Ethereum

Gold: Edelmetallhändler bietet goldgedeckte Ethereum-Token an

Durch Gold gedeckte Ethereum-Token - Beispielbild für Kryptowährungen

Obwohl Edelmetalle und Kryptowährungen so viel gemeinsam haben wie Feuer und Wasser, gibt es viele Anleger, die beides im Portfolio halten. Als Absicherung gegen eine mögliche Inflation werden beide Anlage-Alternativen angesehen, wobei Kryptowährungen als reine Zahlenfolgen auf einem Display naturgemäß weniger Vertrauen hervorrufen als physisch vor einem liegende Münzen aus Gold und Barren. Kein Problem, dachte sich ein französischer Edelmetallanbieter und offeriert nun goldgedeckte Bankkonten und Ethereum-Token.

VeraOne ist über die Blockchain handelbares Gold

Um zu verstehen, was der Anbieter VeraOne uns da anbietet, müssen wir zunächst einen genaueren Blick auf Ethereum werfen. In der Ethereum-Blockchain können nicht nur Ether genannte Kryptowährungseinheiten gehandelt werden, sondern auch Token. Ein Token kann alles Mögliche sein. Was ein Token ist, definieren die Vertragspartner untereinander. Der Austausch der Token erfolgt dann über die Ethereum-Blockchain. VeraOne definiert ihren Token, ebenfalls VeraOne genannt, als Anteil an einer bestimmten Menge von physischem Gold, das sich in der Hand von VeraOne befindet.

VeraOne versucht dabei, sich bei möglichst vielen Zielgruppen beliebt zu machen. Die Kryptofans werden mit der tokenbasierten Austauschmöglichkeit über das Ethereum-Netzwerk angesprochen. Umweltbewussten potentiellen Kunden erklärt VeraOne, dass der Kauf der eigenen Tokens besonders ressourcensparend sei, da nur ein geringer Anteil des gekauften Goldes neu in Minen gewonnen werden müsse. Zudem sollen Kontrollen angeblich verhindern, dass Gold aus Konfliktregionen in den Tresoren eingelagert wird.
Auf Sicherheit bedachten Anlegern erklärt man, welche Kontrollmechanismen dafür sorgen sollen, dass tatsächlich ausreichend Gold in den Tresoren liegt, um die ausstehende Menge VeraOne-Tokens zu decken. Letztendlich läuft es jedoch darauf hinaus, dass die Tokenbesitzer VeraOne vertrauen müssen, dass das Gold auch tatsächlich verfügbar ist.

Was auf jeden Fall bleibt, ist die schnelle internationale Transfermöglichkeit der Gold-Token und die Möglichkeit, sie gegen andere auf der Ethereum-Blockchain gehandelte Tokens tauschen zu können. Übrigens gab es in der alten Welt schon einmal einen analogen Vorgänger des VeraOne, genannt US-Dollar. 35 US-Dollar sollten jederzeit bei der US-Zentralbank gegen eine Unze Gold getauscht werden dürfen. Das funktionierte solange, bis die US-Regierung entschied, doch lieber kein Gold mehr gegen die eigenen Token tauschen zu wollen. Daher mein Tipp: Wer Gold kaufen will, sollte das doch lieber in physischer Form tun und bei sich selbst aufbewahren. Und wer Kryptowährungen handeln will, sollte auch Kryptowährungen kaufen und kein Gold-Anteilsschein, der nur ein wenig auf Kryptowährung getrimmt wurde.

VeraCash lagert das Rohstoffpreis-Risiko auf den Bankkunden aus

Neben VeraOne wird auch noch VeraCash angeboten, in das VeraOne eingebunden wird. Dabei handelt es sich um ein Online-Konto mit Debit-Karte, dessen Kontoguthaben auf Nutzerwunsch in Gold, Silber und Diamanten angelegt wird. Dabei handelt es sich dann jedoch um keine Golddeckung, sondern um Preisschwankungen unterliegende Edelmetall- bzw. Diamanten-Anlagen. Steigt der Preis, steigt auch der Kontowert in nationaler Währung. Sinkt der Preis, sinkt jedoch auch das Kontoguthaben in nationaler Währung. Bei einer Golddeckung würden 1.000 Euro auf dem Konto immer 1.000 Euro bleiben und im Hintergrund Gold im Wert von 1.000 Euro gehalten. Bei VeraCash ist jedoch Gold, bzw. Silber oder Diamanten, selbst das Kontoguthaben.

Der Clou dabei ist, dass mit der ausgegebenen Mastercard ganz normal über das Kontoguthaben verfügt werden kann und VeraCash im Hintergrund vollautomatisch die benötigte Menge Edelmetalle bzw. Diamanten verkauft, um die Zahlung in nationaler Währung abzuwickeln.

Angesichts der in Europa vorherrschenden Negativzinsen für Kontoguthaben und der Tatsache, dass die Muttergesellschaft AuCoffre Group als Edelmetallhändler die Wertsachen vermutlich ohnehin im Tresor haben muss, ist das für die Bank eine elegante Möglichkeit, Negativzinsen für Kontoguthaben zu umgehen und Lagerbestände durch Bankkunden vorfinanzieren zu lassen. Ich persönlich halte es für keine gute Idee, das eigene Bankkonto in Edelmetallen zu führen, wenn alle alltäglichen Zahlungen in nationaler Währung abgewickelt werden müssen. Ein Crash beim Preis für Gold kann schneller geschehen, als einem lieb ist (hier die jüngsten Kursentwicklungen) und dann ist am Ende nicht mehr genügend Geld auf dem Konto, um die Miete zu bezahlen. Geldanlage und Geld für alltägliche Zahlungen sollte voneinander getrennt werden.



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