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Diverse Signale für den Ölmarkt – auf die richtige Interpretation kommt es an

Die wöchentliche Zählung der aktiv betriebenen Öl-Bohrstellen in den USA ergab am Freitag eine Zahl von 756, was ein Rückgang im Wochenvergleich von 3 darstellt. Es ist aber immer noch ein sattes Plus von…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die wöchentliche Zählung der aktiv betriebenen Öl-Bohrstellen in den USA ergab am Freitag eine Zahl von 756, was ein Rückgang im Wochenvergleich von 3 darstellt. Es ist aber immer noch ein sattes Plus von 342 Bohrstellen im Jahresvergleich. Man könnte meinen dieses kleine aktuelle Minus könnte am Freitag den Ölpreis (WTI) von 49 auf 47,50 Dollar runtergebracht haben.

Aber logischer ist hier eher, dass eine vorübergehende Gegenbewegung beim US-Dollar diesen kleinen Ölpreis-Rutsch ausgelöst hat. Der Dollar war vorher kräftig gefallen. Nun stieg der Dollar-Index von Freitag bis heute früh von 91 auf 91,50 Indexpunkte. Dieser Anstieg korrespondiert zeitlich gut mit dem schwächeren Ölpreis.

Es sieht also alles nach einer technischen Gegenbewegung aus, die sich auch auf den Ölpreis auswirkt. Die Terminmärkte haben die ganze OPEC-Thematik derzeit in Zeichen von Harvey, Irma und Co gedanklich zwei drei Reihen nach hinten verschoben. Denn eigentlich könnten (nicht müssen) saudische Aussagen den Ölpreis pushen. Öl-Minister Al-Falih sagte er stimme mit Kasachstan darin überein, dass man eine Verlängerung der Fördermengen-Kürzungen zu gegebener Zeit besprechen werde.

Das bedeutet, dass man jetzt schon sieht, dass die aktuell laufende Verlängerung der Fördermengen-Kürzung um insgesamt 1,8 Millionen Barrels pro Tag bis März 2018 nicht den erhofften Erfolg bringt. Dass ein Ausweitung der Kürzungsmenge wohl viel mehr Erfolg bringen könnte als nur den Zeitraum immer weiter zu verlängern, ist anscheinend noch nicht in Betracht gezogen worden.

Auch könnte der Ölpreis eigentlich höher notieren, weil die Saudis zugesagt haben für den Liefermonat Oktober 350.000 Barrels pro Tag weniger zu exportieren. Aber auch das scheint den Kurs nicht wirklich über die 50 Dollar-Marke pushen zu können. Gestern nun kommt der Iran mal wieder um die Ecke mit Aussagen, dass man seine Gesamtproduktion nach und nach auf 4,5 Millionen Barrels pro Tag ausbauen werde bei aktuell 3,8 Millionen.

Diese Nachricht hat aber niemanden interessiert. Was sagt uns das für das Gesamtbild des Ölmarktes? Man scheint derzeit die Nachrichten rund um die OPEC-Mitglieder eher zu ignorieren. Stürme und zu aller erst der US-Dollar beeinflussen aktuell den Ölpreis. Geht die technische Korrektur im Dollar nach oben weiter, könnte der Ölpreis weiter fallen, auf kurze Sicht gesehen. Wenn die OPEC-Mitglieder ihn mal wieder schön nach oben pushen wollen, müssen schon richtig beeindruckende und inhaltlich verlässliche Statements gemacht werden.


Der WTI-Ölpreis seit 31. August.

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Mario Steinrücken ist Daytrader. Er hat sich auf das Orderflow Trading im E-Mini S&P 500 Futures (ES), Nasdaq 100 Futures (NQ) und Dow Jones Futures (YM) spezialisiert. Seine professionelle Trader Laufbahn startete er 2004 im Aktienhandel der Börse Stuttgart. Später arbeitete er zusammen mit Dirk Müller an der Frankfurter Börse im Aktienhandel. Er besitzt die Xetra- und Eurex Lizenz und war ebenso als Futures Trader bei der Wertpapiereigenhandelsgesellschaft „Gass Capital Markets“ in Frankfurt tätig. Seine Begeisterung für Trading versucht er seinen Followern mit Tipps und Tricks auch auf seinem eigenen YouTube Kanal näher zu bringen.

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