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G20-Olaf und die Schaffung nationaler Champions – genau der falsche Weg!

Claudio Kummerfeld

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Der legendäre G20-Olaf – Olaf Scholz, unser aller Bundesfinanzminister! Offensichtlich ist er gerade dabei genau den entgegengesetzten Weg zu gehen, den man doch eigentlich nach der Finanzkrise einschlagen wollte. Banken sollten nie wieder in die Lage versetzt werden Staaten zu erpressen. Banken sollten nie wieder zu groß zu sein um sie fallen lassen zu können. Da waren sich nun wirklich alle Politiker einig, zumindest vordergründig.

Olaf Scholz als oberster Dienstherr der BaFin und Finanzminister hat quasi die Oberaufsicht für den deutschen Finanzsektor. So verwaltet er auch den 15%-Anteil des Staates an der Commerzbank, und kann de facto auch Dienstanweisungen an die BaFin durchstecken. Also ist er gegenüber der Bankenbranche ein mächtiger Gesprächspartner. Und was will Olaf Scholz? Wäre es nicht sinnvoll darauf hinzuwirken, dass große Banken nicht noch systemrelevanter werden?

Nein, in Europa und auch überall sonst auf dem Planeten fusionieren Banken reihenweise, aus Effizienzgründen dank der Nullzinspolitik der EZB. Dadurch werden die Banken aber immer größer, mächtiger, und vor allem systemrelevanter. Je weniger Banken es gibt, und je größer die verbleibenden Banken sind, desto größer ist ihr Erpressungspotenzial gegenüber dem Staat. Von daher sollte Scholz doch im Sinne der Bürger das Interesse haben einen kleinteiligen breit aufgestellten Bankensektor zu haben?

Nein, offenbar macht er das Spielchen mit, das auch im Ausland grassiert. Immer weiter fusionieren. Wenn wir Deutschen nicht mitmachen, haben wir hierzulande keine starke große Bank. Doch was bringt das eigentlich? Was soll das? Größe als Selbstzweck, als Statussymbol eines Landes? n-tv spricht aktuell davon, dass Scholz offenbar einen gigantischen „Nationalen Champion“ für Deutschland schaffen will, und die Deutsche Bank nett und schön freundlich zu einer Mega-Fusion drängelt. Da macht ja eigentlich nur die Fusion mit der Commerzbank Sinn (sonst keiner in Deutschland mehr da), zumal Scholz mit seinem 15% CoBA-Anteil in der Tasche der Fusion direkt seinen Segen geben könnte.

Genau so wie das offensichtliche Drängen die letzten beiden großen Geschäftsbanken in Deutschland zusammenzuschließen, scheint auch der Wunsch zu sein letztlich alle Landesbanken in Deutschland zu fusionieren – vielleicht in eine oder zwei große Landesbanken. Damit geht man (so meinen wir) exakt den falschen Weg. Damit gäbe es letztlich nur noch eine gigantische Privatbank, und daneben vielleicht eine gigantische Landesbank. Und darunter kämen zwei Systeme aus Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die den regionalen Markt bedienen.

Die Deutsche Bank wäre dann als letzte verbliebene Großbank in Deutschland quasi ein Staat im Staate. Unantastbar, egal wie groß ein Einlagensicherungsfonds auch wäre. Er könnte niemals ein Debakel bei so einer Bank abdecken. Das Erpressungspotenzial (was ja jetzt schon vorhanden ist), wäre dann nur noch größer. Liebe Bundesregierung, wir haben den Laden an die Wand gefahren. Schieb mal Steuerzahlergeld rüber, sonst gehen wir pleite, und die ganze Volkswirtschaft bricht zusammen. So lautet das Drohpotenzial, und die Politik wäre erpressbarer denn je. Aber Hauptsache G20-Olaf bekommt seinen „Nationalen Champion“.

Frankfurt Banken Skyline
Frankfurter Skyline. Foto: Eva K. / Eva K. GFDL 1.2

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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