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Gaspreis in Europa auf Rekordhoch, in USA auf 7-Jahreshoch

Kochen mit Gas

Der Gaspreis am Terminmarkt knallt durch die Decke. Dies bedeutet für die nächsten Monate nichts Gutes für die Verbraucher, die mit Gas heizen oder kochen. Der Terminpreis für Erdgas in den USA ist jetzt auf das höchste Niveau seit 2014 gestiegen, siehe folgender TradingView Chart, der bis 2012 zurückreicht.

Chart zeigt Gaspreis am US-Terminmarkt im Verlauf seit dem Jahr 2012

Der europäische Gaspreis Dutch TTF steigt auf ein Rekordhoch. Im folgenden TradingView Chart sehen wir den Preisverlauf seit dem Jahr 2018. Seit April 2021 steigt der Preis von 20 auf über 80 Euro.

Gas-Future aus Europa mit Preisverlauf seit 2018

Man kann es vereinfacht so ausdrücken: Global geht die große Angst vor der Energie-Knappheit im Winter um. Erst gestern sah man in Großbritannien quasi den Totalausfall bei der Versorgung mit Benzin an Tankstellen. Weil LkW-Fahrer aus dem EU-Ausland fehlen, gibt es viel zu wenige Fahrer auf der Insel, die das Benzin von den Raffinerien zu den Tankstellen liefern können.

Niedrige Lagerbestände für Gas in Europa und Befürchtungen über zu wenig Lieferung aus Russland treiben den Gaspreis zusätzlich an. In den USA zeigen Daten der Regierung, dass die Gasvorräte 6,9 Prozent unterhalb des Durchschnitts der letzten fünf Jahre liegen. Dazu gibt es in den USA immer noch durch mehrere Stürme bedingte Versorgungsunterbrechungen. Nicht nur die vor allem in Asien explodierende Nachfrage nach dem vermeintlichen Ende der Coronakrise – auch andere Faktoren kommen also derzeit hinzu, die den Gaspreis in die Höhe treiben. Gerade in Europa dürfte es auch eine Art Angst davor sein, dass Gazprom absichtlich zu wenig Gas liefert, um die Preise in Europa hochzutreiben. Es ist aber eine nicht greifbare Angst, dass da etwas Böses im Gange ist.

Aber wenn die Nachfrage vor allem in Asien anzieht, und dazu noch die Speicher in Europa und den USA leerer sind als vor einem Jahr, kommt es zu Preisanstiegen. Dazu noch ein gehöriger Schuss kurzfristige Spekulation, und fertig ist die Explosion im Gaspreis. Wie schnell eine übertriebene Spekulation auch wieder korrigiert werden kann, sieht man zum Beispiel beim Futures-Preis für Holz in den USA, der zwar immer noch höher notiert als vor dem Ausbruch der Coronakrise. Aber der exorbitant übertriebene Preisanstieg bei Holz im April wurde dann im Mai ebenso schnell wieder korrigiert. Wird es im Gaspreis ähnlich laufen?



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