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Blick auf Inflationstreiber EZB kann Zinsen senken – Bundesbank nennt drei Bedingungen

Immer mehr EZB-Entscheider sprechen von einer Senkung der Zinsen im Juni. Jetzt meldet sich der Bundesbankchef und nennt Bedingungen.

Joachim Nagel. Foto: Nils Thies/Bundesbank CC BY-NC-ND 2.0 DEED https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

Es hagelt seit Tagen Aussagen über die erste EZB-Zinssenkung im Juni, so auch heute vom EZB-Vizepräsidenten. Tiefere Zinsen ab Juni, das sei beschlossene Sache, wenn es keine Überraschungen mehr gebe. Bundesbank-Chef Joachim Nagel, der als Ratsmitglied bei der EZB auch ein Wörtchen mit zu reden hat, nennt aktuell konkrete Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit man im Juni die Zinsen senken kann (aktuell Leitzins 4,5 % und Einlagensatz für Banken 4,0 %).

Nagel: EZB kann Zinsen senken – Daten müssen Wirtschaftsprognose bestätigen

Die Europäische Zentralbank kann eine Senkung der Zinsen in Betracht ziehen, wenn neue Prognosen und neue Daten bestätigen, dass das Verbraucherpreiswachstum wieder auf 2 % zusteuert, so sagt es aktuell EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel. „Bevor wir die Zinsen senken, müssen wir auf der Grundlage der Daten davon überzeugt sein, dass die Inflation tatsächlich rechtzeitig und nachhaltig unser Ziel erreichen wird“, sagte der Bundesbank-Chef heute laut Bloomberg in einer Rede in Berlin.

Drei Faktoren

„Dies hängt maßgeblich von der Entwicklung der Löhne, der Produktivität und der Gewinnmargen ab. Wenn sich die günstigen Inflationsaussichten vom März in der Juni-Prognose bestätigen und die eingehenden Daten diese Prognose stützen, können wir eine Senkung der Zinsen in Betracht ziehen“, so Joachim Nagel. Die EZB-Entscheider werden voraussichtlich auf ihrer nächsten Sitzung im Juni mit der Senkung der Zinsen beginnen. Aber was danach passiert, ist noch offen.

Zwar haben mehrere Entscheidungsträger kürzlich erklärt, dass die Zinsen im Laufe des Jahres wahrscheinlich weiter sinken werden, doch wie stark die Lockerung ausfallen wird, hängt vom inländischen Preisdruck und von externen Faktoren wie dem Konflikt im Nahen Osten ab. Joachim Nagel warnt davor, dass die Inflationsaussichten unsicher bleiben. „So könnte beispielsweise das Lohnwachstum langsamer zurückgehen oder die Produktivität sich weniger stark erholen als in der Prognose angenommen“.

FMW: Diese Grafik zeigt seit 2018 die Entwicklung der EZB-Zinsen (blaue) im Vergleich zur Inflation in der Eurzone (orange). In

Grafik zeigt seit 2018 die Entwicklung von Zinsen und Inflation in der Eurozone

FMW/Bloomberg



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1 Kommentar

  1. Wenn man heute schon beschlossen hat die Zinsen im Juni zu senken, dann hat man ja noch einige Wochen Zeit, alle zugrunde liegenden Fakten dahingehend zu steuern,das es auch genauso eintreffen wird. Nicht das es wirklich so ist, sondern es wird so hingedeutet.

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