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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

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Gründe für den jüngsten Kursanstieg in den USA – Börse bewertet die Zukunft (Hoffnung) – oder „fürs Gehabte gibts nichts“!

„Fürs Gehabte gibts nichts“, oder die aktuellen Wirtschaftsdaten sind Schnee von gestern, oder „wir glauben an die Zukunft“, so könnte man das Verhalten der Aktieninvestoren beschreiben

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Manch einer verzweifelt schon an der Sinnhaftigkeit der Börse, denn was sich derzeit bei der Kursentwicklung vollzieht, scheint sich logischem Denken zu entziehen. Weltweit schwächen sich die Wirtschaftszahlen ab (Chinas Produktionsziffern fielen gestern auf ein 17-Jahrestief) und dennoch gab es eine Rally im ersten Quartal, die sich gewaschen hat. Wie ist das zu erklären?

Dafür gibt es aus meiner Sicht drei wesentliche Gründe:

Weltweites „dovishes“ Verhalten der Notenbanken

Nicht nur die Fed hat Ende Dezember auf „wait and see“-Modus umgeschaltet, auch die chinesische Zentralbank ist dabei die Wirtschaft mit Geldspritzen zu unterstützen, die Bank of Japan und die EZB haben signalisiert, dass es so schnell keine Zinsänderung geben wird und einige Zentralbanken der Emerging Markets haben sogar Zinssenkungen durchgeführt. Ganz entscheidend dabei: Die Märkte sind überzeugt, das es in absehbarer Zeit keine Verschärfung der Zinssituation geben wird. (Prinzip Hoffnung)

 

Einigung im Handelsstreit

Es ist schon fast Konsensus, dass es im Handelsstreit zwischen den USA und China zu einer Lösung kommen wird. Beide Seiten hätten zuviel zu verlieren. In China würde die waidwunde Wirtschaft weiter kollabieren mit großen Folgen für den sozialen Frieden im Lande durch einen Anstieg der Arbeitslosigkeit in für uns unvorstellbaren Dimensionen – auch wegen der fehlenden Sozialsysteme. In den USA würden Zölle in Höhe von 25% einen richtigen Inflationsschub auslösen mit finanziellen Folgen für die Stammwählerschaft Trumps und ungewissen Folgen für die Notenbankpolitik. Es wäre zinspolitisch schnell vorbei mit „wait and see“!

 

Die Hoffnung auf die Konjunktur

Einer der Hauptgründe für den Anstieg der US-Börsen liegt in dem unerschütterlichen Glauben der Amerikaner an die Stärke ihrer Wirtschaft. Dies ist am besten zu erkennen, wenn man sich die an der Wall Street gehandelten Wachstumszahlen für die nächsten Quartale für die Unternehmensgewinne zu Gemüte führt. Klar soll es im ersten Quartal zu einer Ergebnisrezession kommen – 1,5%. Aber dann: Q2 +3,2% – Q3 +2,9% und Q4 +9,4%! Daran glauben die Investoren, deshalb die von Hoffnung getriebenen Aktienkäufe. Stichwort temporäre Wachstumsschwäche

Ach ja, fast hätte ich einen möglichen vierten Grund vergessen. Es gibt auch 2019 Aktienrückkäufe in dreistelliger Milliardenhöhe, von denen gerade noch viele bei den letzten Quartalszahlen angekündigt wurden. Auch auf diese „kurspushende“ Wirkung scheinen Anleger vertraut zu haben. Allerdings fällt dieser Stimulus erstmal für vier Wochen weg (Blackout Period).

 

Mein Fazit

„Fürs Gehabte gibts nichts“, oder die aktuellen Wirtschaftsdaten sind Schnee von gestern, oder „wir glauben an die Zukunft“, so könnte man das Verhalten der Aktieninvestoren beschreiben, die bisher für ein rekordverdächtiges Quartal an der Wall Street gesorgt haben. Es zählt die Hoffnung auf eine bessere Konjunktur im zweiten Halbjahr und das im 11. Jahr eines Konjunkturzyklus!

Klar, kann keiner die Zukunft voraussehen, aber der derzeitige, auf Hoffnung gestützte Optimismus, scheint schon reichlich übertrieben zu sein.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Hondo

    15. März 2019 09:41 at 09:41

    Nun ja sowas nennt man selbsterfüllende Prophezeiung. Ist der Glaube nur stark genug kann er Berge versetzen.

  2. barthez

    15. März 2019 11:10 at 11:10

    naja vllt. stimmt die meldung,dass der aktuelle kaiser von china xi ,demnächst den chinesischen aktienmarkt öffnen will. das wäre natürlich ein dicker hund .ich nenne das knallharte geopolitische verhandlungsstrategie und eine massive machtumverteilung richtung westen. info: das schlimmste was uns allen passieren könnte ,wären nämlich,chinesische verhältnisse auf globaler ebene .der rote mann muss mit allen mitteln aufgehalten werden,den seine lieder kann nur singen mit dem gewehr in der hand und vor seinem lauf möchte ich meine familie nicht wissen.

  3. barthez

    15. März 2019 11:20 at 11:20

    nachtrag: das gilt natürlich auch fur den braunen mann und den netten herrn mit dem kreuz in der hand,anstatt des gewehres hält er die angst in der anderen.

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Chinas Leidensfähigkeit im Handelsstreit – dafür gibt es Grenzen

Über die Schwachstellen der beiden Supermächte im Handelskrieg – im Fokus China

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Hatte Chinas Regierungschef Xi Jinping nicht erst jüngst sein Volk auf eine magere, entbehrungsreiche Periode hingewiesen? Die Ursachen dafür reichen schon etwas zurück und werden durch den Handelsstreit massiv verstärkt.

 

Chinas Achillesferse: der Arbeitsmarkt

Es ist wahrscheinlich die unzuverlässigste Wirtschaftszahl aus den entwickelten Staaten, Chinas Arbeitslosenstatistik. In den Jahren 2002 bis 2018 stieg diese Zahl nie über 4,3 Prozent und fiel nie unter 3,9 Prozent, einer Marke, die auch derzeit „offiziell“ Bestand hat. Trotz Finanzkrise 2008 und Chinas Wachstumsproblem 2015/2016.

Kann man diesem Wirtschaftsmärchen auch nur im Ansatz trauen? Daraus erschließt sich die große Sorge, die Chinas Regierung am meisten umtreibt, der Angst vor einen Einbruch auf dem Arbeitsmarkt. Ich habe in unserem freundlichen Streitgespräch zwischen Markus Fugmann und mir am letzen Mittwoch darauf hingewiesen, welch sozialer Sprengstoff hinter der Thematik steckt angesichts von weit über 100 Millionen Wanderarbeitern in China, die versorgt werden müssen. Dazu ein paar Argumente.

 

Chinas Zählweise der Arbeitslosigkeit

Ein Grund für die seltsamen Arbeitslosenzahlen liegt wohl in der Erfassung. Nach dem chinesischen Einwohnermeldesystem (Hukou) werden Stadtbewohner als Arbeiter registriert und die Landbevölkerung als Bauern. Damit werden die Hunderte Millionen Wanderarbeiter von der Statistik nicht richtig verbucht, wenn sie ihre Heimat verlassen, um in einer Fabrik zu arbeiten.

 

Chinas Sozialsysteme

Da man in China sehr geringe Beiträge in die Arbeitslosenversicherung einzahlt – in Peking sind es gerade mal 0,2% vom Salär, 0,8% zahlt der Arbeitgeber – melden sich viele Menschen nach einem Jobverlust nicht arbeitslos, weil es eben kaum etwas bringt. Aus anderen Statistiken (Volksuniversität Peking) ergeben sich bedenkliche Entwicklungen. Im ganzen Land sind die Jobangebote um 10 Prozent gesunken, während die Nachfrage um 8 Prozent gestiegen ist. Allein in Peking ist die Zahl der Arbeitssuchenden im letzten Quartal 2018 um 47 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen und dies war noch deutlich vor der weiteren Verschärfung der Zölle durch Donald Trump.

Zwar unterstützt der Staat seine Firmen und fordert zu Einstellungen auf, jedoch beträgt der Anteil der Privatfirmen bereits 85 Prozent. China steckt im größten Strukturwandel seit Jahrzehnten – dem Wandel von der Produktionsstätte für die Welt hin zu einem Hightech-Land mit Dienstleistungssektor.

 

Ein weiteres Problem – Industrieroboter

Auch in China schreitet die Automatisierung voran. Nach offiziellen chinesischen Angaben ist die Zahl der Industriearbeiter von 2012 bis 2017 um 60 Millionen zurückgegangen, den Ausgleich bildeten die Jobs im Dienstleistungsbereich. Aktuell sehr interessant auch die Absicht des Endfertigers von Apples iPones, Foxconn, 30 Prozent seiner Arbeiter durch Roboter zu ersetzen.

Aus all den angeführten Argumenten wird deutlich, warum Xi Jinping seine Landsleute auf härtere Zeiten eingeschworen hat, auch unabhängig vom Handelsstreit. Er vertraut auf die Leidensfähigkeit seiner Bürger, aber bei massiven Jobverlusten, ohne Auffangsystem, dürfte diese rasch an ihre Grenzen geraten. Die berüchtigten sozialen Unruhen. Auch wenn Xi Jinping auf Lebenszeit gewählt wurde, hat er keine Allmacht und eine Rezession würde ein soziales Problem ungeahnten Ausmaßes generieren.

 

Fazit

Es ist zweifelsohne ein Kampf der Giganten, der Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China. Und derzeit ist nicht absehbar, wer ab welchem Punkt einlenken wird, um einen gesichtswahrenden Kompromiss zu erzielen.

Es gibt aber zwei Schwachstellen, die von keiner Regierung ignoriert werden kann. In den USA ist es der Aktienmarkt, über den ich schon mehrere Kommentare verfasst habe „Das Billionen-Dollar-Risiko…“ und für China das oben skizzierte Beschäftigungsproblem. Mal sehen, wen es härter trifft und wer eher einlenkt. Auf eines möchte ich aber fast schon wetten: Donald Trump wird bei einem Aktieneinbruch in der Größenordnung von 10 Prozent plus ganz schön kleinlaut werden. Nur vertrauen die Märkte bisher immer noch auf den wirtschaftlichen Status der Supermacht – bald tempi passati?

 

Von Kzw – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8937812

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Aktienmärkte: Ab wann greift der „Trump-Put“?

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Gibt es einen „Trump-Put“, also eine Versicherung gegen fallende Kurse? Gestern wieder ein optimistischer Tweet von Trump – und schon erholten sich die US-Indizes. Faktisch – das bringt Jochen Stanzl gut auf den Punkt – geht das Geld aus Sektoren und Aktien heraus, die in Sachen Handelskrieg viel zu verlieren haben, und in Sektoren und Aktien hinein, die davon wenig betroffen zu sein scheinen. Linke Tasche, rechte Tasche..

Aber das 2.Quartal könnte negative Überraschungen bringen bei den Firmenergebnissen der US-Konzerne (auf Link im Tweet klicken):

Aber hören wir die klaren Aussagen von Stanzl:


By Steve Jurvetson from Menlo Park, USA – The Donald & Mark Wahlberg, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55327521

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