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Fondsberatung ohne Berater: Rationalisierung? Nein, bestimmt nur eine sinnvolle Ergänzung…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es war das große Thema beim Weltwirtschaftsforum in Davos: Die Rationalisierung in der Arbeitswelt – und zwar nicht mehr in der Industrie, wo sie schon weit vorangeschritten ist. Aktuell steht ganz oben auf der Agenda die Rationalisierung und Automatisierung im Dienstleistungssektor. Kaum greifbar? Was kann damit gemeint sein? Hier ein brandaktuelles Beispiel aus der Finanzbranche.

Frisch an den Start gegangen ist die Webseite Visualvest. Sie kommt jung & dynamisch daher wie ein Hipster-StartUp Bla Bla Bla… aber dahinter verbirgt sich Union Investment, die Fondstochter der Volksbanken, und damit der erste Fondsanbieter, der den Weg einer beraterlosen Beratung geht! Das erste Erstaunliche: Hier vertreibt man ausschließlich Fonds, die nicht von Union Investment stammen. Die eigenen Fonds soll es auch weiterhin nur in den Volksbanken geben. Und natürlich, was ist die Kernkompetenz so einer Online-Plattform? Richtig, der Berater entfällt, zumindest der Menschliche. Mit buntem und bewegtem Hintergrund wird man empfangen mit dem tiefgründigen Inhalt „Spar für dein Traumhaus. Eine Weltreise. Oder einfach für die Zukunft.“

Wobei man unweigerlich fragen darf: Ist der Wegfall eines menschlichen Beraters in diesem Fall so schlecht? Der Berater in der Bankfiliale, wobei wir ausdrücklich nichts Böses gegen die lieben Volksbanken sagen möchten, hat seine persönlichen Zielvorgaben uns muss anhand dieser Vorgaben Produkte an den Kunden bringen. Da soll es in den lezten Jahren den einen oder anderen Kunden gegeben haben, der Dachfonds, Riesterrenten und Schiffsfonds erhielt, obwohl er eigentlich nur ein Sparbuch haben wollte. Aber egal, der Faktor Mensch kann sich positiv wie auch negativ auf den Investmenterfolg auswirken.

Z.B. Index-Fonds, die der Kunde z.B. direkt über einen Onlinebroker kauft, sind extrem kostengünstig und bilden einen Index wie z.B. den Dax nach. Langfristig sind diese Fonds erfolgreicher und dazu noch kostengünstiger als Fonds mit hochbezahlten Fondsmanagern. Hinzu kommt noch: Normale Fonds werden idR von Filialberatern oder freien Beratern verkauft, die zu den Kunden nach Hause kommen. Der vom Kunden bezahlte horrende Ausgabeaufschlag von 4 oder 5% geht idR komplett an den Vertriebler.

Aber jetzt zurück zu Visualvest. Hier klickt der Kunde in einer Art virtuellem Beratungsgespräch Schaltflächen an – es mögen wohl ähnliche Fragen sein wie in einem persönlichen Gespräch in der Filiale. Nur woher weiß der Kunde, nach welchem Kriterien ihm letztlich ein Produkt vom „Roboter“ empfohlen wird? Haben die Menschen, die diese Software programmiert haben, Kriterien eingegeben, die nur dem Kundenwohl dienen? Oder kommen am Ende Fondsempfehlungen raus, die diesem Onlinevertrieb die höchsten Vermittlerprovisionen einbringen? Das könenn wir nicht nachprüfen. Das Verführerische für den Kunden und zugleich auch das Problem: Man sieht eine Onlinemaske mit ganz bestimmten Fragen: Man antwortet, der Automat schmeißt am Ende eine Antwort raus, und man ist gewillt dem Automaten die Antwort fast willenlos zu glauben, denn ein Roboter, Automat, eine Software macht ja keine Fehler! Richtig! Aber der Mensch, den diesen Automaten programmiert, der macht ja Vorgaben, welcher Fonds für welchen Kunden wann wie und warum genau der richtige sein soll. Also entscheidet auch hier letztlich ein Mensch, wer welchen Fonds warum erhält. Nur der Kunde hat zumindest oberflächlich ein Gefühl von objektiver Unfehlbarkeit von Technik.

Die jährlichen Gesamtkosten bei diesem Onlineanbieter können je nach Auswahl der Produkte schwanken zwischen 0,79 und 2,44%. Ja, das ist nach oben hin ganz schön viel Gebühr, wenn man bedenkt, dass der Anbieter sich das Beratergehalt, die Filialmiete etc spart. In dieser Spanne enthalten ist sogar eine „Servicegebühr“ – aber wozu Servicegebühr? Erhält der Automat ein Trinkgeld für seine „Beratung“ oder wie? Angeblich soll es auch eine gewisse Gebührenerstattung geben von dem Anteil bei aktiv gemanagten Fonds, den normalerweise die Kundenberater bzw. Vertriebler erhalten. Aber wie was wann wo, genaue Details sind nicht zu erfahren.

Noch soll diese Online-„Beratung“ so wie es scheint ein „Zusatzangebot“ sein, dass den Filialberatern der Volksbanken keine Konkurrenz machen soll. Aber wir meinen: Das war doch bei den Kassen und den Geldautomaten mal ähnlich. Versuchen Sie heute mal einen Bankmitarbeiter am Schalten dazu zu bekommen, ihnen beim Ausfüllern eines Überweisungsbelegs zu helfen. Er wird ihnen nur dabei helfen die Funktionalität des SB-Terminals zu zeigen, wie sie dort alles online eintippen können. Der nächste Schritt wäre da ganz einfach. Das Online-Tool für die Geldanlage. Ein mögliches Modell: Alle Kunden mit sagen wir mal weniger als 10.000 Euro Anlagevolumen, bei denen rentiert sich für die Bank ein persönliches Beratungsgespräch aus Effizienzgründen vielleicht nicht mehr. Bitte ab an den Automaten vorne am Eingang der Filiale. Dort auf „Geldanlage“ drücken, ratz fatz zwei drei Fragen beantworten, und schon erhalten sie den für Sie geeigneten Fonds!

Heute ist die Trennung von guten und schlechten Kunden in der Anlageberatung bereits Realität. Oft merkt es der einfache Kunde gar nicht, aber Banken wie auch Sparkassen betreiben längst für Besserverdiener und Vermögende (ab bestimmten vorgeschriebenen Levels) eigene Beratungscenter, die von außen absichtlich nicht als solche zu erkennen sind – Einlass nur nach Terminabsprache, keine offene Tür. Ist Ihnen in Ihrer „normalen“ Bankfiliale auch schon mal aufgefallen, dass die Personaldecke in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen ist? Das liegt auch daran, dass einzelne Berater jetzt halt in diesen Beratungscentern arbeiten und nicht mehr in der normalen Filiale.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Katja Speck

    14. März 2016 17:18 at 17:18

    „…Oder kommen am Ende Fondsempfehlungen raus, die diesem Onlinevertrieb die höchsten Vermittlerprovisionen einbringen? …“

    VisualVest erstattet alle Provisionen an den Anleger – um genau diese Neutralität zu wahren.

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Aktien

Dax mit Crash? Mögliche Ausweitung der EZB-Maßnahmen, Ideen zu SAP und Allianz

Redaktion

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Gibt es im Dax einen neuen Crash? Diese Frage bespricht Manuel Koch im folgenden Video mit einer Expertin. Auch Thema seines Videos sind die ganz frisch verkündeten neuen Rettungsgelder für die Wirtschaft, damit der anstehende kleine Lockdown im November verkraftet werden kann. Wichtig ist auch die heute angedeutete Ausweitung der EZB-Maßnahmen im Dezember.

Manuel Koch bespricht im Video auch zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Die Aktien der Allianz seien eine Short-Chance per Stop-Sell-Order. Die Aktien von SAP seien ein Kauf per Stop-Buy-Order. Beide Ideen werden ausführlich begründet.

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Corona-Hilfen: Ausfallzahlungen im November, und eine ganz wichtige Änderung!

Claudio Kummerfeld

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Neue Corona-Hilfen vom Bund

Aufgepasst liebe Selbständige und Unternehmer, es tut sich was bei den Corona-Hilfen des Bundes. Es ist ja inzwischen bekannt, dass die Bundesregierung betroffene Unternehmer mit bis zu 75 Prozent der Umsätze aus November 2019 entschädigen will, wenn sie jetzt im November 2020 durch Betriebsschließungen Umsatzeinbußen erleiden. Dies soll für Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitern gelten. Für Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern gibt es gestaffelt Erstattungen von 70 Prozent und weniger. Vor allem die Gastronomie wird wohl profitieren, aber auch Freizeiteinrichtungen, und womöglich deren Zulieferbetriebe. Details werden gerade noch geklärt. Diese Corona-Hilfen sind sehr wichtig. Sonst hätte dieser neue kleine Lockdown, der ab Montag startet, wohl endgültig viele Unternehmen finanziell ruiniert.

Die genauen Details der neuen Hilfen sollen laut Olaf Scholz noch veröffentlicht werden auf https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de . Noch ist die Seite nicht auf aktuellem Stand, aber aus den ganz frischen Aussagen der beiden Minister hört man, dass die beiden Ministerien genau in diesem Minuten die Details ausarbeiten. Also sollte man morgen oder am Wochenende diese Seite mehrmals besuchen und nach neuesten Infos Ausschau halten. Anträge sollen schnell bearbeitet werden. Wir empfehlen die nächsten Tage auch immer einen Blick zu werfen auf die Webseiten des Bundeswirtschaftsministeriums und des Bundesfinanzministeriums.

Corona-Hilfen mit kleinem, aber sehr wichtigem Detail

Aber ein wichtiges Detail bei den Corona-Hilfen wird für viele Unternehmer eine große Erleichterung darstellen, um jetzt weiter durchhalten zu können. Denn bisher galt die ziemlich unsinnige und unfaire Regelung, dass die KfW-Schnellkredite in der Coronakrise nur für Unternehmen zugänglich waren, die mindestens 10 Mitarbeiter haben. Jetzt liest man im offiziellen Infotext des Bundeswirtschaftsministeriums (siehe hier), dass der KfW-Schnellkredit für Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten zugänglich gemacht werden soll. Diese winzige Änderung bei den Corona-Hilfen kann für viele kleine Unternehmer die Rettung bedeuten, zumindest in Sachen Liquiditätshilfe. Hier weitere Details im Wortlaut vom Ministerium:

Es hat sich als unvermeidlich erwiesen, für die Dauer der nächsten vier Wochen auch viele Unternehmen zu schließen, um auf diese Weise Kontakte im erforderlichen Umfang zu reduzieren. Das betrifft unter anderem Gastronomiebetriebe, Bars, Clubs und Diskotheken, aber auch Dienstleistungsbetriebe, Messen, Kinos, Freizeitparks oder Fitness-Studios. Viele von ihnen haben Vorbildliches bei der Umsetzung von Hygiene- und Abstandskonzepten geleistet und seit Ausbruch der Pandemie schwere Umsatzrückgänge hinnehmen müssen.

Die Bundesregierung wird diese Betriebe umfassend unterstützen, um ihnen den Fortbestand in dieser schweren Zeit zu erleichtern:

Wir gewähren den von temporären Schließungen erfassten Unternehmen eine außerordentliche Wirtschaftshilfe, die bis zu 75 Prozent des Umsatzes des Vorjahresmonats erfasst;

Wir werden die Leistungen der Überbrückungshilfe verlängern und für die hauptbetroffenen Wirtschaftsbereiche wesentlich verbessern;

Wir öffnen den KfW-Schnellkredit für Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten;

Die Regelungen gelten unter anderem für Unternehmen, Selbständige und Soloselbständige. Insbesondere auch in der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft.

Die beschlossenen Maßnahmen zeigen, dass wir unsere Unternehmen nicht allein lassen, sondern zielgerichtet unterstützen. Hierzu stellen wir Mittel bis zu einer Höhe von 10 Milliarden Euro bereit.

Hier weitere aktuelle Aussagen aus der vorhin gelaufenen PK von Olaf Scholz und Peter Altmaier, in Kurzform zusammengefasst:

Der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft will man auch über den November hinaus eine Perspektive aufzeigen. Und auch der Gastronomie will man helfen die anstehende harte Zeit zu überstehen. An Einzelheiten arbeite man jedoch noch. Auch will man eine Verlängerung der „Überbrückungshilfe III“ bis ins nächste Jahr hinein erreichen. Und bis zu 300.000 Euro sollen auch über Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bereitgestellt werden können.

Hier die PK im Video:

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Christine Lagarde: Headlines zur EZB-Pressekonferenz – sehr dovish!

Markus Fugmann

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Die wichtigsten Aussagen der EZB-Chefin Christine Lagarde auf der EZB-Pressekonferenz – wie wird sie sich zu den ökonomischen Perspektiven durch die neuen Lockdowns äussern?

– Lagarde und Vize de Guindos betreten den Saal – beide mit Mundschutz..

– Neue Corona-Welle: Wirtschaft verliert an Fahrt, klare Verschlechterung des Ausblicks, vor allem im Dienstleistungsbereich

– Konsumenten halten sich zurück

– Inflation geringer aufgrundd fehlender Nachfrage

– FMW: jetzt das Übliche Loblied auf die EZB-Maßnahmen (gähn..)

– Risiken klar abwärtsgerichtet

– EZB wird im Dezember auf die neue Entwicklung reagieren und dabei auch Wechselkurs berücksichtigen

– Corona-Maßnahmen bringt „headwinds“ für wirtschaftlichen Ausblick (FMW: wo ist bloß die viel besungene „V-Erholung“?)

– Inflation dürfte negativ bleiben wegen deutscher Mehrwertsteuersenkung und niedrigem Ölpreis (FMW: Brent Öl fällt gerade erstmals seit Mai unter die Marke von 37 Dollar)

– Banken zeigen bei Kreditvergabe strengere Kriterien aufgrund steigender Risiken

– jetzt kommt der schon rituelle Aufruf Lagardes zu fiskalischen Maßnahmen, diese sollten zielgerichtet sein

– Lagarde jetzt über „Next Generation EU“ – wie Daniel Stelter sagen würde die „Klimaplanwirtschaft“

– Lagarde „hat“ fertig, jetzt kommen Fragen, natürlich alle virtuell..

—-

– Lagarde: für nächste EZB-Sitzung im Dezember werden alle Instrumente untersucht – das wird bereits vorbereitet, damit die EZB bei der Erholung (der Vermögenspreise…?) helfen kann

– FMW: Lagarde bisher sehr dovish, das bringt auch den Ölpreis so unter Druck, der Euro jetzt unter 1,17

– Lagarde: morgen kommen BIP-Zahlen, diese „könnten positiv überraschen“ (Prognose ist +15%), aber für das 4.Quartal sieht es nicht gut aus

– Lagarde zu Inflation: wir die derzeit negative Inflation nicht Deflation, weil es ein Sondereffekt der Pandemie ist

– Lagarde: Dass die Staaten der Eurozone Anleihen mit Gemeinschaftshaftung ausgeben, hat die Wahrnehmung der Eurozone verändert

– Lagarde: haben auf dieser Sitzung nicht über Veränderung der Geldpolitik diskutiert

Hier der Live-Feed zur EZB-PK:

Chrstine Lagarde - die Aussagen auf der EZB-Pressekonferenz

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