Folgen Sie uns

Allgemein

Die Pleite der lettischen ABLV-Bank: US-Behörden als Auslöser?

Wenn man die Worte der EZB zugrunde legt, dann waren Vorwürfe der USA der Auslöser für die Schieflage der lettischen ABLV-Bank. Denn was war passiert? Der Bank ging das Geld aus. Deswegen musste die lettische Notenbank letzte Woche nochmal schnell…

Avatar

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Wenn man die Worte der EZB zugrunde legt, dann waren Vorwürfe der USA der Auslöser für die Schieflage der lettischen ABLV-Bank. Denn was war passiert? Der Bank ging das Geld aus. Deswegen musste die lettische Notenbank letzte Woche nochmal schnell 300 Millionen Euro Notkredite (Emergency Liquidity Assistance) in die Bank pumpen, was von der EZB übrigens genehmigt wurde. By the way… Mario Draghi sagte gestern, er sei schon früher dafür gewesen solche Notkredite innerhalb des Eurosystems nur noch zentral zu vergeben… na ja! Nun bleiben eventuell hunderte Millionen offene Forderungen bei der lettischen Notenbank offen bleiben, eventuell!

Geldwächsche bei der ABLV?

Denn noch steht gar nicht fest, ob nach der letztlichen Abwicklung der ABLV-Bank überhaupt ein geschädigter oder nicht ausgezahlter Kunde zurück bleibt. Warum musste die lettische Notenbank schnell Geld einschießen? Weil US-Behörden das Institut am 13. Februar mit Geldwäsche im Zusammenhang mit Nordkorea gebracht hatten. Ein harter Vorwurf für eine relativ kleine Bank. Wie die EZB selbst schreibt, folgte nach diesem US-Vorwurf eine Welle von Geldabhebungen bei der Bank, worauf hin die EZB die lettische Notenbank aufforderte einen Auszahlungsstopp (Moratorium) zu verhängen. So was gilt automatisch als Todesurteil für jede Bank, weil auch nach Aufhebung so eines Moratoriums das Vertrauen aller übriger Kunden auf Null sinkt. Zitat EZB:

On 13 February, the U.S. Department of the Treasury’s Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) announced a draft measure to name ABLV Bank an institution of primary money laundering concern pursuant to Section 311 of the USA PATRIOT Act. Following this announcement, the bank experienced an abrupt wave of withdrawal of deposits and a lack of access to US dollar funding. This resulted in the bank being unable to make payments in US dollars.

Subsequently, the ECB instructed the Latvian supervisory authority, the Financial and Capital Markets Commission (FCMC), to impose a moratorium on the bank to give time to the bank to stabilise its situation. A moratorium was also imposed by the Luxembourg authorities for the subsidiary of the bank in Luxembourg.

ABLV sieht sich als Opfer

Auch um die lettische Notenbank gibt es ja seit Tagen Korruptionsvorwürfe. Was in dem kleinen EU- und Euro-Mitgliedsland genau vorgeht, erfährt man wohl erst später. Aber Fakt ist: Die ABLV-Bank hat nun offiziell die „freiwillige Liquidation“ der Bank erklärt, was ja keine Pleite ist, sondern nur eine Abwicklung. Die Bank bestreitet nach wie vor, in einer echten finanziellen Schieflage zu sein. Die Lage der Bank sei exzellent. Zitat:

In order to ensure the best protection of the interests of clients and creditors, at the extraordinary general shareholders’ meeting on 26 February 2018, ABLV Bank made a decision about voluntary liquidation. ABLV Bank believes that this way it will be able to ensure the best protection of its assets for settlement with all clients.

“Taking into account the insolvency and liquidation procedures that had taken place in Latvia before, we believe that this is the best option we could have made after the statement of the European Central Bank regarding commencement of winding up procedures. The financial standing of the bank is excellent, therefore we should take good care about every client and protect their rights”, says Ernests Bernis, Chairman of the Board of ABLV Bank.

“This has been a hard decision, but it is the most suitable one in the given circumstances”, emphasizes Ernests Bernis.

Ging es also nur darum, dass die EZB als Freundschaftsdienst für US-Behörden quasi den Todesstoß verhängte mit dem Aussprechen des Moratoriums? Oder ist das nur eine Verschwörungstheorie? Vielleicht erfährt man in nachfolgenden Statements oder Ermittlungen mehr Details. Am Ende könnte sich herausstellen, dass alle Anleger ihr Geld auch ohne Einlagensicherung voll zurückbekommen, und dass gar keine Schieflage bestand. Die Bank selbst betonte es ginge um politische Erwägungen, die der Grund der Behörden gewesen seien.

Die lettische Regierung will mit all dem nichts zu tun haben. Das Finanzsystem in Lettland sei stabil, eine Rettung der ABLV mit Steuermitteln werde es nicht geben. Sie sei nicht systemrelevant. Von der lettischen Notenbank ist zu dem Fall überhaupt gar keine offizielle Verlautbarung zu finden. Der ganze Fall wirkt doch recht merkwürdig. Mehr Aufklärung im Nachhinein täte hier gut, auch wenn man da nicht all zu viel Hoffnung haben sollte.

Fakt ist: Laut EZB-Aussagen begann alles mit den Aussagen der US-Behörden, dass die Bank in Geldwäsche verwickelt sei. Erst dadurch begann der „Bank Run“ von Einlegern. Den Todesstoß brachte das Moratorium der EZB. War die Bank wirklich unterm Strich in einer finanziellen Schieflage? Wir würden uns nach der letztlichen Abwicklung über Detail-Infos freuen!

ABLV Bank
Die Zentrale der EZB. Hier wurde mit dem Moratorium über die ABLV Bank die wichtigste Entscheidung in diesem Zusammenhang getroffen.

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    leser

    27. Februar 2018 11:05 at 11:05

    Sehr dubios.

    Der Fall zeigt, dass die USA mit einer Anschuldigung Banken zu Fall bringen können. Ein Testfall? Ein Warnschuss?

    Wenn jetzt abgewickelt wird, dann wird der Vorwurf möglicherweise nie aufgeklärt. Das wäre aber wichtig. Denn falls der Vorwurf unzutreffend ist, wäre es interessant zu wissen, ob Schadensersatzansprüche durchsetzbar sind. Eigentlich müsste die EZB die Sache aufklären und die Rechtsverfolgung in die Hand nehmen.

  2. Avatar

    Denker

    27. Februar 2018 11:16 at 11:16

    Naja,… ist doch nur wieder eine Bank, was soll schon passieren?

  3. Avatar

    burberg

    27. Februar 2018 11:57 at 11:57

    Waren Vorwürfe der USA der Auslöser für die Schieflage der lettischen ABLV-Bank?

    Ist schon irgendwie bezeichnend, dass so was öffentlich gemacht wird, ohne vorher Beweise vorzulegen. Man stelle sich vor, ein europäisches Land macht solche Vorwürfe in Richtung einer amerikanischen Bank.

    Die Amis verhängen Sanktionen gegen Iran, N.Korea, Kuba, Venezuela, Russland usw., und der Rest der Welt hat sich daran zu halten.

  4. Avatar

    Hans

    27. Februar 2018 12:29 at 12:29

    Die ABLV Bank soll mehr eine reine Geschäftskunden Bank für vor allen Reiche und Firmen aus Russland und Ukraine gewesen und keine Bank mit großen Lettischen Privatkunden Geschäft. Die Bank hatte ein sehr Mobilen Kundenkreis, der bei Anzeichen von einer Krise schnell flüchtet. Etliche Reiche Russen und Ukrainer dürften wohl jetzt auch Geld verlieren.

    • Avatar

      Gixxer

      27. Februar 2018 13:09 at 13:09

      Wenn dem so ist, ist das vielleicht der Grund für das Vorgehen Amerikas. Man wollte Russland schaden!

      • Avatar

        Hans

        27. Februar 2018 15:45 at 15:45

        In Russland gibt es eine Menge Reicher Pro West Oligarchen. So eine Bankpleite kann aus Sicht des Westens auch die Falschen Russen treffen. Die ABLV hat Geschäfte mit den US Finanzsystem gemacht. Die USA dürften wohl darauf achten, dass so welche Banken nicht Geschäfte für die falschen Russen abwickeln. Die Frage ist auch, was am Ende zu Bankpleite geführt hatte.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Zinsen: Warum auch wir jetzt in der Japan-Falle sitzen

Avatar

Veröffentlicht

am

Zinsen und die Japan-Falle - Symbolbild Brieftasche, Geld und Auto

Für Schuldner ist es eine gute Nachricht, für Sparer eine Schlechte: Die Zinsen werden bei uns bis zur Abschaffung der Gemeinschaftswährung Euro bei null und negativ bleiben. Die Schuldenexplosion im Zuge der Corona-Krise lässt zukünftig keine steigenden Kreditkosten mehr zu.

Die Corona-Krise drückt die risikolosen Zinsen weiter nach unten

Bankenvolkswirte, Politiker und Anlageberater hatten die Hoffnung auf wieder steigende Zinsen bei ihrer Klientel stets wachgehalten. Noch im Sommer 2018 versprach der Vorstandsvorsitzende der größten Bank der USA, James L. Dimon von JPMorgan Chase & Co.: „Die Zinsen werden schneller und stärker steigen, als die meisten Menschen es sich vorstellen können“. Die These, dass auch Europa oder sogar die USA in die gleiche Nullzinsfalle wie Japan mit seiner weltweiten Rekordverschuldung in Höhe von 237 Prozent des BIP geraten könnten, wurde von „seriösen“ Ökonomen brüsk zurückgewiesen. Dabei war damals schon klar, dass die permanent steigenden Schuldenquoten im Vergleich zum weltweiten Bruttoinlandsprodukt zwangsläufig auf die Abschaffung des Zinses in den entwickelten Volkswirtschaften hinauslaufen. Doch zu diesem Zeitpunkt war „Zinsnormalisierung“ das Zauberwort. Bereits ein Quartal nach den Aussagen des wohl mächtigsten Privatbankers des Planeten brach der US-Aktienmarkt fast unter der „Normalisierung“ der US-Zinsen zusammen. Das Thema Zinserhöhungen war fortan vom Tisch. Im Herbst 2019 zwang dann die Krise am US-Geldmarkt die US-Notenbank (Fed) sogar zur Auflage eines neuen Gelddruckprogramms (QE-Programm).

Im Frühling des Jahres 2020 sind die „risikolosen“ Zinsen für Staatsanleihen, Termingeld und Sparkonten nicht nur in den USA, sondern auch bei uns in Deutschland zurück auf historischen Tiefstständen. Die großen Zentralbanken haben die Leitzinsen in den letzten beiden Monaten im Rekordtempo nach unten gedrückt. Im Jahr 2020 stehen weltweit 93 Zinssenkungen lediglich 4 Zinserhöhungen gegenüber. Über den massenhaften, ja zum Teil unlimitierten Ankauf von Staatsanleihen sind auch die Zinsen am Kapitalmarkt de facto abgeschafft worden. Die Zinskupons für „mündelsichere“ Bundesanleihen weisen über alle Laufzeiten, also von drei Monaten bis zu 30 Jahren, ein negatives Vorzeichen auf. Wohlgemerkt nominal, also noch vor Abzug der jährlichen Inflationsrate.

Das Ziel dieser „Zinssteuerung“ durch die Notenbanken ist die Entlastung der stark angeschlagenen und hoch verschuldeten Wirtschaft im Bereich der Kapitalkosten. Darüber hinaus sollen Staaten, Kommunen, Banken, Unternehmen und Häuslebauer finanziell am Leben erhalten werden. Der Versuch der südeuropäischen Staaten die Nordländer zu Eurobonds mit gemeinsamer Haftung zu bewegen, zielt ebenfalls auf die Absenkung der zu zahlenden Zinsen am Kapitalmarkt ab. Niedrige Zinsen oder besser gleich die Abschaffung des Zinses sind zu einer Überlebensnotwendigkeit für Spanien, Italien, Griechenland, Portugal und sogar Frankreich geworden. Das Gleiche gilt aber mittlerweile auch für die USA und unverändert für Japan. Vorsicht ist geboten bei Lockangeboten exotischer Banken aus Malta oder Estland, die um an dringend benötigte Liquidität zu kommen, deutschen Sparern ein paar Zinskrümel mit einer Null vor dem Komma hinwerfen, vor Steuern und Inflation versteht sich. Diese Zinsen sind nicht ohne Risiko, ebenso wie die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals.

Die ökonomischen Folgen der Corona-Krise sind schwerwiegend

Aus gutem Grund liegen die Zinsen in Japan seit über zwei Dekaden auf bzw. nahe oder jetzt sogar unter null. Nippon weist mit 235 Prozent die weltweit höchste Staatsverschuldung auf. Die Bank of Japan finanziert das komplette Staatsdefizit von zuletzt drei Prozent des BIP pro Jahr. Noch im Jahr 1991 lag die öffentliche Schuldenquote im Land der aufgehenden Sonne bei moderaten 39 Prozent. Die Immobilien und Bankenkrise, die auf den Boom in den Achtzigerjahren folgte, hat Japan in den letzten 30 Jahren immer tiefer in die Schuldenmisere und damit auch in die Zinsfalle getrieben. Nach dem Platzen der New Economy Blase und dem Platzen der Immobilienblase in den USA und Europa sorgt nun die Corona-Krise dafür, dass auch die entwickelten Volkswirtschaften im Westen ihre Schulden nur noch durch Gratiskredite aus der Notenpresse tragen können. Würden sich die Zinsen in den USA Richtung 5 Prozent bewegen, würden ein Drittel der öffentlichen Ausgaben ausschließlich für den Kapitaldienst aufgewendet werden müssen. In Italien mit einer Staatsverschuldung von 133 Prozent des BIP sieht die Lage noch prekärer aus.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
weiterlesen

Allgemein

Ursula von der Leyen und der Marshall-Plan für Europa – bitte warten Sie nicht darauf!

Avatar

Veröffentlicht

am

Von

EU mit Marshall-Plan?

Ursula von der Leyen hat als Präsidentin der EU-Kommission aktuell einen Marshall-Plan für Europa in Spiel gebracht. So nennt sie es sogar ganz offiziell. Woran denkt man bei „Marshall-Plan“ sofort? Richtig, dass ein großer starker Helfer von außen kommt, und hilft. Doch wer soll hier die große starke Hand von außerhalb sein, wenn Frau von der Leyen gleich einen Marshall Plan für die ganze EU aufstellen möchte? Und abgesehen davon: Wer ihre Ausführungen liest, dem wird klar, dass es hierbei eher um warme Worte geht nach dem Motto „nächstes Jahr wird alles besser“ oder „wir gründen eine Arbeitskreis“. Warme Worte, die auf EU-Ebene reges Treiben und Hilfe für die Bürger zeigen sollen. Aber wenn es konkret wird, was liest man da? Es gibt keine Idee für hunderte Milliarden oder Billionen Euros für einen Sonderfonds oder Ähnliches. Es geht eigentlich nur darum, dass die zukünftigen Ausgaben im EU-Haushalt doch bitte intelligenter und innovativer ausgegeben werden sollen. Aber was hat das bitte mit einem „Marshall Plan“ zu tun? Also bitte, warten Sie nicht auf einen Geldsegen aus Brüssel für Ihr Unternehmen oder ihr privates Bankkonto. Zitat aus den offiziellen Aussagen der EU-Kommission:

Die Prioritäten im nächsten mehrjährigen Finanzrahmen der EU würden eine entscheidende Rolle dabei spielen, wie die EU-Länder die Folgen der Krise überwinden können.

Präsidentin von der Leyen schreibt: „Unsere Welt hat sich verändert. Damit unser Haushalt den neuen Anforderungen gerecht wird, müssen wir ihn entsprechend zuschneiden. Die nächsten Jahre entscheiden darüber, wie gut und wie schnell unsere von der aktuellen Krise geschwächten Volkswirtschaften ihren Motor anwerfen und wir unseren einzigartigen Binnenmarkt wieder in Schwung bringen können.

Die vielen Milliarden, die heute investiert werden müssen, um eine größere Katastrophe abzuwenden, werden Generationen binden. Deshalb haben wir die Pflicht, das Geld aus unserem nächsten Haushalt besonders klug und nachhaltig zu investieren. Es muss bewahren helfen, was uns lieb und teuer ist und das Gefühl der Gemeinschaft unter den Nationen Europas erneuern. Und es muss eine strategische Investition in unsere Zukunft sein. Dies umfasst beispielsweise innovative Forschung, die digitale Infrastruktur, saubere Energie, eine intelligente Kreislaufwirtschaft und zukunftstaugliche Verkehrssysteme. Ein solcher Marshall-Plan kann entscheidend dazu beitragen, ein moderneres, nachhaltigeres und widerstandsfähigeres Europa aufzubauen.

Unsere Europäische Union – davon bin ich überzeugt – kann aus dieser Situation gestärkt hervorgehen, so, wie sie es nach jeder Krise in unserer Geschichte getan hat.“

weiterlesen

Allgemein

Argentinien ist pleite: Überdenken Sie Fremdwährungs-Investments! – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

Das erste Opfer der Krise auf Staatsebene hat sich gefunden. Argentinien kündigte an, für einen Teil der eigenen, auf US-Dollar lautenden Kredite bis Jahresende nicht mehr zahlen zu wollen. Damit ist das erste Schwellenland praktisch zahlungsunfähig und wirft einen Schatten auf die einstmals aussichtsreiche Anlageklasse. Wenngleich nur ein Bruchteil der Emerging Markets in die Staatspleite schlittern wird, so sind doch die Möglichkeiten zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft beschränkter als in den USA, den ehemaligen Tiger-Staaten und Europa. Zeit, die Notbremse zu ziehen?

Argentiniens Zahlungseinstellung betrifft bis jetzt ausschließlich nach argentinischem Recht emittierte Anleihen. Somit ist die große Zahlungsunfähigkeit, die auch Kreditausfallversicherungen auslösen und Argentinien vor Jahre vom internationalen Kapitalmarkt abschneiden würde, noch nicht eingetreten. Doch die Zahlungsaussetzung zeigt, wie knapp die Devisen im Land inzwischen sind, das bereits vor dem Ausbruch des Coronavirus als Pleitekandidat galt.

Die Schwellenländer leiden gleich dreifach unter dem Coronavirus:

– Die heimische Wirtschaft erzeugt deutlich weniger Waren und Dienstleistungen.
– Auslandskunden kaufen deutlich weniger Waren und Dienstleistungen, Touristen bleiben aus und somit der Strom von Devisen, der zur Begleichung von in Fremdwährung lautenden Verpflichtungen nötig ist.
– Ausländische Kapitalgeber ziehen aus Angst ihr Kapital aus den Schwellenländern ab und bunkern es in als sicher geltenden Anleihen Europas, der USA und Japans.

Schwellenländer können ihre Wirtschaft kaum unterstützen

Alle drei Probleme machen eine Unterstützung der Wirtschaft durch den Staat nötig, der aber oft selbst kaum Devisenreserven hat und in der Krise auch schwerer bzw. nur mit hohen Zinsen an Devisen herankommt. Weiterhin werten die Währungen der Schwellenländer schnell ab, was Auslandsschulden zusätzlich verteuert. Unter Dollarknappheit leiden durchaus auch fortgeschrittenere Volkswirtschaften. Doch die bekommen bei der US-Zentralbank problemlos…..

Täglich gratis! Lesen Sie diesen Artikel in ganzer Länge, und erhalten Sie auch alle meine folgenden Analysen regelmäßig und in voller Länge automatisch per e-mail. Sie müssen nur beim Klick an dieser Stelle ihre e-Mail Adresse angeben.

Mit Börsianer-Grüßen,
Thomas Kallwaß
Chefanalyst Profit Alarm

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage