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EU-Erzeugerpreise fallen stärker als erwartet, Praet (EZB) mit nächster Verbalintervention

FMW-Redaktion

Die Erzeugerpreise in der Eurozone sind mit -0,7% stärker gefallen als erwartet (Prognose war -0,5%). Im Vergleich zum Vorjahresmonat gingen die Erzeugerpreise um 4,2% zurück und damit ebenfalls mehr als die Konsensporgnose antizipierte (-4,0%). Die Erzeugerpreise gelten als Frühindikator für die Verbraucherpreise, weil die Unternehmen ihre gefallenen Produktionskosten in der Regel an die Verbraucher weiter geben. Dagegen sank die Arbeitslosenquote von 10,4% im Vormonat auf nun 10,3% – am besten schnitt Spanien ab, das im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Rückgang der Arbeitslosigkeit von satten 8% verbuchen konnte.

Aber das Problem der EZB bleibt: die zu niedrige Inflation. Daher hat EZB-Chefvolkswirt Praet heute erneut verbal interveniert – wohl in der Hoffnung, den Höhenflug des Euro zu bremsen. So sagte Preat, die EZB werde, falls nötig, weiter kraftvoll“ handeln, man warte dabei nicht auf andere „Akteure“. Was ist mit diesem Warten auf andere „Akteure“ gemeint? Offenkundig andere Notenbanken, aber bis auf die Bank of Japan, die keine Richtschnur für das Handeln der europäischen Notenbank ist, kann damit eigentlich nur die Fed gemeint sein. Die Fed wiederum aber wartet auf Godot in Sachen Zinsanhebungen – also auf jemanden, der dann doch nicht kommt..

ECB Board Members - Benoît Cœuré, Mario Draghi, Peter Praet, Sabine Lautenschlaeger, Vitor Constancio, Yves Mersch
ECB Board Members – Benoît Cœuré, Mario Draghi, Peter Praet, Sabine Lautenschlaeger, Vitor Constancio, Yves Mersch

Hier die zentrale Passe der Aussagen Praets:

„Decades of experience have confirmed the importance of price stability for macroeconomic stability and sustained economic growth. That is true both when inflation is too high and when it is too low. The prolonged period of low inflation we are in today has increased the risks that inflation misses might become persistent, which would be deeply damaging for the economy. This is why we have reacted so forcefully to secure our objective – and will continue to do so in the future if necessary.

To be sure, the crisis has proven that ensuring price stability is not sufficient for sustainable growth. It is only an enabling condition and other policies must also play their part. Still, the need for a superior policy mix is no excuse for central banks to be passive when their mandates are under threat. The ECB has demonstrated through its actions that it does not wait for others to move first.“



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