Gas

EnBW erhöht Gaspreis ab Dezember um 38 Prozent

Der große deutsche Energieversorger EnBW erhöht den Gaspreis für Verbraucher ab Dezember um 38 Prozent. Hier die Details und auch Hoffnungsschimmer.

Gas-Flamme auf einem Herd

Hat der Expertenrat der Bundesregierung nicht erst gestern vorgeschlagen, dass der Bund die Dezember-Abschlagszahlungen für Gas übernimmt, und das ab März ein Gaspreisdeckel eingeführt wird? Mag sein, aber das war ein Vorschlag der Experten – die Bundesregierung muss diesen Vorschlag aber erst noch final absegnen. Und bis es soweit ist, wird erstmal der Gaspreis weiter angehoben. Einer der größten deutschen Versorger EnBW verkündet heute, dass man den Gaspreis ab Dezember um 38 Prozent anheben wird.

Gaspreis +38 Prozent – damit noch „unter dem Marktdurchschnitt“

Aufgrund der weiterhin sehr hohen Beschaffungskosten müsse man die Gaspreise anpassen, so sagt es EnBW. In der Grundversorgung steigen deshalb die Preise zum 1. Dezember im Durchschnitt um 38 Prozent bzw. um 3,86 Cent auf 13,54 Cent je Kilowattstunde. Auch nach der Preisanpassung bewegt sich dieser Gaspreis laut EnBW jedoch nach wie vor unter dem Marktdurchschnitt. Tarife außerhalb der Grundversorgung ändern sich in ähnlicher Höhe.

In den vergangenen Jahren habe der Gaspreis an den Großhandelsmärkten im Schnitt bei etwa 2 ct/kWh gelegen. Der bisherige Durchschnittspreis für das laufende Jahr hat sich auf etwa 11ct/kWh verfünffacht. Zeitweise lagen die Preise an den Gasbörsen um ein Zehnfaches höher als in den Vorjahren. Damit sind laut EnBW nun auch Energieunternehmen, die mit einer vorausschauendenden Strategie Energie beschaffen, dazu gezwungen, sehr hohe Einkaufspreise zu bezahlen.

Auch die Gaspreisanpassung der EnBW geht auf diese weiter massiv gestiegenen Kosten zurück. Zwar kann sie dank ihrer vorausschauenden Beschaffungsstrategie kurzfristige Preisschwankungen für ihre Kunden abfedern. Die Entwicklungen der vergangenen Monate mit dauerhaft hohen Beschaffungspreisen kann sie nach eigener Aussage jedoch nicht komplett auffangen.

Beispielrechnung

Für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh bedeutet die jetzige Preiserhöhung laut EnBW Zusatzkosten von rund 64 Euro brutto im Monat. Die seit dem 1. Oktober 2022 auf sieben Prozent gesunkene Mehrwertsteuer ist darin bereits enthalten und dämpft die Erhöhung ab.

Entlastende Faktoren voraus?

Aber gibt es trotz dieser aktuellen Anhebung im Gaspreis bereits Licht am Ende des Tunnels? Die inzwischen zurückgenommene Gasumlage (Gasbeschaffungsumlage) hatte die EnBW noch nicht erhoben. Entsprechend ergeben sich hieraus keine Veränderungen beim Gaspreis. Und sobald die gestern präsentierten Vorschläge der von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission zur Abfederung der gestiegenen Energiekosten konkret ausgestaltet und gesetzlich verankert sind, will die EnBW diese in der Preisgestaltung berücksichtigen.

 



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2 Kommentare

  1. Es ist mir ein Rätsel wo hier immer diese Zahlen herkommen. 38%, 11 Cent/KWh? Ich habe -schlau wie ich bin- August 2021 vorzeitig einen 24-Monats Vertrag bei Vattenfall abgeschlossen. Damals (wie immer) über Verivox gefunden. 7,9 Cent/KWh Arbeitspreis, Start Mai 2022.

    Nun selbe Suche (keine Boni, Klimaneutral), sogar nur 12 MONATE LAUFZEIT: Angebote von 25 Cent/KWh bis 45 Cent / KWh. Der selbe Vattenfall-Vertrag liegt bei 39 Cent/KWh (die Differenzen der unterschiedlichen Anbieter sind mittlerweile wirklich extrem…)

    Also lieber Herr Kummerfeld: 38% bezogen was WAS? Letzten Monat? Wir haben Endkundenpreis-Steigerungen von 300 – 500% auf 12 Monate! Oder ist das nur bei uns auf dem Dorf so?

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