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Anleihen

EZB: eine Blase reicht wohl nicht..

Die EZB hat nun neben den Staatsanleihen eine zweite Blase erzeugt. Es ist eine Reise ohne Rückfahrschein – und wird ganz ganz sicher gut enden..

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Wir haben schon mehrfach gezeigt, dass im Gegensatz zu der ständigen Behauptung der EZB, die ultralaxe Geldpolitik der Notenbank faktisch nicht die Effekte hat, die sich die Notenbank erwartet hatte. Dafür hat die EZB in Kauf genommen, dass ihre Bilanzsumme steil anwächst – und vor allem die europäischen Staatsanleihen in einer bislang ungekannten Blasenbildung jedes Maß an Rationalität eingebüßt haben. Derzeit rentieren europäische Staatsanleihen im Volumen von 2,6 Billionen (!) Euro mit Negativrendite, und es stellt sich die bange Frage, was passieren wird, wenn die EZB ihr QE reduziert – oder gar ganz aussteigt. Ein Crash der Blase?

Und so entsteht mithin die Frage, ob und wie die EZB überhaupt aussteigen kann aus einem Zug, der mit vollem Tempo in den Wahnsinn steuert. Wie groß dieser Wahnsinn des QE ist, wird vor allem beim Vorreiter des gigantomischen QE sichtbar, bei der Bank of Japan: wenn die japanische Notenbank mit dem gegenwärtigen Volumen von Käufen im Volumen von 80 Billionen Yen pro Jahr weiter macht, würde sie bereits im Jahr 2023 100% aller japanischen Staatsanleihen besitzen! Nein nein, es handelt sich hier sicher nicht um die Monetarisierung von Schulden – es ist das Prinzip: Schulden machen durch den Staat, und diese Schulden umbuchen in die Bilanz der Notenbank, die wiederum ein staatliches Organ ist.

Zurück zur EZB. Neben den Käufen von Staatsanleihen ist die EZB ja schwer aktiv bei den Käufen von europäischen Unternehmensanleihen. Seit das Programm startete, hat die EZB größere Volumina gekauft als erwartet – nämlich 7,4 Milliarden Euro pro Monat, die Erwartungen lagen bei höchstens fünf Milliarden Euro pro Monat. Und weil die Nachfrage der EZB groß ist, sinken die durchschnittlichen Renditen für diese Unternehmensanleihen konstant weiter: derzeit durchschnittlich auf 0,75%, im Vormonat waren es zwischenzeitlich sogar nur 0,59%. Inzwischen rentieren Unternehmensanleihen im Volumen von 32 Milliarden Euro negativ.

Da die EZB auch bei Unternehmensanleihen nur das kaufen kann, was nicht mit weniger als -0,4% rentiert (also dem Einlagesatz), gibt es bereits einige Anleihen von Unternehmen, die schon tiefer rentieren und daher von der EZB nicht mehr gekauft werden können.

Aber noch ist reichlich Kaufbares vorhanden – insgesamt könnte die EZB derzeit noch Unternehmensanleihen im Volumen von 681 Milliarden Euro kaufen – das würde bei gegenwärtigen Kaufvolumen der Notenbank (und unter der Annahme, dass die Renditen sich nicht verändern würden) für knapp 100 Monate reichen. Aber die EZB wäre dann eben auch der fast alleinige Gläubiger größerer europäischer Firmen – eine absurde Vorstellung.

ezb-fuehrungsgremium
Bald größter Gläubiger europäischer Unternehmen? Die EZB
Foto: EZB

Für viele Investoren waren die Unternehmensanleihe-Käufe der EZB ein Geschenk: als die Notenbank ihre Absicht bekannt gab, Unternehmensanleihen zu kaufen, investierten viele institutionelle Investoren im Vorfeld in diese Unternehmensanleihen und machten so Profite.

Aber dieses „easy game“ ist nun weitgehend vorbei. Pensionskassen oder andere Institutionen, die ihren Kunden feste Renditeversprechen gegeben habe, werden es 2017 deutlich schwerer haben noch irgendwelche Renditen zu erzielen. Derzeit herrscht der Glaube vor, die Käufe der EZB werden endlos weiter gehen – Risiken werden daher komplett ausgeblendet. Man diskutiert derzeit nur, ob und wann die EZB das Volumen der Käufe etwa auf 10 Milliarden Euro pro Monat erhöht – und übersieht dabei, dass die ersten Andeutungen der Notenbank, dass das QE reduziert werden könnte, eigentlich in die entgegengesetzte Richtung weist.

So oder so: die EZB hat nun neben den Staatsanleihen eine zweite Blase erzeugt. Es ist eine Reise ohne Rückfahrschein – und wird ganz ganz sicher gut enden..

12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    bauer

    14. Oktober 2016 10:32 at 10:32

    Alleine das Wort „Anleihen“…
    wie kann man einem Staat(MERKEL/DRAGHI)!!!Geld leihen.
    WER IST DER STAAT???
    DOCH NICHT ETWA IHR,oder?
    Wer hat diesen Müll erfunden?
    Genauso wie..Zinses Zins!!
    Legt eure Kohle bzw.Uncen unter die Matratze!!
    Wer leiht mir was,wenns brennt?
    Wie waar das nochmal…?Geiz ist Geil…
    Noch Geld ins schwarze Loch hinein werfen?

    • Avatar

      Gerd

      14. Oktober 2016 10:56 at 10:56

      „Wer leiht mir was,wenns brennt?“

      Und was passiert mit der KOHLE unter der Matraze, wenns Haus brennt? Na da wird dir aber ganz schön eingeheizt und kriegst en warmen Popo.
      Dann tatsächlich lieber die Uncen, die schmelzen erst bei einer Temperatur von ?Grad Celsius oder noch sogar erst bei ??Grad.

      • Avatar

        bauer

        14. Oktober 2016 11:02 at 11:02

        @ Gerd,
        du weiß doch,wo ich meine Uncen deponiert habe…
        Die überleben einen 2 wöchigen Zimmerbrand!
        Mit dem „verbrannten“Geld,das du ansprichst,trifft doch eher für dt.Papiergeldjäger zu,od.nicht?
        Der „bauer „steht auf hartes unverwüstliches Material.
        Bkk ist heute total Schwarz gekleidet…..welche Farbe werden die Börsen heute haben,wenn die US-Banken ihre Zahlen präsentieren??

  2. Avatar

    Gerd

    14. Oktober 2016 10:49 at 10:49

    Na, da muss ich ja auf jeden Fall den Brief an die Bundesbank verfassen.
    Auf dem Bild oben hintere Reihe rechts außen, schon fast extrem rechts, um nicht zu sagen rechtsextrem,
    das wird mein Verbündeter.

    Und da gestern Abend zwei gewichtige Stimmen im Kommentar- bereich zu lesen waren, dass ich das hier sogar einstellen sollte, halte ich das mal im Hinterkopf.

    Aber muss ich ja nicht extra erwähnen. Alle diejenigen, die nicht jetzt schon anfangen sich auf die Veränderungen einzustellen, die mein Brief auslöst, und entsprechend umdisponieren, sind selber schuld. Für die evtl. entgangenen Gewinne hafte ich nicht. :)

    • Avatar

      bauer

      14. Oktober 2016 10:57 at 10:57

      Guten Morgen @gerd,
      meine Lektüre schon gelesen,die ich dir letzte nacht noch überlassen habe?
      MfG
      bauer

    • Avatar

      bauer

      14. Oktober 2016 11:22 at 11:22

      Früher das Militär und heute das schöne liebe Fiat-Money…so war es gemeint.

    • Avatar

      bauer

      14. Oktober 2016 11:31 at 11:31

      @Fugmann,
      den „ganz rechts außen),den Gerd anspricht,kann man mit Stoltenberg vergleichen!
      Der hat es auch nicht erledigen können,so wie HEUTZUTAGE der WEIDMANN (ganz rechts oben)gegen DRAGHI!!
      Herr (mod)Fugmann,nur die Geschichte etwas zurück drehen und mit heute im friedlichen Sinne vergleichen!!
      MfG

    • Avatar

      Thomas

      14. Oktober 2016 17:20 at 17:20

      Ich freu mich jetzt schon darauf, den Brief zu lesen!

  3. Avatar

    V

    14. Oktober 2016 10:51 at 10:51

    Müsste das Geld, das die EZB auf dem Markt in Unternehmensanleihen freisetzt, indem sie die bisherigen Anleihebesitzer fürstlich auszahlt, denn nicht in anderen Bereichen ankommen und für ein Aufblasen sorgen? Aktienmarkt, Edelmetalle, …?

  4. Avatar

    asyoulike

    14. Oktober 2016 11:01 at 11:01

    Moin, moin,
    das „Spiel“ muss unter allen Umständen weiter gehen. Es muss der Knall in die Zukunft verschoben werden. Und am Ende hat niemand von etwas gewußt, niemand ist schuld und die „Herrschaften“ auf dem Foto und die anderen „Regierungskünstler“ sind längst im verdienten Ruhestand. So einfach gehts. Game over. Dann, neue Währung, alle Konten auf Null und wieder von vorne. Ein Witz das alles. Ach so, vorher werden noch die Bürger geplündert, Bürger = Bürge für Staatschulden.

    • Avatar

      bauer

      14. Oktober 2016 11:09 at 11:09

      Ein wahrer Kommentar,der es in sich hat!
      Ich liebe das Wort:
      Game over or Out of order…..
      Wie kann man sich nur als „BÜRGER“ betiteln lassen?
      Setzt in DE keine Bürger mehr auf die Welt,denn die sind im Hoden schon jetzt hochverschuldet,lol
      Super@asyoulike…

  5. Avatar

    Wolfgang Koch

    14. Oktober 2016 16:00 at 16:00

    Adolf hat seine QEs
    schon vor der 3.abbrechen müssen.Damals hiessen sie allerdings VW.Das scheint der einzige Unterschied zu sein.Halt,nicht ganz.Adolf war Österreicher,nicht Italiener!(und die Abgaswerte der Vergeltungswaffen hat auch keine Sau interessiert.

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