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Indizes

Extreme Positionierungen an den Märkten!

Die „Investment-Herde“ sitzt im selben Boot – das geht solange gut, bis es nicht mehr gut geht..

Markus Fugmann

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Die derzeitige Positionierung an den Märkten ist laut COT-Daten, die die Positionierungen von Tradern an den Future-Märkten erfassen, extrem einseitig – und erreicht teilweise, gerade was US-Staatsanleihen betrifft, neue Allzeitrekorde. Und das in einem Umfeld, das durch die Krisen der Emerging Markets-Währungen ohnehin als „nervös“ bezeichnet werden kann.

Offenkundig ist die Grundannahme der „Investment-Herde“ im Vorfeld des Fed-Protokolls am Mittwoch und der Rede von Fed-Chef Powell am Freitag in Jackson Hole, dass die Fed auf ihrem Zinsanhebungskurs bleiben wird und die Reduzierung der Bilanzsumme der Notenbank planmäßig weiter geht. Vieles spricht ja dafür – angesichts der aktuellen Lage in den USA mit steigender Inflation und einer durch die US-Steuerreform latent überhitzender US-Wirtschaft ist der Spielraum für die Fed sehr viel kleiner, als er noch im Jahr 2013 war, als die US-Notenbank mit Rücksicht auf die Schwellenländer von einer Straffung der Geldpolitik noch Abstand genommen hatte.

Dass die Fed diesmal „ihr Ding durchzieht“ – genau darauf wird nun geradezu massenhaft spekuliert. Das wird zunächst sichtbar in den Positionierungen im US-Dollar, die nun so bullisch sind für den Greenback wie seit 20 Monaten nicht mehr. Erstmals seit Mai 2017 besteht etwa kein Überhang mehr an Long-Positionen im Euro zum Dollar – hier haben viele mit dem Rückgang des Kurses der Gemeinschaftswährung wohl die Reißleine gezogen. Aber auch gegenüber allen anderen wichtigen Währungen ist die Positionierung nun „pro Dollar“.

Besonders auffallend sind aber die Short-Quoten auf US-Anleihen, die bei der 10-jährigen US-Anleihe sowie bei der Anleihe mit der längsten Laufzeit, die die USA begeben, der 30-jährigen Anleihe, auf neue Allzeithochs gestiegen sind in dieser Woche (die Ermittlung der COT-Daten erfolgt immer am Dienstag, ist also knapp eine Woche alt, die Daten werden dann am Freitag veröffentlicht). Wer eine Anleihe shortet, erwartet einen Anstieg der Renditen, geht also davon aus, dass die „Zinsen“ weiter steigen für US-Anleihen. Genau das aber ist – trotz der stark steigenden US-Verschuldung und dem immer höheren Emissionsvolumen von US-Anleihen, um diese Verschuldung zu refinanzieren – nicht passiert: so notiert die 10-jährige Anleihe bei 2,85% und bewegt sich seit Wochen eher wenig von der Stelle.

Nun ist es an den Märkten häufig so, dass die Mehrheit auf dem falschen Fuß erwischt wird mit ihrer Spekulation, auch und gerade weil diese Spekulation so furchtbar logisch erscheint (in diesem Fall: dass die Renditen für US-Anleihen steigen). Da die US-Staatsanleihen als sicherer Hafen gelten, könnten neue Turbulenzen – ausgelöst durch Tumulte in Sachen Schwellenländer oder durch andere Faktoren) – zu einer Flucht in sichere Häfen führen, als die bekanntlich (ob zurecht oder unrecht) US-Staatsanleihen gelten. Faktisch ist eine extrem einseitige Positionierung immer ein Risikofaktor, weil eine Stoploss-Lawine droht, wenn sich der Markt doch unvorhergeseneherweise in die entgegengesetzte Richtung entwickelt als die Spekulanten erwarten.

Das gilt auch und gerade für den VIX, also die als Future handelbare Volatilitätserwartung für die S&P500-Aktien in den nächsten 30 Handelstagen. Bekanntlich war es der Schiffbruch der lange Jahre ausgeübten Praxis, dass die Volatilität stets fällt, die einen Flash-Crash an den US-Aktienmärkten Anfang Februar ausgelöst hatte – Short-VIX-Positionen mußten damals in großem Umfang liquidiert werden und verstärkten damit den Abverkauf an den US-Aktienmärkten (der Dow Jones verlor in wenigen Minuten damals 800 Punkte). Nun aber liegt aktuell die Short-Quote im VIX so hoch wie seit neun Monaten nicht mehr – ein Anstieg der Volatilität wäre also wieder der Weg des größten Schmwerzes für viele Spekulanten! (Hinweis: die genauen COT-Daten sehen Sie hier bzw. können Sie sich diese Daten dort auch herunterladen).

Die COT-Daten sowie die derzeitige Lage an den Märkten diskutieren die Saxo-Banker Peter Garnry, John Hardy und Ole Hansen in diesem aufschlußreichen Video:


Die Wall Street mit der NYSE
CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=243386

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Bitcoin

Dow 30.000 Punkte, Bitcoin mit Aussicht auf 20.000 – Ideen für Pfund und Hewlett Packard

Redaktion

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Der Dow Jones ist diese Woche über 30.000 Punkte geklettert, ein Rekordhoch! Die aktuelle Lage und die Aussichten bespricht Manuel Koch im folgenden Video mit einem Experten. Ebenfalls ein wichtiges Thema im Video ist die seit Wochen vorhandene Euphorie im Bitcoin, auch wenn die Volatilität groß ist. Hier sei die Chance auf einen Anstieg Richtung 20.000 Dollar vorhanden (aktuell 17.192 Dollar). Aber dann könne es bei dieser runden Marke aus psychologischen Gründen zu Gewinnmitnahmen kommen.

Auch im Video besprochen werden aktuelle Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Das britische Pfund könne man gegen den US-Dollar kaufen über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Ebenso könne man derzeit über eine Stop-Buy-Order auf steigende Kurse in der Hewlett Packard-Aktie setzen. Beide Ideen werde im Video konkret begründet.

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Aktien

Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

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Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

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Finanznews

Aktienmärkte: Wichtige Botschaften! Videoausblick

Die Aktienmärkte heute aufgrund des US-Feiertags wohl eher ruhig. Aber es gibt heute dennoch sehr wichtige Botschaften für die Zukunft!

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte dürften heute aufgrund des US-Feiertags Thanksgiving einen ruhigen Handelstag vor sich haben. Aber es gibt dennoch sehr wichtige Botschaften, die das größere Bild in den nächsten Tagen und Wochen prägen sollten: so dürfte die Fed Änderungen bei Anleihekäufen vornehmen (operation twist) und denkt bereits über Tapering (Reduzierung des Kaufvolumens) nach. China dagegen will bereits die Stimulus-Maßnahmen zurück fahren. Und Italien will von der EZB einen Schuldenerlass – das ist der Beginn von Forderungen, die ausufernden Schulden einfach zu streichen (aber wer hat dann den Schaden?). Kann der Dax ohne die US-Indizes heute Dynamik entwickeln? Ohne die Aktienmärkte der USA ist Europa aber wohl allein zu Haus – und langweilt sich..

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