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Euro-Stärke nach Rücktritt des japanischen Wirtschaftsministers – Dax belastet

FMW-Redaktion

Der Rücktritt des japanischen Wirtschaftsminister Akira Amari hat am Markt zu Yen-Verkäufen gegenüber dem Euro geführt – Amari ist ein Vertrauter von Ministerpräsident Abe und ein zentraler Architekt der QE-Politik der Bank of Japan (siehe hierzu unseren Artikel). Mit anderen Worten: die Unsicherheit steigt, ob die Bank of Japan ihr QE auf ihrer Sitzung heute Nacht noch einmal ausweiten wird. Euro-Yen schoß nach oben in Reaktion auf den Amari-Rücktritt (man wechselt also vom „sicheren Hafen“ Yen in den „sicheren Hafen Euro“, wobei die Sicherheit der beiden Währungen faktisch Pearl Harbor-Qualität hat) :

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Und Euro-Dollar folgte umgehend:

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Und die neue Stärke des Euro wiederum hat den Dax ausgebremst – der Index scheiterte vorerst im Bereich der 9900er-Marke:

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Bei ihrer morgigen Entscheidung steht unterdessen die Bank of Japan vor einem Dilemma: In Gestalt des BoJ-Chefs Kuroda hat die Notenbank immer wieder ihre Handlungsbereitschaft betont – handelt sie nicht, würde sie dieses Verpsprechen brechen. Handelt sie jedoch, wäre das ein weiterer Beleg dafür, dass die bisherigen, in jeder Hinsicht exremen Maßnahmen nicht wirklich etwas gebracht haben. Am Beispiel Japans also läßt sich gut studieren, wie minimal der Effekt auf die Realwirtschaft und die Inflation ist, selbst wenn eine Notenbank ein riesiges QE-Programm betreibt..



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1 Kommentar

  1. Pearl Harbor-Qualität:) – Sehr gut, muss ich mir merken!

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