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Fünf Warnzeichen für die sorglosen Aktienmärkte!

Ach, ist doch alles so schön bunt hier, sang einst Nina Hagen. Und das scheinen die Aktienmärkte, vor allem die US-Aktienmärkte auch zu glauben, die unmittelbar in der Nähe ihrer Allzeithochs hantieren. Aber es gibt Warnzeichen..

FMW-Redaktion

Ach, ist doch alles so schön bunt hier, sang einst Nina Hagen. Und das scheinen die Aktienmärkte, vor allem die US-Aktienmärkte auch zu glauben, die unmittelbar in der Nähe ihrer Allzeithochs hantieren. Dazu die Volatilität, gemessen am VIX-Future (Vola auf den S&P500), so tief wie seit Jahren nicht mehr – und das angesichts der Machtübernahme eines neuen Präsidenten, der so ziemlich mit allem bricht, was als Grundkonstante amerikanischer Politik galt: Freihandel, NATO-Bindung, freie Wirtschaft, verläßlicher Rechtsstaat etc. Aber die Aktienmärkte machen sich keine Sorgen, warum auch, wenn derzeit gerade alles in Frage gestellt wird, was im Grunde seit 1945 gilt?

Es gibt aber ein paar Anzeichen, die dagegen sprechen, dass die Aktienmärkte weiter so sorglos nach oben marschieren werden. Wir nennen fünf davon..


Foto: de.freepik.com

1. Politische Unsicherheit: noch nie wurde in den Medien so häufig das Wort „Unsicherheit“ erwähnt wie derzeit – und wohl angesichts der massiven Umwälzungen, die durch die Trump-Regierung anstehen, zu Recht! Der aktuelle Wert liegt höher als der bisherige Spitzenwert, der während der Euro-Krise im Jahr 2012 erreicht worden war. In Frankreich etwa hat ein Index für politische Unsicherheit heute ein neues Allzeithoch erreicht. Und was ist davon an den Aktienmärkten zu bemerken? Nichts! Ausnahme: die Anleihemärkte mit steigenden Renditen für französische und italienische Anleihen.

2. Die Differenz zwischen einem globalen Index für politische Unsicherheit und der Volatilität (VIX) beim weltweit wichtigsten Aktienindex, dem S&P500, war noch nie so groß wie derzeit. Man könnte auch sagen: nie war die Differenz zwischen Washington, wo sich die beiden US-Parteien eine immer bitterer werdenden Schlacht zu liefern scheinen, und der Wall Street, die extrem optimistisch und sorglos ist, so groß wie derzeit! Und dazu noch die aktuellen Sorgen um Frankreich, die von der Wall Street nicht einmal mit einem Schulterzucken zur Kenntnis genommen worden sind.

3. Neben dem VIX gibt es den von der CBOE angebotenen SKEW-Index, der die Kosten wiedergibt, die man zur Absicherung für bestehenden Positionen aufbieten muss für eine sehr große Bewegung im S&P500, meist für einen dramatischen Einbruch. Diese Kosten sind derzeit ziemlich hoch (so hoch wie seit November nicht mehr). Mithin spricht der SKEW Index dafür, dass einige Player am Markt einen massiven Einbruch nicht ausschließen und sich daher Absicherungen zulegen über Optionen, die weit aus dem Geld sind. Zu beobachten ist auch, dass große Käufer große Short-Positionen in ETFs eingehen, die die Eurozone abbilden (etwa der SPDR Euro Stoxx 50 ETF, bei dem am Freitag massive Umsätze stattfanden).

4. Derzeit fließt viel Geld in Gold ETFs, vor allem aus Europa stammendes Geld. Dazu der Goldpreis deutlich ansteigend seit Jahresbeginn – ein Hedge gegen politische Turbulenzen und steigende Inflation

5. Goldpreis und Anleiherenditen steigen – passiert dies 3.Quartale hintereinander, kam es in der Vergangenheit zu massiven Verwerfungen: 1973/74 zu einem massiven Blutbad am Anleihemarkt, 1987 beim Crash des US-Aktienmarktes.

Als Fazit kann man sagen: die Aktienmärkte extrem unbesorgt, während an vielen Stellen schon rote Warnblicker aufleuchten. Aber diesmal, ja diesmal ist sicher alles anders



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8 Kommentare

  1. Nr.6: Wenn, wie heute, Stefan Riße sagt:“ Bleibe weiter optimistisch für Aktien, wenngleich es ein bißchen mehr Unruhe gibt“.

  2. Der risse wird es noch schaffen das Optimismus als psychopathie anerkannt wird

    1. Hoffentlich nicht, sonst sperren sie meinen besten Kontraindikator am Ende noch weg. :-)

      1. Naja wenn sie Riße als Kontraindikator nehmen liegen sie aber schon ne ganze Weile auf der falschen Seite

  3. Trotzdem, ein Bär bleibt fair. Ich sag es nicht gern,
    aber wenn ich heuer immer dem Riße gefolgt wäre, hätte
    ich ganz schön Gewinne gemacht. So hingegen war dieses Jahr eher mickrig.

  4. die Hausse stirbt in der Euphorie…..gefühlsmäßig sollte es mal ordentlich runtergehen
    allerdings gibt es auch Sentimentindikatoren die mehrere Indikatoren umfassen wie den fear und greed und der kommt gerade in den gemütlichen greed Bereich der müsste aber ne Weile im Extrem Greed sein um von Euphorie zu reden

  5. Die Börsenwelt ist zuweilen erstaunlich begriffsstutzig. Zur Zeit scheint das mal wieder der Fall zu sein.

  6. @ Fugmann von Toni ,kann ich diesen SKEW Index irgendwo als Chart finden,es wäre interessant wie sich der bei früheren Baissen verhalten hat ? Danke für Antwort.

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