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Florian Homm: Was Lagarde als EZB-Chefin für uns alle bedeutet – „Experiment gescheitert“

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Schon bevor Christine Lagarde ihr Amt bei der EZB angetreten hat, spricht Florian Homm aktuell davon, dass das „Experiment EZB-Draghi-Lagarde“ kläglich gescheitert sei, genau so wie das selbe Experiment in Japan gescheitert sei. Wohin führt das alles, wenn die EZB unter ihrer neuen Chefin die lockere Geldpolitik fortsetzt, oder sogar ausweitet? Florian Homm bietet zu dem Thema einige interessante Aussagen (ab Minute 1:15 im Video). Gut, zwischendurch muss er natürlich immer seine Werbebotschaften im Video mitteilen, aber sei es drum.

Christine Lagarde
Christine Lagarde. Foto: World Economic Forum CC BY-SA 2.0

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Beobachter

    24. August 2019 10:28 at 10:28

    Auszug aus einem interessanten Bericht.( Der radikale Vorschlag des Philpp Hildebrand) ex- SNB Direktor.
    Die Studie des US- Vermögensverwalters Blackrock enthält Zunder.Die weltweite Geldpolitik ist ausgeschossen.Das ist deshalb ein Drama,weil Indikatoren auf eine starke Abschwächung der Weltwirtschaft hinweisen.Zu den Autoren gehören Philipp Hildebrand Vizepräsident von Blackrock sowie Stanley Fischer ( ex-Fizechef der FED u.des IWF. )
    Der Vorschlag ist: Die Notenbanken finanzieren die Staaten direkt, die das Geld dann in die Wirtschaft pumpen.So kann der nicht mehr funktionierende Weg über die rekordtiefen Zinsen u.das Bankensystem umgangen werden.Die Idee erinnert auffallend an den früheren Vorschlag namens“ HELIKOPTERGELD“
    Es ist anzunehmen, dass die Einschätzung auch von amtierenden Notenbankchefs geteilt wird.Diese können es sich aber nicht leisten ,es offen zu sagen.( Der Bericht geht noch weiter)
    Interessant: Lagarde u.Hildebrand kennen sich gemäss Zeitungsberichten auch privat . Könnte sein, dass sie sich von dieser Idee inspirieren lässt.
    Meine Meinung , auch beim HELIKOPTERGELD wären die schon Gutbetuchten mit Villa u.Helikopterlandeplatz bevorteilt !

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      Koch

      25. August 2019 10:19 at 10:19

      Lagarde und Hildebrand kennen sich privat.Hat der Hildebrand die Christine etwa auch(wie der Nicolas)?Die Carla kratzt der Winkeladvokatin hoffentlich die Augen aus,was uns immens helfen würde!Die Notenbanken finanzieren die Staaten direkt,die das Geld dann an die Wirtschaft überreichen.Wieso zur Hölle,haben wir dann den Kommunismus abgeschafft,wenn wir ihn durch die Hintertür wieder einführen?Mir schwant,dass die Ära des allseeligmachenden Gelddruckens sich seinem Ende nähert.Zeit ist es schon längst,da immer noch gilt:Lieber ein Ende mit Schrecken,als ein Schrecken ohne Ende!

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      Hans Wurst

      25. August 2019 18:59 at 18:59

      Und was soll die Wirtschaft mit dem eingepumpten Geld tun? Aktienrückkäufe tätigen, bis der Markt leergefegt ist? Investitionen tätigen, nur in was? In das Aufkaufen anderer Firmen, in die Steigerung der Produktivität?

      Irgendwer muss die Produkte auch kaufen und nutzen oder konsumieren. Und solange der Konsument nicht signifikant und adäquat an den Pumpaktionen partizipiert, werden diese Verzweiflungstaten das bleiben, was sie sind: Blinder Aktionismus.

      Warum ist eigentlich noch niemand aus der Gilde der Weltenretter auf die Idee einer massiven Steuersenkung für die „unteren“ 75% gekommen, um den Konsum anzukurbeln? Ganz ähnlich der unglaublichen Absenkung des Spitzensteuersatzes von 56 auf 42/45% seit 1989. Wurde hier nicht das Pferd vom Schwanz aufgezäumt, was seither zu nichts als einer Häufung von immer neuen Superkrisen geführt hat?

      Warum kein Steuerfreibetrag bis 15000 EUR, danach eine moderat und flach verlaufende Steuerkurve bis zum Ende des dritten Quintils, welche im weiteren Verlauf wunderschön exponentiell erneut über die 55% anwächst? Warum die völlig unzeitgemäße Ungleichbehandlung von Ledigen, Geschiedenen und Alleinerziehenden gegenüber antiquarischen Idealvorstellungen einer intakten Familie? Von Pensionären gegenüber Rentnern? Von Kapitalanlegern gegenüber hart arbeitenden Menschen?

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        Johannes

        26. August 2019 13:43 at 13:43

        Na sehen Sie @Hans Wurst, auf ein Mal können Sie was konstruktives von sich geben. Weiter so…

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        Shong09

        26. August 2019 15:24 at 15:24

        Sind Sie verrückt? Wenn jmd so etwas vorschlägt, wird derjenige ganz schnell abgesägt. Gucken Sie sich mal das Youtube Video Interview der Mission Money mit Prof. Schachtschneider an. Das Ziel diverser Regierenden ist es eben nicht, das Leben für das Volk besser zu machen, sondern die kleinen Leute unten zu halten. Jeder der beschäftigt genug ist mit Arbeiten oder sonstiger Bürokratie oder Saufen und Fussball gucken, der kümmert sich nicht um die Politik um feststellen zu müssen, wie schlecht wir doch regiert werden. Wenn dann jmd. aufwacht und versucht etwas zu ändern, wird dieser drangsaliert und mit allen Mitteln und Methoden (die letzte ist ihm einen Stück des Kuchens abzugeben) unschädlich zu machen. Vor 30 Jahren waren dies zum Teil die Grünen, wer dies heute ist dürfen Sie sich selbst beantworten.
        Ich plädiere auch immer dafür, dass man zumindest den Hart IV Satz äquivalent steuerfrei (Grundfreibetrag = 12.000€ oder auch etwas höher) vereinnahmen sollte, in Österreich sind es 12.000€. Wir besteuern diverse AN, welche weniger verdienen als Hartz IV. Eingangssteuersatz ist so sprunghaft ebenfalls zu hoch, und Sozialabgaben sollten ab dem ersten €, aber viel niedriger, aber dafür ohne Grenze zuzahlen sein, dann würden sie auch mit ca. 10% hinkommen. Dann noch eine Einheitskasse bei der GKV und VVs zur Effizienzsteigerung ohne Servicenachteile ordentlich belohnen. Dazu noch alle ohne wenn und aber einzahlen lassen.
        Schon hätten wir jede Menge Leute, die sich weniger Arbeit teilen dürften. Dann könnte man auch direkt bei der Bürokratie weitermachen.

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Markus Krall-Szenario mustergültig – Sparkassen mit stark wachsendem Geschäft, schrumpfenden Gewinnen

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Und schon wieder Markus Krall-Szenario - errodierende Gewinne

Da haben wir den „bösen“ Crash-Propheten Markus Krall gerade erst besprochen, weil die Bauzinsen sich an ihren Tiefpunkt annähern. Starke Konkurrenz bei Banken drückt auf die Margen bei den Zinsen, denn sie müssen unbedingt ihr Geld an den Mann und an die Frau bringen. Das lässt die Zinsüberschüsse noch stärker abschmelzen. Und jetzt? Da sehen wir die heutige Veröffentlichung der Jahreszahlen für 2019 vom Ostdeutschen Sparkassenverband. Und die ist aufschlussreich. Denn in 2019 lag die Kreditvergabe um 9,2 Prozent über dem hervorragenden Vorjahresniveau, so der Verband. Das Sparkassengeschäft wachse überproportional, der Gewinn sinke dennoch (-5,2%).

Ganz klar: Die Nullzinsen und sinkenden Zinsmargen knabbern immer mehr an den Zahlen der Banken und Sparkassen. Auch sagt der Verband, dass die Sparkassen für die Herausforderungen gut vorbereitet seien – sie würden alles daran setzten, ihr Geschäft anzukurbeln, neue Geschäftsfelder zu erschließen und Kosten zu senken. Tja, aber wenn das fast alles entscheidende Geschäftsfeld immer weiter erodiert? So lesen sich aktuelle Aussagen des Verbandschefs auch klipp und klar (zum Beispiel im Handelsblatt). Zusätzliches Geschäftsvolumen könne nur noch die Geschwindigkeit der Ertragsrückgänge bremsen, sie aber nicht aufhalten.

Immer wieder Markus Krall

Und immer wieder aufs Neue erwähnen wir Markus Krall. Warum? Nicht dass wir blind seinen Thesen glauben – seine Diagnose und auch seine Vorhersage was als Nächstes passieren könnte, das klingt alles schlüssig. So sollen die Banken dank immer weniger Zinserträgen irgendwann schrumpfendes Eigenkapital haben, worauf die Kreditkontraktion folgt, also die Verknappung des Kreditangebots, worauf wiederum ein großer wirtschaftlicher Kollaps folgen soll. Nur ob am Ende wirklich ein großer Zusammenbruch des ganzen Wirtschaftssystems dabei herauskommt, das ist wohl kaum eine gesicherte Vorhersage. Zu viele unklare Variablen gibt es in dieser Rechnung?

Aber einmal mehr spricht auch die aktuelle Aussage aus diesem heutigen Sparkassen-Bericht genau für das, was Markus Krall seit geraumer Zeit predigt. Selbst wenn Banken und Sparkassen versuchen durch mehr Geschäftsvolumen die sinkenden Margen aufzufangen, so sinken Zinsüberschuss und Gewinn doch weiter ab, weil die Institute nicht in der Lage sind die Kosten 1:1 abzusenken, im selben Tempo zu den erodierenden Zinserträgen. By the way… der ostdeutsche Sparkassenverband feuert aktuell auch volles Rohr gegen Olaf Scholz und seine neuen Steuerpläne, die vor allem den Kleinsparer treffen würden, der versucht mit Aktien fürs Alter vorzusorgen. Zitat vom Verband:

Nicht hinnehmbar sei, wenn die Politik den Sparkassen und ihren Kunden das Leben zusätzlich erschwere. Beispielhaft nannte Ermrich die aktuellen Überlegungen des Bundesfinanzministers zur Transaktionssteuer. „Von der ursprünglichen Absicht, riskante Sekunden-Deals auszubremsen, sei nichts mehr übrig. Bundesminister Scholz will die großen Spekulanten schonen und bei den langfristig orientierten Vorsorge-Kleinsparern abkassieren. Deren Geldanlagen in Aktien oder Aktienfonds sollen mit einer Umsatzsteuer in Höhe von 0,2 % belastet werden. Das ist das falsche Signal, in einer Zeit, in der Fonds – auch mit Aktien im Portfolio – der einzige Ausweg sind, um denen, die Sparen können, einen Weg zu ebnen, damit sie den Null- und Negativzinsen entkommen und aktiv für das Alter vorsorgen.“

Tja, aber Olaf Scholz sagt es ja selbst… er hat nur ein Sparbuch…

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Bauzinsen sinken Richtung Rekordtief – hat Markus Krall recht?

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Bauzinsen fallen weiter - hat Markus Krall recht?

Hat Markus Krall recht? Diese Frage hatten wir erst am Montag gestellt. Da sprach ein regionaler Sparkassen-Verband von strukturell sinkenden Zinserträgen aufgrund der EZB-Politik. Heute geht es erneut um die Zinsen. Die Bauzinsen scheinen derzeit immer weiter zu sinken. Mit aktuell 0,51% im Tief kommen sie laut heutiger Veröffentlichung des Anbieters „Dr. Klein“ langsam wieder ran an den absoluten Tiefstand von 0,42%. Man schaue auf den unteren Teil der Grafik. Die Rendite für Bundesanleihen sowie der Bauzins gehen nach unten. Je schlechter die konjunkturelle Lage (dank Bau und Dienstleistungen läuft das BIP insgesamt ja noch auf der Null-Linie), desto stärker ist die Annahme, dass die EZB noch weiter lockert.

Bauzinsen fallen weiter Richtung tief

Man lese bitte die folgende interessante Aussage von Dr. Klein. Zitat:

Bereits seit Ende Januar sinken sowohl die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe als auch die Bauzinsen. Der Bestzins für ein Darlehen mit zehn Jahren Zinsbindung liegt aktuell bei 0,51 Prozent und ist damit nicht mehr allzu weit vom absoluten Tiefstand (0,42 Prozent) entfernt. Michael Neumann geht nicht davon aus, dass sich die Bauzinsen in den kommenden Monaten viel bewegen werden: „Solange sich die Konjunktur nicht nachhaltig positiv entwickelt, wird sich an der aktuellen Zinssituation nichts ändern. Das erneute Absinken der Bauzinsen ist allerdings nicht nur in der Konjunkturschwäche, sondern auch im aktuell starken Wettbewerb zwischen den Banken begründet. Ein neues Rekordtief ist in diesem Jahr nicht auszuschließen.“

Bauzinsen fallen weiter – hat Markus Krall recht?

Und wie schon beim deutlichen Angriff der Sparkassen gegen die EZB, so darf man auch bei den Aussagen von Dr. Klein fragen: Hat Markus Krall recht mit seiner These, dass die Banken dank immer weniger Zinserträgen irgendwann schrumpfendes Eigenkapital haben, wonach die Kreditkontraktion folgt, also die Verknappung des Kreditangebots, worauf ein großer wirtschaftlicher Kollaps folgen soll? Die Aussagen von Dr. Klein über den zunehmend scharfen Wettbewerb der Banken um Kredite vergeben zu können (weiter sinkende Zinsmargen), sprechen jedenfalls für die These von Markus Krall. Ob sein Gesamtszenario vom großen Zusammenbruch wirklich so kommt – das wissen wir wirklich nicht.

Hier noch weitere Aussagen von Dr. Klein von heute im Wortlaut:

Nach acht Jahren der expansiven Geldpolitik unter Mario Draghi hat die EZB nahezu ihren gesamten Instrumentenkasten geplündert: Der Leitzins liegt seit vier Jahren bei null Prozent, der „Strafzins“ für Banken seit mehreren Monaten bei -0,5 Prozent. Darüber hinaus hält die Zentralbank mittlerweile Staatsanleihen und weitere Wertpapiere im Volumen von fast 3 Billionen Euro. Sollte es jetzt zu einer Rezession kommen, hätten die Notenbanker daher nur noch beschränkte Möglichkeiten, der Konjunktur geldpolitisch unter die Arme zu greifen.

Während Draghi dennoch bis zuletzt die Handlungsfähigkeit der EZB verteidigte, betont Christine Lagarde auch die negativen Langzeitfolgen der lockeren Geldpolitik und erhöht den Druck auf die Politik. Die nationalen Regierungen müssten die niedrigen Zinsen nutzen und mit konsequenten Reformen in die Zukunftsfähigkeit der Euro-Staaten investieren. Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG, hält politische Maßnahmen ebenfalls für unerlässlich. Dennoch bezweifelt er, dass die Forderungen von Lagarde Gehör finden: „Ich erwarte, dass Christine Lagarde die Nationalstaaten mit mehr Vehemenz und in kürzeren Abständen zu Reformen auffordern wird als ihr Vorgänger Draghi. Nur werden sich die Regierungen davon nicht beeindrucken lassen, solange die EZB keine Konsequenzen folgen lässt.“

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Argentinien de facto pleite – IWF fordert radikalen Schuldenschnitt

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Argentinien geht mit großen Schritten dem erneuten Staatsbankrott entgegen. In der Nacht zum Donnerstag erklärte der Internationale Währungsfonds IWF die Schulden des Landes für untragbar. Ein bedeutender Verzicht der Gläubiger sei zwingend notwendig. Ohne Schuldenschnitt steht das Land vor dem Kollaps.

Argentinien kann weder Zins noch Tilgung zahlen

Die nun offizielle Zahlungsunfähigkeit Argentiniens hatte sich bereits in den letzten Monaten abgezeichnet. Ende August letzten Jahres hatte der damalige Finanzminister Hernán Lacunza fällige Zins- und Tilgungszahlungen ausgesetzt und die internationalen Gläubiger zu Verhandlungen über eine „Restrukturierung“ der US-Dollar-Schulden aufgerufen. Am 1. September wurden dann Kapitalverkehrskontrollen eingeführt, die die Lage noch verschlimmerten. Viele Argentinier hatten damals in Panik begonnen, ihr Geld außer Landes zu bringen. Innerhalb von nur 48 Stunden verließen weitere drei Mrd. US-Dollar das Land. Um den Totalabsturz der Landeswährung zu verhindern, limitierte der damalige Präsident Mauricio Macri das Umtauschvolumen von Argentinischen Pesos auf 10.000 US-Dollar pro Kopf und Monat. Die Abwertung des Peso setzte sich dennoch, wenn auch mit geringerem Tempo weiter fort. Aktuell erreicht der Wechselkurs mit 0,0158 ARS zu 1 US-Dollar einen neuen Tiefstand.

Die seit Januar geführten Verhandlungen zwischen der Ende Oktober neu gewählten Regierung in Buenos Aires und den Vertretern der größten Gläubiger waren jedoch geprägt von Misstrauen und gegenseitigen Schuldzuweisungen. Aktuell geht es um eine Summe von 113 Mrd. US-Dollar, die das südamerikanische Land seinen internationalen Gläubigern nicht zurückbezahlen möchte. Insgesamt hat Argentinien Außenstände in Höhe von 285 Mrd. US-Dollar. Die Pleite konnte trotz des größten Hilfskredits der Geschichte des IWF in Höhe von 57 Mrd. US-Dollar nicht abgewendet werden.

Der IWF gesteht nun ein, dass Argentinien seine Schulden aus eigener Kraft nicht mehr reduzieren kann – die Schuldenlast explodiert hingegen immer weiter. Bedingt auch durch den weiteren Verfall der Landeswährung gegenüber dem US-Dollar.

Die wirtschaftliche Krise des Landes, zurückzuführen auf jahrzehntelange Misswirtschaft, hatte im Spätsommer zu massiven sozialen Unruhen und schließlich zu Neuwahlen geführt. Als Sieger ging die Mitte-Links Koalition Frente de Todos hervor. Der peronistische Oppositionskandidat Alberto Fernández wurde neuer Präsident. Kritiker fürchten jedoch, dass in Wahrheit die ehemalige Präsidentin und jetzige Vizepräsidentin Argentiniens, Cristina Fernández de Kirchner, die wahre Machthaberin ist. Die Linksnationalistin hegt extreme Abneigungen gegenüber den „Heuschrecken“-Gläubigern, speziell aus den USA. Die Forderungen des IWF nach drastischen Budgetkürzungen im Sozialbereich sowie eine Privatisierungswelle lehnt die neue Regierung ebenfalls ab. Kirchner ist die Witwe des ehemaligen argentinischen Präsidenten und ersten Generalsekretärs der Union Südamerikanischer Nationen Néstor Carlos Kirchner.

Die Peronisten und die Imperialisten

Eine wesentliche Grundidee des Peronismus ist der „Justicialismo“, ein Konzept, das sich an dem europäischen Faschismus orientiert und einen dritten Weg zwischen Kapitalismus und Sozialismus in einem national orientierten Staat, geprägt von sozialer Gerechtigkeit präferiert (justicia social). Dabei wird eine fortschreitende Industrialisierung, die gleichmäßige und gerechte Verteilung der Einkommen sowie der Aufbau eines Wohlfahrtsstaats angestrebt. Diese Ideologie ist nach Ansicht der Peronisten unvereinbar mit den Zielen des US-amerikanischen Imperialismus und den Auflagen des IWF. Peronisten sind Anhänger des ehemaligen argentinischen Generals Juan Perón, der durch einen Militärputsch am 4. Juni 1943 an die Macht kam und zweimal Präsident des Landes war.

So ist es kaum verwunderlich, dass die linksnationalen Peronisten unter dem neuen Präsidenten Alberto Ángel Fernández selbst die Rückzahlung des IWF-Kredites neu verhandeln wollen. Dies ist eigentlich ein Tabu, da ein Forderungsverzicht des IWF generell nicht vorgesehen ist. Maximal sei eine Prolongierung des Darlehens möglich. Dies ist auch der Grund dafür, warum der supranationale Fonds auf einen radikalen Schuldenschnitt zu Lasten der privaten Gläubiger drängt. Nur so besteht überhaupt eine Chance darauf, dass der IWF sein Geld, also das Geld der Geberländer, jemals zurückerhält. Für den IWF steht damit auch seine eigene Reputation auf dem Spiel.

Nach 2001 und 2014 ist dies bereits der dritte Staatsbankrott Argentiniens seit dem Jahr 2000. Insgesamt wird es der zehnte Staatsbankrott des Landes sein. Die betroffenen Schulden in Höhe von 113 Mrd. US-Dollar rangieren im Vergleich zu früheren Schuldenschnitten ganz oben auf der Rangliste. Lediglich Griechenland brachte es im Jahr 2012 auf einen noch höheren Schuldenschnitt in Höhe von 138 Mrd. US-Dollar.

Fazit und Ausblick

Wie ich bereits gestern in dem Artikel „Wie das Coronavirus wirtschaftliche Wunden wieder aufreißt„ ausführte, besteht im Zusammenhang mit dem aktuellen China-Schock die Gefahr, dass weitere „Schwarze Schwäne“ auftauchen und die Unsicherheit an den internationalen Kapitalmärkten verstärken. Dies wiederum zwing die Notenbanken zu noch aggressiverer Geldpolitik. Da nicht zuletzt die Aufwertung des US-Dollars Mitauslöser für das Schuldendilemma Argentiniens und anderer Staaten (Brasilien, Türkei, Chile etc.) ist, wird auch die US-Notenbank nicht umhinkommen, die Dollar-Zinsen zu senken und somit die Aufwertung der Schuldenwährung Nummer eins zu stoppen. Andernfalls droht ein Dominoeffekt der Staatsbankrotte.

Argentinien steht unmittelbar vor dem nächsten Bankrott

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