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Großbritannien: Tankstellen geht das Benzin aus – Impressionen

Eine leere Tankstelle

Das Thema kocht in Großbritannien bereits seit Monaten hoch. Dank Brexit haben hunderttausende EU-Bürger die Insel verlassen, und damit auch viele „einfache“ Arbeiter aus dem Logistikbereich. Es gibt ein Sprichwort, das da lautet: Logistik ist nicht alles, aber ohne Logistik ist alles nichts. Jetzt sieht man dies auf der Insel. Es fehlen LkW-Fahrer. Die Regierung Johnson war bislang wohl zu stolz um schnell eine Sonderregelung für EU-Bürger in Kraft zu setzen, um schnell wieder genug LkW-Fahrer ins Land zu holen. Aber wollen zum Beispiel die Polen überhaupt zurück auf die Insel?

Und offenbar finden sich nicht genug Briten für diese Jobs? Boris Johnson wollte nach dem Brexit solche Jobs mit Briten besetzen lassen – der Brexit sollte hier seine Wirkung entfalten. Aber das funktionierte offenkundig nicht. Seit Monaten sah man den LkW-Fahrer-Mangel bereits in Form von oft leeren Supermarktregalen in Großbritannien. Ende letzte Woche deutete sich bereits eine Knappheit an den britischen Tankstellen an, als BP einige Tankstellen schließen musste. Übers Wochenende haben wohl viele Briten mit Hamsterkäufen an Tankstellen begonnen, und heute ist diese Lawine nicht mehr aufzuhalten.

Weil die Angst groß ist kein Benzin mehr zu bekommen, ist auch an vielen Tankstellen jetzt wirklich nichts mehr zu bekommen. Und die Schlangen vor den noch offenen Tankstellen sind landesweit beachtlich. Es soll sogar schon zu Schlägereien unter Wartenden gekommen sein. Es gab heute schon Gerüchte, dass die britische Armee eingesetzt werden soll um das Benzin aus den Raffinerien an die Tankstellen zu liefern. Aber wirklich klar ist das noch nicht. Klar scheint anhand der Beispiele „Tankstelle“ und „Supermarkt“ zu sein: Das Brexit-Konzept von Boris Johnson, wenn es denn überhaupt je eines gab, geht nicht auf. Wie überall in Europa wirkt der Demografiewandel auch in Großbritannien, viele Fahrer gehen in Ruhestand, wenige neue rücken nach. Dazu gab es noch ausgesetzte Fahrprüfungen für neue LkW-Fahrer in der Corona-Pandemie, und oben drauf noch ein Brexit mit hunderttausenden EU-Arbeitern, die die Insel verlassen haben.

Das Desaster ist perfekt, und dürfte nicht so schnell zu beheben sein – auch wenn Boris Johnson jetzt doch auf die Schnelle befristete Arbeitsvisa für bis zu 5.000 ausländische Lastwagenfahrer ausstellen lassen will. Aber wollen die überhaupt „mal eben kurz befristet“ nach Großbritannien kommen? By the way… es geht wohl in der Tat nicht um eine Benzinknappheit, sondern um den Mangel an LkW-Fahrern, die die Transporte von den Raffinerien zu den Tankstellen machen können. Hier aktuelle Twitter-Impressionen aus Großbritannien vom Warten vor den Tankstellen.



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