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Gold/Silber

Gold: Warum der Markt weiterhin im Krisenmodus bleibt!

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Ein Stapel Gold Barren

Der Markt für Gold befindet sich seit Wochen in einer Krisensituation, wie man sie bislang noch nie erlebte. Am Goldpreis selbst können Sie diese Krisensituation nicht sofort ablesen. Es sind die Preisunterschiede zwischen dem Terminmarkt und physisch zu lieferndem Gold, die die Krise anzeigen. Und obwohl es diverse Versuche gab, die Situation zu entspannen, gelang es bis jetzt nicht.

Das Problem begann vor einigen Wochen. Der Preis für physisch zu lieferndes Gold koppelte sich vom Preis am Terminmarkt ab. Normalerweise gibt es nur einen winzigen Preisunterschied, da stets genügend Gold verfügbar ist, um Lieferansprüche zu erfüllen. Doch in Zeiten des Coronavirus ist alles anders. Zunächst stieg die Nachfrage nach physischem Gold an, da vermehrt Anleger aus ihrer Sicht sichere Alternativen zu Bargeld suchten. Das führt nach kurzer Zeit zu einem Anstieg nach Lieferwünschen an den Gold-Börsen Comex in New York und LBMA in London, die beide Warenhäuser für börsenfähige Goldbarren unterhalten, um Lieferansprüche von Futurekäufern zu erfüllen. Gleichzeitig beendeten zahlreiche Scheideanstalten ihre Arbeit, um Ansteckungen unter ihren Mitarbeitern zu verhindern.

Auf der einen Seite leerte sich nun vor allem das Warenhaus der Comex in schnellem Tempo, während auf der anderen Seite kein Nachschub von den Scheideanstalten mehr kam. Schnell konnten sich Edelmetallhändler ausrechnen, wie viele Wochen die Warenbestände der Comex noch ausreichen würden, um die Lieferwünsche der Futurekäufer zu erfüllen. Zwar leerten sich die Tresore der LBMA in London nicht so schnell wie die der Comex. Doch erstens entsprechen die in London lagernden Barren nicht den Spezifikationen, die von der Comex verlangt werden und zweitens gab es Folge der Aussetzung von Linienflügen auch deutlich weniger Transportkapazitäten, um Barren von einem Standort an den anderen zu bringen.

Gold-Future-Verkäufer gerieten in Panik

Die Folge war einsetzende Panik der Futureverkäufer. Der Worst Case Fall wäre, wenn mehr Gold zu liefern wäre, als vorhanden ist. Ein „Failure to deliver“ drohte, was das Vertrauen in die Börse und die Handelspartner, in der Regel große Banken, unterminieren würde. Zudem ergäbe sich die Gefahr einer Kettenreaktion. Denn der Käufer des Goldes hat möglicherweise seinerseits Lieferverpflichtungen, denen er nicht nachkommen könnte, woraufhin dessen Kunde nicht liefern könnte usw.

Um das Risiko eines Failure to deliver zu minimieren, versuchten die Broker, verkaufte Future-Kontrakte zurückzukaufen, um die potentiellen Lieferverpflichtungen zu reduzieren. Typischerweise weiß ein Futureverkäufer nicht, wie viele Kontrakte am Ende tatsächlich physisch bedient werden. In den meisten Fällen „rollen“ die Futurekäufer die Kontrakte am Laufzeitende einfach in den nächsten Kontrakt mit längerer Laufzeit, da sie nur vom steigenden Goldpreis profitieren wollen, nicht aber tatsächlich physisches Gold besitzen. Doch nun ist die Situation eine andere. Untypisch viele Kunden wollten auf einmal pyhsisches Gold haben und es waren viel mehr Kontrakte verkauft worden, als Gold in den Tresoren der Comex lagerte. Also mussten möglichst viele Kontrakte in New York zurückgekauft werden.

Die Folge war (und ist) ein großer Preisunterschied zwischen Gold in New York und Gold in London. Normalerweise gibt es nur einen winzigen Preisunterschied, da Gold gleich Gold ist und an beiden Handelsplätzen genügend Gold vorhanden ist. Doch in den vergangenen Wochen gab es ein wildes Auf und Ab. Mal war Gold in New York fast 80 US-Dollar pro Unze teurer als in London, mal war es in London mehr als 40 US-Dollar günstiger als in New York. Doch die meiste Zeit über ist Londoner Gold bedeutend günstiger als New Yorker Gold.

Dem Gold-Futuremarkt fehlen inzwischen die Händler

Beide Börsen bemühten sich, Druck aus dem Markt zu nehmen. Die Comex legte kurzerhand einen neuen Futurekontrakt auf, bei dem auch Gold nach Londoner Barren-Spezifikation geliefert werden konnte. Ziel war, Marktteilnehmer zum Kauf des neuen, günstigeren Kontrakts zu bewegen und den alten, teureren zu verkaufen. Versicherer begannen, Charterflüge zum Transport von Goldbarren aus London nach New York zu versichern. Scheideanstalten nahmen die Arbeit wieder auf und teilweise setzten Regierungen wie in Australien Unternehmen der Branche sogar auf die Liste essentiell wichtiger Wirtschaftssubjekte, um die Arbeit auch während der Corona-Quarantäne zu ermöglichen. Doch all das half nichts. Den ganzen April über kostete Gold in New York mehr als in London.

Inzwischen lagert in New York so viel Gold wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen 1992. Das allein sollte ausreichend sein, um die Preisschere zu schließen. Broker könnten New Yorker Futurekontrakte verkaufen, Londoner kaufen und Barren von London nach New York transportieren, bis der Preisabstand so gering ist, dass sich die Geschäfte nicht mehr lohnen. Dass das nicht geschieht, deutet auf das Fehlen von Marktteilnehmern hin. Wahrscheinlich haben sich einige Banken in den vergangenen Wochen die Finger derart am Goldmarkt verbrannt, dass sie jetzt lieber gar nicht mehr handeln, als die an sich risikofreie Chance auf Gewinne wahrzunehmen.

Plan für 20 Millionen US-Dollar Gewinn mit einem Flug London nach New York

Übrigens: Derzeit kostet eine Unze Gold in New York 19 US-Dollar mehr als in London. Würde man auf jeden der 509 Sitzplätze eines derzeit abgestellten Lufthansa Airbus A380 2.411 Unzen Gold, also 75kg, legen, wären das 1.227.199 Unzen Gold, die mit einem einzigen Flug von London nach New York transportiert werden könnten. Pro Unze 19 US-Dollar Preisabstand ergeben 23,3 Millionen US-Dollar Marge, von der Versicherung-, Charter- und Finanzierungskosten beglichen werden könnten. Selbst wenn das absurde drei Millionen US-Dollar wären für einen Flug London-New York, blieben noch immer 20 Millionen US-Dollar risikofreier Gewinn übrig. Dass dies niemand macht, um den Preisabstand zu egalisieren, zeigt, wie groß die Furcht der Banken ist, sich abermals zu verspekulieren.

12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    sabine

    21. April 2020 10:46 at 10:46

    “Mal war Gold in New York fast 80 $ / Unze teurer als in London, mal war es in London mehr als 40 $ günstiger als in New York. Doch die meiste Zeit über ist Londoner Gold bedeutend günstiger als New Yorker Gold.”
    Das “Doch” macht Kopfschmerzen, im Zusammenhang mit den oberen beiden Halbsätzen.
    Aber sonst stimmt alles. Auch bei den Händlern ist für privat Gold nur schwer zu bekommen und nicht alles verfügbar. Mal das Gold viel teuerer, als die Comex vorgibt. Und oft gibts kaum Barren, mal keine Münzen oder nur die und die… Man muß nehmen, was da ist. DDR 2.0

    Ich glaub aber, dass beim Sommer-Crash Gold wieder günstig ist. Zu Beginn des Crashs. Aber ich bin natürlich kein Prophet.

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      sabine

      21. April 2020 10:49 at 10:49

      Statt “Mal das Gold” muss es heißen: “Das Gold ist viel teuerer,…” Es gibt ja immer einen Unterschied, aber der ist normal 10-20%. Jetzt haben wir meistens 40% plus x

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    Goldverbot

    21. April 2020 12:08 at 12:08

    Das Papiergold in Papierdollar gibt seit Tagen ab. Eine sehr erfreuliche Entwicklung!
    Ich bin gespannt, ob wir noch dreistellig werden, wenn sämtliche Gold-Derivate das Nadelöhr anvisieren. Der Barren und Münzenbesitzer lacht dann als Letzter 🤑

  3. Pingback: Nachrichten vom 21.04.2020 – Teil 2 | das-bewegt-die-welt.de

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    Adept

    21. April 2020 15:31 at 15:31

    Mit Gold spekuliert man nicht. Man kauft es als Vermögensabsicherung in Krisenzeiten.

    Wenn morgen die Währung kollabieren würde, bräuchte man Edelmetalle: aber woher so schnell herbekommen?

    Deshalb muß man das Edelmetall bereits besitzen ohne auf den Gewinn zu achten.
    Dasselbe gilt für Land in Krisenzeiten – Gold hat den Nachteil, dass man es nicht essen kann.

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      Michael

      21. April 2020 21:22 at 21:22

      @Adept, woher kommt diese Weisheit, dieses Narrativ? Ich spekuliere seit Jahren mit Gold, sehr gehäuft sogar die letzten zwei Jahre. Und wundere mich dennoch immer noch, wie schnell mit klug positionierten Trades unglaubliche Gewinne zu realisieren sind. Ich kann zwar nicht das Geld daraus essen, ebenso wenig aber auch das Schwermetall an sich.

      Ich persönlich habe diese Gewinne in nachhaltige Landwirtschaftsbetriebe, in den Ankauf von Feldern für die Öko-Land- und Forstwirtschaft vor Ort sowie in wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Energieprojekte investiert. Geht manches davon schief, kostet es mich nicht wirklich etwas Substanzielles hinsichtlich meiner Lebenssituation und Altersvorsorge, außer die viel beschworenen Leistungsträger-Boni und “völlig legitimen” Gewinne aufgrund des Risikos von bis zu mehreren 1000 EUR täglich. Aber diese habe ich längst beschlossen, in die genannten Projekte fließen zu lassen.

      Warum? Weil man weder Geld, noch Gold essen kann. Und den Mist ins letzte Feuer mitzunehmen, macht auch nur wenig Sinn.

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      Stöcker,Wolfgang

      21. April 2020 23:41 at 23:41

      Mein Gott,immer noch dieses Argument!Sie essen Ihre Euroscheine und Zertifikate doch auch nicht auf.Allerdings kann man damit bald tapezieren.Seid klug,anonym kaufen und die Füsse stillhalten einen besseren Ratschlag gibt es nicht!

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        Columbo

        22. April 2020 12:47 at 12:47

        @Stöcker Wolfgang

        „Anonym kaufen“

        Auch diese äußerst unkluge Idee kursiert immer noch. Wo leben Sie denn? Diese Zeiten sind vorbei. Abgesehen davon, daß anonym kaufen in relevanten Mengen nicht mehr geht, ist das Problem anonym VERKAUFEN!
        Keine Bank, kein Händler akzeptiert mehr größere Mengen Anonymes. Nicht einmal ein paar Unzen!
        Jaaaaa, aber dann bleibt ja noch der Schwarzmarkt. Sehr gut, da macht man dann ordentlich Verluste und daheim erwarten einen ein paar Typen, denen man nur ungern etwas abschlagen möchte.

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          joachim

          22. April 2020 14:16 at 14:16

          Mittlerweile sollte es genügend seriöse Nachfrage bei Privatverkauf ohne Legitimation geben. Auch die Privatkäufer wollen sich, wenn möglich, nicht legitimieren müssen.
          Schwarzmarkt bei Gold (999.9), wie soll das gehen???…ist nicht der jetzige Zustand mit den hohen Spreads auf Spot eine Art Schwarzmarkt, solange es Papiergold in gewohntem Ausmaß gibt?
          Jeder Deutsche kann, wenn er will und das Zeug verfügbar ist, zumindest für EUR 9999,99 pro Woche bei EINEM Händler anonym kaufen…wo ist da überhaupt irgendein Problem abgesehen davon, dass das derzeitige Angebot sehr dünn und die Spreads v.a. bei Silber gerade Mondpreisen gleichen.

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    Columbo

    22. April 2020 17:43 at 17:43

    @Joachim

    Die Sache wird dann aber ziemlich kompliziert. Will ich Gold VERKAUFEN, muß ich mir jedesmal irgendwelche undurchsichtige „Privatkäufer“ suchen und mit denen verhandeln, ob sie mir jetzt den Marktpreis zahlen wollen oder nicht. Möglicherweise finde ich die nur irgendwo an der Grenze zur Illegalität. Nein, danke. Dazu kommt noch, daß ich die Herkunft der eingenommenen Euros erklären muß, will ich sie offiziell verwenden. Oder muß ich die wiederum anonym verwahren oder verwenden? Da wird’s dann kriminell, in diesem Fall verliert Gold für mich seine Funktion als Wertspeicher. Da such ich mir was anderes.

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      joachim

      22. April 2020 21:56 at 21:56

      Ja, das mit der Herkunft ist natürlich ein großes Problem.
      Aber den Marktpreis nicht zu bekommen ist völliger Unfug…bei Gold ist der zu bekommende Preis relativ transparent, bei Silber und Platin sind die Sekundärmarktpreise etwas unter dem des jeweilis günstigsten Anbieters…immer, also gerade Mondpreise…

  6. Pingback: STOCK EXCHANGE – THE weekly outlook for Dax, S&P 500, gold & oil price | En24 News

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Devisen

BÖRSE AKTUELL – DER Wochenausblick für Dax, S&P 500, Gold- & Ölpreis

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Die Börse geht weiter den Weg des größten Schmerzes. Die gehasste Aufwärtsbewegung wurde in der letzten Handelswoche fortgesetzt. Je weiter die Börse läuft, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass gerade unerfahrene Anleger in Panik verfallen. Die Angst etwas zu verpassen wird immer größer. An der Börse sind Angst und Gier ganz natürliche und menschliche Erscheinungen. Doch genau vor diesen Emotionen müssen wir uns in Acht nehmen. In meinen Augen ist der Zug für langfristige Investitionen abgefahren. Jetzt ist die Zeit gekommen um im kurzfristigen Bereich, mit Sicht auf die nächsten Wochen zu agieren.

Börse aktuell Teil 1: Dax – die Käufer haben Ihre Chance genutzt!

In der letzten Woche standen die Zeichen auf „Trendfortsetzung“. Die Käufer haben Ihre Chance genutzt und den Dax zum Wochenstart weiter nach oben getrieben. Dabei wurde der kurzfristige Widerstand zwischen 11.250 und 11.300 Punkten überwunden. Am Donnerstag hat der Dax Futures sein vorläufiges Hoch bei 11.824 Punkten erreicht. Der zuletzt angesprochene Widerstand bei 11.600 Punkten wurde in der letzten Woche gekreuzt und hat damit an Wirkung verloren.

Für die nächste Woche erwarte ich bis Donnerstag eine Seitwärtsbewegung. Die kurzfristig markanteste Unterstützung liegt im Bereich 11.400 bis 11.450 Punkte. Kurse in dem Bereich können für kurzfristige Long-Positionen interessant werden. Kurzfristige Widerstände, und damit Kursziele, liegen bei 11.800 und der runden 12.000er Marke. Besonders interessant wird dann das Kursniveau zwischen 12.200 und 12.280 Punkten. Dort erwarte ich im ersten Anlauf eine handelbare Abwärtsbewegung. Diese wird für mögliche Short- oder Absicherungspositionen spannend. Einen Anstieg auf das hohe Niveau erwarte ich frühestens für Donnerstagnachmittag oder Freitag. Denn am Donnerstag gibt es mit der EZB-Sitzung das erste Kursbewegende Event der Woche.

Börse Ausblick - Dax Chart

S&P 500 – das charttechnische Sprungbrett!

An der Börse funktionieren die einfachen Dinge am besten. Dazu gehört das Phänomen der wechselnden Polarität zwischen Unterstützung und Widerstand. Wird also eine charttechnische Hürde überwunden, wird diese beim nächsten Anlauf zur Unterstützung. Genauso ist es im S&P 500 gekommen. Das in der letzten Woche angesprochene Range-Hoch im Bereich 2.960 bis 2.984 Punkte wurde am vergangenen Dienstag überschritten. Gleich am Mittwoch wurde dieser ehemalige Widerstand dann wieder von oben angelaufen und als Unterstützung bestätigt. Die nächste technische Hürde wartet bereits zwischen 3.080 und 3.135 Punkten. Besonders der Bereich 3.115 – 3.135 Punkte wird spannend, denn dort befindet sich ein markantes Verlaufshoch von Anfang März. Insgesamt ist der Aufwärtstrend seit Ende März intakt. Doch je länger ein Trend läuft, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er bricht.

Chart des S&P 500

Börse aktuell Teil 3: Goldpreis – Käufer geben nicht auf!

Die Käufer haben auch in der letzten Woche den Goldpreis nicht im Stich gelassen. Börsenkurse verlaufen zu ungefähr 80 Prozent der Zeit seitwärts. Genau daran hält sich seit Anfang April der Goldpreis. Die Range zwischen 1.670 und 1.800 USD hat bestand. Am Mittwoch wurde die „Make or Break“ Unterstützung zwischen 1.670 und 1.690 USD erneut getestet und hat die Käufer zum Tanz gebeten. Diese haben sich nicht bitten lassen und sind zurück in die Mitte des Parketts geschwebt. Das nächste Ziel liegt wieder im Bereich 1.780 bis 1.800 USD. Und auch für eine Seitwärtsbewegung gilt: „Je länger der Trend läuft, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er bricht“. Ein Ausbruch aus dieser Seitwärtsbewegung dürfte wieder für neuen Schwung in die eine oder andere Richtung sorgen.

Gold Chart

Der Ölpreis – Hopp oder Top?

Au Backe, jetzt wird es interessant! Der Ölpreis Widerstand 35,80 – 36,40 USD war für mich ein Short-Niveau im ersten Anlauf. Diese charttechnisch markanten Punkte eignen sich besonders dann für eine Gegenbewegung, wenn diese „erschöpft“ angelaufen werden. Das ist zum Beispiel nach einem größeren Anstieg der Fall. Im Ölpreis stellt sich die Situation nun etwas anders dar. Denn vor der markanten Hürde ist es zu einer Seitwärtsbewegung gekommen. Eine Seitwärtsbewegung vor einem Widerstand vergleiche ich gerne mit einer Verschnaufpause. Die Käufer haben Luftgeholt und stürmen mit neuer Kraft dem Widerstand entgegen. Die Käufer sind aktuell wahrscheinlich nicht erschöpft. Aus diesem Grund stelle ich mich an die Seitenlinie und warte auf kurzfristige Signale.

Börse aktuell - Ölpreis Chart

Mario Steinrücken ist Daytrader. Er hat sich auf das Orderflow Trading im E-Mini S&P 500 Futures (ES), Nasdaq 100 Futures (NQ) und Dow Jones Futures (YM) spezialisiert. Seine professionelle Trader Laufbahn startete er 2004 im Aktienhandel der Börse Stuttgart. Später arbeitete er zusammen mit Dirk Müller an der Frankfurter Börse im Aktienhandel. Er besitzt die Xetra- und Eurex Lizenz und war ebenso als Futures Trader bei der Wertpapiereigenhandelsgesellschaft „Gass Capital Markets“ in Frankfurt tätig. Seine Begeisterung für Trading versucht er seinen Followern mit Tipps und Tricks auch auf seinem eigenen YouTube Kanal näher zu bringen.

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Allgemein

Aktuell: Trump mit Aussagen zu China – Märkte reagieren

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Donald Trump hat sich heute richtig lange Zeit gelassen. Vor wenigen Minuten hat er nun endlich verkündet, wie die US-Regierung auf das neue chinesische Sicherheitsgesetz für Hongkong reagieren will. Pustekuchen, so kann man es ausdrücken! Trump spricht von einem Land und einem System. Er werde Maßnahmen ergreifen, um die Sonderbehandlung (den Sonderstatus) für Hongkong abzuschaffen. Also für Hongkong-Exporte Richtung USA nun die selben Zölle wie für Importe aus Festland-China?

Die “Phase 1” des Handelsdeals zwischen China und den USA bleibt wohl bestehen, denn kein Wort hat Trump über einen Ausstieg aus diesem Deal verloren. Auch sonst keine Sanktionen oder neue Zölle gegen China. Der große Knall ist ausgeblieben. Der WTI-Ölpreis reagiert mit einem Anstieg von mehr als 1 Dollar auf 35,20 Dollar. Der Goldpreis verliert 4 Dollar auf 1.730 Dollar. Deutlich reagiert der Aktienmarkt. Der Dow 30 auf CFD-Basis legt 250 Punkte zu. Auch Markus Koch meldet sich aktuell zu Wort zu den Aussagen von Donald Trump. Hier sein ganz aktuelles Video.

Donald Trump
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Aktien

Geldanlage: Dieser Mix bringt seit 120 Jahren die besten Renditen!

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Geldanlage mit mehr oder weniger Risiko? Der Mix macht´s

Wenn sich eine Schweizer Bank mit Professoren aus London und Cambridge zusammentut, um langfristige Rendite-Entwicklungen verschiedener Anlageklassen über 120 Jahre zu untersuchen, dann sollten Anleger das Ergebnis genau studieren. Denn was 120 Jahre lang gute Renditen abwarf, ist aller Wahrscheinlichkeit nach auch die richtige Wahl für Ihre Geldanlage. Schauen wir uns also an, was die Credit Suisse herausfand.

Wenig überraschend lautet das Ergebnis, dass Aktien global gesehen vor Anleihen und vor Geldmarktpapieren liegen. Um die Inflation bereinigt, warfen Aktien seit dem Jahr 1900 jährlich eine Rendite von 5,2% ab. Anleihen, in die Versicherungen und Pensionsfonds besonders große Anteile des Anlagevermögens investieren, kamen hingegen nur auf 2%. Die vor allem zum kurzfristigen Parken von Cash-Reserven genutzten Geldmarktpapiere, in dem Fall Schatzwechsel, brachten es als ein Instrument der Geldanlage hingegen nur auf 0,8%.

In Japan liegen Aktien mit Anleihen seit 50 Jahren fast gleichauf bei der Geldanlage

Nun könnten sich alle Aktionäre beruhigt zurücklehnen und darauf hoffen, dass sie mit ihrer Geldanlage in 50 Jahren reich sein werden. Doch so einfach ist es nicht. Denken wir nur an folgendes Szenario: Aktien crashen und laufen dann für Jahrzehnte seitwärts. Dass das kein Szenario aus dem Märchenbuch oder von weitgehend unbekannten Märkten in irgendwelchen Schwellenländern ist, zeigt Japan. Dort ist genau das passiert.

Die Einzelauswertung für Japan zeigt, dass Aktien als Geldanlage über 120 Jahre gesehen dann immer noch eine üppige Rendite abwerfen. Doch 120 Jahre werden nur die wenigsten Anleger alt. Auf Sicht von 50 Jahren liegen in Japan bereits die Anleihen vorn, wenn auch knapp mit 3,8% zu 3,6% Rendite. Auf Sicht von 20 Jahren ist die mit Anleihen erzielte Rendite in Japan jedoch den Aktien meilenweit voraus. Während Aktienbesitzer nur eine Realrendite von 1,5% erzielen konnten, spielten Anleihen 3,7% pro Jahr ein. Geldmarktpapiere sind im Japan-Szenario in allen Zeithorizonten Kapitalvernichter gewesen. In 120 Jahren verloren Geldmarkt-Anleger 1,8% Realrendite pro Jahr. In 20 Jahren immerhin noch 0,1%. Nur auf Sicht von 50 Jahren konnte eine Mini-Rendite von 0,2% eingefahren werden.

Weltweit brachten Anleihen in 20 Jahren kaum noch Mehr-Rendite

OK, nun mag Japan ein besonderer Fall sein, oder nicht? Nein, weltweit haben Anleihen bei der Geldanlage Aktien in den vergangenen 20 Jahren geschlagen. Global gesehen konnten Anleger seit dem Jahr 2000 mit Anleihen 4,8% verdienen, mit Aktien jedoch nur 3,1%. Auch auf Sicht von 50 Jahren ist der Rendite-Vorsprung von Aktien nicht mehr so üppig, wie man glauben könnte. 5,5% für Aktien vs. 4,8% für Anleihen dürften den einen oder anderen Anleger zum Nachdenken bringen. Lohnt sich das höhere Risiko von Aktien wirklich, wenn auf Sicht von 50 Jahren nur ein Renditevorsprung von 0,7 Prozentpunkten pro Jahr dabei herausspringt?

Von allen untersuchten Märkten schaffte es nur einer, auch in den vergangenen 20 Jahren mit Aktien eine deutliche Mehr-Rendite gegenüber Anleihen zu erzielen: China. 9,6% Real-Rendite mit Aktien stehen nur 3,1% Real-Rendite mit Anleihen gegenüber. Doch Chinas Markt gleicht inzwischen weitgehend dem Japans, Westeuropas oder dem der USA: Die Unternehmen zeigen nur noch mageres Gewinnwachstum, die Wirtschaft wächst kaum noch, doch die Schulden steigen unaufhörlich. Das hat auch Folgen für die Geldanlage!

Geldanlage-Strategie für China: Anleihen kaufen!

Auch bei den Zinsen geht China bereits den westlichen und japanischen Weg. Der Leitzins sank von 5,1% im Mai 2015 auf 3,85% im Mai 2020 und erwartet wird eine weitere Absenkung auf 3,7% bis zum Quartalsende. Sinkende Zinsen bedeuten gleichzeitig auch steigende Preise für bereits früher herausgegebene Anleihen. Je länger die Restlaufzeit der Anleihen ist und je stärker die Zinsen sinken, umso größere Kurszuwächse kann ein Anleger mit diesen Papieren erzielen.

Eine aussichtsreiche Anlage-Strategie kann also darin bestehen, jetzt auf chinesische Anleihen zu setzen und sinkende Zinsen sowie damit einhergehend steigende Anleihe-Preise zu erwarten! Insgesamt erwarten die Studien-Autoren weltweit sinkende Real-Renditen in allen Anlage-Klassen. Je niedriger die Realzinsen sind, also die gezahlten Zinsen abzüglich Inflation, umso geringer würden auch die Real-Renditen der verschiedenen Anlageklassen ausfallen. Die Bäume wachsen bei der Geldanlage inzwischen nicht mehr in den Himmel. Zu erwarten sind künftig wohl eher bodennahe Sträucher.

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