Folgen Sie uns

Allgemein

Euro: Warum er die Coronakrise wahrscheinlich überleben wird!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Der Euro hat zuletzt vor allem gegenüber dem US-Dollar aufgewertet – die Investoren gehen davon aus, dass die Rettungspolitik der EU die Lage in der Eurozone trotz Coronakrise stabilisieren wird. Aber unverhofft kommt oft – noch ist das vom EU-Rat beschlossene Rettungspaket nicht vom EU-Parlament bestätigt. Aber ist dieses Rettungspolitik nachhaltig, oder liegt das Problem tiefer? Scheitert der Euro, weil ein oder mehrere wichtige Länder aus dem Euro austreten?

Andreas Beck analysiert die verschiedenen Szenarien und klopft sie auf ihre Realisierbarkeit ab. Er sieht das Haupt-Problem weniger in der Coronakrise, als vielmehr bei den Renten – das Problem der Finanzierbarkeit der Renten sei in allen Ländern der EU virulent. Diese Renten seien, ebenso wie die Sozialsysteme der europäischen Länder, nicht mehr finanzierbar, wenn die Baby-Boomer in den nächsten Jahren in Rente gehen. Nun gebe es zwei Alternativen: man kürzt erstens die Renten – oder führt als Alternative dazu eine Vermögenssteuer ein. Beides aber dürfte nicht das erste Mittel der Wahl sein. Viel bequemer wäre es doch, wenn man das Ausland bezahlen lassen würde durch die Aufnahme neuer Schulden – und unter Inkaufnahme von schmerzhaften Reformen.

Aber wer kauft die Schulden etwas Italiens, wenn das Land nicht mehr im Euro wäre? Daher, so Andreas Beck, sei es extrem unwahrscheinlich, dass Italien aus dem Euro austrete. Auch ein Austritt Deutschlands aus dem Euro sei nicht wirklich wahrscheinlich.

Beck analysiert unaufgeregt und in jeder Hinsicht sachlich, was in Zukunft mit passieren wird – und warum die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass der Euro tatsächlich überlebbben wird. Sehenswert!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Wie wahrscheinlich ist es, dass der Euro scheitert?

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    franko33

    4. August 2020 19:42 at 19:42

    Wirtschaft ist nur zu einem kleinen Teil auf Vernunft und Gedankenmodellen fundiert.
    Wirtschaft ist Psychologie ! Interessant wird es,wenn zwei bis dreistellige Billionenbeträge „gedruckt“werden.Meinen Sie wirklich,daß Staaten dann rational handeln werden ? – absehbare Folgen kommen immer zeitversetzt unwiederuflich + später.
    Ist der Maastrichtvertag jemals gebrochen worden,mal als Frage in den Raum geworfen ?

    • Avatar

      Francesco75

      4. August 2020 21:35 at 21:35

      Ein sehr verwirrter und fragwürdiger Kommentar.

      Wirtschaft ist nur zu einem kleinen Teil auf Vernunft und Gedankenmodellen fundiert.
      Wollten Sie sagen, die Gedankenmodelle der Wirtschaft basieren nur zu einem kleinen Teil auf Vernunft?

      absehbare Folgen kommen immer zeitversetzt unwiederuflich + später.
      Gemeint war sicher unwiderruflich. Wo liegt der Unterschied zwischen zeitversetzt und später?

      Ist der Maastrichtvertag…
      Meinten Sie den Maastrichtvertrag, vertagt oder Vatertag? Mal als Frage in den Raum geworfen. Und wenn wir schon dabei sind, was wollen Sie uns eigentlich genau mitteilen?

      Dass Wirtschaft gleich Psychologie ist? Dass jeder Student der Volks- und Betriebswirtschaften genau so gut auch Psychologie studieren könnte?

  2. Avatar

    Koenig

    5. August 2020 03:23 at 03:23

    Und weil der Euro sich so positiv auf die suedeuropaeischen Laender ausgewirkt hat, ist das Medianvermoegen der Privatpersonen bspw. von Frankreich, Spanien und Italien ca. 3mal so hoch wie das der Deutschen. D.h. in den letzten 20 Jahren hat es einen gigantischen Wohlstandstransfer von Deutschland in die genannten Laender gegeben.
    Quelle : https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Länder_nach_Vermögen_pro_Kopf
    Armes Deutschland – im doppelten Sinne des Wortes !
    „Think Beyond the Obvious“ beschaeftigt sich auch immer mal wieder mit dieser Problematik !

  3. Avatar

    Kritisch on fire

    5. August 2020 07:45 at 07:45

    Guten Morgen!
    Nun, ich finde die Schlussfolgerungen hinsichtlich Italiens Ausstieg aus dem Euro schon sehr gewagt. Fest steht doch vielmehr, dass die Hilfsleistungen der EU (die ja noch gar nicht durch das Parlament bestätigt wurden)hinten und vorne nicht reichen werden. Die Aussage, dass niemand italienische Staatsanleihen ohne massiver Zinsaufschläge kaufen würde, halte ich ebenfalls für sehr gewagt in einer Zeit wo Anleger Renditen und seien sie noch so gering suchen wie Lebewesen das Wasser in der Trockenzeit. Ergo würde Italien seine Staatsanleihen in Lire mit ganz geringen Zinsaufschlägen verkaufen können. Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass die desaströse Wirtschaftslage in Italien Hr. Salvini wohl zu einem Comeback verhelfen wird. Die EU treibt ja m.M. nach Italien und nicht nur Italien förmlich aus dem EURO und für Italien wäre es in Wahrheit ein Segen und für den Euro der Todesstoß.
    Das Euro-System ist nunmal mit JPY, USD, CHF oder GBP, etc. nicht zu vergleichn und es wird m.E. für alle Teilnehmer am Euro mit jedem Tag schmerzvoller wo diese Währung am Leben gehalten wird.

    • Avatar

      Columbo

      5. August 2020 11:13 at 11:13

      @Kritisch on Fire

      Wenn die EU Hilfeleistungen „vorne und hinten“ nicht reichen sollten, dann wird es neue geben.
      Noch „geht der Krug zum Brunnen“.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Rüdiger Born: Was der Markt bei Gold noch benötigt für einen Long-Einstieg

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Der heutige Anstieg bei Gold (hier der jüngste Bericht auf FMW dazu) ist für mich der erste Hinweis, dass für einen Long-Einstieg etwas möglich sein könnte. Jetzt fehlt noch ein Trigger. Das Szenario hierfür bespreche ich im folgenden Video.

Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

BORN-4-Trading – Trading-Ideen kostenfrei aufs Smartphone! Aktuelle Trading-News, Handelsideen und Trader-Know-how, Rüdiger Born sendet seine Einschätzungen direkt auf Dein Smartphone, entweder als Video- oder Voice-Nachricht oder einfach als schneller Text mit Bild. Welche Märkte kann man handeln, wo gibt es interessante aktuelle Trading-Setups, wo wären Einstiege möglich oder aber Stopps sinnvoll? Brandaktuell, überall und in gewohnt professioneller und spritziger Art. Klicke dazu einfach an dieser Stelle.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Allgemein

Coronakrise vorbei? So stark verlieren die „kleinen“ Leute in den USA

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Verrammelte Einzelhandelsgeschäfte

Ist die Coronakrise überstanden? Die ersten Corona-Impfungen könnten schon in den nächsten Tagen erfolgen. Und außerdem, der Dow Jones steht bei 30.000 Punkten, während er vor Ausbruch der Coronakrise noch bei 29.300 Punkten im Januar lag. Auch der S&P 500 Index und vor allem der Nasdaq notieren deutlich höher als im Januar. Klarer kann die Börse doch nicht signalisieren, dass die Krise überwunden ist. Richtig? Nun ja. Schauen wir uns mal folgende Charts an. Sie sind Teil einer Datenbank, welche unter anderem von der Harvard University betrieben wird.

Geringverdiener in den USA verlieren in der Coronakrise brutal, Besserverdiener legen sogar zu

Anhand unzähliger Daten werden möglichst aktuell ökonomische Verläufe in den USA angezeigt, aus denen man den Verlauf der wirtschaftlichen Erholung aus der Coronakrise in diesem Jahr erkennen kann. Da wäre zum einen folgende Grafik interessant, wenn es um die Beschäftigung geht. Sie zeigt die Beschäftigungsquoten in den USA von Januar bis Ende September. Für die Besserverdiener mit mehr als 60.000 Dollar Jahresgehalt ist die Beschäftigungsquote seitdem sogar um 0,2 Prozent gestiegen. Man darf vermuten: Jede Menge neue Jobs für Webseitenprogrammierer, Cloud-Experten uvm. Alles was eben in der Coronakrise vermehrt gefragt ist. Die Beschäftigung in der Mittelschicht (27.000-60.000 Dollar) hat um 4,7 Prozent abgenommen.

Und jetzt kommt´s. Die Geringverdiener mit weniger als 27.000 Dollar Jahresgehalt hat eine um 19,2 Prozent sinkende Beschäftigungsquote in den USA. Es ist klar. Gerade im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gab es für eine große Masse gering- oder gar nicht qualifizierter Menschen (bisher) massenweise Jobs in der Gastronomie oder im Entertainment-Bereich (Restaurants, Bars, Freizeitparks etc). Und gerade diese Bereiche leiden under Lockdowns in der Coronakrise (siehe jüngst Walt Disney mit zehntausenden Entlassungen in Freizeitparks). Die kleinen Leute verlieren in der Coronakrise massiv, die gut Qualifizierten sind unterm Strich die Gewinner. Die drei Linien zeigen die Verläufe der jeweiligen Beschäftigungsquoten seit Januar.

Chart zeigt Beschäftigungsquoten in den USA

Fast 30 Prozent der kleinen Geschäfte seit Januar geschlossen

Die folgende Grafik zeigt zum aktuellsten Stichtag 16. November mit Verlauf über das Jahr hinweg, wie viele kleine Unternehmen im Vergleich zu Januar noch geöffnet sind. Landesweit sind es in den USA derzeit 28,9 Prozent weniger, und die Tendenz ist negativ. Im derzeit zweiten Lockdown gibt es dank der Streitigkeiten zwischen Republikanern und Demokraten in den letzten Monaten keine neuen Hilfspakete. Kann Joe Biden ab dem 20. Januar als neuer US-Präsident einiges bewegen mit neuen Billionen-Hilfsprogrammen? Kann die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen als neue Finanzministerin womöglich bei den Republikanern im US-Kongress etwas herausschlagen für neue Hilfsprogramme? Die sogenannte Unterschicht und kleine Geschäftsinhaber drohen völlig abzustürzen und auch nach der Coronakrise zu den großen Verlierern zu gehören. Langfristig dürfte die Massenarmut in den USA wohl massiv zunehmen.

Chart zeigt Verlauf der geöffneten kleinen Geschäfte in den USA

weiterlesen

Allgemein

Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Grafik zeigt aktuelle Details aus November zum deutschen Arbeitsmarkt

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage