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Eurokrise 2.0? Italienische Banken vom Handel ausgesetzt, Risikoprämie für Italiens Anleihen explodieren!

Ist das der Beginn einer neuen Euro-Krise, der Euro-Krise 2.0? Es „riecht“ ein bißchen danach..

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Ist das der Beginn einer neuen Euro-Krise, der Euro-Krise 2.0? Es „riecht“ ein bißchen danach..

Soeben wurden die Aktien der italienischen Banken Intesa Sanpaolo, Mediobanca und Unipol Gruppo an der Mailänder Börse wegen limit down (maximal möglicher Tagesverlust) vom Handel ausgesetzt!


(Intesa Sanpaolo; Chart durch anklicken vergrößern)

 

Die 10-jährige italienische Staatsanleihe crasht – die Rendite steigt aktuell auf 3,251% (ein Anstieg zum Vortagesschluß von 34 Basispunkten!):


(BTP; Chart durch anklicken vergrößern)

Der Euro fällt deutlich unter die Marke von 1,16. Der Leitinex MIB 40 an der Mailänder Börse verliert knapp -4%.

Kurz zuvor hatte EU-Parlamentspräsident Tajani, selbst Italiener, das Budget Italiens als „gegen die Menschen gerichtet“ bezeichnet („go against the people“). Es werde die Beschäftigung und den Arbeitsmarkt nicht bessern und die Ersparnisse der Italiener in Gefahr bringen. Autsch!

 

Weitere Hintergründe:

„Italien: Nervosität wegen des Budgets – heute muß „die Katze aus dem Sack“! Tritt Tria als Garant für die Finanzmärkte zurück?“

„Italien: Wirtschaftsminister verspricht Geschenke für alle – aber wer zahlt´s?“

„Aktuell: Italiens Märkte unter Druck – Schulden Italiens „explosiv“, sagt EU“

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    Angsthase

    28. September 2018 13:06 at 13:06

    Morgen ist alles wieder gut… WETTEN?

    • Avatar

      Roebrto

      28. September 2018 14:54 at 14:54

      @ Angshase…..

      klar ist Morgen alles wieder gut. Ist ja auch Samstag, da wird sich kein Kurs mehr bewegen :-)))))

  2. Avatar

    Wolfgang M.

    28. September 2018 13:58 at 13:58

    Ich frage mich, haben die italienischen Politiker nicht in die Türkei gesehen? Was passiert denn, wenn man sich gegen die Finanzmärkte stellt? Wer soll denn die neuen italienischen Staatsanleihen kaufen? Italienische Banken, damit sie ein schönes B-minus-Rating bekommen?
    Stellt sich die Frage nach dem italienischen EZB-Chef.
    Mario Draghi, der von 2006 bis 2011 Gouverneur der italienischen Notenbank war, gilt als sehr heimatverbunden mit Ehefrau, Kindern und Enkeln in Rom und Mailand. Der 71-Jährige, der noch ein Jahr dafür Sorge tragen will, dass die Eurozone nicht auseinanderfliegt, sieht wie Salvini jetzt das Blatt ausreizt – die Weichen stellt für seinen Ruhestand. Was wird in Mister Whatever-it-takes jetzt vorgehen?

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    Fritzecat

    28. September 2018 15:46 at 15:46

    Na dann lassen wir einmal mehr die Notenpressen heiß laufen und schicken wieder ein paar Bündel an italiens Finanzwelt.
    Die EZB biegt das am Montag schon wieder hin.

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    asyoulike

    28. September 2018 15:46 at 15:46

    Moin, moin,

    m.E. besteht keine Panik, die EZB wird alles was nur ansatzweise nach Staatsanleihe von Italien aussieht kaufen, wetten?
    Die ital. Regierung muss ihre Wahlversprechen einlösen. Sie sitzt sozusagen in einer Zwickmühle. Noch mehr Schulden kann Italien nicht brauchen, andererseits muss der Wähler ruhig gestellt werden. Es ist wie mit der zur kurzen Bettdecke. Entweder passt sie oben oder unten, aber nie oben und unten.
    Berlin wird alles abnicken müssen. Italiens Ende wäre auch das EU und Berliner Ende. Das werden unsere „Eliten“ aber nicht zu lassen. Also weiter so. Neue Schulden braucht die EU, damit die Potemkinschen Dörfer bzw. des Kaisers neue Kleider die Wahrheiten überdecken.
    Fazit: Wer will derjenige sein, der die Luft aus dem Ballon EU läßt? Niemand.

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    Columbo

    28. September 2018 19:02 at 19:02

    Es sieht so aus, als ob Italien nicht den gleichen Fehler wie Griechenland macht und alles kaputtspart. Vielleicht machen sie es besser, ich wünsch es ihnen …und mir?

    • Avatar

      Fritzecat

      28. September 2018 19:29 at 19:29

      Achso, also so weiter wie bisher und noch mehr Schulden und Korruption.
      Ich hoffe Sie meinten Ihren Kommentar nicht ernst.

    • Avatar

      leftutti

      29. September 2018 00:21 at 00:21

      @Columbo, pacta sunt servanda, wie der alte Lateiner zu sagen pflegt.
      Italien muss sich nicht kaputtsparen, aber Italien muss seine abgeschlossenen Verträge wie alle EU-Staaten schon auch einhalten. Oder sind sie da anderer Meinung?
      Italien kann jederzeit innovative Lösungen präsentieren, die besser als die griechischen sind. Wir alle warten und hoffen auf die italienische Kreativität, die großen (Lebens)Künstler, die dieses Land seit tausenden von Jahren hervorbringt…

      Italien hat ohnehin seit dem Finanzkünstler und Maestro Draghi 2014 bereits einen Sonderstatus, der alle anderen europäischen Staaten weit hintenan stellt.
      Italien dominiert und beeinflusst seit mindestens 4 Jahren Wirtschaft und Gesellschaft grundsätzlich und massiv in ganz Europa, speziell auch in Deutschland (Renten, Sparvermögen).
      Italien verschiebt populistisch-kreativ die Verantwortlichkeiten emotional, mit viel Gejammer und Mamma mia in den Norden.
      Italien geht es sehr gut, Italien ist prinzipiell sehr reich, wie Sie jüngst des öfteren ausgeführt haben. Zu gut, zu reich, zu satt, wie es mir scheint.

      Italien schafft es lediglich nicht, seine internen, nationalen Probleme und Ungleichheiten von Nord nach Süd zu lösen oder auch nur anzugehen… Da droht man dann schon eher mit Austritt aus der EU… Trotz eines italienischen EZB-Präsidenten… Mamma mia…

      Ciao, bella Italia, dem Rest von Europa ginge es ohne solche Schmarotzerstaaten nicht unbedingt schlechter…

      • Avatar

        Columbo

        29. September 2018 09:13 at 09:13

        @Leftutti,Schmarotzerstaat? Halb Europa besteht aus Schmarotzerstaaten.

      • Avatar

        Fritzecat

        29. September 2018 09:19 at 09:19

        @LEFTUTTI da gibt es nicht mehr viel hinzuzufügen.
        Das Problem liegt aber schon bei ciao, Italia. Würde es zu einen Italexit kommen, so wären die Folgen ev. unabsehbar.Gerade Deutschland müßte Unmengen(Forderungen von Banken, EZB Verbindlichkeiten- z.B. Target2) abschreiben. Aber LEFTUTTI,vielleicht haben sie recht: Lieber ein Ende mit schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

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Schulden: Die BBB-Bombe hat in der Coronakrise gezündet!

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Über die letzte Dekade hinweg hat sich weltweit eine neue Blase an Schulden aufgepumpt: die der Unternehmensschulden. In Europa und den USA verschlechterten sich die Bonitäten der Schuldner schon vor der Corona-Krise, sodass bereits 50 Prozent der ausstehenden Unternehmensanleihen nur noch knapp über Ramsch-Niveau bewertet wurden. Doch nun kommt eine Welle der Qualitätsabstufungen ins Rollen. Mit drastischen Konsequenzen.

Mit horrenden Schulden in die Krise

Mehr als 20 Billionen US-Dollar ist der Weltmarkt für Unternehmenskredite schwer, die von Ratingagenturen bewertet werden. Dazu gehören Unternehmensanleihen, kurzfristige Schuldverschreibungen, befristete Kredite und revolvierende Kreditfazilitäten. Dieses Kreditvolumen ist im Verhältnis zum globalen Bruttoinlandsprodukt das höchste seit Datenaufzeichnung. Ein Fünftel dieser Unternehmensschulden war schon vor der Krise mit geringer Bonität bewertet, galten also als hochspekulativ oder gar ausfallgefährdet. Die Hälfte der Unternehmensanleihen in Europa und den USA waren bereits vor dem Corona-Schock von den großen Ratingagenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch nur noch knapp über „Ramschniveau“ bewertet worden. Doch nun droht eine Lawine von bislang als Investmentgrade (IG) bewerteten Schulden in Richtung High Yield (HY) ins Rutschen zu kommen.

Für die betroffenen Unternehmen, die „Falling Angels“, bedeutet dies einen deutlich schwierigeren Zugang zu Krediten und deutlich höhere Fremdkapitalkosten.

Bereits im ersten Quartal 2020 stieg das Volumen der „Falling Angels“-Anleihen dramatisch an. Von 8,5 Mrd. US-Dollar im dritten Quartal 2020 auf 148,8 Mrd. US-Dollar im ersten Quartal dieses Jahres. Laut Analysten der Deutschen Bank fielen allein im März in den USA Schulden in Höhe von 90 Mrd. US-Dollar in den Ramsch-Status ab. Das ist in so kurzer Zeit ein neuer Rekord. Damit ist es nun offiziell: Die BBB-Bombe platzt.

Die Engel beginnen abzustürzen

Als „Falling Angels“ bezeichnet man Firmen, wie zum Beispiel Ford, die ehemals gute Kreditratings besaßen und nun in die hochspekulative „Ramsch“- oder „Junk“-Kategorie abgestuft wurden. Ford wurde bereits im Jahr 2005 zusammen mit dem Konkurrenten General Motors (GM) herabgestuft. Beide Unternehmen konnten nur dank staatlicher Unterstützung die Weltfinanzkrise überleben. Sieben Jahre später, im Mai 2012, hatte der Autobauer aus Michigan mit dem blauen Emblem und dem geschnörkelten Schriftzug sein Investmentgrate-Rating wiedererlangen. Acht Jahre später ist Ford erneut ein gefallener Engel.

Neben dem weltweit agierenden Autobauer hat es auch den Energiekonzern Occidental Petroleum, den Konservenhersteller Kraft Heinz sowie den Einzelhandelskonzern Macy’s erwischt. Der bereits 1858 in New York von Rowland Hussey Macy gegründete Warenhausbetreiber ist mit 728 Filialen der größte seiner Branche. Die Umsätze sind in der Corona-Krise um über 70 Prozent eingebrochen und bringen den Kaufhauskonzern ins Wanken. Shopping-Center in Deutschland, Frankreich und Großbritannien verzeichneten in der zweiten Märzhälfte laut ShopperTrak sogar Umsatzeinbußen in Höhe von 90 bis 95 Prozent. Das sind schlechte Perspektiven für Macy’s für die nächsten Wochen.

Neben den Automobilherstellern, Kreuzfahrtschiffbetreibern, Einzelhändlern und Gastronomen trifft es auch die Transportbranche sehr hart. Dazu gehören neben Autovermietern und anderen Flottenbetreibern auch Taxi- und Uber-Fahrer, also wichtige Kunden von Ford.

Dabei war der Finanzvorstand von Ford, Tim Stone, anlässlich der Vorstellung der Zahlen zum vierten Quartal 2019 im Februar noch optimistisch: „Wir sind weiterhin bestrebt, eine starke Bilanz und ein Investment-Grade-Rating aufrechtzuerhalten. Ford ist in guter Verfassung, um die nächste Rezession zu meistern“. Doch auf das, was dann ab März auf den Autobauer zukommen sollte, war auch das Ford-Management nicht vorbereitet und die Bilanz nicht solide genug aufgestellt. Schulden von Ford in Höhe von 36 Mrd. US-Dollar wurden Ende März von den Ratingagenturen Standard & Poor’s und Moody’s auf „Ramschniveau“ herabgestuft. Damit fliegen die Papiere nun aus unzähligen Portfolios von Investmentfonds, Stiftungen und Family-Offices heraus. Neue Anleihen können nur noch mit hohen Zinsaufschlägen an Investoren die auf Hochzinsanleihen (HY) spezialisiert sind verkauft werden.

Die Corona-Krise fungierte als Zünder der BBB-Bombe

Die Bank of America (BofA) warnt davor, dass die Gesamtsumme der Herabstufungen in den Ramsch-Bereich in diesem Jahr in Folge der Corona-Krise ein Volumen von über 200 Mrd. US-Dollar erreichen könnte. Aktuell werden Anleihen im Wert von 360 Mrd. US-Dollar mit BBB geratet, die niedrigste Investment-Grade Stufe. Sobald eine Anleihe dieses Rating verliert und in die Junkbond-Kategorie fällt, können sich die Zinsen für die Schulden vervielfachen, da die Nachfrage nach Hochrisikoanleihen in Krisenzeiten besonders gering ist.

Käufer für Anleihen gefallener Engel – also für deren Schulden – zu finden, könnte daher bis auf Weiteres eine Herausforderung werden. Der Markt für Investment-Grade-Anleihen in den USA hat eine Größe von 6,7 Billionen US-Dollar und ist weitaus größer als der Markt für hochrentierliche und sehr risikoreiche Unternehmensanleihen mit 1,2 Billionen US-Dollar Volumen. Auch wenn sich die Verhältnisse hier weiter zu Gunsten der Ramsch-Papiere verschieben werden, so wird es dennoch nicht im gleichen Maße höheres Kaufinteresse geben, solange nicht klar ist, wie lange die Krise dauert und welche Schäden sie in den Bilanzen der betroffenen Unternehmen anrichtet.

Gelingt es den Unternehmen nicht, die höheren Kapitalkosten in dem eingetrübten wirtschaftlichen Umfeld zu Schultern und dringend benötigtes Kapital zu akquirieren, dann folgt auf das Platzen der BBB-Bombe die Pleite-Schockwelle.

Die hohen Schulden bringen in der Coronakrise viele Unternehmen in Schwierigkeiten

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Anleihen

Repo-Geschäft: was ist das, und wie funktioniert es?

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Der Repo-Markt und das Repo-Geschäft sind kürzlich in den Fokus gerückt – die US-Notenbank Fed musste mit vielen Milliarden Dollar im Repo-Markt intervenieren, um den Zusammenbruch des amerikanischen Geldmarkts zu verhindern.

Der Begriff Repo kommt aus dem englischen und ist die Kurzform von Repurchase Operation, auch als Repurchase Agreement bezeichnet: es handelt sich um eine Rückkaufvereinbarung. Allgemein gesagt ist ein Repo-Geschäft eine Vereinbarung zweier Parteien, einen Vermögenswert zu einem bestimmten Preis zu verkaufen und zu einem zukünftigen Zeitpunkt wieder zurückzukaufen. Als Geldmarktinstrument klassifiziert, funktioniert das Repo-Geschäft und die Rückkaufsvereinbarung als eine Art kurzfristig verzinstes Darlehen, das durch Sicherheiten wie Wertpapiere abgesichert ist. In der Regel handelt es sich bei einem Repo-Geschäft um festverzinsliche Wertpapiere, meist sind dies Staatsanleihen, aber auch Pfandbriefe und andere besicherte Schuldverschreibungen. Repos haben in der Regel eine sehr kurze Laufzeit, die meisten Transaktionen laufen nur über Nacht, können aber auch eine Laufzeit bis zu einem Jahr haben.

Wie funktioniert ein Repo-Geschäft?

Der Repo-Markt ist ein Teil des Geldmarktes. Dabei verpflichtet sich der Darlehensnehmer, die hinterlegten Sicherheiten am Ende der vereinbarten Laufzeit zurückzukaufen und die für das Darlehen vereinbarten Zinsen zu zahlen. Der Käufer tritt als kurzfristiger Kreditgeber auf, während der Verkäufer als kurzfristiger Kreditnehmer agiert.

Es gibt zwei Arten bei einem Repo-Geschäft. Zum Ersten das bilaterale Repo-Geschäft, es besteht aus zwei Transaktionen. Im ersten Schritt verkauft der Darlehensnehmer Wertpapiere an den Darlehensgeber zu einem bestimmten Preis. Im zweiten Schritt erfolgt dann der Rückkauf der Wertpapiere durch den Darlehensnehmer zum ursprünglichen Preis plus einer Zinszahlung an den Darlehensgeber für den erhaltenen Kredit. Für die Laufzeit be einem Repo-Geschäft geht das Eigentumsrecht der Sicherheiten an den Darlehensgeber über.

Zum Zweiten gibt es das Triparty-Repo-Geschäft, hier kommt eine dritte Partei ins Spiel. Ein Vermittler (Clearingbank) agiert dabei zwischen dem Darlehensnehmer und dem Darlehensgeber. Seine Aufgaben ist es, die hinterlegten Sicherheiten zu kontrollieren, zu verwalten und die Risiken zu überwachen, gegebenenfalls übernimmt er auch das Inkasso. Insbesondere in den USA läuft das Gros aller Repo-Geschäfte so ab.

Die Besonderheit beim Repo-Markt

Die Besonderheit am Repo-Markt ist, dass die für das Darlehen überlassenen Sicherheiten vom Darlehensgeber erneut beliehen werden können. Dadurch kommt es zu einem vergleichbaren Effekt wie bei der Geldschöpfung der Geschäftsbanken. Sie reichen die Wertpapiere kurzfristig als Sicherheiten bei der jeweiligen Zentralbank ein – zum Beispiel der FED oder EZB – und erhalten ihrerseits dafür Liquidität. Diese Besonderheit des Repo-Marktes birgt durch die mehrfachen Beleihungen derselben Sicherheit eine Gefahr. Fällt eine Partei dabei aus, wie es 2008 mit Lehman Brothers passiert ist, dann kommt es zu einer Kettenreaktion.

Warum ist ein Repo-Geschäft und der Repo-Markt so wichtig?

Banken und Hedgefonds nutzen den Repo-Markt um kurzfristig Liquiditätsbedarf auszugleichen. Er trägt damit zu einer effizienten Funktion der Geldversorgung bei – dient aber auch als Brandbeschleuniger für ein immer größer werdendes Schattenbankensystem. Damit sorgt der Repo-Markt und das Instrument Repo-Geschäft – gewollt oder ungewollt – dafür, wie viel Geld in diese Grauzone des Finanzmarktes gelangen kann. Darüber hinaus erleichtert er den Zentralbanken die Umsetzung ihrer Geldpolitik. Die FED (Federal Reserve Bank) interveniert über den Repo-Markt um den Kreditmarkt zu stabilisieren und um Liquidität bereitzustellen.

Ein Repo-Geschäft ist ein zentraler Bestandteil des Geldmarkts

 

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Anleihen

Crash: Anleihen sind die Gefahr, weniger die Aktienmärkte!

Die Aktienmärkte haben mit Kursverlusten bis über 40 Prozent schon reagiert, aber ein großer Crash könnte bei den Anleihemärkten noch bevorstehen

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Börse extrem: Nach dem schnellsten Crash der Aktienmärkte in einen Bärenmarkt seit einem Jahrhundert in nur 16 Börsentagen – 1929 und 1987 dauerte dies deutlich länger -, gab es in der letzten Woche einen Anstieg des Dow Jones von 21 Prozent binnen drei Tagen. Eine Bärenmarktrally, wie es sie seit den 1930-er Jahren nicht mehr gegeben hat. Diesmal ist wirklich „alles anders“, der Einfluss von Covid-19 übersteigt alles, was es in Friedenszeiten für die globalisierte Wirtschaft in der modernen Wirtschaftsgeschichte gegeben hat.

Aber auch die Aussichten sind unsicherer denn je, denn niemand kann Dauer und Intensität der Krise seriös prognostizieren – und das gilt für beide Seiten. Die kommenden Wirtschaftsdaten werden im negativen Sinne alles toppen, was man in den letzten Rezessionen gesehen hat: Wirtschaftseinbrüche in einem Quartal, Anstieg der Arbeitslosigkeit, ein Niedergang aller Einkaufsmanagerindizes in Tiefen, die man noch nie gesehen hat, Verbrauchervertrauen, Konsum, und, und und! Gewissermaßen ein Crash an allen Fronten der Wirtschaft.

Deshalb sind Vergleiche mit der Vergangenheit relativ unsinnig, denn nicht einmal in Kriegszeiten wurde die Produktion von Gütern und das Wirtschaftsleben allgemein global so rasch nach unten gefahren.

Die Aktienmärkte haben mit Kursverlusten bis über 40 Prozent (Russel 2000) schon reagiert, aber ein großer Crash könnte bei den Anleihemärkten noch bevorstehen. Trotz heftigster Stützungsmaßnahmen der Notenbanken, in den USA wird das BBB-Risiko virulenter denn je.

Die weltweite Verschuldungssituation in Zeiten von Corona

Trotz der bereits avisierten Unterstützung der Weltwirtschaft mit circa 9 Billionen Dollar, bei einer Größe der globalen Ökonomie von zuletzt 86 Billionen Dollar, darf die Höhe der Gesamtschulden der Welt nicht außer Acht gelassen werden: 255 Billlionen Dollar, davon sind über 60 Billionen Schulden des Finanzsektors, über 66 Billionen Staatsschulden, über 75 Billionen Unternehmensschulden und mehr als 50 Billionen Privatschulden, so die Zahlen weit vor dem Ausbruch der Pandemie. Die Notenbanken haben ein Sicherheitskorsett aufgespannt, manche Regeln der Vergangenheit ausgehebelt (z.B. 33 Prozentregel der EZB für Anleihekäufe) und man steigt verstärkt in die Aufkäufe von Unternehmensanleihen ein. Aber reicht das aus?

In diesem Zusammenhang gibt es ein Risiko, welches noch einmal zu einem Einbruch an den Aktienmärkten führen könnte, dass vielzitierte BBB-Risiko.

Der taumelnde Markt für Unternehmensanleihen: Gefahr eines Crash

Die Verschuldung der US-Unternehmen ist zuletzt auf zehn Billionen Dollar gestiegen. Aus dem Finanzstabilisierungsbericht der Fed ging schon Ende 2018 hervor, dass bei dieser Verschuldung 6,2 Billionen Dollar auf Unternehmensanleihen entfielen und über 50 Prozent davon nur noch das letzte Investmentgrade-Rating von BBB besaßen. Die Weltfirma Ford wurde sogar auf Junk-Bond-Niveau herabgestuft. Damit tummelt man sich im Bereich der Ramschanleihen, die bereits über 1,25 Billionen Dollar ausmachen.

Ein nicht geringer Anteil der Anleihen, die noch mit BBB geratet sind, haben einen Verschuldungsgrad auf Junk-Bond-Niveau, was gerade im jetzigen Coronaumfeld dramatisch wird, sie müssten also eigentlich ihr Rating verlieren.

Es gibt bereits seit geraumer Zeit sehr viele Zombieunternehmen (> 12 Prozent). Unternehmen, für die es eigentlich keine allgemein gültige Definition gibt. Die häufigste lautet: Zombies sind Firmen, die über mindestens drei Jahre hinweg nicht in der Lage waren, ihre Zinslast aus dem Gewinn zu zahlen.

Papiere mit einer so geringen Qualität und so hoher Ausfallwahrscheinlichkeit, dass sie viele institutionelle Investoren aufgrund ihrer rechtlichen Vorschriften nicht kaufen dürfen. Oder, wenn Unternehmen aus dem BBB-Bereich absteigen, aus den Depots geworfen werden müssen. Wir werden also möglicherweise bald einen Crash bei diesen Unternehmensanleihen sehen.

In der letzten Woche zeigten es die Aufschläge der US-Untenehmensbonds deutlich: Trotz billionenschwerer Rettungspakete brodelt es am Markt für Unternehmensanleihen. Momentan haben wir bereits Zinsaufschläge im BBB-Bereich von 400 Basispunkten, im High-Yield- Bereich sind es bereits 1000 Basispunkte. Wer soll diese Papiere kaufen?

Dies betrifft gerade viele Unternehmensanleihen aus der hoch verschuldeten Schieferölindustrie. Damit ergibt sich folgende Fragestellung: Kann die US-Notenbank im taumelnden Junk-Bond-Bereich überhaupt unterstützend eingreifen? Wenn das nicht gelingt, sind das die Zutaten für einen weiteren Crash an den US-Aktienmärkten und aufgrund der Leitfunktion des S&P 500 der Anlass für globale Aktienmarktverluste.

Aber für die Entwicklung der Börsen gibt es ein noch wichtigeres Thema:

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