi heute im Grunde jede Aussage verweigert hat..

      • Avatar

        Wolfgang M.

        26. April 2018 16:11 at 16:11

        Unser Leitindex Dax ist nicht nur ein Hebel auf die Weltkonjunktur, er befindet sich aktuell auch noch zu 53% in ausländischen Händen (Spanne von Deutsche Börse 86% bis Merck 20%). Sollten sich die Börsen in Übersee in einen starken Abschwung begeben, so dürften bei unserem Dax Gewinne mitgenommen werden, um dortige Verlustlöcher zu stopfen. Durch die geringe einheimische Aktienquote sind wir in diesem Fall wieder abhängig vom Wohl und Wehe der ausländischen Investoren. Deshalb hat Markus Fugmann und Recht. Wenn es in den USA kracht, sind wir mit von der Partie – die EZB dürfte dann nicht viel ausrichten können.
        Gruß

        • Avatar

          Marko

          26. April 2018 18:55 at 18:55

          „Unser Leitindex Dax ist nicht nur ein Hebel auf die Weltkonjunktur, er befindet sich aktuell auch noch zu 53% in ausländischen Händen (Spanne von Deutsche Börse 86% bis Merck 20%)…“

          Exakt, vollkommen richtig, gestern konnte der aufmerksame Beobachter sehen, dass der DAX genauso wie sein „Herrchen“, die Amis, richtig verloren hat, während die anderen Europäer, also Spanien, Italien usw bei weitem nicht in dem Ausmaß reagierten.
          Aber beim DAX, das ist so sowieso eine Wundertüte… :D
          Einer der schwierigisten handelbaren Märkte der Welt.

      • Avatar

        Marko

        26. April 2018 17:56 at 17:56

        Markus, definitiv nicht !

        Die EZB kann es sich erlauben, den Markt „warten“ zu lassen, genauso hat die EZB beim Lehman-Event reagiert, nämlich abwartend, also beim Downswing beim „Lehman-Event“ !

        Ich gehe davon aus, dass die in ihrem EZB-Bundesbanktower im März 2019, zum 1. Mal die Zinsen erhöhen werden, zu 0,25 %.

        Die Amis/FED reagieren eher Aktien-proaktiv, d.h. Aktien sind für die sowas wie eine Altersrente usw, während es hier in Europa komplett anders aussieht !

        Seit wann kaufen Deutsche beispielsweise, Aktien zur Altersrente ?!?

        Die Musik spielt garantiert nicht bei den Amis, wenn dem so wäre, hätte die EZB längst reagiert bzw. reagieren müssen !

  4. Avatar

    Marko

    26. April 2018 18:06 at 18:06

    Und, mein lieber Markus, erklär mir mal, wieso die Bande den EUR gekauft hat bis zum-geht-nicht-mehr und das obwohl die EZB überhaupt nix macht ?
    Während die Amis fröhlich ihre Zinsen erhöhen ?
    Beim wem spielt die Musik ? ;)

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

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