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Facebook wieder unter Druck – doch nicht alles gut?

Über neue Dimensionen des Facebook-Skandals!

Der Aktienkurs von Facebook hat seit Jahresbeginn um +10% zulegen können – und das trotz des Cambridge-Analytic-Skandals, der zwischenzeitlich zu einem Einbruch der Aktie führte. Aber nun scheint alles wieder gut, oder doch nicht?

Faktisch hat Facebook ja nicht nur Daten von seinen Usern an Privatunternehmen verkauft. Die Dimensionen sind wohl größer: so wurde kürzlich einer Frau die Einreise in die USA verweigert – und der Grund waren Mitteilungen über Facebooks Messenger. Was war passiert? Die Frau hatte als Au Pair-Mädchen bei einer Familie in den USA gearbeitet und wollte eben diese Familie nach einiger Zeit besuchen. Die Gastfamlie fragte per Messenger, ob sie denn während ihres Aufenthalts gelegentlich auch einmal auf die Kinder aufpassen könne, was die junge Frau bejahte. Am US-Einreiseflughafen zeigten ihr die Grenzbeamten dann ihre Messenger-Nachrichten an die Familie und verweigerten ihr die Einreise, weil sie angeblich nur in die USA einreise, um dort illegal zu arbeiten.

Dazu kommt noch die Frage, was Facebook eigentlich mit whatsapp macht – bekanntlich hatte Facebook dafür einen zweistelligen Milliarden-Betrag auf den Tisch gelegt für die Übernahme des Messenger-Dienstes, mit dem man bisher, weil völlig werbefrei, kein Geld verdient, aber gleichwohl Ressourcen verbraucht, die Geld kosten. Stellt Facebook diese Daten den US-Behörden zur Verfügung – gegen Entlohnung?

Wie auch immer: die neuen Probleme von Mark Zuckerberg kommen aus einer anderen Richtung. Das Unternehmen hatte vier großen chinesischen Firmen (Huawei, Lenovo, OPPO und TCL) User-Daten zur Verfügung gestellt, ohne dass diese User in irgendeiner Form ihr Einverständnis gegeben hätten für die Weitergabe ihrer Daten. Diese Daten beinhalten politische Neigungen, Religionszugehörigkeit, Termine etc. Aber eben auch Daten der „Freunde“ der User – ein ähnliches Muster wie beim Cambridge Analytica-Skandal!

Da besonders Huawei den US-Behörden als bedenklich gilt, ziehen die neuen Enthüllungen nun größere Kreise, einige US-Senatoren fordern schnelle Aufklärung. Facebook selbst hat die Geschäftsbeziehungen zu den vier chinesischen Unternehmen zugegeben und angekündigt, den Vertrag mit Huawei noch diese Woche zu beenden (die Verträge mit den drei anderen Unternehmen sind bereits ausgelaufen). Eine Sprecherin von Facebook hat in einer ersten Reaktion das Vorgehen als legal und mit den Regeln konform bezeichnet, was jedoch auf immer mehr Widerspruch stößt bei Beobachtern.

So oder so: die auch auf Xetra gehandelten Aktien von Facebook sind derzeit mit 2% im Minus – und vielleicht ist Facebook eben doch noch nicht über den Berg, wie viele glaubten..


Mark Zuckerberg mit dem ehemaligen US-Aussenminister John Kerry bei einem Treffen im Jahr 2016



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