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EU-Kommission: Im Großen und Ganzen ist alles in Ordnung in Europa, es geht aufwärts…

Wenn es um den Arbeitsmarkt und die soziale Lage in Europa geht, so gebe es insgesamt mehr Beschäftigung und weniger Armut, so äußert man sich im aktuell veröffentlichten „Jahresbericht zur Beschäftigung…

Redaktion

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FMW-Redaktion

So möchten wir gleich zum Anfang die Botschaft der EU-Kommission zusammenfassen. Wenn es um den Arbeitsmarkt und die soziale Lage in Europa geht, so gebe es insgesamt mehr Beschäftigung und weniger Armut, so äußert man sich im aktuell veröffentlichten „Jahresbericht zur Beschäftigung und sozialen Lage in Europa.“ Drei Millionen Arbeitsplätze seien geschaffen worden, was die Armut verringert habe. Nicht erwähnt wird hierbei natürlich, dass vor allem in Südeuropa oftmals prekäre Teilzeitstellen mit extrem niedrigen Stundenlöhnen geschaffen werden, von denen natürlich niemand leben kann. Also wohnen weiterhin Millionen 25 und 35jährige bei ihren Eltern, weil sie sich von 500 Euro im Monat keine eigene Wohnung leisten können. Recht ehrlich ist die persönliche Einschätzung zu diesem Bericht durch die zuständige EU-Kommissarin Marianne Thyssen:

Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, erklärte: „Dieser Jahresbericht zeigt, dass unsere Bemühungen der letzten Jahre Früchte tragen. Unsere Volkswirtschaften schaffen weiterhin Arbeitsplätze und die real verfügbaren Haushaltseinkommen sind gestiegen. Dennoch sind viele Menschen, die arbeiten, noch immer arm; hieran zeigt sich, dass es nicht nur darum geht, Arbeitsplätze zu schaffen, sondern dass es sich um hochwertige Arbeitsplätze handeln muss. Außerdem verändern sich Gesellschaften und Arbeitsmärkte durch neue Technologien und neue Formen der Arbeit. Diese bringen neue Chancen, jedoch auch neue Herausforderungen mit sich; wir müssen daher sicherstellen, dass niemand zurückgelassen wird. Mit der europäischen Säule der sozialen Rechte und neuen Initiativen im Rahmen unserer Agenda für neue Kompetenzen wollen wir uns diesen Herausforderungen stellen.“

Was nützt zum Beispiel ein europaweit durchschnittlich gestiegenes Haushaltseinkommen, wenn es in Spanien und Italien konjunkturell auch weiterhin katastrophal aussieht? Durchschnitte werden bei solchen Statistiken immer schön hochgezogen durch gut laufende Länder wie zum Beispiel Deutschland. Offiziell heißt es von EU-Seite zur aktuellen Studie, dass nie zuvor so viele Menschen in Europa erwerbstätig waren mit einer Zahl von 232 Millionen Menschen. Wie gesagt, letztes Jahr 3 Millionen neue Arbeitsplätze. Laut EU-Kommission handelte es sich bei den meisten davon um Dauerarbeitsplätze. So eine Beschäftigung schütze vor Artmut… gut, glauben wir den Statistikern das mal mit den „Dauerarbeitsplätzen“. Aber jenseits von Verschwörungstheorien zeigt die Lebenswirklichkeit in Italien, Griechenland, Spanien und Portugal, was das tatsächlich für Jobs sind.

Dazu kommt noch in diesen Ländern die nach wie vor latente Bankenkrise, die eine wirtschaftliche Wiederbelebung blockiert, allen voran in Italien. Das Problem mit Statistiken ist oft die Art und Weise, wie die Ausgangsdaten für ihre Betrachtung berechnet werden. So verweist die EU-Kommission stolz auf nur noch 8,3% Arbeitslosenquote Stand Oktober 2016. Dazu müssen wir aber erwähnen, dass es sich hierbei um die Art von Berechnung handelt, die wir in Deutschland mit dem Wort „Erwerbslosenquote“ gleichsetzen. Dies bedeutet, dass Arbeitslose, die sich nach Ansicht der Ämter aktuell nicht aktiv genug um Arbeit bemühen, nicht als arbeitslos gezählt werden, obwohl sie arbeitslos sind. Daher fallen die Erwerbslosenquoten immer drastisch niedriger aus als die Arbeitslosenquoten.

Spricht man von 8,3% Arbeitslosigkeit in der EU, darf man in der Realität davon ausgehen, dass die tatsächliche Arbeitslosigkeit irgendwo um die 11% oder 12% herum liegt. Und auch dann müsste man noch sämtliche Schummeleien und sonstige Rechentricks berücksichtigen wie zum Beispiel die Herausrechnung von langzeitarbeitslosen Personen älter als 58 Jahre in Deutschland, die nicht als arbeitslos gezählt werden, weil sie schwer vermittelbar sind. Wo ist man real in der EU? Vielleicht bei 14% oder 15% , grob geschätzt! Aber in der Tat, das müssen wir schon sagen: die Arbeitslosigkeit in der EU ist tendenziell langsam rückläufig, wenn auch auf hohem Niveau!

Jetzt zurück zu den aktuell offiziellen Aussagen der EU-Kommission. Der Anteil der Personen in der EU, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind, soll mit derzeit 23,7% auf den niedrigsten Wert seit 5 Jahren gefallen sein. Nur jedem achten Arbeitslosen EU-Bürger sei es in den letzten drei Jahren gelungen einen unbefristeten Vollzeitarbeitsplatz aufzunehmen. Das hört sich nicht so nett an. Unten sehen Sie die offizielle Grafik zum aktuellen EU-Bericht.

Über diesen Link können Sie den vollständigen Bericht oder einzelne Teilbereiche aufrufen.

eu
Grafik: EU-Kommission

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Michael

    21. Dezember 2016 20:48 at 20:48

    Nette Grafik, sieht doch positiv, lebensbejahend und fröhlich aus.
    Das Geld für die Statistiker könnte man sich sparen und für sinnvolle Projekte nutzen.
    Die Zahl der von Armut Betroffenen zu reduzieren, nur weil sie einen „Job“ knapp über Niveau Sklavenarbeit haben, grenzt an Sarkasmus, ist zumindest Zynismus in Reinform. Senkt jedoch die Arbeitslosenquote gewaltig.
    Ignoriere als Finanzbeamter in der Einkommenssteuererklärung vom Staat empfohlene private Vorsorgeaufwendungen (Renten-, Kranken- Berufsunfähigkeits-, Pflegeversicherung etc.), und schon hat ein Bürger statt realen 400,- EUR 1200.,- EUR Einkommen, ist nicht mehr arm, sondern im Gegenteil sogar noch einkommenssteuerpflichtig. Dann nimm ihm von den 400,- noch 100,- weg, mit 300,- muss man schon zurecht kommen.

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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