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El-Erian: Märkte unterschätzen Chance für kurzfristige Fed-Zinsanhebung

FMW-Redaktion

Der Chefberater der Allianz und vormals mit Bill Gross Co-Vorstand bei PIMCO Mohammed El-Erian ist nicht davon überzeugt, dass eine Zinsanhebung der Fed im Sommer vom Markt bereits eingepreist ist (also vor allem im US-Dollar). El-Erian sagte vor wenigen Minuten bei CNBC die Fed werde definitiv im September die Zinsen anheben, und dazu noch möglicherweise im Juli.

Die Fed habe laut El-Erian jetzt ein schmales, sehr schmales Fenster um eine „Normalisierung ihrer Zinspolitik zu beginnen“. Damit meint er die momentan guten Konjunkturdaten, die eine Zinsanhebung zulassen weg vom Nullzinsniveau. Er glaube daran, dass die Fed diese Chance wahrnehmen werde. Er glaubt auch daran, dass die Brexit-Abstimmung in Großbritannien ein so großes Risiko darstelle, dass die FOMC-Mitglieder bei ihrer Abstimmung eine Woche vor der Brexit-Abstimmung im Juni stillhalten könnten. Das meinen wir „Naja, man muss es nicht übertreiben mit der Wichtigkeit des Brexit, oder?“

Der Markt habe eine mögliche Zinsanhebung für Juli noch noch eingepreist, so El-Erian, und bezieht sich damit konkret auf die 53%-Wahrscheinlichkeit, die das Fedwatch Tool der Terminbörse CME darstellt. Auch habe der Markt eine mögliche zweite Anhebung in diesem Jahr nicht berücksichtigt. Er ist desweiteren der Meinung die Fed hätte schon letztes Jahr „ihre Chance verpasst“ die Zinsen anzuheben, aber sie könne aus ihren Fehlern lernen. Die Fed unternehme jetzt gerade eine gemeinsame Anstrengung (also die FOMC-Mitglieder) um die Erwartungen des Marktes „raufzureden“.

Unterm Strich erwartet El-Erian dieses Jahr zwei Zinsanhebungen der Fed und nächstes Jahr eine oder zwei. Was kann man daraus ableiten? Wenn man El-Erian´s Argumenten folgt, gibt es noch reichlich Aufwärtspotenzial im US-Dollar, was der Markt dann bisher noch nicht ausreichend berücksichtigt hat – wie gesagt, dies ist die Meinung von Mohammed El-Erian! Es ist immer eine knifflige Frage, egal worum es an der Börse geht: Hat der Markt eine Veränderung schon „in vollem Umfang“ eingepreist? Seit 3. Mai fiel der Euro gegen den US-Dollar bereits um 4 Cents von 1,16 auf 1,12. Die EZB verharrt bei 0, die Fed erhöht weiter – reichen die 4 Cents da schon aus als Anpassung? An diesem Punkt muss jeder Trader für sich ganz allein entscheiden, ob alles schon eingepreist ist oder eben nicht – denn auch die „Experten“ in den Glaspalästen wissen es erst hinterher!

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1 Kommentar

  1. „Normalisierung ihrer Zinspolitik zu beginnen“. Dem Experten Mr. El-Erian empfehle ich mal einen Blick auf die US-Staats- und Gesamt-Verschuldung. Na klar kann man die Zinsen anheben, aber dann braucht Mr. El-Erian demnächst einen Job außerhalb der Wall-Street. Der Minizinsschritt im Dezember hat fast zu einem Kollaps der globalen Finanzmärkte geführt. Was faselt der da von 2 Zinsschritten in diem Jahr und zwei im Nächsten und…? In welcher Illusion lebt der Mann. Er glaubt wahrscheinlich sogar die offiziellen US-Arbeitsmarktzahlen und baut sich dann sein lustiges Weltbild zusammen und erstellt wertfreie Prognosen. Seine Renditeprognose für Treasury Yields für Ende 2015 war 3%. Aktuell stehen wir knapp bei etwas mehr als der Hälfte. Was für ein wertfreier Experte. Möchte nicht wissen, was der verdient.

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