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Florian Homm über Leerverkauf und Ethik

In wohl kaum einem anderen Land ist die Spekulations-Feindschaft so stark ausgeprägt wie in Deutschland. So oder so: gerade Leerverkäufer sind es, die letztlich die Märkte stabilisieren – da die Leerverkäufer etwa in Panik-Situationen ihre Positionen irgendwann eindecken müssen und damit wieder als Käufer am Markt agieren..

Redaktion

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FMW-Redaktion

In wohl kaum einem anderen Land ist die Spekulations-Feindschaft so stark ausgeprägt wie in Deutschland – das hat historische Ursachen, auf die wir hier nicht näher eingehen wollen. So oder so: gerade Leerverkäufer sind es, die letztlich die Märkte stabilisieren – da die Leerverkäufer etwa in Panik-Situationen ihre Positionen irgendwann eindecken müssen und damit wieder als Käufer am Markt agieren.

Florian Homm erklärt seine Sicht der Dinge:

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Gerd

    22. Februar 2017 13:40 at 13:40

    Leerverkaufen wurde früher meistens „Fixen“ genannt.
    Und F. Homm muss Recht haben, dass es kein Teufelswerk ist.
    Im Gegenteil:
    Der Fixer ist bei Gott beliebt,
    weil er nicht hat und trotzdem gibt.

    Außer der auch im Video genannte G. Soros.
    Bei dem soll es ja vorkommen, dass er nicht nur leer verkäuft, weil er negative Ereignisse e r w a r t e t .
    Sondern ihm wird nachgesagt, dass er in der realen Welt mitunter aktiv d a s unterstützt, was diese negativen Ereignisse überhaupt erst a u s l ö s t.
    Er spekuliert also nicht auf den Eintritt einer negativen Wirkung, sondern er ist in dem Fall Ursache dafür.
    Und ob das der liebe Gott so gerne sieht?

    • Avatar

      joah

      22. Februar 2017 14:55 at 14:55

      Nun ja, wenn wir es mal realistisch betrachten, dann hat ein G. Soros beide Seiten „bestens im Griff“: das Theoretische (Spekulation, Börse) und die Praxis (neg. Ereignisse hervorrufen, Proteste, …).

      Und nein: ich verherrliche diese Person definitiv nicht (!).

  2. Avatar

    Tonovic

    22. Februar 2017 14:58 at 14:58

    Ich gebe Gerd recht,es kommt auf den Grund der Terminkäufe oder Verkäufe ab, schlimm sind natürlich Insider ,die dann mit Hebelwirkung risikolose Gewinne machen .Noch schlimmer und einfacher sind die Akteure ,die den Auslöser für die erwartete Kursbewegung selber sind.Beispiel, nach meinen Informationen war es eine grosse Bank ,die half Griechenland total zu verschulden um später beim Kollaps zu profitieren!! Es soll auch mal einen Noten Banker gegeben haben, dessen Freundin kurz vor Interventionen Devisengeschäfte tätigte. Das Wahnsinnige,der Politiker der die Sache aufdeckte hatte eine Hausdurchsuchung u.Probleme am Hals ,anderseits wurden die Untersuchungen später abgebrochen. Der entsprechende Notenbanker verdient heute bei einem sehr grossen Vermögensverwalter viel mehr als vorher

  3. Avatar

    joah

    22. Februar 2017 14:58 at 14:58

    »In wohl kaum einem anderen Land ist die Spekulations-Feindschaft so stark ausgeprägt wie in Deutschland – das hat historische Ursachen, auf die wir hier nicht näher eingehen wollen.«

    Ich komme wahrhaftig nicht drauf – kann mir jemand (kurz & knapp) auf die Sprünge helfen?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      22. Februar 2017 15:08 at 15:08

      @joah, kurz und knapp ist schwierig..jedenfalls beginnt das mächtig zu werden durch den Crash 1873 nach dem Sieg Deutschlands über Frankreich, wodurch horrende Entschädigungssummen nach Deutschland flossen und dann einen Börsen-Boom auslösten, der dann in sich zusammen fiel; kein Zufall ist, dass genau dann Parteien entstanden, deren Hauptprogramm Antisemitismus war: die Juden seien schuld, weil sie den Hype gefördert hätten und ohnehin nie handwerklich gearbeitet hätten (ein Argument, dass der Zionismus dann aufnimmt und das Gegenteil beweisen will). Seit 1873 ist in Deutschland Börse dann im Grunde Teufelszeug..

      • Avatar

        joah

        22. Februar 2017 15:14 at 15:14

        Ja, das könnte gut möglich sein, wenngleich ich „die Feindschaft“ nicht als so offensichtlich empfinde. Anscheinend vergessen die Leute (immer noch), das Spekulation eben auch eigenes Risiko bedeutet und dann muss anscheinend immer wieder ein (anderer) Schuldiger her – irgendwie kommt mir das hingegen sehr bekannt vor, leider.

  4. Avatar

    Francis

    23. Februar 2017 22:14 at 22:14

    Ich finde es bezeichnend, dass Herr Homm in keiner Weise auf das Thema Ethik eingeht, es aber im Titel missbraucht.. ;-)

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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