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EZB-Schnabel: „Zinsen müssen noch deutlich und stetig steigen“

Man darf für die nächsten Monate mit deutlich steigenden Zinsen in der Eurozone rechnen. Hier aktuelle Aussagen von EZB-Direktorin Schnabel.

Die Inflation in den USA könnte weiter abflauen. Die Fed scheint so langsam auf dem Rückzug zu sein mit ihrem Zinserhöhungszyklus. Aber die EZB ist weiter dabei massive Aufwärtssignale für die Zinsen in der Eurozone auszusenden, um die hohe Inflation einzufangen. Das Thema „Dollar Short“ hatten wir bereits gestern thematisiert. Ist wegen dem Auftrieb der EZB der Euro in nächster Zeit weiter am Ansteigen? Das ist ein denkbares Szenario. Jetzt sendet die deutsche EZB-Direktorin Isabel Schnabel ein neues, kräftiges Aufwärtssignal für die Zinsen in der Eurozone.

Die EZB wird die Zinsen laut Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel noch viel weiter anheben müssen. Die Inflation im Euroraum ist zwar gesunken (auf jüngst 9,2 %), hat aber gerade erst wieder einstelliges Niveau erreicht. „Die Zinsen müssen immer noch deutlich und stetig steigen, um ein Niveau zu erreichen, das ausreichend restriktiv ist, um eine rechtzeitige Rückkehr der Inflation zu unserem mittelfristigen Ziel von 2% zu gewährleisten“, sagte Schnabel am Dienstag laut Bloomberg auf einer Konferenz der schwedischen Riksbank in Stockholm. “Von selbst wird die Inflation nicht nachlassen.”

Von den Euro-Ära-Rekorden des vergangenen Jahres hat sich die Gesamtinflation zwar zurückentwickelt. Die EZB-Räte beharren dennoch darauf, dass die Geldpolitik weiter gestrafft werden muss, um die ausufernde Kerninflation in den Griff zu bekommen. Letztere hat im Dezember einen Rekordwert erreicht. Wasser auf die Mühlen der EZB ist dabei die Konjunkturentwicklung, die die Erwartungen übertrifft. Goldman Sachs hat gerade die Prognose für die Eurozone erhöht und geht nun davon aus, dass eine Rezession vermieden werden kann.

Isabel Schnabel wies Kritik zurück, dass höhere Zinsen den grünen Wandel in Europa erschweren, indem sie die notwendigen Investitionen verteuerten. “Während höhere Kreditkosten die Finanzierung erneuerbarer Energien und grüner Technologien verteuern, wäre es irreführend, höhere Zinsen als Sündenbock für eine weitere Verzögerung des grünen Wandels zu benutzen”, so die EZB-Direktorin.

FMW/Bloomberg

EZB-Direktorin Isabel Schnabel
EZB-Direktorin Isabel Schnabel.


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2 Kommentare

  1. Haben in den letzten Jahren (die Zeit nach der Finanzkrise bis jetzt) die Bären auf einen Unfall am Markt gehofft, welcher die Aktienkurse abstürzen lässt, so sind es jetzt die Bullen die diesen Unfall herbeisehnen um weiter vom günstigen Geld der Notenbanken profitieren zu können. Nur Liquidität rechtfertigt die zum Teil wahnwitzigen Unternehmensbewertungen.

    Der Bulle wird somit zum Pessimisten und der Bär im Bezug auf einen möglichen Unfall am Markt zum Optimisten.

    Wie sich die Zeiten doch ändern ;-)

  2. Wieviele Eigenheimbesitzer jetzt zittern… und ihr Eigentum verlieren werden… damit wird die nächste Krise ausgelöst werden. erhöhte Energie- und Lebensmittelpreise, teurer Kraftstoff und jetzt teure Kredite…. es wird spannend.

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