Folgen Sie uns

Aktien

Donald Trump und Einstein: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten“.

Donald Trump will ernst machen mit dem Protektionismus – und Albert Einstein hat schon gewußt, wie das ausgehen wird..

Avatar

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Gestern hat Donald Trump wieder einmal einen Tweet abgesetzt – seine Regierung werde zwei einfache Regeln befolgen:

Auf Instagram wird dann klar, wie diese Regeln aussehen:

„My administration will follow two simple rules: Buy American, hire American“.

Also nur amerikanische Produkte kaufen, nur Amerikaner anheuern für Jobs. Das ist gewissermaßen der neue Leitspruch des Protektionismus im 21.Jahrhundert. Implizit heißt das: boykottiert ausländische Waren, stellt keine Ausländer an. Schöne Perspektiven für die „Restwelt“. Und weil diese „Restwelt“ sehr wahrscheinlich auf diesen Protektionismus reagieren wird, passiert dann das, was in den 1930er-Jahren passiert ist: man überbietet sich gegenseitig mit Schutzaßnahmen für die eigene Wirtschaft, mit der Folge, dass alle verlieren.

Wie Einstein einst sagte:

„Die Definition von Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten“.

einstein
Albert Einstein im Jahr 1921, Fotografie von Ferdinand Schmutzer, Gemeinfrei

Und das wird dann vorwiegend jene in den USA treffen, die Trump gewählt haben, damit er die Jobs wieder zurück bringt. Aber Jobs werden verloren gehen, wenn etwa China seinerseits dann Sanktionen gegen US-Firmen verhängt – dann wird General Motors sehr wahrscheinlich nicht mehr als jedes Dritte seiner Autos in China verkaufen können.
Die Geschichte der 1930er-Jahre lehrt, dass der Protektionismus auch für den Arbeitsmarkt in jenen Ländern verheerend ist, die meinen, ihre Wirtschaft und ihre Jobs durch eben diesen Protektionismus schützen zu müssen.

Dabei sind die gering Bezahlten in den USA ohnehin schon auf der Verliererstrasse: die reichsten 1% der Amerikaner sackten zwischen 2009 und 2015 52% der Verdienstzuwächse ein. Und wenn Trump seine Steuerpläne umsetzt, würden die 1% der Topverdiener ihr Einkommen um 16% steigern, 80% der Amerikaner jedoch ihr Einkommen nur um maximal 1,8% steigern nach Steuern.

Dabei würde vor allem der Plan Trumps einer Art Steueramnestie für US-Firmen, die Dollars steuervergünstigt im Ausland geparkt haben, die Einkommensschere weiter auseinander klaffen lassen. Laut einer Analyse von Goldman Sachs dürften US-Firmen mit diesen in die USA zurück geholten Dollars vorwiegend eigene Aktien zurück kaufen – Goldman schätzt nach Analogie einer ähnlichen Steueramnestie aus dem Jahr 2004, dass 75% der Gelder in diese Aktienrückkäufe investiert würden. Und das wiederum würde eben vor allem größere Aktionäre dieser Firmen begünstigen, also vor allem die ohnehin Reichen!

Mit Trump, das zeigt schon sein designiertes Kabinett, das über ein Drittel des Vermögens aller Amerikaner verfügt, herrscht damit unverblümt die Hochfinanz – und das obwohl eben diese Hochfinanz sich klar für Clinton positioniert hatte. Das ist gewissermaßen die Ironie der US-Wahl schlechthin..

22 Kommentare

22 Comments

  1. Avatar

    Petkov

    30. Dezember 2016 13:50 at 13:50

    Dann ist die nüchterne, neutrale Moral von der Geschichte, dass die US-Aktienindizies, noch ein Stück weiter steigen dürften (aufgrund der erwarteten erheblichen Aktienrückkäufe). Und dass die europäischen Indizies sich höchstwahrscheinlich bislang im falschen Windschatten angesaugt haben… Denn die wurden ja maßgeblich von den US-Werten mitgezogen. Aber was für Amerika angeblich „great again“ ist, bleibt für Europa „hope in vain“.

  2. Avatar

    bingisser

    30. Dezember 2016 15:08 at 15:08

    Gestern Hitler, heute Einstein. Morgen? …. Merke: Zitate von klugen Männern wie Einstein machen die eigenen Aussagen auch nicht klüger. Vergleich zu den 30 Jahren scheint etwas sehr weit hergeholt. Ende 1.WK, russische Revolte, Zusammenbruch Habsburg, Deutsches Reich usw. dürften wohl mehr Einfluss gehabt haben. Und heute? Haben Sie sich mal das Handelsdefizit der USA die letzten 40 Jahre angeschaut? Und was ist wohl das wichtigste Exportgut der USA? Genau: der Dollar. Es geht bei der Übung nicht um Export sondern um Binnenwirtschaft. Und wenn immer weniger Amerikaner in Brot und Lohn sind, wer soll denn das ganze Zeug aus dem Globalisten Zirkus noch kaufen? Da gäbe es ein schönes Zitat von Ford, dem Autobauer dazu.

  3. Avatar

    Pit Hauer

    30. Dezember 2016 15:13 at 15:13

    von Herrn Fugmann geschrieben was?…….der entwickelt mittlerweile so etwas wie eine Trumpophobie….

    • Avatar

      Markus Fugmann

      30. Dezember 2016 15:21 at 15:21

      @Pit, wie wäre es mit sachlichen Argumenten? Gegenargumente, statt nur von „Trumpophobie“ zu faseln? Es wird auch Ihr Arbeitsplatz sein, der in Gefahr gerät, wenn Trump den Protektionismus durchzieht, haben sie daran schon einmal gedacht? Etwa wenn sie bei Volkswagen oder wo auch immer arbeiten und dann leider leider sich viele Produkte in den USA nicht mehr verkaufen lassen etc. weil Trump sagt „Buy American“! Wie kurzsichtig muß man sein, um das nicht zu erkennen und zu begreifen?

      • Avatar

        nordsüd

        30. Dezember 2016 15:49 at 15:49

        also ich empfinde auch eine gewisse „Trumpophobie“ bei Ihnen, scheint auch allgemein „in“ zu sein.
        Der deutsche Exportüberschuss gefällt auch nicht allen außerhalb Deutschlands und da wir keine DM mehr haben, kann er auch nicht von einer stärkeren Währung ausgeglichener gestaltet werden. Höhere Löhne könnten ein Konzept sein, wäre eine Diskussion wert.
        Das reiche Deutschland mit einem hohen Niedriglohnsektor, kein Ruhmesblatt, oder. Wir sollten uns mehr um unsere Angelegenheiten kümmern und weniger nach dem Motto handeln „Schuld sind immer die Anderen“.
        Noch wissen wir nicht was Trump wirklich beschließt, aber eine 5% „border tax“ -was er wohl möchte- zusammen mit einer 10% Aufwertung des Dollar (inzwischen vielleicht ein Stück weit bereits geschehen) könnte sich ziemlich aufheben. Wäre auch eine Diskussion wert.

        Ansonsten vielen Dank für die zahlreichen sehr interessanten Beiträge.

        Ihnen und Ihren Lesern einen guten Rutsch in das Jahr 2017 und alles Gute!

      • Avatar

        Pit Hauer

        30. Dezember 2016 17:49 at 17:49

        Nunja, ich könnte wirklich sehr ausführlich schreiben. Aber um erhlich zu sein mir fehlt die Muße hier Seiten zu schreiben.

        Beim Thema Trump finde ich es aber enorm wichtig auf potentielle geopolitische Konflikte in der Welt zu schauen. H. Clintons Politik in Syrien hätte den Konflikt USA-RUS weiter zugespitzt. Und das war aus meiner Sicht das Wichtigste um für Trump zu sein. Um es grob zu sagen: Friede ist mir wichtiger als Wirtschaft. Schauen SIe sich doch an wie Obama den Streit mit RUS forciert hat. Jetzt wurden in Syrien Nato Leute festgenommen die in einem Bunker mit IS Leuten waren. SIehe Quelle. Wenn SIe das ganze schlechte ansprechen, dann hätten Sie auch mal so etwas ansprechen können – die Scheinheiligkeit des Westens eben.Un wenn Sie fast nur Trump kritisieren, dann gehe ich davon aus, dass Sie Obama/Clinton als den positiven Part sehen. Es sieht jedoch so aus, als wenn den Leuten nix am Frieden in Syrien liegt. Trump ist natürlich eine ganz neue Art von Politiker – ich finde nicht alles gut was er so von sich gibt. Aber er ist eben nicht so auf millit. Konfrontationen aus. Und ja wenn er Arbeitsplätze von irgendwo in die USA abieht, dann fehlen die irgendwo. Aber er ist angestellter der USA und nicht eines anderen Landes – er muss im interesse des Landes handeln. Und vielleicht wurden die Arbeitsplätze im Zuge der Globalisierung erst aus den USA abgezogen – daran sollte man auch mal denken. Solange das friedliche politische Maßnahmen sind, sehe ich es nicht als so desaströs an. Als Apple seine Produktion nach China verlegt hat, hatben jetztige Trumpkritiker auch nicht mit Mitleid über die Jobverluste in den USA geredet. Die gemeinnützige Clinton Foundation hatte unversteuertes Geld (1 Million Dollar für die Hochzeit der Tochter) veruntreut usw. – ich will mal wissen wie Sie Trump auseinander nehmen würden wenn so etwas über den rausgekommen wäre.

        • Avatar

          Emm wie Meikel

          1. Januar 2017 22:06 at 22:06

          Trumps Grundaussage: „Kauft nicht bei Ausländern“. Falls die Rechnung mit dem Protektionismus am Ende doch nicht so aufgeht, kann er die eigenen Landsleute ja immer noch in Munitions- und Waffenfabriken in Lohn und Brot bringen. Schließlich muß die „große Freiheit“ (der USD) verteidigt werden, damit „America“ wieder „great“ wird. Eine gigantische Schuldenparty.

      • Avatar

        bingisser

        30. Dezember 2016 18:30 at 18:30

        Wieso soll sich Amerika für Deutschland verschulden? Oder umgekehrt Deutschland alles auf Kredit weitergeben. Ich geb dir 100 Euro und Du kaufst meinen Volkswagen? Die Nummer lief jetzt 40 Jahre gut. Aber wahrscheinlich werden auch Sie begreifen, dass das irgendwann ein Ende haben wird. Noch mehr Kredit, noch mehr Globalisierung, noch mehr freier Waren-, Finanz- und Personenverkehr? Unendliches Wachstum in endlich Raum ist einfach unmöglich.

  4. Avatar

    frank.trg

    30. Dezember 2016 17:50 at 17:50

    Der Einstein-Spruch ist super, passt aber noch viel mehr auf andere Politiker und Staaten. Demnach ist die US-Außenpolitik reiner Wahnsinn. Man versucht immer und immer wieder Regime zu stürzen nach dem selben Muster. Und jedes mal erwartet man ein anderes Ergebnis…

    • Avatar

      frank.trg

      30. Dezember 2016 18:06 at 18:06

      ist zwar Offtopic aber die Meldung mit der Gefangennahme der Nato-Generäle in Syrien ist von enormer Bedeutung und Tragweite. Leider hab ich diese Meldung nur bei RT vernommen. Die Westliche Presse schweigt weitgehend zu diesem wichtigem Ereignis. Das müsste eigentlich hohe Wellen schlagen…

      • Avatar

        Markus Fugmann

        30. Dezember 2016 18:08 at 18:08

        @frank, haben Sie den link von RT? Wäre interessant auch für andere Leser..

        • Avatar

          frank.trg

          30. Dezember 2016 18:53 at 18:53

          selbstverständlich, hier:
          https://www.youtube.com/watch?v=PHwvQyCoYzA&t=13s
          https://deutsch.rt.com/kurzclips/44481-syrischer-un-botschafter-nennt-nato-agenten-aleppo/

          Demnach wurden u.a. türkische, amerikanische, israelische und saudische Offiziere in Aleppo festgenommen. Das ist eigentlich eine ungeheuerliche Nachricht und es ist schade dass unsere Medien dazu schweigen.

          • Avatar

            Pitt

            30. Dezember 2016 20:40 at 20:40

            Ja in unseren Mainstreammedien wird es zum Großteil unter den Tisch gekehrt. Traurig, dass man solche präkanten Infos meist nur aus alternativen Quellen bekommt. Genau wie die Inhalte der Clinton Email Sache. In den nächsten Politiksendungen reden unsere Politiker wieder was dort grausames von dem IS angerichtet wird. ZB Frau v. d. Leyen. Dabei ist die NATO mit Teil des Verbrechens. Seit Jahr destabilisiert die USA Ländern in dieser Region. Und da Trump noch nicht im Amt ist sollte man die Schuld da wohl seinen Vorgängern erstmal geben.

  5. Avatar

    frank.trg

    30. Dezember 2016 18:00 at 18:00

    Ich finde Trumps Motto sehr gut. Einfach und einleuchtend. Amerikanische Produkte kaufen und Amerikaner beschäftigen! Daraus Protektionismus zu folgern oder gar ein neuen Nationalsozialismus, ist absurd.; ich folgere daraus dass Amerikanische Produkte und Jobs in den USA Vorrang haben. Was daran schlecht sein soll verstehe ich nicht. Das bisherige neoliberale System hat das Gegenteil bewirkt – ausländische Produkte und ausländische Jobs. Die Folgen davon waren Massenarbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, enorme Gewinne für eine Handvoll Eigentümer… Trump will die USA nicht vom Welthandel abschotten, sondern lediglich die Weichen wieder richtig stellen die in den Niedergang geführt haben. Aus Deutscher Sicht ist der Handel mit China nicht fair. Die Chinesen bekommen in Europa freien Marktzugang. Hingegen bekommen Deutsche Unternehmen keinen freien Marktzugang zu China (mit Ausnahme der großen Autokonzerne). Noch dazu kauft China hier alle Hightech Unternehmen auf, nur um zu kopieren und uns letztlich zu zerstören. Jobs werden von Deutschland nach China verlagert. Das ist alles andere als fair und ich vermute dass es in den USA ähnlich läuft. China betreibt kein faires Spiel und wenn Trump das nun ändert kann ich das nur begrüßen.

    • Avatar

      Markus Fugmann

      30. Dezember 2016 18:03 at 18:03

      @frank, Importsteuern sind kein Protektionismus, wenn man gleichzeitig Exporte steuerfrei stellt???

      • Avatar

        frank.trg

        30. Dezember 2016 18:18 at 18:18

        man kann eine Importsteuer, also einen klassischen Zoll, durchaus als protektionistisch bezeichnen, sollte die Kirche aber im Dorf lassen. Trump wird uns ganz bestimmt kein zweiter Hitler. Gegenüber China wäre ein Zoll mehr als angemessen da diese die europäischen und amerikanischen Märkte mit Billigprodukten überschwemmen. Bestes Beispiel sind Solarmodule und Stahlerzeugnisse. Hier hat man sich zu Zöllen entschlossen und in diesen Fällen finde ich die Entscheidung dazu richtig. China hat in den vergangenen Jahren in beispiellosem Ausmaß Stahlhütten gebaut und enorme Kapazitäten aufgebaut, in China. Die enormen Mengen an Stahl verkaufen sie auf den Weltmärkten und unterbieten europäische und amerikanische Stahlerzeuger. Das unfaire daran ist dass sie sich nicht an teure Umweltbestimmungen halten müssen und ihren Stahl konkurrenzlos billig anbieten können. Wenn Trump nun Zölle gegenüber China fordert ist das zu begrüßen für unsere Produkte und letztlich unsere Jobs.

        • Avatar

          Markus Fugmann

          30. Dezember 2016 18:20 at 18:20

          @Frank nicht nur gegenüber China – die Importsteuer wird alle anderen Länder betreffen – also auch deutsche Waren! Und ich habe Trump nicht mit Hitler verglichen, sondern bei beiden handelt es sich um charismatische Herrschaftssysteme, die vorwiegend auf Symbolhandlungen basieren..

          • Avatar

            frank.trg

            30. Dezember 2016 18:39 at 18:39

            China eignet sich eben als Paradebeispiel weshalb Zölle per se nicht schlecht sind und Freihandel kann nur funktionieren wenn es fair zugeht, z.B. dass China ebenso seine Märkte für unsere Firmen öffnet. Deutschland würde von Trumps Zöllen stark betroffen sein, das ist mir bewusst. Andererseits können wir auch Zölle erheben bzw. wird man sich deshalb mit den USA einigen. Trump will ja mit jedem Land individuelle Handelsverträge. Der Zoll dient nur als Druckmittel. Im übrigen sind die enormen Exportüberschüsse Deutschlands sicherlich nicht gesund und fair bzw. ist das kein langfristiges Modell. Früher oder später müssen wir auch in Richtung Handelsausgleich kommen.

          • Avatar

            bingisser

            30. Dezember 2016 18:40 at 18:40

            Also, was charismatisches Herrschaftssystem betrifft: da ist ja Obama wohl das beste Beispiel. 3000 Drohnen Tote, 7 Länder bomadiert, Food stamps, Obama care, Regimechance in Syrien, Lybien, Ukraine, seit 25 Jahren die schlechtesten Beziehung zur Russland … und noch immer weint die ganze Linke ihrem Messias nach.

            Zitat Enzensberger: „Die Denkfaulheit der Linken.“ Besser gesagt, was sich heute als Links ausgibt.

  6. Avatar

    frank.trg

    30. Dezember 2016 18:29 at 18:29

    Die Logik mit den Billigprodukten hab ich ohnehin nie verstanden. Wieso gibt es in Deutschland beispielsweise so gut wie keine Textilindustrie mehr? Die Textilindustrie ist fast vollständig nach China und in andere Billiglohnländer abgewandert. Die Folge davon war dass hier die Fabriken geschlossen wurden und in China wieder aufgebaut wurden. D.h. die Jobs sind ganz einfach verlagert worden. Dann kaufen wir aber die billigen Produkte und das Geld landet in China und bei wenigen Unternehmenseigentümern und Einzelhändlern. Dieses Modell wird von unserer Politik massiv gefördert. Aber was ist der Vorteil davon? wieso tun wir das? Wie es anders geht zeigt der ehrenwerte Geschäftsmann Wolfgang Grupp mit Trigema. Entgegen dem Trend hat er sich bewusst für den Standort Deutschland entschlossen und produziert hier auch. Trotzdem ist er Millionär. Viele seiner Konkurrenten sind nach China abgewandert und dann pleite gegangen…

  7. Avatar

    bingisser

    30. Dezember 2016 19:05 at 19:05

    Vielleicht bin ich ja wirklich ein Dinosaurier, aber meine Eltern, die ein ziemlich grosses Mittelständisches Unternehmen besassen, bestande immer darauf, wenn möglich die eigene Kundschaft zu berücksichtigen, bei den eigenen Kunden zu kaufen. Leben und leben lassen. Das hat viellicht mit genau dem gesunden Realismus zu tun, den ich heute so sehr vermisse. Dazu brauchten die Leute damals kein Hochschulstudium. Ich kann nicht dem deutschen Nachbarn teuer meine Produkte verkaufen und dann billig beim Chinesen shoppen gehen. Irgendwann geht meinem deutschen Nachbarn die Kohle aus, wenn alle so denken würden, und dem chinesischen Lieferanten sind wir dann halt zu teuer. Aber eben: so denken wahrscheinlich wohl nur noch Dinosaurier.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Coronakrise: Warum stehen die Aktienmärkte noch so hoch?

Avatar

Veröffentlicht

am

Die Coronakrise errreicht einen Hochpunkt nach dem anderen – und viele reiben sich derzeit verwundert die Augen: Warum stehen die Aktienmärkte so hoch, angesichts der schlechtesten Konjunkturaussichten in den vergangenen 100 Jahren? Gerade mal 20 bis 25 Prozent im Minus und nur leicht im Bärenmarkt. Spinnen die Börsianer – oder sehen Sie etwas anderes, was man aus den gegenwärtigen Daten nicht entnehmen kann? Hierzu ein paar Argumente aus der bullishen Sicht der Märkte.

Coronakrise: Was bringt uns das zweite Halbjahr?

Aus der Sicht der Börsen geht es fast nie um die Gegenwart oder die nahe Zukunft. Aktienmärkte fragen, wie sieht es in einigen Monaten aus? Also haben wir im Spätsommer 2020 noch Millionen von Coronainfizierten in den USA und ein Vielfaches davon an Arbeitslosen im Gefolge der Coronakrise? Das scheint sich in den Kursen derzeit niederzuschlagen.

Viele könnten von einer falschen Grundprämisse ausgehen.:Was nicht beachtet wird beim Vergleich mit früheren Rezessionen, selbst mit der von 1929 ist, dass es noch nie ein Situation gab, in der die Wirtschaft staatlich verordnet in Teilbereichen so auf null heruntergefahren wurde (und auch absehbar wieder hochgefahren wird).

Nicht einmal im Zweiten Weltkrieg wurde in den USA einem Friseur, einem Bäcker, einem Hot-Dog-Verkäufer u.a. die Arbeit untersagt. Das heißt aber auch, dass die kommenden Tage des Lockdowns alles überbieten werden, was es an kurzfristigen (!) Wirtschaftsindizes wie Arbeitslosenanträge, Verbrauchervertrauen etc. je gebeben hat. Klar, vermutlich erleben wird bald,  dass es wegen der Coronakrise in den USA 25 Millionen Arbeitslose geben wird –  in einem Land mit einer Hire-and-Fire-Mentalität. Aber Covid-19 hat ein natürliches Ende. Und dann wird es kurzfristig Anstiegsdaten aus tiefem Niveau geben, wie es sonst nur in Aufbauphasen nach einen Bombenkrieg möglich ist – einen kleinen Vorgeschmack darauf gibt bereits China mit seinen Einkaufsmanagerindizes.

Beispiel Deutschland

Wir haben bereits in dieser Woche R-0 erreicht (Feststellung Robert-Koch-Institut): das heißt, ein Infizierter steckt nur noch einen Menschen an. Vor drei Wochen lag dieser Wert bei 3-7 und damit noch deutlich höher. Bereits in wenigen Tagen/Wochen wird sehr wahrscheinlich die Zahl der „active cases“ sinken und dann die ersten Maßnahmen der Integration ins Arbeitsleben erfolgen. Die Epidemiologen dürfen nur nicht zu früh Entwarnung geben, sonst würde durch Leichtsinn der ganze Effekt zunichte gemacht werden und sich der Schaden der Coronakrise noch  potenzieren. Nach dem 20. April wird es in Deutschland ziemlich wahrscheinlich mit einer leichten Exitstrategie losgehen.

Coronakrise: Wird die Arbeitslosigkeit Bestand haben?

Die US-Börsen sehen nicht mehr auf den Mai, in dem die schlechtesten Arbeitslosenzahlen seit 1930 kommen werden, sondern sie blicken vermutlich auf den Sommer und später. Deshalb fallen sie auch zur Zeit nicht so stark, trotz der schlechtesten Arbeitslosenzahlen, die man sich ausmalen kann. Man erwartet bereits das Schlimmste und wenn Goldman Sachs von 25 Millionen im Mai spricht, so ist das weitgehend schon eskomptiert. Sonst müssten die Börsen schon weit über 50 Prozent ihres Wertes verloren haben. Das ist ein Grund, warum die Aktienmärkte derzeit nicht in die Tiefen fallen, die dem aktuellen Wirtschaftseinbruch durch die Coronakrise entsprächen. Der Zukunftsaspekt der Börse und als zweiter Grund das 10 Billionen-Dollar-Rettungspaket weltweit, was den Konsum vor einem totalen Kollaps bewahrt.

Was einige Investoren immer noch unterschätzen, ist die absolute Hemmungslosigkeit, Schmerzfreiheit oder Radikalität der US-Regierung, um den US-Konsum zu retten. Wenn das 4 Billionen-Dollarpaket für die Coronakrise nicht ausreicht, wird man eben noch weitere Billionen hinterherschieben: es ist ein Wahljahr und Donald Trump wird ohne Rücksicht auf Verluste alle fiskalpolitischen Mittel einsetzen.

Dass er damit die Verschuldung der USA in gefährlichste Dimensionen anheben wird, das kümmert ihn bisher noch wenig. Schließlich hat er wohl den stärksten Glauben Aller in die Einzigartigkeit der US-Wirtschaft und deren Leitwährung. Spricht er nicht schon dauernd davon, wie gestärkt Amerika aus der Coronakrise hervorgehen wird? Noch glauben ihm die Weltmärkte: der Dollar ist nach wie vor die Leitwährung und die Federal Reserve kann als eine der wenigen Notenbanken in unvorstellbarem Ausmaß Geld drucken. Dass das nicht ewig gut gehen kann und auch in einem Desaster enden könnte (muss?) – das steht auf einem anderen Blatt. Bisher sind die USA eine der wenigen Länder, die noch niemals einen Staatsbankrott erleben mussten. Deutschland hingegen schon derer sieben, in den letzten 200 Jahren. God bless America..

Noch ein Wort zu China: Warum sind dort im Januar/Februar wegen der Coronakrise die Aktienmärkte nicht in die Tiefe gestürzt, als eine Schlüsselindustrie, die Automobilbranche, mit 92 und 80 Prozent Rückgang die schlechtest denkbaren Daten geliefert hat? Weil man erwartet hat, dass sich die Wirtschaft ab April/Mai von der Coronakrise wieder erholen wird. Was gerade auch geschieht.

Das ist nämlich auch für die USA der springende Punkt: Man kann doch nicht erwarten, dass die Masse der Friseure, Bäcker, Souvenirhändler (um nur ein paar einfache Beispiele zu nennen) auch in drei oder sechs Monaten noch arbeitslos sein werden. Von einem langsamen Wiedereinstieg im Flug- und Touristikgeschäft gar nicht zu reden. Die Touristikbranche steht für acht Prozent des weltweiten BIPs. Menschen werden wieder den Friseur (und viele Dienstleister, vom Masseur bis zum Fitnessstudio) brauchen.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
weiterlesen

Aktien

Automobil-Aktien: Kurse für erste, vorsichtige Käufe! – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

Dass die kapitalintensive, wettbewerbsstarke Autoindustrie in der kommenden Krise hart getroffen werden würde, war wohl fast allen klar. Als teure Konsumprodukte sind Autos das erste, auf dessen Kauf Unternehmen und Verbraucher in einer Krise verzichten. Die Überkapazitäten in der Branche tun ihr Übriges, um die Margen erodieren zu lassen. Die Frage ist, ob Auto-Aktien nach 45% Kursverlust seit Januar nun bereits eine Kaufgelegenheit darstellen oder nicht. Wie so oft in diesen Tagen mache ich diese Entscheidung am Chart fest.

Der Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts Index hat inzwischen das Hoch des Jahres 2007 deutlich hinter sich gelassen. 2007 markierte den Gipfelpunkt der vorvorherigen Boomphase. Anschließend stürzte der Kurs von rund 440 auf fast nur noch 140 Punkte. Heute bewegt sich der Index bei 294 Punkten – also mittig zwischen dem damaligen Hoch und Tief. Auf diesem Niveau sind die Aktien zwar noch keine echten Schnäppchen, aber relativ zum Gesamtmarkt gesehen immerhin schon realistischer bepreist.

Bereinigt sich der Markt, gibt es nach der Krise einen größeren Boom

Viel hängt sicherlich davon ab, wie Regierungen in der Krise reagieren. Wahrscheinlich ist, dass sie ihre nationalen Automobilhersteller auf Teufel komm raus versuchen werden zu retten. Damit würden die Überkapazitäten und der starke Wettbewerb zwischen kaum rentablen Herstellern nach der Krise weitergehen und die Margen auch künftig unter Druck setzen. Lassen es Regierungen hingegen zu, dass nicht überlebensfähige Autohersteller auch Pleite gehen können, so wie es Schweden mit Saab tat, dann könnte in der Krise eine Marktbereinigung stattfinden. Mit abgebauten Überkapazitäten und weniger Konkurrenz wäre das Geschäftsumfeld für die überlebenden Hersteller nach der Krise deutlich profitabler. Kandidaten für eine Pleite finden sich in China zuhauf. Mit Tesla haben wir aber auch einen US-Hersteller, der chronisch…..

Täglich gratis! Lesen Sie diesen Artikel in ganzer Länge, und erhalten Sie auch alle meine folgenden Analysen regelmäßig und in voller Länge automatisch per e-mail. Sie müssen nur beim Klick an dieser Stelle ihre e-Mail Adresse angeben.

Mit Börsianer-Grüßen,
Thomas Kallwaß
Chefanalyst Profit Alarm

weiterlesen

Aktien

Tesla: Autoabsatz viel besser als erwartet, Aktie vorbörslich +15 Prozent

Avatar

Veröffentlicht

am

Tesla Innenansicht

Tesla ist immer wieder für Überraschungen gut, so auch in der aktuellen Coronakrise. Wo die ganze Autobranche derzeit ächzt, da liefert Tesla heute Nacht Zahlen, die den Markt glücklich machen. Man hat im 1. Quartal 103.000 Autos produziert. Wichtig ist aber der Autoabsatz. Da waren es 88.400 verkaufte Autos. Die Erwartungen lagen laut Berichten bei knapp unter 80.000 Stück. Auch erwähnt man in seiner Mitteilung, dass die neue Fertigung in Shanghai „darüber hinaus trotz erheblicher Rückschläge“ weiterhin ein Rekord-Produktionsniveau erreicht habe. Die Tesla-Aktie notiert heute vorbörslich bei 525 Dollar. Das ist ein Plus von 70 Dollar oder 15,5 Prozent gegenüber gestern Abend!

Tesla-Aktie in den letzten 12 Monaten

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage