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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

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Facebook, Apple, Amazon, Microsoft und Google sind mehr wert als das BIP Deutschlands

Über die immense Bewertung der US-Tech-Giganten – und ob das wirklich gerechtfertigt ist..

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Der Nasdaq auf neuen Allzeithochs – weil einige wenige Schwergewichte wie Apple, Amazon oder Micorsoft eben auf neuen Allzeithochs notieren. Dabei werden die dominanten US-Tech-Giganten wie Facebook, Apple, Amazon, Microsoft und Google auch als „FAAMG“ bezeichnet (siehe dazu hier mehr).

Und diese FAAMG-Aktien haben zusammen eine Marktkapitalisierung, die größer ist als das BIP Deutschlands – oder so groß wie das doppelte BIP Italiens:


(Grafik: zerohedge.com; durch anklicken Grafik vergrößern)

Dabei sind die FAAMG-Aktien fast dreimal soviel wert wie der gesamte Dax. Und man kann die Reihe beliebig fortsetzen: die FAAMG-Aktien übertreffen das gesamte BIP Afrikas um fast den Faktor zwei. Apple alleine ist fast doppelt so viel Wert wie die Wertschöpfung Polens in einem Jahr, eine amerikanische Tech-Aktie wie Intel entspricht dem BIP Portugals. Und Amazon und Microsoft bringen jeweils viermal so viel auf die Waage wie das BIP Griechenlands – was die damalige Panik um die Griechenland-Krise reichlich absurd erscheinen läßt!

Kürzlich hat etwa Goldman Sachs behauptet, dass die Bewertungen der großen US-Tech-Aktien gerechtfertigt seien, weil sie schließlich ein starkes Wachstum aufweisen würden. Aber die Frage stellt sich, ob diese Wachstum so weiter gehen wird – und hier gibt es zwei Probleme: erstens wird der Gegenwind gegen die Dominanz der US-Tech-Konzerne größer (wie zuletzt bei Facebook oder aktuell das Vorgehen der EU-Kommission gegen Google, denen eine Strafe von bis zu elf Milliarden Euro droht, weil sie ihre Marktmacht mit dem Android-System zum Nachteil von Wettbewerbern ausgenutzt haben sollen). Je heftiger Trump agiert mit Strafzöllen, desto stärker wird auch nicht nur in Europa der Gegenwind geegen die großen US-Tech-Konzerne, die das greifbarste Ziel für Gegenmaßnahmen der betroffenen Länder sind – zumal Konzerne wie Facebook offenkundig die Daten ihrer User den amerikanischen Behörden zur Verfügung stellen.

Und darüber hinaus dürfte China, das im Bereich künstlicher Intelligenz den USA bereits ernsthaft Konkurrenz macht, eher früher als später seine Tech-Giganten wie Tencent oder Alibaba auch in der westlichen Welt mehr und mehr zum Durchbruch verhelfen. Wer also auf die fortgesetzte Dominanz der US-Tech-Giganten setzt, muß davon ausgehen, dass die USA weiter die unangefochtene Supermacht bleiben werden – was angesichts des rapiden Aufstiegs Chinas, das preisbereinigt schon ein größeres BIP als die USA aufweist, eher unwahrscheinlich ist..

3 Kommentare

3 Comments

  1. tm

    7. Juni 2018 16:21 at 16:21

    Die Argumentation ist zwar nachvollziehbar, aber es gilt natürlich auch:
    1. Das KGV von FB liegt bei 28, von Apple bei 19, von Microsoft bei 28 und von Google/Alphabet bei 31. Nur Amazon sticht mit 267 wirklich heraus. Die anderen vier Werte sind nicht niedrig, aber auch nicht dramatisch hoch bewertet.
    2. Die Behauptung, es würde nicht so weitergehen, gibt es, seit diese Unternehmen bestehen, es ging aber immer weiter.

    Und was den Vergleich USA – China angeht: Preisbereinigt kann man vieles ausrechnen – tatsächlich ist das BIP der USA noch um gut 50% hoher als das Chinas und das bei einem Drittel der Bevölkerung. Zudem beträgt der Anteil der USA am Welt BIP weiterhin 25% – der wachsende Anteil Chinas geht zu Lasten Europas und Japans, nicht der USA.

    Also klar kann ich annehmen, die Dominanz der USA lässt nach – und Trump ist ja auch auf gutem Weg das zu erreichen – aber bei objektiver Sichtweise bewegen wir uns doch eher auf eine bi-polare Welt mit den USA und China als Supermächten zu, aber nicht in Richtung einer Wachablösung der USA.

    • Markus Fugmann

      7. Juni 2018 16:25 at 16:25

      @tm, stimme allem zu, was Sie sagen, vor allem USA-China in Sachen bipolare Welt; aber derzeit ist die Welt eben noch vom Hegemon USA dominiert, das bedeutet also einen relativen Abstieg der USA, wenn China auf Augenhöhe mit den USA kommt; die Sache mit dem KGV ist schwierig, rechnet man da etwa die Aktienrückkäufe heraus, ist es nicht mehr so billig (Facebook, Apple)..

      • tm

        7. Juni 2018 16:44 at 16:44

        hm… ich denke, in einigen Bereichen wird die US-Dominanz noch lange bestehen bleiben, in anderen ist China ja schon mindestens ebenbürtig. Aber klar, spannendes Thema, für mich eines der spannendesten Themen überhaupt. Relativer Abstieg…irgendwie ja, weil jemand anderes ähnlich mächtig wird, andererseits verlieren eben bislang nicht die USA an Boden, sondern Europa und Japan. Und was mich für China langfristig eher skeptisch stimmt, sind zwei Punkte: Das Erwerbspersonenpotential sinkt bereits jetzt. Chinas Gesellschaft altert also, bevor ein Niveau wie in Japan oder Deutschland erreicht wurde. Und ich bin skeptisch, ob eine Diktatur auf lange Sicht innovativ genug ist, um aus sich selbst heraus Produktivitäsfortschritt zu generieren.

        Bei den genannten Unternehmen muss ich sagen, dass ich da nie investiert habe: Bei Amazon dachte ich immer, das Geschäftsmodell ist so simpel und so leicht kopierbar, da muss es schnell Kokurrenz geben – tatsächlich bestelle ich seit 2001 bei Amazon und im Laufe der Zeit eher mehr als weniger.
        Bei FB leuchtet mir das Geschäftsmodell eh nach wie vor nicht wirklich ein, aber offenbar funktioniert es ja prima. Dennoch sehe ich hier eher das Risiko, dass FB von der jüngeren Generation immer weniger genutzt wird. Es ist nicht mehr wirklich hip, bei FB zu sein.

        Wenn ich Rückkäufe rausrechne…klar, und wenn ich die Gewinn rausrechne auch 🙂 Die Rückkäufe gibt es ja nun einmal. Alternativ könnte mit dem Geld auch die Dividendenrendite in die Höhe geschraubt werden. Also ich sehe nicht, wieso ich das negativ werten sollte. Das Geld ist da und es macht vermutlich wenig Sinn, damit teure Übernahmen zu bezahlen.

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Commerzbank DB-Fusion: Zwei Gründe, warum es kein Zurück mehr gibt

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Der folgende Text ist eine rein subjektive Meinung! Also, zur Sache. Die Deutsche Bank kann eigentlich nicht mehr zurück. Nach trostlosen Jahren unter Anshu Jain sowie dem tristen Sanierer von der Insel (wer kennt noch seinen Namen?) versucht nur der sachliche Bankkaufmann Christian Sewing sein Glück an der Spitze der Deutschen Bank. Die angedachte Fusion mit der Commerzbank ist seit Jahren der einzige Hoffnungsschimmer für die DB. wie traurig. Nicht tolle Geschäfte, sondern noch „eine weitere Fusion“ bringt Hoffnung in die Bude.

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Wir hatten bereits darüber geschrieben. Die Deutsche Bank ist das Paradebeispiel dafür, dass Zukäufe und Fusionen zum Zwecke des „Immer größer werden“ nicht automatisch ein gutes Ende finden. Bankers Trust gekauft, Morgan Grenfell gekauft, Postbank gekauft, Sal Oppenheim gekauft. Und trotzdem ist die Deutsche Bank ein Rendite-Desaster, und im Investmentbanking auch keine Profit-Fabrik wie die Konkurrenten aus dem Ausland. Aber die merkwürdige Hoffnung ist da, dass durch die Fusion mit der Commerzbank nun endlich alles besser wird. Bei der CoBa schön massiv Stellen streichen und runter mit den Kosten, und dann durch einen Riesen-Zuwachs im Mengengeschäft die Gewinne hochschrauben? Das scheint die Hoffnung zu sein.

Commerzbank muss „in gute Hände“ kommen

Ist die DB für die Commerzbank ein guter Ehepartner? Es geht wohl eher darum, was die Politik denkt, was gut und richtig für die Commerzbank ist, beziehungsweise für das deutsche Finanzsystem. Jüngst tat die Berliner Politik ja alles um so zu tun, dass die mögliche Fusion eine rein privatwirtschaftliche Sache sei. Man halte sich da raus. Dabei ist es in Berlin und Frankfurt ein offenes Geheimnis, dass der ehemalige Goldman Sachs-Chef in Frankfurt Jörg Kukies, der seit dem Amtsantritt von Olaf Scholz Staatssekretär im Bundesfinanzministerium ist, diese Fusion hinter den Kulissen vorantreibt.

Aber nochmal ein Schritt zurück. Seit Monaten haben die Gerüchte immer weiter zugenommen, dass Commerzbank und Deutsche Bank über eine Fusion sprechen. Aber erst vor genau vier Wochen gab es dazu die offizielle Bestätigung. Seit dieser offiziellen Verkündung lief die CoBa-Aktie besser als die Aktie der Deutschen Bank. Und seit Jahresanfang, wo die Gerüchte so langsam aufkamen, hat die CoBa im Kurs um satte 42% (! ! !) zugelegt.

Von 5,70 auf 8,08 Euro, das ist ein guter Trade gewesen für jemanden, der im Januar eingestiegen ist. Auf lange Sicht aber ist dieser Anstieg im Chart kaum wahrnehmbar. Noch schlimmer ist die Lage beim Betrachten dieses Charts, der bis 2015 zurückreicht. 2016 lag das Tief in der Commerzbank-Aktie bei 5,20 Euro. Ende 2018 wurde dieses Tief fast wieder erreicht. Die Fusionsgerüchte mit der DB brachten die Kurswende für die Aktie. Der Markt preist positive Ereignisse immer schon mit Gerüchten und Erwartungen vorher in die Kurse ein.

Was, wenn nun die Fusion abgesagt wird? Die Phantasie wäre weg, und der Kurs würde einbrechen. Das kann sich die Commerzbank kaum leisten. In der Banken-Szene ist es ein offenes Geheimnis, dass es in Frankreich und den Niederlanden durchaus Banken geben soll, die Interesse daran hätten die Commerzbank relativ günstig zu schießen. Aber wohl am Ehesten könnte die italienische UniCredit bereit stehen als Käufer. Und das wäre wohl ein absolutes No Go für die Berliner Politik. Man sehe nur, zu was für einer leeren Hülle die Italiener die HypoVereinsbank gemacht haben, die einst eine der vier großen deutschen Banken war. Ein ähnliches Schicksal könnte der Commerzbank als UniCredit-Außenstelle bevorstehen.

Man darf davon ausgehen, dass die Bundesregierung dies nach Möglichkeit vermeiden will, im Sinne der finanziellen Staatsraison. Die Commerzbank selbst kann einen erneuten Kurseinbruch nicht brauchen, falls die DB-Fusion abgesagt wird. Durch den zuletzt immer weiter gestiegenen Aktienkurs wird nun auch die Fallhöhe nach einem Scheitern immer höher. Halten sich potenzielle ausländische Käufer danach erstmal zurück, könnte der CoBa-Kurs schön in die Tiefe rauschen. Dann könnten sie einen Anlauf nehmen für ihre Schnäppchenjagd. Und das kann die Berliner Politik kaum wollen. Olaf Scholz hat mit dem 15%-Anteil an der Commerzbank ein gewichtiges Wort mitzureden bei der letztlichen Entscheidung. Man darf durchaus vermuten, dass bei Problemen in den Fusionsgesprächen ein „nettes“ Machtwort des 15%-Eigentümers erfolgt. Los, seht zu, zieht die Fusion durch.

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Handelssaal der Commerzbank in Frankfurt am Main. Foto: FNDE CC BY-SA 4.0

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