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Italien: Wirtschaftsminister verspricht Geschenke für alle – aber wer zahlt´s?

„Die Tatsache, dass wir Deutschen den Zweiten Weltkrieg gewonnen haben, verdanken wir dem Amerikaner. Seitdem zahlen wir. Wir zahlen alles“. Auch Italien..

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Die neue italienische Regierung will ein Wunder schaffen – nämlich ihre überaus großzügigen Wahlversprechen einzuhalten und gleichzeitig das Defizit unter der 2%-Marke zu halten. Italiens (parteiloser) Wirtschaftsminister Giovanni Tria gilt als eher moderater Vertreter der Koaltion aus Lega und Cinque Stelle, er will das Defizit eigentlich bei 1,5% des BIP halten – sieht sich aber Forderungenn vor allem der Cinque Stelle gegenüber, die das Defizit bei 2% bzw. 2,5% veranlagen wollen. Alles unter der 2%-Defizit-Marke wäre wohl für die Finanzmärkte gut ertragbar – alles über 2%, wie von Di Maio von der Cinque Stelle gefordert, eher nicht.

Die italienische „La Stampa“ berichtet heute, dass Cinque Stelle ein Veto gegen das Budget einlegen könnte, wenn die Grundforderungen der Partei nicht erfüllt werden – so etwa das bedingungslose Grundeinkommen, das ein zentraler Punkt des Wahlprogramms der eher in Süditalien erfolgreichen Partei darstellt.

Schon um die Koalition nicht platzen zu lassen, hat heute Tria in einer Rede alle Forderungen der Cinque Stelle übernommen:

– es werde ein Bürgergeld (bedingungsloses Grundeinkommen) geben in dem morgen vorgelegten Budget

– die Steuern für Unternehmen würden ab 2019 gesenkt

– die Einkommenssteuer werde dann in den Folgejahren gesenkt

– das Renteneintrittsalter müsse gesenkt werden

– die staatlichen Investitionen würden in den nächsten Jahren auf 3% des BIP erhöht werden (eine Reaktion auch auf den katastrophalen Zustand der Infrastuktur in Italien, sichtbar in dem Einsturz der Autobahnbrücke in Genua)

Insgesamt also: Steuern runter, Ausgaben rauf. Aber wie soll das eigentlich funktionieren? Derzeit hat Italien eine Schuldenquote von 130% des BIP – und hat das Glück, dass die EZB unter Mario Draghi die Refinanzierbarkeit dieser Schulden großzügig gewährleistet hat. Aber auch die Geduld der europäischen Notenbank scheint ein Ende zu haben – so hat heute EZB-Chefvolkswirt Praet recht undiplomatisch davon gesprochen, dass er einen großen Unterschied sehe zwischen Kommunikation/Worten und Taten bei der italienischen Regierung. Bums!

Nun aber ist Italiens neue Regierung in dem Dilemma, dass sie entweder liefert, was sie großzügig versprochen hat – oder eben Wort-brüchig wird, wenn diese Versprechen nicht finanzierbar sind. Wird Italien also sowohl die EZB als auch vor allem Deutschland brüskieren?

Sollte Italien aus dem Euro ausscheiden (was Stimmen in der italienischen Koalition schon länger fordern), müßte es – so hat es Draghi vor einigen Monaten klar formuliert – die Target2-Defizite bezahlen. Aber mit was? Mit Lira? Deutschland jedenfalls ist am Verwundbarsten bei einem ja durchaus möglichen Ausscheiden der Italiener aus dem Euro aufgrund seiner massiven target2-Überschüsse – und bliebe dann sehr wahrscheinlich auf eben diesen Forderungen sitzen.

 

(Grafik: Banca d´Italia; durch anklicken vergrößern)

 

Und so wollen wir abschließend Gerhard Polt zitieren aus seinem Stück „Und wer zahlt´s?“:

„Die Tatsache, dass wir Deutschen den Zweiten Weltkrieg gewonnen haben, verdanken wir meiner Meinung nach eindeutig dem Amerikaner. Aber der Amerikaner sagt: ‚I don’t pay!‘ Seitdem zahlen wir. Wir zahlen alles. Die Albaner zahlen wir, damit sie unten bleiben. Wenn sie nach oben kommen, zahlen wir, dass sie wieder nach unten gehen. Brennt in Thailand ein Puff, wir zahlen’s.“

Da zahlen wir doch lieber für Italien, oder?


Von Petar Milošević – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38860057

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Ketzerlehrling

    26. September 2018 13:34 at 13:34

    Wer es bezahlt? Die Frage verstehe ich als rein hypothetisch.

    • Avatar

      Ilse

      26. September 2018 14:20 at 14:20

      Vorsichtige Frage, wann hat Deutschland den zweiten Weltkrieg gewonnen??????????

      • Avatar

        Markus Fugmann

        26. September 2018 14:43 at 14:43

        @Ilse, das ist Satire von Gerhard Polt, und zwar tiefsinnige! Polt spielt dabei darauf an, dass (West-)Deutschland mit Geld sich freikaufte dafür, dass es militärisch nicht vorhanden war, aber von den USA geschützt wurde..

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    Columbo

    26. September 2018 14:04 at 14:04

    Italien ist im Prinzip ein reiches Land und es hat Potential nach oben. Ich wäre da nicht so pessimistisch. Die neue Regierung kann es nur besser machen, schlechter als die vorhergehenden geht nicht mehr. Der Staat ist hauptsächlich bei seinen Bürgern verschuldet und die sind vermögender als in vielen anderen Ländern. Wenn Italien die geplanten Reformen durchzieht und damit sind einige Erleichterungen für Klein-unnd Mittelbetriebe gemeint, dann werden andere Euroländer am Zahltag viel größere Probleme haben, als Italien.

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    asisi1

    26. September 2018 14:15 at 14:15

    Deutschland zahlt doch schon alles und die ganze EU Bande will, das es so bleibt.
    Von den fast 1 Billion Euro Target Salden werden wir nie und nimmer auch nur einen Euro sehen, der der das glaubt muss in die Kirche gehen!

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    Max Müller

    26. September 2018 15:30 at 15:30

    Denke die Wahrnehmung über Italien wird bei uns falsch dargestellt. Zwar ist das Land im Vergleich zu uns reich, aber eine Art Lähmung hat sich bereit gemacht. Der Euro tut Italien nicht gut.
    Die Menschen sind sehr unzufrieden, deshalb auch die derzeitige Regierung.
    Italien könnte wirklich kippen und will sich nicht dem Diktat von Merkel oder der EU unterwerfen.
    Ein Gemisch aus 0% Zinspolitik, Flüchtlingen und Ohnmacht sorgt für Unsicherheit..

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      Columbo

      26. September 2018 16:03 at 16:03

      Derzeit kommen 100(hundert) Flüchtlinge am Tag nach Italien, wenn überhaupt.

      • Avatar

        Petikov

        27. September 2018 00:37 at 00:37

        Richtitsch, was kümmert es die deutsche Eiche, wenn das italienische Sozialsystem paar 1000 (tausend) Peitschenhiebe zusätzlich pro Monat verpasst bekommt. Die deutsche Eiche ist ja so moralisch überlegen und steht ja drüber. Sogar die kleinen Eicheln übernehmen gerne Bürgschaften für bedürftige ähhh was auch immer… Und dann fallen sie aus allen Wolken bzw. von allen Ästen, wenn sie feststellen, dass die Bürgschaft wirklich als solche gemeint war. Wer hätte gedacht, dass eine aufgesetzte, heuchlerische und unreflektierte „Solidarität“ was kosten kann. Ja, gespielt ist es ohne Zweifel. Nur leider ist das Ganze schon lange kein Spiel mehr.

        Wer Italiens Geschenke zahlt ist klar… Aber diesmal finde ich es nicht mal unfair. Aber möglicherweise bewegt sich demnächst was… Das merkel erinnert mich aktuell an einen mittelgroßen Meteoriten beim Eintritt in die Atmosphäre: er brennt, raucht, zischt und zerfällt von allen Seiten und aus allen Löchern, aber er hält bis zum Schluss den Kurs.

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    Koch

    26. September 2018 19:04 at 19:04

    oder den salbungsvollen Worten von tm lauschen!An FMW:Keine Antwort vonnöten.Ich klinke mich aus.Kommt eh besser an,als meine Dauerkritik an den Pseudobörsen und dem momentan vorherrschendem System!Ich melde mich vielleicht wieder,wenn das Merkelregime Geschichte ist,also nach dem neoliberalen Endsieg!So long Fellowa!

    • Avatar

      leftutti

      26. September 2018 21:22 at 21:22

      @Koch, auf alle Fälle Antwort vonnöten!
      Sie verkörpern hier das übliche, klassische, archetypische Schema von reaktionären Trollen: Ein bis zwei Tage als Maulheld die Kommentarfunktionen mit haltlosen Ideologien und populistischen Grundsatzdebatten überfluten und sich nach den Antworten darauf als beleidigter Märtyrer zurückziehen. Noch ein letzter Aufruf an die Kollegen „So long Fellowa!“, und schon werden Fritz, Frank, Dieter und andere große Denker die nächsten Tage das Ruder übernehmen.

      Graduell einigermaßen wirksam, aber langweilig, leicht durchschaubar und sehr, sehr überflüssig.

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    G3ckOoo

    26. September 2018 19:37 at 19:37

    Wer zahlts? Ist doch egal. Die 8 reichsten Menschen vielleicht? Die besitzen nämlich soviel wie die ärmere Hälfte der Menschheit.

    Alle 100 jahre bricht das Finanzsystem aufgrund wachsender Ungleichheit zusammen, da die Schuldenlast zu Gusten weniger Reicher von der Gesamtbevölkerung nicht mehr getragen werden kann.

    Der Euro hält den Laden am Laufen. Vollkommen egal ob die Target2 Salden jemals zurück kommen. Wenn die Ungleichheit nicht angegangen wird fliegt der Laden sowieso in die Luft. Am Ende wird nämlich durch einen Kollaps nur wieder Vermögen und Schulden gleichermaßen getilgt.

    Aufgrund dieser Probleme sieht man auch den Rechtsruck in der Welt. Auch alle anderen Dinge lassen sich ableiten, wie zB Immobilienenblase, Aktien, Flüchtlingsströme, Sozialstaatabbau,…

    https://youtu.be/SSBqeOLs_ds

    • Avatar

      Michael

      27. September 2018 00:41 at 00:41

      @G3ckOoo, nur ein paar rhetorische Fragen:
      Alle 100 jahre bricht das Finanzsystem aufgrund wachsender Ungleichheit zusammen
      Auf wie vielen Jahrhunderten basiert diese Aussage?
      Was meinen Sie mit „Finanzsystem“?
      Gab es um 1820, 1720, 1620 … 1020 bereits Zusammenbrüche des Finanzsystems oder ein Finanzsystem an sich?

      Oder meinen Sie vielleicht lediglich die Ungleichverteilung von Reichtum, Macht und Herrschaft?
      Die ist allerdings noch nie zusammengebrochen, die erweist sich als ein stabiles Naturgesetz menschlicher Gesellschaften. Hier gab es lediglich Verschiebungen von allein herrschenden Monarchen zum Adel, vom Adel zu bürgerlichen Kaufleuten, von den Kaufleuten zu kapitalistischen Gesellschaften bis hin zum derzeitigen globalen Aktien-, Banken- und Börsenwahnsinn.

      Auch vor 3000 Jahren besaßen die reichsten 8 Menschen bereits soviel wie die ärmere Hälfte der Menschheit, wenn nicht mehr. Ebenso zu Zeiten der Bibelüberlieferung, danach im Mittelalter, weiter zu Zeiten der Renaissance, im Barock Ludwigs XIV. und den folgenden Epochen war es nicht viel anders.
      Keine Revolutionen und die daraus hervorgegangenen Heilande, weder Napoleon, Kaiser Fritz und Willi, noch das dümmste brüllende Schwein der deutschen Geschichte konnten dieses Naturgesetz jemals widerlegen.
      Heute sind lediglich die Machtverhältnisse unvergleichlich perfider und verschlungener, die Kommunikationswege komplizierter und verfilzter geworden. Der Bürger (weißer Hautfarbe) darf ein- bis drei Mal pro Jahr per Schulden in Urlaub reisen und sich alle zwei, drei Jahre am neuesten (abgasmanipulierten) SUV aufgeilen.

      • Avatar

        Wolfgang M.

        27. September 2018 07:19 at 07:19

        @Michael. Sehr guter Kommentar, Ich frage mich schon seit Jahren, wie behauptet werden kann, dass es in der Vermögensverteilung in früheren Zeiten einmal anders gewesen sein soll. Denken wir nur an den Adel, der sich über Jahrhunderte seinen „Zehnten“ einkassierte, während das Volk bei regelmäßig auftretenden Missernten verhungerte.
        Der Kollaps von Währungen und Geldsystemen ist doch schon ein finanz-mathematisches Grundthema. Nehmen wir einfach einmal an, Vermögen und Schulden wüchsen um 7% per annum, das ergäbe dann eine Verdoppelung alle 10 Jahre. Welcher Betrag käme dann bereits in hundert Jahren zustande? Klar ist dies ein hoher Zinssatz, aber es ist schon etwas dran, wenn Albert Einstein sagte, für ihn sei der Zinseszinseffekt einer der stärksten Kröfte im Universum – und dies gilt für Vermögen und reziprok auch für Schulden.
        Gruß

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Euro vs US-Dollar: Warum der Euro so abgestraft wurde

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Euro Geldscheine

Der gestrige Handelstag beim Euro zum US-Dollar verlief für viele Händler und Analysten doch ziemlich anders als erwartet. In den Morgenstunden scheinte noch alles nach Plan zu verlaufen. Der Major hat versucht den Widerstand bei 1,0935 nach oben zu durchbrechen. Der Versuch ist gescheitert und der Kurs hat eine kleine Enttäuschung erfahren. Dass aber aus der kleinen Enttäuschung so ein heftiger Absturz wurde, damit haben sicherlich nicht viele gerechnet. Als die Unterstützung bei 1,0912 gebrochen wurde, haben die Bären frische Short-Orders am Markt platziert und der Euro geriet weiter unter Druck. Die Abwärtsbewegung wurde aber hauptsächlich durch den unerwarteten Ölpreis-Anstieg verursacht.

Öl wird in US-Dollar bezahlt, was in der Situation dem Greenback natürlich große Kraft verliehen hat. Der Dollar ist nicht nur gegen den Euro, sondern auch gegen die anderen Majors stark gestiegen. Zwischenzeitlich wurde das Öl (WTI) über 28 USD gehandelt. Der Fördermengenkonflikt zwischen Russland und den Saudis belastet die US-Ölindustrie massiv. Die Experten vermuten den Zusammenbruch der gesamten Branche. Vor allem das Fracking ist viel zu teuer und bereitet den US-Ölproduzenten momentan schlaflose Nächte. Donald Trump versucht zwischen Russland und den Saudis zu vermitteln und teilt per Twitter mit, dass er auf die Kürzung der Fördermenge der beiden Länder hoffe, was sich auf die gesamte Energieindustrie positiv auswirken würde.

Euro zum US-Dollar ist gestern zwischenzeitlich ca. 150 Pips gefallen, und der Kurs notierte im Tief bei 1,0818. In den Nachmittagsstunden, nach der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten, die erneut katastrophal ausgefallen sind, konnte sich der Euro zum US-Dollar wieder stabilisieren. Der Kurs ist in eine enge Seitwärtsrange übergegangen. Am Abend notierte der Euro vs US-Dollar bei ca. 1,0860. Der gestrige Absturz des Euro hat das charttechnische Bild beim EUR/USD gänzlich verändert. Ob der Euro seine Verluste zum US-Dollar vor dem Wochenende wieder gut machen kann, bleibt fraglich. Viele Devisenhändler halten sich vor dem Wochenabschluss zurück, um die Wochenperformance nicht zu riskieren.

Der Ausblick für den Euro vs US-Dollar für heute

Aktuell (Freitagmorgen) notiert der Euro zum US-Dollar bei ca.1,0840. Der Markt verhält sich noch ruhig und die Volatilität ist gering. In der asiatischen Session heute Nacht bewegte sich der Major auch nur seitwärts. Die fernöstlichen Wertpapiermärkte haben leicht negativ performt. Das hat auch für die geringe Volatilität beim Euro vs USD gesorgt. Die Handelsimpulse haben am Markt gefehlt.

Es wird heute von großer Bedeutung sein, ob der Euro die 1,0800 Marke halten kann. Wenn diese Marke bricht, wird der Euro seine Talfahrt vermutlich weiter fortsetzen. Die nächste signifikante Unterstützung befindet sich bei 1,0778. Hier könnte der Kurs eine Pause einlegen. Sollte dagegen das letzte Low von 1,0818 halten, werden die Bären ihre Short-Positionen schließen und die Gewinne von gestern mitnehmen. Das kann den Euro ein wenig entlasten. Der erste wichtige Widerstand befindet sich bei 1,0865. Sollte es dem Euro gelingen, diese Marke zu knacken, kann der Kurs weiter bis 1,0900 steigen. Hier wird es der Major aber heute vermutlich schwer haben, da in diesem Bereich viele Short-Orders platziert werden.

Der Daily Pivot Point beim Euro zum US-Dollar liegt bei 1,0877. Heute Nachmittag, um 14.30 Uhr, wird wieder der große US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Die meisten Händler und Analysten gehen von negativen Zahlen aus. Die Frage wird sein, wie schlecht sie wirklich ausfallen werden und wie viel davon schon im Markt eingepreist ist. Auf jeden Fall sollte man vor dem Wochenende mit großen Schwankungen beim Euro vs US-Dollar rechnen.

Euro vs US-Dollar Chartbild

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Südafrika: Warum der Südafrikanische Rand eine neue Abwertungsphase startete!

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Südafrika Flagge

Der Südafrikanische Rand wertete seit dem Jahr 2000 um mehr als 70% ab. Eine Bonitätsabwertung, verlangsamtes Wirtschaftswachstum in Südafrika, Leistungsbilanzdefizite und nun auch noch das Coronavirus führten in dieser Woche zu einem neuen Allzeittief des Rand. Eine neue Phase der Abwertung startete, und ist für Devisentrader und – Anleger trotzdem schwierig zu handeln!

Schwaches Wachstum und Auslandsverschuldung belasten Südafrika

Südafrika leidet schon seit mehr als einem Jahrzehnt unter einem deutlichen Abwärtstrend beim Wirtschaftswachstum. Konnten vor der Finanzkrise noch Wachstumsraten von 4% bis 6% verzeichnet werden, so sinkt die Wachstumsrate seit dem Ende der Finanzkrise kontinuierlich ab und lag bereits vor dem Ausbruch des Coronavirus mehrmals bei nur noch 0%. Die zyklischen Erholungen führten stets zu Wachstumsraten, die niedriger waren als im vorherigen Zyklus. Für ein Land mit einer Arbeitslosenquote von fast 30% ist abnehmendes Wachstum natürlich fatal. Ohne üppiges Wirtschaftswachstum können nicht die Arbeitsplätze geschaffen werden, die für einen Abbau der Arbeitslosigkeit nötig sind. Es gibt jedoch auch Lichtblicke. So sinkt das Leistungsbilanzdefizit ebenso. Südafrika ist also immer weniger auf ausländische Kapitalzufuhr angewiesen. Gleichwohl ist das Defizit mit derzeit 3% des Bruttoinlandsprodukts immer noch höher als vor 20 Jahren. Zum letzten Mal verzeichnete Südafrika vor mehr als 15 Jahren einen Leistungsbilanzüberschuss.

Bonitätsabwertung führt zu massiv steigenden Zinsen für Südafrika

Ein Problem ist der im Zuge der Coronakrise massiv in die Höhe geschossene Zinssatz für südafrikanische Staatsanleihen. Am Freitag verlor Südafrika sein Investment-Grade Rating für seine Staatsanleihen. Das sorgte für eine Welle an Zwangsverkäufen. Denn viele institutionelle Anleger und Fonds, die ausschließlich in Anleihen hoher Bonität investieren dürfen, mussten die Papiere verkaufen. Und eine weitere Verkaufswelle dürfte in den kommenden Wochen starten, wenn Anleihe-Indizes neu zusammengestellt werden und Südafrika mangels Bonität ausgeschlossen wird. Die Index-folgenden Fonds werden dann auch verkaufen. Bei fallenden Preisen steigt jedoch die Rendite der Anleihen und damit der zu zahlende Zinssatz für neu herausgegebene Anleihen.

Für zehnjährige Anleihen beträgt er inzwischen 11,2% – so viel wie zuletzt im Jahr 2002. Der hohe Zins macht Konjunkturprogramme zwar nicht unmöglich. Doch erstens werden kreditfinanzierte Programme nun teurer und zweitens deutet ein stark gestiegener und so hoher Zinssatz auf mangelnde Risikofreude der Anleger hin. Es wird Südafrika also aller Wahrscheinlichkeit nach nicht möglich sein, Kredite in der für ein üppiges Konjunkturprogramm nötigen Höhe aufzunehmen. Was tun Zentralbanken inzwischen rund um den Erdball in einem solchen Fall? Sie kaufen die Anleihen ihres Staates mit frisch gedrucktem Geld.

Südafrikas positive Handelsbilanz stützt den Rand ein wenig

Das jedoch bringt wiederrum den Wechselkurs unter Druck. Insbesondere bei Ländern wie Südafrika, die auf Auslandskredite angewiesen sind, um ein Leistungsbilanzdefizit zu finanzieren. Der hohe Goldpreis hilft dem ehemals weltgrößten Goldförderer übrigens kaum. Erstens ist die Förderung von Gold im Land in den vergangenen Jahrzehnten kollabiert und konnte nicht durch die Förderung anderer Rohstoffe ausgeglichen werden. Und so ist zweitens der Anteil der Minenförderung am Bruttoinlandsprodukt inzwischen kleiner als der des Transportgewerbes. Trotzdem gelang es Südafrika, eine positive Handelsbilanz aufzubauen. Hilfreich dabei war sicherlich auch der chronisch schwache südafrikanische Rand. Eine schwache Währung reduziert tendenziell die Importe und stärkt die Exporte. Denn Importe werden bei einer schwachen Währung relativ teuer. Umgekehrt sind Exporte aus Sicht der ausländischen Kunden jedoch relativ günstig. Und so erzielte Südafrika im Februar einen der höchsten Handelsbilanzüberschüsse in der Geschichte des Landes.

Hohe Zinsdifferenz macht Short-Positionen im Südafrikanischen Rand schwierig zu traden

Aus Anlegersicht ist der südafrikanische Markt schwierig. Die massiven Abwertungen des Rand entwerten Investitionen in Südafrika. Seit dem Jahr 2000 stieg der Wechselkurs von 6 auf heute mehr als 20 Rand pro Euro. Ein im Jahr 2000 in Südafrika angelegter Euro hätte also Gewinne von mehr als 330% erzielen müssen, nur um die Wechselkursverluste auszugleichen. Angesichts des klaren Abwertungstrends und den durch die Bonitätsabwertung verschlechterten Zugängen zu internationalem Kapital erscheint eine Long-Position im EUR/ZAR aussichtsreich, mit der Sie auf eine weitere Abwertung des Rand gegenüber dem Euro setzen. In dieser Woche wurde das alte Allzeithoch aus dem Jahr 2016 überschritten, so dass nun eine neue Aufwärtsphase begonnen hat. Nachteil einer EUR/ZAR Long-Position ist die hohe Zinsdifferenz zwischen beiden Währungen von mehr als 5%. Das heißt, Sie benötigen mindestens diese Zinsdifferenz als Jahresgewinn, um allein die Zinskosten einer ungehebelten Position auszugleichen. Bei einer gehebelten Position erhöhen sich die Zinskosten um den gewählten Hebel.

Finden Sie beim Klick hier die gestrige Analyse von Hannes Zipfel, warum der US-Dollar noch so stark ist.

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Schweizer Franken vs Euro: Wer wird sich besser behaupten?

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Schweizer Bergpanorama

Wie das aktuelle Chartbild vom Euro zum Schweizer Franken (siehe unten) deutlich zeigt, konnte die europäische Leitwährung ihre Abwärtsbewegung auf dem Niveau von 1,0557 stoppen. Diese Unterstützung war einfach zu stark für den Schweizer Franken, und hier haben die Short-Trader ihre Positionen geschlossen. In der amerikanischen Handelssitzung gestern Nachmittag konnte der Euro nicht nur gegen den US-Dollar, sondern auch gegen den Schweizer Franken eine Erholung erfahren. Die Bullen wurden auf breiter Front aktiv, wovon auch EUR/CHF profitieren konnte (wir besprachen das Währungspaar zuletzt am Montag). Der Kurs hat in den Abendstunden bei ca. 1,0585 notiert. Die 1,0600 Marke konnte zwar nicht getestet werden, aber es ist eventuell nur noch eine Frage der Zeit, bis auch dieses Level erreicht wird.

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Die Corona-Krise breitet sich in Europa weiter aus. Die aktuelle Situation belastet nicht nur den Euro, sondern auch den Schweizer Franken. Das Alpenland steht weiterhin vor großen Herausforderungen, deren Folgen für die Wirtschaft und für die Währung noch nicht absehbar sind. Vor allem die Kleinunternehmer und Solo-Selbständige leiden in der Schweiz unter der Pandemie. In der Landwirtschaft und im Gartenbau rechnen die Experten mit den meisten Verlusten. Viele Kleinfirmen stehen jetzt schon kurz vor dem Konkurs. Es werden zwar auch in der Schweiz Notkredite an die Betroffenen vergeben, doch diese treffen bei vielen auch auf große Kritik. Es geht darum, dass sich die Kredite zu einer Zinsfalle entwickeln könnten, da der Nullzins nur für ein Jahr vorgesehen ist und danach die Zinsen variieren können. Das schreckt natürlich viele Selbständige ab, da sie jetzt noch gar nicht wissen können, ob sie in der Zukunft dazu in der Lage sein werden, die Kredite abzubezahlen.

In der EU sieht die Lage auch nicht viel besser aus. Um die Auswirkungen und die Schäden für die Wirtschaft vor allem in den am meisten betroffenen Ländern wie Italien und Spanien abzufedern, will die EU über ein neues Hilfsprogramm für Kurzarbeit beraten. Die Devisenhändler halten sich beim Euro vs Schweizer Franken noch zurück, und der Kurs bewegt sich in einer engen Range zwischen 1,0557 und 1,0588.

Wird der Schweizer Franken heute wieder steigen?

Aktuell (Donnerstagmorgen) notiert der Euro zum Schweizer Franken bei ca. 1,0578. Die Bullen haben heute schon versucht, den signifikanten Widerstand bei 1,0600 zu erobern. Der erste Angriff ist jedoch gescheitert, und der Kurs hat es nur bis 1,0593 geschafft. Es hat sich im Chart ein Spike ausgebildet, der sich für den Schweizer Franken positiv auswirken kann. Solche Chartmuster deuten oft auf eine Wende hin. Wenn sich die Enttäuschung bestätigt, kann der Euro gegen den Schweizer Franken wieder abwerten. Auf der Unterseite wartet auf den Cross die erste wichtige Unterstützung bei 1,0571. Sollte diese brechen, wird der Kurs vermutlich das letzte Tief bei 1,0557 ansteuern. Dieses Niveau wird aber nicht leicht zu brechen sein, da hier viele Kauforders im Markt platziert sind.

Sollte dagegen die 1,0600 „big figure“ doch noch brechen, werden viele Break-Out Trader ihre Chance auf der Oberseite suchen. Das würde dem Euro gegen den Schweizer Franken weiter stärken. Der nächste wichtige Widerstand befindet sich bei 1,0615. Es ist jedoch fraglich, ob sich der Euro gegen den Schweizer Franken heute durchsetzen wird. Der Daily Pivot Point beim Euro vs Schweizer Franken liegt heute bei 1,0581. Wichtig für den EUR/CHF werden heute auch die US-Arbeitsmarktdaten sein, die um 14.30 Uhr veröffentlicht werden. Es kann zu einer Korrelation zu EUR/USD kommen. Wer heute den Cross handeln möchte, sollte also auch die Entwicklung von EUR/USD parallel mitverfolgen.

Euro vs Schweizer Franken im Kursverlauf

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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