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Exklusiv-Interview mit Florian Homm: „Unser Finanzsystem – Tod auf Raten oder Implosion“

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Florian Homm war eine Größe in der Hochfinanz: extrem erfolgreich vor allem durch Short-Spekulationen, spielte er in der Champions League der Finanzmärkte. Dann der Absturz – die Vorwürfe gegen ihn dürften bekannt sein und müssen hier nicht noch einmal thematisiert werden. Nach dem Motto „Ist der Ruf erst runiert, lebt es sich gänzlich ungeniert“ hat Homm ein Buch geschrieben mit dem Titel „“Endspiel. Wie Sie die Kernschmelze des Finanzsystems sicher überstehen“. Es zählt zum Besten, was ich bisher gelesen habe. Kurz, knackig, Meinungs-freudig, allgemein-verständlich ohne zu banalisieren. Für Homm ist eines klar: unser Finanzsystem wird implodieren – oder einen langsamen Tod sterben.

Florian Homm 1
(Für das Foto danken wir Michael Uhlemann)
Im Gegensatz zu anderen „Crash-Autoren“ bietet Homm auch Lösungen an – originelle Lösungen. Was die Aussagen Homms so wertvoll macht, ist, dass ein absoluter Insider, der im Zentrum des „Geldadels“ war, nun als Außenseiter schreibt, der nichts mehr zu verlieren hat. Wenn Wahrheit entstehen kann, dann aus einer solchen Konstellation!

 

1. Finanzmarktwelt.de: Herr Homm, in Ihrem Buch „Endspiel. Wie Sie die Kernschmelze des Finanzsystems sicher überstehen“ antizipieren Sie den baldigen Crash eben dieses Finanzsystems. Nun haben die Finanzmärkte seit Jahresbeginn eine crashartige Bruchlandung erlebt. Ist das bereits der Beginn des“Endspiels“? Warum wird es zwangsläufig zu diesem Endspiel kommen müssen?

Florian Homm: Es gibt nur zwei mögliche Szenarien. Ein relativ abrupter Crash oder die Japanische Konstellation. Das Letztere bedeutet null Wachstum, null Zinsen verbunden mit einem konstanten Anstieg der Staatsverschuldung und einer schwachen Währung: also ein langsamer Tod auf Raten. Ich tendiere momentan eher zum Implosions Szenario, da die Gefahrenherde an Frequenz, Dimension und Vehemenz deutlich erkennbar zunehmen. Damit meine ich, unter anderem, Problem-Banken, Emerging Market Debt, Insolvenz- und Bankrottrisiken und so weiter. Es gibt keine Alternative zu diesen beiden Szenarien. In der gesamten Weltwirtschaftsgeschichte – bei derartig hohen Schulden verbunden mit wertlosem „Papiergeld“ –  gab es noch nie eine andere Lösung als massive Repression, Geldentwertung und sehr oft radikale Währungsreform. 

2. Finanzmarktwelt.de: Sie sprechen in Ihrem Buch vom Irrtum der Notenbanker, die durch Gelddrucken die Deflation nicht aufhalten können, weil sie das zurückhaltende Konsumverhalten der alternden Babyboomer nicht einkalkulieren. Noch wesentlicher aber scheint uns der deflationäre Druck der globalisierten Internetökonomie, durch die zahlreiche Branchen dem Untergang geweiht sind und globaler Abwärtsdruck auf Löhne entsteht. Sind die Notenbanker schlicht ideologisch zu verbohrt, um sich einzugestehen, dass Negativzinsen oder QE die Probleme gar nicht beheben können?

Florian Homm: Ich möchte jetzt nicht die diversen Kausalitäten der Deflation gewichten, aber Ihr Argument, dass das Internet ein Inflationskiller ist, hat selbstverständlich Hand und Fuss. Die „Notenbankster“ leiden unter diversen Störungen:

Einerseits sehen sie sich als allmächtige Weltretter. Nur durch ihr Einschreiten konnte das System 2008 / 2009 vor dem Kollaps gerettet werden. Das ist grober Unfug. Gelegentlich muss ein faules und infiziertes System bereinigt werden. Diese systemischen Fehler nicht zu beheben oder zu behandeln, vergrößert nur das zukünftige Debakel. Störung Nummer 1: Größenwahnsinn und Selbstüberschätzung.

Andererseits sind die meisten Notenbanker ehemalige Banker und dienen primär Ihren ehemaligen Kollegen und Arbeitgebern. „Man weiss ja nie“, denken die sich. Es kommt sehr häufig vor, dass ehemalige Notenbanker wieder im Investment Banking Fuss fassen wollen. Die FED, die amerikanische Notenbank, ist im Privatbesitz diverser Banken. Die EZB und FED werden von ex Goldman Leuten geführt. Diese Damen und Herren orientieren sich doch nicht an den Bedürfnissen der breiten Masse. Störung Nummer 2: Nepotismus und erhebliche Interessenkonflikte.

Die Zukunft der Menschheit wird aktuell auf Basis von theoretischen ökonomischem Modellen a la John Maynard Keynes durch analytisch, emotional und wissenschaftlich  überforderte Theoretiker determiniert. Zudem werden Massnahmen ergriffen, die seit über 2 Jahrzehnten in Japan nichts gebracht haben und zur eklatanten, destruktiven Überschuldung geführt haben. 2 Jahre NIRP (negative interest rate policy) in Europa, und 8 Jahre ZIRP (zero interest rate policy) in den USA zeigen deutlich, dass diese Massnahmen gescheitert sind. Wer das nicht glaubt, sollte sich mal etwas genauer die lockere Geldpolitik der Bank of Japan seit dem grossen Nikkei Crash vor mehr als 20 Jahren anschauen. Störung Nummer 3:

Stupides, blindes, rechthaberisches Festhalten an rein theoretischen, eindeutig gescheiterten Konzepten. Das kann man auch Verbohrtheit nennen.

3. Finanzmarktwelt.de: Sie schreiben, dass der „Geldadel“ der faktische Machthaber sei, Politiker nur die Marionetten. Sie waren einst sehr reich und Teil dieses Geldadels – können Sie diese These illustrieren, etwa durch persönliche Erfahrungen, die Sie gemacht haben?

Florian Homm: Diese Netzwerke laufen auf nationaler, regionaler und globaler Basis. Bekannte globale Gremien für die Politik und den Geldadel sind die Bilderberg Stiftung und zum Teil auch das World Economic Forum. Man muss auch unterscheiden zwischen dem hochsituierten Management und den sehr großen Aktionärsgruppierungen und globalen Unternehmern. Die Letzteren haben viel mehr Macht. Einige Financiers, Hedge Fund Manager gehören auch zum Geldadel. 

Schauen Sie sich einfach die Namen der 2000 reichsten Weltbürger an oder die wesentlichen Eigentümer der 2000 größten börsennotierten Unternehmen. Diese „Player“ kommunizieren exzellent untereinander, um das Spielfeld so vorteilhaft zu gestalten wie möglich. Dazu gehören massive Lobby-Ausgaben. Es gibt eine bemerkenswerte Analyse, die zeigt, dass die 30 amerikanischen Unternehmen, die am meisten in den Lobbyismus investieren, in der Summe überhaupt keine Steuern zahlen. In den USA sind die Republikaner und Demokraten von verschieden Unternehmensgruppierungen mehr oder weniger legal gekauft. Die Wahlen sind somit reine Illusionen der Demokratie. Der Wähler kann nur entscheiden welche Lobby- Gruppe er wählt. Bei uns ist das leider auch zunehmend so. 

In diesem Umfeld bewegte ich mich als relativ kleiner, aufstrebender Hai, eher projektspezifisch als Investment Banker, Wagniskapital Financier oder Hedge Fonds Manager. Zugang zu sehr wichtigen Playern hatte ich schon, auch privat. Einige der Spielwiesen um diese Kontakte zu hegen und pflegen sind Porto Cervo, St. Tropez, Sankt Moritz, den Hamptons, London, New York, Moskau, St. Bartholomew und so weiter. Über die Namen meiner aktuellen und ehemaligen Kunden rede ich seit drei Jahrzehnten nicht. Politisch habe ich die Präsidentschaftswahl der Staatspräsidentin von Liberia und Nobelpreisträgerin Ellen Sirleaf Johnson unterstützt. In Deutschland habe ich einen Beitrag zur Sanierung der sehr maroden Finanzlage der FDP geleistet. 

4. Finanzmarktwelt.de: Wir erleben derzeit einen regelrechten Kontrollverlust der Notenbanken und anderer zentraler Akteure des Finanzsystems: so führte etwa die Bank of Japan Negativzinsen ein, und dennoch erlebt der Yen eine Art „Aufwärts-Crash“. Big Player wie Goldman Sachs machen riesige Trading Verluste, weil ihre Trades auf dem Glauben an die Allwirksamkeit der Notenbanken aufgebaut waren. Sie haben immer noch Kontakt zu Mitgliedern des Geldadels – herrscht in diesen Kreisen bereits Panik?

Florian Homm: Nicht alle Mitglieder des Geldadels sind bornierte, seelenlose, raffgierige Vollidioten. Mittlerweile verstehen recht viele Player, dass dieser endlose Raubzug des Kapitals wenig Glück und Erfüllung bringt. Viele lateral denkende und smarte Mega-Reiche sehen das Debakel und die Geldschmelze als Chance, und sind mit ihren Milliardenvermögen zunehmend marktneutral oder tendenziell short positioniert. Leverage wurde reduziert und  minderwertige Assets abgestossen. Panik gibt es natürlich auch, prinzipiell bei den Akteuren, die an die Notenbank-Allmacht geglaubt haben oder an Ihre Investment-Banker.

5. Finanzmarktwelt.de: Sie schreiben: „Das Pulver ist bereits verschossen. Das System muß sich endlich auskotzen und dann von Grund auf wieder rekonstruieren(..). Griechische Zutände sind dann, selbst bei uns in Deutschland, unvermeidbar“. Dagegen glaubt die überwältigende Mehrheit der Deutschen noch, sie lebten auf einer Insel der Glückseligen und fühlen sich nur durch ein paar Flüchtlinge gestört. Wie wird in Deutschland die Bevölkerung reagieren, wenn sie dann schließlich ahnt, was auf siezukommen wird? Teilen, Verzicht, Demut – all das scheint für 99% unserer Gesellschaft doch noch sehr weit weg zu sein..

Florian Homm: Schauen wir uns doch mal unsere Exporte an. Über die Hälfte geht nach China, in Entwicklungsländer und Problemstaaten in der EU. Die Wirtschaft in den USA wird seit fast 8 Jahren mit der größten Marktmanipulation der Weltgeschichte künstlich aufgepäppelt. Das funktioniert nicht ewig, wie bereits deutlich zu erkennen ist.

Bei einer wirtschaftlichen globalen Capex (Capital Expenditure) Rezession oder Depression, wer soll denn dann noch Engineering made in Germany kaufen? 

Deutschland profitiert derzeit von niedrigen Zinsen, niedrigen Öl/Rohstoff (Input) Preisen und einem recht schwachen Euro. Besser kann es nicht laufen. Noch läuft die Binnenkonjunktur noch gut, aber viele Mikrozahlen indizieren bereits eine dramatische Verlangsamung im Export. Glauben Sie der Baltic Freight Index oder der Bloomberg Commodity Index lügt? Es riecht förmlich nach einer globalen Rezession. Seit dem Sommer 2016 empfehlen wir unseren Kunden: Sell on the good news, go away and do not come back for a very, very long time. Uns steht ein Paradigmen-Wechsel bevor, und die Epoche des ungedeckten Papier Geldes geht nach 44 Jahren seinem Ende zu. Und vor diesen bedrohlichen Megatrends soll Deutschland isoliert sein? Please!!

 

6. Finanzmarktwelt.de: Sie sagen, Sie seien nun viel glücklicher als zu den Zeiten, als Sie reich, aber als workaholic extrem gestreßt waren. Damals, so sagen Sie, dienten Sie nur dem Mammon, nun dem Menschen. Hatten Sie eine Art „Saulus zum Paulus-Erlebnis“? Brauchte es eine Art „persönlichen Crash“, wie Sie ihn erlebt haben, um zu dieser Einsicht zu gelangen?

Florian Homm: Meine Bekehrung war graduell, aber es gab auch einige Schlüsselergebnisse. Irgendwann habe ich Jesus und Maria gebeten mich zu Ihnen zu nehmen oder mir die Möglichkeit zu geben Ihnen zu dienen. Meine Gebete wurden erhört. Ich war der erste Auslieferungshäftling, der seit 3 Jahrzehnten nicht von Italien in die USA ausgeliefert wurde. Ich empfehle Ihnen 225 Jahre Knast oder das Testimonial auf meiner persönlichen Webseite (www.florianhomm.org) zu lesen. 

7. Finanzmarktwelt.de: Eine Fernsehdokumentation über Sie hatte den Titel „Der Kapitalist Gottes“, unter Anspielung auf Ihre Hinwendung zum Christentum. In Ihrem Buch aber schreiben Sie, dass Sie „Die Linke“ wählen werden. Warum? Schließlich dürfte das für die mittelständischen Unternehmer, die Sie als Garanten des Wohlstands in Deutschland beschreiben, das Leben deutlich erschweren..

Florian Homm: Die Frage macht Sinn, denn die nahezu totale Erbschaftssteuer, die die Linke propagiert, fördert die amorphen, globalen, übermächtigen, steueroptimierten Konglomerate. Auch beim Thema Wagniskapital ist die Linke dünn besetzt. Aber was Banken-Regulierung, Währungspolitik, TTIP, die gesunde Streuung von Vermögenswerten und Wirtschaftsprognosen betrifft, sind Gysi und Wagenknecht weitaus kompetenter als CDU, CSU und SPD Bürokraten. Nur die Linke weist zur Zeit effektiv auf gravierende fundamentale Fehler in unserer Finanz und Wirtschaftspolitik hin. Eine stärkere Linke ist dringend notwendig, damit die Bürger ein fundiertes, analytisches Pendant zur Propaganda der Regierenden und des Geldadels haben. 

Endspiel

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Gabriel Scheer

    17. Februar 2016 13:46 at 13:46

    Die unterschiedlichen Korrekturmöglichkeiten sind interessant. Wenn man den Charakter der Angelsachsen betrachtet, stimme ich der These eines abrupten Absturzes zu. Also man stelle sich vor, alle Trader wollen mit einem Schlag durch die selbe Tür – Das wird interessant

  2. Avatar

    leser

    17. Februar 2016 14:24 at 14:24

    Sehr interessantes Interview.
    Angesichts der persönlichen Situation kann ich die Hinwendung zum Glauben nachvollziehen. Dazu passt die Präferenz für die Linkspartei. Auch die Sozialisten verkünden ja eine Glaubensbotschaft. Religion und Sozialismus führen aber regelmäßig zu totalitären Strukturen und Unterdrückung von „Andersgläubigen“. Als metaphysische Gebilde verschließen sie sich der Vernunft und der Ratio. Im übrigen will auch Frau Wagenknecht am Falschgeldsystem m.W. nichts ändern.

  3. Avatar

    Judas

    17. Februar 2016 17:31 at 17:31

    Interessantes Interview.

    Ein unabhängiges Interview liest sich aber anders.

    Klar vetritt FMW die Meinung von Herrn Homm. Das ist ja in Ordnung, es geht da nicht um richtig oder falsch.

    Aber wenn man gleichzeitig den Anspruch hat, kein Mainstream-Medium zu sein, dann muss man auch Dinge kritisch hinterfragen und darf nicht die Antworten schon in die Fragen legen.

  4. Avatar

    Topkiter

    25. Februar 2016 18:28 at 18:28

    ich tu mich sehr schwer auf jemanden zu hören, der nachgewiesenermaßen sein eigenes und das von anderen anvertraute Kapital bereits so an die Wand gefahren hat wie ein Herr Homm. Die Tatsache, daß er extrem religiös ist und die Linken wählt macht das ganze in meinen Augen nicht besser und zeigt ein verblüffendes Mass an Logikverdrängung. Es ist eine Sache, auf diese Weise seine eigene Vergangenheit aufzuarbeiten, aber man soll dann bitte nicht als Messias der Finanzwelt ins Feld ziehen, einfach nur peinlich.
    Dazu kommen auch deutliche Schwächen in der Argumentation. Die „Papiergeldendzeitstimmungspropheten“ machen immer den gleichen Fehler. Sie beten gleichzeitig Währungsreform etc. herbei und andererseits schlagen sie vor, Aktien etc. zu verkaufen. Aber was mach ich dann mit dem Cash wenn ich meine Aktien verkauft habe ?
    Behalte ich lieber Geld was anschließend wertlos wird oder einen Anteil an einer Firma die es auch NACH dem Crash noch geben wird. Auch nach der Krise werden die Menschen weiter fressen, wohnen, Auto fahren etc.
    Viel interessanter anstatt Dinosaurier wie Homm zu Wort kommen zu lassen wären mal Diskussionen darüber, ob nicht ein System, bei dem der Staat seine Ausgaben direkt aus der Notenpresse gestalten kann, eventuell doch stabil funktionieren kann.
    Letztendlich sind wir auf dem Weg dort hin.
    Es ist ein kompletter Irrglaube zu meinen, die Mittel der Zentralbanken wären mit dem Ankauf von Staatsanleihen am Sekundärmarkt erschöpft. Wir stehen da wohl erst am Anfang.

  5. Avatar

    Phil

    20. März 2016 20:58 at 20:58

    Vermögenswerte müssengeschützt werden. Alle Zeichen stehen auf Krise.

  6. Avatar

    Rlee

    27. Oktober 2016 03:04 at 03:04

    „Nur die Linke weist zur Zeit effektiv auf gravierende fundamentale Fehler in unserer Finanz und Wirtschaftspolitik hin. “

    Die AfD hat ebenfalls das Finanzsystem auf dem Schirm. Unter Punkt 11.11 findet man „Geldsystem überdenken, Gold heimholen“ im Parteiprogramm

  7. Pingback: DIW Prof. Fratzscher - GoMoPa - NewsConfidential News Abzocker |

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff-Montag 3.0

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Den dritten Montag in Folge veröffentlicht ein Pharmahersteller einen konkrete Impfstoff-Meldung.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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SAP nach Kurssturz antizyklisch kaufen? – Werbung

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Lieber Börsianer,

das war nicht das Gelbe vom Ei, liebe SAP! Während die US-Konkurrenz in den Coronazeiten mit Cloud und anderen digitalen Anwendungen punktet, tritt die europäische Branchengröße auf der Stelle. Unter dem Strich sank der Umsatz um 4 %, während der operative Gewinn sogar um 12 % schrumpfte.

Offensichtlich sind die schwachen Quartalszahlen keine Eintagsfliege. So hat man die Umsatz- und Gewinnprognosen auch für die Jahre 2021 und 2022 gleich nach unten korrigiert. In der Folge erlebte die Aktie einen mächtigen Ausverkauf und verlor zeitweise über 20 % ihres ursprünglichen Wertes. Das kommt einem mittelprächtigen Erdbeben gleich.

Wo hakt es bei der SAP, warum kann das Unternehmen aus Walldorf zunächst nicht an die starken Wachstumsraten der vergangenen Jahre anknüpfen? Ich sehe drei Faktoren:

1)
Negative Währungseffekte: Die Dollarschwäche bzw. Eurostärke hat die Gewinnentwicklung spürbar belastet. Die US-Konkurrenz hingegen profitiert vom weichen Dollar.

2)
Das Covid-Virus: Die Software-Palette des Unternehmens ist nur eingeschränkt Corona-fest. Ein Beispiel: Mit der SAP-Software Concur planen die Unternehmenskunden der SAP Dienst- und Geschäftsreisen ihrer Mitarbeiter. Es bedarf keiner besonderen Erklärung: Diese Anwendung war in diesem Jahr kein Verkaufsknüller, sondern schlichtweg überflüssig.

3)
Schwächen in der Cloud: Aus der Branche hört man, dass SAP derzeit Defizite im Cloud-Geschäft hat. Die Kunden streben in die Cloud, allein SAP konnte nicht immer liefern. Hier gilt also: US-Konkurrenten wie Oracle und Salesforce haben hier die Nase vorne. Deshalb schwächelt das Neugeschäft der SAP.

Gleichwohl haben die Investoren – wie so oft – das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Der Kursrücksetzer war zwar notwendig, aber in seiner Dimension stark übertrieben. SAP verfügt über eine treue Kundenbasis. Rund 74 % des Umsatzes beruhen auf langfristigen Software-Verträgen. Mit anderen Worten: Das Unternehmen wird auch künftig gut verdienen und verfügt über die Mittel, um den technologischen Rückstand im Cloud-Geschäft wettzumachen.

Trotzdem: Kurzfristig ist die SAP-Aktie sicherlich noch kein Kauf. Wie gesagt es wurde schon Porzellan zerschlagen und Vertrauen verloren. Das deutsche Software-Unternehmen muss sich also nun…..

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Achtung Trader: Deutsche Börse führt „Xetra Trade-at-Close“ ein

Claudio Kummerfeld

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Achtung Trader! Ab 24. November bietet die Deutsche Börse für Trades über Xetra eine neue Handelsmöglichkeit an, die „Xetra Trade-at-Close“ Order. Sie bietet laut aktueller Aussage der Deutschen Börse eine zusätzliche Möglichkeit für Handelsteilnehmer zum offiziellen Schlusskurs zu handeln. Der Service steht dann für alle Wertpapiere im Xetra-Handel zur Verfügung. Hier die Details zu dem neuen Angebot im Wortlaut von der Deutschen Börse:

„Schlussauktionen gelten als Säule der Marktstabilität und des Anlegerschutzes. Sie bündeln die Liquidität pro Wertpapier zu einem Zeitpunkt und gewährleisten eine effiziente Preisbildung unter Berücksichtigung aller relevanten Informationen. Xetra Trade-at-Close adressiert die wachsende Nachfrage nach Orderausführungen am Ende des Handelstages“, sagt Michael Krogmann, Geschäftsführer der Frankfurter Wertpapierbörse.

Der neue Service bietet verschiedene Vorteile: Mit Xetra Trade-at-Close können Marktteilnehmer Aufträge auch nach Ende der Schlussauktion auf Xetra eingeben. Sie profitieren davon, zu einem festen Preis zu handeln, ohne an der Preisbildung in der Schlussauktion teilzunehmen. Außerdem erhalten sie eine zusätzliche Möglichkeit, Positionen vor Ende des Handelstages zu schließen und dabei mit zusätzlicher Liquidität im börslichen Handel zu interagieren.

Wird die Option Trade-at-Close für eine Order ausgewählt, werden Aufträge, die in der Schlussauktion nicht ausgeführt wurden, automatisch in die Trade-at-Close-Phase übertragen. Während der Trade-at-Close-Phase können auch neue Orders eingegeben werden. Der Schlusskurs wird vor allem von Buy-side-Kunden wie Pensionskassen oder Investmentfonds zur Berechnung von Portfoliorenditen, zur Bewertung von Investmentfonds und als Grundlage für viele Derivategeschäfte verwendet.

Xetra-Bildschirme der Deutschen Börse
Xetra-Bildschirme. Foto: Deutsche Börse AG

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