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"In Erwartung der Wintersaison bleiben mehrere Aufwärtsrisiken für den Gaspreis bestehen" Gaspreis steigt nach Russlands Eskalation im Ukraine-Krieg

Gaspreis Russland Ukraine

Es geht wieder nach oben mit dem europäischen Gaspreis, nachdem Russland mit den Raketenangriffen auf zahlreiche Städte den Ukraine-Krieg weiter eskaliert. Der für Europa maßgebliche Dutch TTF-Future steigt um +5% auf nun 161,80 Euro. Gleichzeitg hat der deutsche Energieversorger EnBW bekannt gegeben, zum dritten Mal die Preise anzuheben: ab dem 01.Dezemeber müssen Kunden dann durchschnittlich 38% Prozent mehr bezahlen. Das Unternehmen begründet den Schritt mit den höheren Beschaffungspreisen.

Gaspreis steigt wegen Eskalation Russlands – aber dennoch seit August halbiert

Trotz des heutigen Anstiegs beim Gaspreis hat sich übergeordnet die Situation entspannt: noch im August lag der Gaspreis bei 350 Euro. Heute hat Bundekanzler Scholz die deutschen Bürger und Unternehmen aufgefordert, sparam zu sein beim Gasverbrauch – Deutschland wolle alle Anstrengungen unternehmen, um die erneuerbaren Energien voran zu treiben.

Der Gaspreis in Europa stiegt, da nach Verschärfung des Moskauer Krieges in der Ukraine erneut Versorgungssorgen aufkommen, wie Bloomberg berichtet. Die Benchmark-Futures stiegen um bis zu 6,4 % und machten damit Rückgänge der letzten Tage teilweise wett. Nach den Angriffen auf zivile Ziele in der gesamten Ukraine zu Beginn der Woche hat Russland am Dienstag weitere Angriffe gestartet. Kiew hat erklärt, dass es aufgrund der Angriffe die Stromexporte in einige Nachbarländer einstellen wird, was die Märkte wegen der Risiken für die Infrastruktur, über die russisches Gas nach Europa geleitet wird, nervös macht.

Es wird erwartet, dass die Gasflüsse am Dienstag stabil bleiben werden, wenn auch auf dem reduzierten Niveau der letzten Monate. Die Lieferungen durch die Ukraine sind die letzten verbleibenden russischen Lieferungen nach Westeuropa, nachdem wichtige Pipelines, darunter die Nord Stream-Verbindung, infolge des Krieges geschlossen wurden. Die schwindenden Lieferungen haben die Volkswirtschaften an den Rand einer Rezession gebracht und die Regierungen veranlasst, die Verbraucher zu schützen.

Dass der Gaspreis für Europa nicht trotz der Eskalation des Ukraine-Kriegs durch Russland nicht noch stärker steigt, liegt vor allem an der Füllung der Gas-Lager, die in Europa mit 91 % höher als zu dieser Jahreszeit üblich sind. Das stellt einen Puffer für die kälteren Monate dar und nährt die Hoffnung, dass die Region den Winter überstehen kann, selbst wenn Russland die Lieferungen weiter drosselt. Auch das bislang wärmere Wetter in Europa hat zur Entspannung der Nachfrage beigetragen.

„In Erwartung der Wintersaison bleiben mehrere Aufwärtsrisiken für den Gaspreis bestehen“, so Andy Sommer, Teamleiter für Fundamentalanalyse & Modellierung bei Axpo Solutions AG, in einer Mitteilung. „Ein möglicher Kälteeinbruch könnte den Rückgang der Stromnachfrage der Haushalte vollständig umkehren und die Gasreserven schnell aufbrauchen, insbesondere in gasabhängigen Ländern wie Großbritannien und Italien.“

Gaspreis Füllstände

Europa beginnt die Heizperiode mit mehr Gas in den Speichern als im letzten Jahr

Die niederländischen Frontmonats-Gasfutures, eine Benchmark für Europa, stiegen um 9:45 Uhr in Amsterdam um 4,7 % auf 161,41 Euro pro Megawattstunde, nachdem sie in den beiden vorangegangenen Sitzungen um 12 % gefallen waren. Der entsprechende britische Kontrakt stieg am Dienstag um 5,9 %.

Die europäischen Energiemärkte bleiben angespannt, da die Wasserreservoirs in Norwegen niedrig sind und die französische Kernkraftwerksflotte in Schwierigkeiten ist. Da eine Erhöhung der russischen Gaslieferungen nicht in Sicht ist, wird sich der Kontinent noch stärker auf Flüssiggaslieferungen verlassen müssen.

EUROPA-WETTER: Mildere Temperaturen als normal für die nächste Woche vorhergesagt

Das zwingt die Länder dazu, Maßnahmen zum Schutz ihrer Wirtschaft zu ergreifen. Deutschland bereitet eine Reihe von Maßnahmen zur Entlastung der Verbraucher vor, zu denen auch Subventionen für den Gasverbrauch von Haushalten und Unternehmen gehören könnten. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union werden noch in diesem Monat über weitere Maßnahmen beraten.

Belastend für den Gaspreis sind auch die Wettervorhersagen für Europa – in der nächsten Woche sind breitflächig weiter milde Temperaturen für Europa angesagt..

FMW/Bloomberg

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