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Gefahr bei Bitcoin und Co: Bafin schließt Aufsteller von Kryptowährungs-Automaten

Symbolbilder für Bitcoin, Ethereum und Ripple

Gefahr bei Bitcoin und Co! Schon am 26. Februar untersagte die Bafin der KKT UG den Betrieb ihrer Kryptowährungs-Automaten in Deutschland. An diesen Automaten, die in der Regel in Wettbüros und Spätverkäufen aufgestellt waren, konnten Kunden Kryptowährungen kaufen und verkaufen. Darüber hinaus betrieb die KKT UG die Website mit dem klangvollen Namen shitcoins.club und bot darüber Transaktionen von Angesicht zu Angesicht in persönlichen Treffen an. Für all das fehlte die Genehmigung der deutschen Wertpapieraufsicht. Das neue Verbot wirft ein Schlaglicht auf die teils windigen Geschäftemacher, die die Welt der Kryptowährungen unsicher machen.

Mit der Untersagung des Geschäftsbetriebs ist keinesfalls gesagt, dass die KKT UG unredlich handelte. Die Bafin prüft nicht, ob Kunden betrogen werden, sondern ob die in Deutschland gültigen Regeln zum Betrieb derartiger Geschäfte eingehalten wurden. Ist dafür eine Erlaubnis nötig, die nicht zuvor bei der Bafin eingeholt wurde, kann und wird der Betrieb untersagt werden, selbst wenn alle Transaktionen zur Zufriedenheit der Kunden ausgeführt wurden.

IOTA-Hack bis heute nicht ausgestanden

Das dient letztendlich auch dem Schutz der Kunden. Und Schutz haben gerade die Anleger in der Welt der Kryptowährungen nötig. Denn Skandale rund um verlorene Token, betrügerische Broker, Wallets und Börsen gibt es am laufenden Band. Jüngster Streich der wenig redlichen Marktteilnehmer war ein Hacking-Angriff auf die Trinity Wallet für IOTA. Der von langer Hand vorbereitete Hack führte zwar nur zu einem relativ kleinen, direkten Schaden von rund 2 Millionen US-Dollar. Doch die anschließende Lahmlegung des IOTA-Netzwerks für mehrere Wochen führte zu einem Kursrückgang on 40%, der mal eben 400 Millionen US-Dollar Marktkapitalisierung vernichtete. Ironie der Geschichte: Da das IOTA Netzwerk abgeschaltet war, konnten Besitzer der Kryptowährung nicht einmal verkaufen oder vom Kurssturz profitieren.

Ermöglicht wurde der Hack der Wallet durch die Einbindung eines externen Zahlungsdienstleisters. Gehackt wurde das Plugin, das in die Wallet eingebunden wurde. Dank des Hacks hatten die Betrüger die Möglichkeit, die Seeds der Wallet-Nutzer auszuspähen und deren Wallets leerzuräumen. Da das IOTA-Netzwerk derzeit noch zentral verwaltet wird, hat die IOTA Foundation nach dem Bemerken des Hacks den Netzwerk Coordinator abgeschaltet und damit die Authorisierung jeglicher Transaktionen unterbunden.

Das gesamte Netzwerk soll noch bis zum 10. März abgeschaltet bleiben. Die Deaktivierung einer ganzen Kryptowährung zeigt sowohl die Vor- als auch Nachteile der zentralen Instanz auf, die IOTA letztendlich irgendwann abschaffen möchte. Vorteilhaft ist, dass IOTA durch die Abschaltung weiteren Schaden von Nutzern abwenden konnte. Nachteilig ist, dass damit bewiesen wurde, wie wenig produktiv die Kryptowährung derzeit einsetzbar ist. Man stelle sich vor, die eigentlich für automatisiert durchgeführte Mikrotransaktionen gedachte Währung wäre schon in Millionen und Abermillionen Geräten eingesetzt worden, die allesamt von einer Sekunde auf die andere für einen Monat den Dienst einstellen, weil sie keine Transaktionen mehr durchführen können.

Zahl der Hacks macht Kryptowährungen wie Bitcoin und Co für ernsthafte Anwendungen noch uninteressant

IOTA ist beileibe nicht die einzige Kryptowährung, die Opfer von Betrügern wurde. 2014 wurde die Börse MT.Gox gehackt und 760.000 Bitcoin gestohlen. Die Börse musste Insolvenz anmelden und Kunden waren um 460 Millionen Euro geschädigt. Zwei Jahre später kam es zum DAO Hack, mit dem 53 Millionen US-Dollar in Ethereum Tokens entwendet wurden. Der Hack wurde bemerkt und die Gelder rechtzeitig eingefroren, doch das Problem damit nicht gelöst. Um den Zugriff auf die Tokens zu verhindern, musste ein Hard Fork durchgeführt werden, nachdem Ethereum und Ethereum Classic existieren. Ironie der Geschichte: Ethereum Classic wurde anschließend nicht wie geplant wertlos, so dass die gestohlenen Token auch nicht wie geplant wertlos verfielen, sondern dutzende Millionen US-Dollar an Wert behielten.

Die noch junge Geschichte der Kryptowährungen ist voll von diesen Stories und anderer Betrügereien. Ein Indiz mehr, dass die Technologie vielleicht zukunftsweisend ist, die heutzutage angebotenen Kryptowährungen aber wohl kaum dazu geeignet sind, irgendwann einmal nationale Währungen zu ersetzen.



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