Folgen Sie uns

Devisen

Forex: Türkische Lira springt auf dem Vulkan, Action in Kanada, Argentinischer Peso verzweifelt

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Kanada hat heute seine aktuellsten Inflationsdaten präsentiert. Im Juli stiegen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 3,0% bei einer Erwartung und einem Vormonatswert von 2,5%. Was für ein Sprung nach oben. Damit erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit höherer Zinsen in Kanada sprunghaft, um die Inflation einzudämmen. Das bedeutet: Der kanadische Dollar erhält tendenziell mehr Mittelzuflüsse, weil kanadische Anleihen höhere Zinsen abwerfen dürften. Der Devisenmarkt nimmt so etwas wie immer sofort vorweg, und preist dies in den Kurs ein. Daher fällt der US-Dollar gegen den kanadischen Dollar aktuell (CAD-Aufwertung). USDCAD fällt von 1,3140 auf 1,3073. Ein weiterer Rückfall ist möglich, denn meine Güte – ein unerwarteter Inflationssprung von 0,5% nach oben – das ist schon eine ordentliche Hausnummer! (im Chart USDCAD seit 14. August).

Türkische Lira

Seit Wochen ist es eigentlich egal, ob man den Euro oder den US-Dollar gegen die Türkische Lira betrachtet. Der Kursverlauf im Chart ist der selbe, auch wenn die Preisniveaus natürlich unterschiedlich sind. Wir bleiben heute mal beim Euro vs Lira (EURTRY). Für Forex-Trader, die mit engen Stops arbeiten, ist Trading in der Lira momentan tödlich.

Die Kurssprünge sind derart schnell und groß, dass Stops zügig gepflückt werden, und dann läuft der Kurs auf einmal wieder in die eigentlich gewünschte Richtung des Traders. Nur er/sie ist aus der Position rausgekegelt worden durch die eigenen Sicherheitsvorkehrungen. Die funktionieren in so einem wilden Markt eben nicht, wenn es ständig massiv rauf und runter geht.

Der folgende Chart zeigt EURTRY seit heute früh. Zwei mal wären Long-Trader übel ausgestoppt worden, bevor der Kurs sofort wieder hoch sprang. Die Spannen (7,19-6,61 und 6,93-6,62) sind enorm – vor allem wenn man bedenkt, dass diese Auf- und Abwärtssprünge nur vier beziehungsweise zwei Minuten benötigten. Kurzfristige Trader finden zwar in der Lira dieser Tage einen schön volatilen Markt vor. Aber man sollte es sich lieber drei Mal überlegen mit Stops zu arbeiten.

Mitte letzer Woche vor der großen Lira-Abwertung lag EURTRY noch bei 6,10 – jetzt sind wir bei glatt 7 Lira für einen Euro. Das ist inzwischen weit entfernt vom Hoch bei 8,17, aber unterm Strich ist die Lira auf lange Sicht immer noch drastisch gefallen. Momentan gibt es ständig so viele Nachrichten rund um die Türkei, dass die Lage in der Lira äußerst instabil bleibt.

Türkische Lira

Argentinischer Peso

Ist man in Argentinien schon am Verzweifeln? Wahrscheinlich! Die Notenbank in Buenos Aires bekommt inzwischen massive Unterstützung mit frischen US-Dollars vom IWF. Damit kann man die Dollars am freien Devisenmarkt verkaufen und dafür die eigene Währung Peso kaufen. Damit sollte eigentlich das Währungspaar USDARS spürbar fallen (Peso-Aufwertung).

Und so hat die Notenbank in Buenos Aires vorgestern 781 Millionen Dollar in drei Tranchen verkauft und gegen Peso eingetauscht. Und der Effekt? Kaum sichtbar. Das ist mehr als eine Tragödie. Der alte Mechanismus der Notenbankinterventionen scheint in diesem Fall zu verpuffen. USD vs Peso lag Anfang der Woche vor dem Eingriff der Notenbanker zwischen 29,70 und 30,29 – jetzt notiert er bei 29,73. Es gibt also bis dato keine massive Aufwertung im Peso. Kommt sie vielleicht nächste Woche? Oder hält der massive Sog-Druck Richtung US-Dollar weiterhin an?

USD vs Argentinischer Peso seit Mitte Juli
USD vs Argentinischer Peso seit Mitte Juli.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Devisen

Aktuell: EZB-Entscheidung veröffentlicht

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

EZB-Tower in Frankfurt

Die EZB hat soeben ihre Entscheidung veröffentlicht.

Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00 Prozent. Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,50 Prozent. Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25 Prozent.

Die Aufkauf- und Liquiditätsprogramme (PEPP, APP und TLTRO III) laufen wie bisher weiter.

Um 14:30 Uhr folgt die PK von Christine Lagarde. Wir berichten dann umgehend über alle interessanten Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

(2) The Governing Council will continue its purchases under the pandemic emergency purchase programme (PEPP) with a total envelope of €1,350 billion. These purchases contribute to easing the overall monetary policy stance, thereby helping to offset the downward impact of the pandemic on the projected path of inflation. The purchases will continue to be conducted in a flexible manner over time, across asset classes and among jurisdictions. This allows the Governing Council to effectively stave off risks to the smooth transmission of monetary policy. The Governing Council will conduct net asset purchases under the PEPP until at least the end of June 2021 and, in any case, until it judges that the coronavirus crisis phase is over. The Governing Council will reinvest the principal payments from maturing securities purchased under the PEPP until at least the end of 2022. In any case, the future roll-off of the PEPP portfolio will be managed to avoid interference with the appropriate monetary policy stance.

(3) Net purchases under the asset purchase programme (APP) will continue at a monthly pace of €20 billion, together with the purchases under the additional €120 billion temporary envelope until the end of the year. The Governing Council continues to expect monthly net asset purchases under the APP to run for as long as necessary to reinforce the accommodative impact of its policy rates, and to end shortly before it starts raising the key ECB interest rates. The Governing Council intends to continue reinvesting, in full, the principal payments from maturing securities purchased under the APP for an extended period of time past the date when it starts raising the key ECB interest rates, and in any case for as long as necessary to maintain favourable liquidity conditions and an ample degree of monetary accommodation.

(4) The Governing Council will also continue to provide ample liquidity through its refinancing operations. In particular, the third series of targeted longer-term refinancing operations (TLTRO III) remains an attractive source of funding for banks, supporting bank lending to firms and households.

weiterlesen

Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

weiterlesen

Devisen

Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen