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Hans Werner Sinn: Die Bedeutung des Brexit für Deutschland und Europa

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Der „Altmeister“ und Ex-ifo-Chef Hans-Werner Sinn über die – wie er meint – unterschättzte Bedeutungs des Brexit für Deutschland und Europa:


Hans-Werner Sinn. Foto: Hanswernersinn.de

23 Kommentare

23 Comments

  1. Sabine

    12. Januar 2019 12:30 at 12:30

    Ich hab mal gehört/gelesen, daß die Hohen Herren in England und USA
    – die EU durch den Brexit schwächen wollten, zum Vorteil der USA und der von den Usa aufgebauten China-Werkbank
    – die Zusammenarbeit zw. USA und England zu stärken
    Das paßt auch zur Usa-Politik, das Deutschland und die EU das Gas aus USA kauft, statt vom Nachbarn Rußland!!
    – „Der Schutz vor Masseneinwanderung sozial Schwächerer“ war nur ein Stimmensammler dafür.

    Aber, da jetzt die Globalisten in Usa wegfallen, zuerst war es in Rußland (Jelzin: Rußland first), dann jetzt in USA (USA first), stehen die Hohen Herren Globalisten mit Trump schön blöd da und eiert herum. Und man bekommt Trump einfach nicht weg.

    • tm

      14. Januar 2019 09:40 at 09:40

      Wo haben Sie das denn gelesen? Vielk plausbiler ist es doch wohl, dass Putin die EU und die USA schwächen will und dies u.a. erreicht, indem er EU-feindliche Parteien und DOnald Trump finanziert.

      • Gixxer

        14. Januar 2019 10:26 at 10:26

        Klar, Putin ist immer schuld.
        Ich steh jetzt auch nicht auf Sabines Seite, aber ich glaube nicht, dass Putin benötigt wird, um EU-feindliche Parteien zu stärken. Das macht die EU schon ganz von alleine. Das hin und her mit den Banken zB, vor allem den italienischen und/oder spanischen ist dem Otto Normalverbraucher einfach nicht mehr zu vermitteln.

        • tm

          14. Januar 2019 15:19 at 15:19

          Wir wissen doch, dass Putin u.a. den FN finanziert hat. Da brauchen wir gar nichts mutmaßen.

          • Gixxer

            15. Januar 2019 10:28 at 10:28

            Erklärt das dann auch den Brexit? Hat da Putin auch seine Finger im Spiel? Ist Putin auch schuld an den Problemen in Südeuropa?

            Ich habe nicht abgestritten, dass Russland oder Putin EU-feindliche Parteien unterstützt. Ich bin mir sogar sicher, dass so was passiert. Russland vertritt seine Interessen genauso wie andere Länder auch. Das kann man nun natürlich anprangern, dann sollte man es bei den anderen Ländern aber bitte auch tun.

            Es ist aber wohl so, dass die EU-feindlichen Parteien in erster Linie Auftrieb bekommen, weil das Vorgehen in der EU von vielen Bürgern nicht mehr nachzuvollziehen ist. Eine Unterstützung durch Russland ist dafür nicht ausschlaggebend, sprich, selbst wenn Russland keine derartigen Parteien unterstützen würde, würde es sie immer noch geben.

          • tm

            15. Januar 2019 11:12 at 11:12

            Nunja, wenn andere Länder „ihre Interessen“ auch so aggressiv vertreten wie Russland, pranger ich das durchaus an. Ich kann aber nicht erkennen, dass sich Deutschland oder Frankreich so verhalten.

            Welches „Vorgehen der EU“ meinen Sie eigentlich? Also schauen wir uns doch mal die Länder an: In Deutschland kommt die AfD auf rund 15% der Stimmen, also bei weitem keine Mehrheit. In UK war die Brexit-Abstimmung extrem knapp – und sie ist so ausgegangen, weil viele EU-Befürworter einfach nicht wählen gegangen sind. EU-Gegner sind vor allem in Polen und Ungarn an der Macht – und errichten dort autokratische Regime. ich halte diese Länder jedenfalls für keien erstrebenswerten Vorbilder. Sie etwa?

          • Gixxer

            15. Januar 2019 15:00 at 15:00

            Nein, ich halte Polen oder Ungarn auch nicht für ein erstrebenswertes Vorbild. Da bin ich bei ihnen, keine Frage.

            Was ich mit „Vorgehen der EU“ meine, müsste einem als Leser von FMW eigentlich klar sein. Ich meine damit zB die Vorgehensweise bei den Banken. Erst heute gab es wieder einen Artikel über Monte dei Paschi. Ich kann mich aber auch an andere Artikel aus der Vergangenheit erinnern, in denen zB von einer Banco Populare gesprochen wurde.
            Ich hoffe aber, sie kommen jetzt nicht auf die Idee und behaupten, dass FMW auch von Russland finanziert wird.

            Was das Vertreten von Interessen eines Landes angeht erinnere ich an Kuba und die Mordanschläge auf Fidel Castro. Klar, das ist schon lange her, aktueller wäre da vielleicht das Telefonat von Victoria Nuland bezüglich der Ukraine mit dem berühmten Zitat: „Fuck the EU“.
            Klar, das ist nicht Frankreich oder Deutschland gewesen, aber auch nicht Russland, die hier für ihre nationalen Interessen eingetreten sind.

      • sabine

        14. Januar 2019 12:43 at 12:43

        a) „Wo ich das gelesen habe“, ist zweitrangig. Das Autoritätsargument ist das Schwächste aller Argumente, sagt Thomas von Aquin. Nicht, daß es keins ist, aber eben das Schwächste. Somit ist ihr Argument:
        „Wo haben sie das gelesen -> also Quatsch“ ebenfalls schwach.
        b) Das Rußland die Wahl des gehaßten Trump (das Adj. ist wichtig, sonst hätten Sie es nicht in ihrer Aufzählung erwähnt!) finanziert hat, ist ja bereits als Lachnummer bzw. bewußt erlogene Verschwörungstheorie von Obama&Co entlarvt.

        c) Das Video über die Flugzeugträger „Queen Elisabeth“ und „Charles“ zeigt, daß diese ausnahmslos mit Flugzeugen und Technik aus den USA bestückt werden können. Wahrscheinlich hat USA diese nur so erlaubt; – hinter den Kulissen! Wirtschaftlich absoluter Schwachsinn! So eine Einseitigkeit haben die US-Flugzeugträger nicht mal. Die können alle Waffensysteme und Flugzeuge nutzen.

        Warum also – wenn es wirtschaftlich Schwachsinn ist?

        • tm

          14. Januar 2019 15:21 at 15:21

          a) Ne, es ist nicht zweitrangig. Sie stellen eine Behauptung auf und ich wollte dafür einen Beleg haben. Sie können nicht liefern. ALso haben Sie sich das wohl selbst ausgedacht.
          b) Was hab ich erwähnt? Sie schwafeln in Rätseln. Dass Putin in den US-Wahlkampf eingegriffen hat, ist wohl längst erwiesen und wir sehen ja auch Tag für Tag, dass Trump Putins wichtigster Mitarbeiter ist.
          c) Wovon reden Sie nun wieder?

          • Andreas

            14. Januar 2019 16:21 at 16:21

            Tm,
            Bub, lies nicht so viel Märchen. Mach was für deinen gesunden Menschenverstand. Ein wirklich gut gemeinter Tip von mir.

          • tm

            14. Januar 2019 16:31 at 16:31

            🙂 ach ja, der nächste Putin-Troll. Wo sind denn nun Ihre Argumente? Und bitte hören Sie auf. mich zu duzen.

          • Quintus

            14. Januar 2019 17:51 at 17:51

            Sehr geehrter tm
            Puh, da bin ich aber beruhigt, daß die AFD von Putin finanziert wird, würde diese Partei von Trump
            ihr Geld erhalten, so wäre sie für mich nicht mehr wählbar.
            Putin will die EU schwächen? Deswegen wird gerade North Stream 2 realisiert und US-Botschafter Grenell bittet auf höflichste Weise diese Entscheidung nochmals zu überdenken.
            Wer den Spügel, den Stern und die mittlerweile nicht mehr lesbare SZ(ehemals langjähriger Abonennt)als Quellen für seine Behauptungen heranzieht, sollte sich nicht wundern daß er hier nur noch Gelächter erntet.
            Cui Bono….wem nützt das Verbrechen? Wer die richtigen Fragen stellt, nähert sich der Wahrheit.
            Mit freundlichen Grüßen
            Quintus
            P.S. Schade, daß sie immer vom eigentlichen Thema ablenken…..

          • tm

            14. Januar 2019 19:09 at 19:09

            Ach so ja, SIe lesen wohl lieber „seriöse“ Medien wie hartgeld und contra?

            Also wo sind Ihre Gegenargumente? Und Fragen Sie doch mal ernsthaft Cui Bono? Die Antwort liegt auf der Hand, dass das Regime im Kreml von einer Schwäching profitiert. Also letztlich kann es doch auch gar keine ernsthaften Zweifel daran geben.

            Aber gut, wer alle Meldungen und Beweise leugnet…

            Von welchem Thema lenke ich denn ab? Fechheit! Ich gehe ja gerade auf die abstrusen Behauptungen von Sabine & Co. ein und liefer haufenweise Belege, während von den Trollen nur Beleidigungen kommen.

          • tm

            14. Januar 2019 19:14 at 19:14

            Welche Medien empfehlen Sie denn, um die „richtigen“ Informationen zu erhalten? Ich bin gespannt.

            Für Sabine hatte ich ja schon einmal für ein paar populäre „Alternativmedien“ die Lügen von nur einem Tag gesammelt, also alles sehr seriös. Aber ich bin hoffnungsfroh, dass Sie sehr informative, ehrliche Medien empfehlen.

          • Quintus

            14. Januar 2019 20:21 at 20:21

            Sehr geehrter tm
            Ich empfehle Ihnen keine Medien, aber : „Haben sie Mut, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen.“
            Mit freundlichen Grüßen
            Quintus

          • Michael

            14. Januar 2019 22:19 at 22:19

            Lieber Quintus, tm hat neben dem Spiegel, Stern und der SZ auch noch vier weitere Quellen herangezogen, die Liste ließe sich auch noch gewaltig verlängern. Ich sehe keinen Grund, warum man deswegen Gelächter ernten sollte (und kann auch keines registrieren), denn immerhin führt @tm diverse Quellen an, während von Ihnen und speziell von @Sabine nur haltlose, manchmal wirre bis skurrile Behauptungen im Raum stehen.
            Nur weil Sie persönlich beispielsweise die Süddeutsche nicht mehr abonniert haben, disqualifiziert das dieses Medium noch lange nicht als „nicht mehr lesbar“. Als intelligenter und rational-vernunftmäßig denkender Mensch können und sollten Sie Ihre Einschätzung dahingehend sicherlich näher begründen und belegen?! Bitte enttäuschen Sie mich jetzt bitte nicht wieder mit dem Geschwafel von gesteuerten und kontrollierten Mainstreammedien, es sei denn, Sie können dieses stichhaltig beweisen. Denn an einem solch endgültigen Punkt an Schlussfolgerung erwarte ich im Gegenzug ansatzweise überprüfbare und belastbare Voraussetzungen, Aussagen, Quellen, Statistiken, Logik und Kohärenz. Wie gesagt, zumindest wenigstens im Ansatz, vielleicht die Hälfte oder ein Viertel des üblichen wissenschaftlichen Prozedere eines Erstsemesters, das einen öffentlichen Post mit der Bewertung „nicht mehr lesbar“ und „Gelächter erntend“ mittels der drei üblichen grundsätzlichen Gütekriterien Reliabilität, Validität und Objektivität irgendwie stützen kann.

            Auch sehe ich nicht, dass tm hier vom eigentlichen Thema ablenkt, er ist ganz im Gegenteil wie immer sehr spezifisch, statistisch und konkret selbst auf das nur schwer nachvollziehbare und kaum verständliche Geschreibsel von Sabine eingegangen.
            Sehen wir uns dagegen mal eine von Sabines vielen und kurzen, aber wirren Aussagen an:
            b) Das Rußland die Wahl des gehaßten Trump (das Adj. ist wichtig, sonst hätten Sie es nicht in ihrer Aufzählung erwähnt!) finanziert hat, ist ja bereits als Lachnummer bzw. bewußt erlogene Verschwörungstheorie von Obama&Co entlarvt.

            Was mir hier als erstes fehlt, sind Beweise, Quellen oder zumindest vernünftige und plausible Argumente, wer wann mit welchen Mitteln die Wahlmanipulationen als a) Verschwörungstheorie und b) von Obama & Co. entlarvt hat (hier stelle ich schon mal die ersten drei der richtigen Fragen, um der Wahrheit näher zu kommen).
            Ist es nun eine lediglich eine Lachnummer oder eine „bewusst erlogene“ Verschwörungstheorie (interessanter Begriff übrigens)? Ich meine, das sind doch zwei Begriffe, die das gesamte Spektrum von seichter Desinformation auf Fox News bis hin zu juristisch-politischem Sprengstoff umfassen. Und eine vierte richtige Frage zur Wahrheitsfindung.

            Eine weitere richtige Frage: Wann hat tm jemals in diesem Post das Adjektiv „gehaßt“ (vermeintlich meinte Sabine „verhasst“) erwähnt? Korrekte Antwort: Niemals!

            Die fast letzte richtige Frage haben Sie selbst gestellt, wenn auch falsch aus dem Lateinischen übersetzt bzw. interpretiert: Cui bono? Bedeutet: Wem nützt es? Nicht, wem nützt das Verbrechen? Welches Verbrechen denn? Von Verbrechen hatte bis dato keiner gesprochen, nicht einmal Sie oder Super-Sabi. Denn Sie waren in der Gedankenführung gerade bei Gelächter wegen SZ, „Spügel“ und Stern, als Ihnen diese Weisheit entfleucht ist.

            Das ist alles irgendwie etwas wirr, sogar so wirr, dass einem besonnenen, analytischen und stets neutralen Kommentatoren wie @tm die finale richtige Frage entfleucht ist:
            Was hab ich erwähnt? Sie schwafeln in Rätseln.

          • tm

            15. Januar 2019 07:40 at 07:40

            @Michael: Danke

            @Quintus: ICH benutze meinen Verstand und komme genau daher zu den logischen Schlussfolgerungen. Lustig eher, dass Sie sich weigern, die von Ihnen selbst gestellte Cui Bono Frage zu beantworten.
            Ich habe zudem eine ganze Reihe von reichweiten-starken Medien genannt, die Ihnen alle nicht passen. Offenbar haben Sie andere Informationsquellen, weigern sich aber, diese zu nennen. So wird eine sachliche Diskussion natürlich schwierig. Ich bitte Sie daher nochmals, mir doch bitte Ihre Informationsquellen, auf deren Basis Sie zu so ganz anderen Einschätzungen als ich komme, zu nennen.

          • Quintus

            15. Januar 2019 08:03 at 08:03

            Sehr geehrter Michael und tm
            Nicht jeder der bei der Berichterstattung der großen Medienanstalten seine Zweifel anmeldet, ist automatisch Leser von Hartgeld oder Contra.
            Selbstverständlich ist dies die einfachste Möglichkeit seinen Gegenüber zu diskreditieren. Wird ja auch vielfach angewendet.
            Sie zeigen mit ihrem niveauvollen Schreibstil, daß sie in der Lage sind dies zu erkennen, aber versuchen trotzdem so etwas gutzuheißen.
            Die meisten, der von Ihnen aufgeführten Punkte betreffen eher Sabine, von daher möchte ich mich nur zur SZ äußern. Dieses Blatt war für mich einst das Leuchtfeuer der Freien Presse….bis Herbst 2015. Ihre grundsätzlichen Gütekriterien Validität Objektivität und Reliabilität sollten in sich stimmig sein, sind sie dies nicht, so darf ich Zweifel hegen.
            Ich versuche im übrigen meine Informationen und Sicht der Dinge aus Büchern von Gabriele Krone-Schmalz, Daniel Stelter, Hans Werner Sinn, Nassim Taleb, Joseph Tainter , Martin Armstrong UND besonders Peter Scholl-Latour zu meiner Meinungsbildung heranzuziehen.
            Erst aus dem geschichtlichen Kontext heraus ist es vielfach möglich sich der Wahrheit zumindest zu nähern.
            Mit freundlichen Grüßen
            Quintus

          • tm

            15. Januar 2019 08:10 at 08:10

            Lieber Quintus,

            da Ihnen offenbar sämtliche in Deutschland stark gelesene Medien nicht gefallen, nennen Sie doch einfach Ihre tagesaktuellen Quellen. Die Bücher der von Ihnen genannten Autoren habe ich weitestgehend gelesen – stimme aber z.B. mit Frau Krone-Schmalz nicht überein. Tagesaktuelle Presse lesen Sie keine?

            Zudem finde ich es einigermaßen witzig, wenn Sie mir vorwerfen, dass ich Sie diskreditiere- ich empfinde es genau umgekehrt.

  2. TraderBS

    12. Januar 2019 15:41 at 15:41

    Es gibt eine Petition zum Vortrag von Hans-Werner-Sinn: https://new-deal-for-britain.de/

  3. Marko

    13. Januar 2019 13:35 at 13:35

    Ich würde eher Fragen : Welchen Sinn macht der Brexit ? – Keinen.

  4. Marko

    13. Januar 2019 13:47 at 13:47

    Und warum ist das so ?

    GB sollte sich den „Turnaround“ überlegen, dies wäre natürlich mit einem „Gesichtsverlust“ verbunden , aber… na ja, da könnte im März 2019 einiges auf GB „zukommen“, die für die Damen und Herren von und zu London nicht gerade „lustig“ wären ?

    Wie gesagt, „Rosinienpicker & Co“, an Sie, die Wahl… 😀

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EZB – bis zum bitteren Ende

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Es gibt dieses schöne Zitat: „Wahnsinn ist, wenn man immer wieder das Gleiche tut, aber andere Resultate erwartet.“ Exakt dies scheint seit der Finanzkrise 2008 das Motto der EZB zu sein. Anders kann man sich die immer gleiche und doch nicht wirkende Medikation der Notenbank nicht erklären. Denn die letzte Krise entstand auf Grund zu niedriger Zinsen und zu viel billigen Geldes. Nichtsdestotrotz lautet die Devise der Europäischen Zentralbank (EZB): noch niedrigere Zinsen und noch mehr billiges Geld. Diese irrsinnige Politik wird gnadenlos scheitern. Man kann Probleme mit der Druckpresse in die Zukunft verschieben, jedoch keinesfalls lösen.

Friedrich und Weik über die Politik der EZB
Marc Friedrich und Matthias Weik.

Im Gegensatz zu den US-Kollegen der FED hat die EZB die Zinsen nach der Krise nicht wieder erhöht. Ganz im Gegenteil. Draghi wird in die Geschichtsbücher eingehen als der erste EZB Chef, der die Zinsen nie erhöht, sondern immer nur gesenkt hat. Somit haben wir seit 2016 den Nullzins, und die Banken zahlen sogar Strafzinsen für ihre Einlagen bei der EZB. Die Auswirkungen sind seit Jahren zu spüren. Viele Banken haben Kontoführungsgebühren eingeführt, Filialen werden geschlossen, Bankautomaten abgebaut, der Service eingedampft und Fusionen finden statt. Zuletzt sogar zwischen einer Sparkasse und einer Volksbank! Und jetzt hat der Italiener Mario Draghi, wie von uns prognostiziert, uns ein bitteres Abschiedsgeschenk bzw. seiner Nachfolgerin Christine Lagarde ein Willkommensgeschenk gemacht. Er hat den Einlagenzins abermals gesenkt auf -0,5 Prozent, und ab November beginnt das neue Aufkaufprogramm im Volumen von 20 Milliarden pro Monat. Das letzte Aufkaufprogramm hatte ein Volumen von 2,59 Billionen Euro und wurde erst Ende 2018 beendet. Keine neun Monate später sieht man sich schon wieder gezwungen, ein neues Programm zu starten. Wie viele Beweise benötigen unsere Politiker noch für die Einsicht, dass der Euro sterbenskrank ist? Ab dem 1. November wird die Europäische Zentralbank dann, unter ihrer neuen Herrscherin Christine Lagarde, mit per Computer selbst erschaffenem Geld noch mehr Anleihen von faktisch bankrotten Staaten wie beispielsweise Italien oder Griechenland sowie Anleihen von sogenannten Zombieunternehmen, welche längst pleite sein müssten, kaufen. Kurzum, die EZB wird alles unternehmen, um die Insolvenzverschleppung weiter voranzutreiben und das zum Scheitern verurteilte Währungsexperiment Euro am Leben zu erhalten.

Der Euro zerstört Europa, unseren Wohlstand und unsere Banken

Fakt ist: Der Euro trennt Europa, anstatt es zu einen. Der Euro ist viel zu schwach für Deutschland und viel zu stark für die Länder Südeuropas. Während Deutschland einen Zinssatz im positiven Bereich benötigt (3-4 Prozent), benötigen die Länder Südeuropas einen Zinssatz von minus 5 Prozent und mehr. Damit die Länder Südeuropas wieder Wettbewerbsfähigkeit erlangen können, müssten sie ihre eigenen Währungen kräftig abwerten können. Dies ist im Zins- und Währungskorsett der Eurozone jedoch unmöglich. Folglich werden die Länder Südeuropas unter dem Euro volkswirtschaftlich niemals auf die Beine kommen. Es ist also vollkommen egal, wie viel Geld noch von Nord- in Richtung Südeuropa transferiert wird.

Der Euro ist alles andere als eine stabile Währung. Seit seiner Einführung hat er bereits 30 Prozent seiner Kaufkraft verloren. Auf Grund der Niedrigzinsphase bluten nicht nur Sparbuchbesitzer, Lebensversicherer, sondern auch Kranken-, Renten- und Pensionskassen.

Die EZB erkauft sich lediglich teuer Zeit auf Kosten der Bürger und der Banken. Die Mehrbelastung durch die 0,1% Zinssenkung wird die deutschen Banken 600 Millionen Euro im Jahr kosten. Aktuell liegen bei der EZB ca. 600 Milliarden Euro, und die Kosten der Banken belaufen sich somit auf 2,4 Milliarden Euro im Jahr. Zukünftig müssen die Banken der EZB 3 Milliarden überweisen. Wie lange das noch stemmbar ist, steht in den Sternen. Wir gehen von weiteren Gebühren, Fusionen und einem breiten Bankensterben aus. Unsere Hauptkandidaten sind immer noch die Commerzbank und Deutsche Bank.

Der Sparer ist dank der EZB der Dumme – Altersarmut vorprogrammiert

Die Folgen der EZB-Politik sind schwerwiegend. Wer spart wird bestraft. Wer Schulden macht wird belohnt. Sollten die Menschen in Deutschland tatsächlich anfangen, nicht nur ihr Erspartes zu verkonsumieren, sondern auch noch Schulden zu machen und folglich nichts mehr für das Alter zurückzulegen, dann wird eine Altersarmutswelle auf uns zukommen, die jegliche Vorstellungskraft übersteigt. Wer das in Kauf nimmt, um den zum Scheitern verurteilten Euro am Leben zu erhalten, der handelt nicht nur unvorstellbar unverantwortlich, sondern hochgradig unsozial.

Aktien- und Immobilienpreise werden weiter nach oben getrieben

Mehr denn je werden die Banken gezwungen sein, noch großzügiger bei der Kreditvergabe zu sein. Folglich werden sich noch mehr Bürger vollkommen überteuerte Immobilien kaufen, die sie sich überhaupt nicht leisten können, mit Geld, das sie eigentlich gar nicht haben und auch niemals bekommen dürften. Die Preise für Eigentumswohnungen haben sich bereits in den sieben größten Städten seit 2009 beinahe verdoppelt. Dieser Trend wird weiterhin anhalten, bis die Blase platzt. Die gravierenden Folgen einer geplatzten Immobilienblase mussten viele Menschen insbesondere in den USA, Irland, Spanien… am eigenen Leibe erfahren. Parteien die sich einerseits über steigende Mieten beschweren und den Mietpreisdeckel fordern und andererseits den Euro unterstützen, haben jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Böse Zungen würden diese sogar als Heuchler bezeichnen. Auch an den Aktienmärkten wird das viele billige Geld für eine noch größere Blase sorgen. Die ETF-Fonds haben sich seit der Finanzkrise sogar verfünfeinhalbfacht (von 716 Milliarden auf über 4,68 Billionen Dollar). Das Platzen der Blase an den Aktienmärkten wird 2009 bei weitem in den Schatten stellen.

Drastische Negativzinsen, Aufkauf von Aktien und Bankenunion werden kommen

Anstatt das Währungsexperiment Euro zu beenden, müssen wir uns auf weitere drakonische Maßnahmen gefasst machen. Die EZB und die EU werden alles unternehmen, um den Euro um jeden Preis, so lange wie möglich am Leben zu erhalten und ihr eigenes Scheitern soweit wie möglich in die Zukunft hinauszuschieben. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis die Zinsen kontinuierlich weiter gesenkt werden und die Aufkaufprogramme weiter nach oben gefahren werden. Wir gehen von einem Negativzinssatz von bis zu minus 5 Prozent aus. Dies ist jedoch ausschließlich möglich, wenn Bargeld massiv begrenzt wird. Bargeldabhebungsbeschränkungen werden die Folge sein. Mit Sicherheit wird das Aufkaufprogramm weiter nach oben gefahren. Die EZB wird zukünftig nicht nur Anleihen, sondern so wie die Schweizer Nationalbank (SNB) auch noch Aktien kaufen.

Die SNB besitzt mittlerweile Aktien von 6600 Unternehmen. Allein der Wert des Bestands an US-Aktien beläuft sich auf knapp 90 Milliarden Dollar. Spätestens dann sind dem Wahnsinn Tor und Tür geöffnet und wir leben endgültig im Zeitalter der Planwirtschaft der Notenbanken. Ferner wird die deutsche Politik die Bankenunion in Zukunft nicht mehr aufhalten. Dies bedeutet, dass wir Sparer in Zukunft auch für die maroden Banken Südeuropas haften werden. Spätestens dann ist es unabdingbar, sein Erspartes von der Bank zu nehmen. Vorausgesetzt, dass dies zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch möglich sein sollte.

Unsere Prognosen:

Sobald die Rezession in der Eurozone voll einschlägt, werden die Zinsen weiter erheblich gesenkt

die Aufkaufprogramme werden drastisch nach oben gefahren

die Target2 Verbindlichkeiten Deutschlands werden die 1 Billionenmarke reißen

Immer mehr Banken werden in Europa von der Bildfläche verschwinden und die Großbanken Europas werden vollkommen den Anschluss an die Weltspitze verlieren

Die Finanzmarktblasen werden weiter aufgepumpt – Aktien, Anleihen, ETF´s und Immobilien

Der Euro wird scheitern bis spätestens 2023

Dexit langfristig weniger teuer

Offenkundig wird bis zum bitteren Ende am Euro festgehalten. Wie lange wird es noch dauern, bis die Politiker erkennen, dass das Währungsexperiment Euro zum Scheitern verurteilt ist? Wir gehen nur noch von wenigen Jahren aus. Bis spätestens 2023 ist das Spiel ausgereizt. Allerdings wird es weitaus schneller gehen, wenn die Politik so weiter macht wie bisher. Eine zweite Rezession wird der Euro nicht überleben und die EZB nicht auffangen können. Wann werden die Politiker endlich erkennen, dass der Euro Europa trennt, anstatt es zu einen? Wie lange wird die volkswirtschaftliche Schadensmaximierung noch vorangetrieben? Wann wird sich die Erkenntnis durchsetzen, dass der Dexit aus der Eurozone die langfristig definitiv weniger teure Lösung sein wird. Es ist jetzt an der Zeit, den Euro kontrolliert abzuwickeln, denn kollabiert der Euro unkontrolliert, werden die Kosten – gesellschaftlich wie monetär – um ein Vielfaches höher. Zweifellos wird uns ein Dexit viele eisenharte und verlorene Jahre bescheren. Ein unkontrollierter Zusammenbruch der Eurozone jedoch Chaos und weit mehr als eine verlorene Dekade. Es ist an der Zeit, der Realität ins Auge zu blicken und noch größeren Schaden von Deutschland und Europa abzuwenden. Wie lange werden die Bürger dieses Landes das Experiment Euro noch mittragen, oder besser gesagt: Wie lange sind sie noch gewillt, für den Irrsinn zu bezahlen?

Anlegertipps

Jetzt heißt die Devise: Absichern, Gegengewichte aufbauen und Diversifikation! Raus aus festverzinslichen Wertpapieren und rein in Sachwerte. Solange es noch möglich ist Geldmetalle (Gold und Silber) kaufen, denn die EZB kann unendlich viele Euros aber kein Gramm Gold oder Silber drucken. Solange Geld gedruckt wird, werden die Aktienmärkte weiter steigen. Dennoch kann das Platzen der Blase nicht auf Ewigkeit in die Zukunft gedruckt werden. Dasselbe gilt für Immobilien. Wer jetzt noch kauft, der muss sich überlegen, ob er in Zukunft noch einen dummen Käufer findet, der noch mehr dafür bezahlt.

Marc Friedrich & Matthias Weik
Unser neues Buch „Der größte Crash aller Zeiten“ ist vorbestellbar.

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Deutscher Michel, bitte privat vorsorgen? Die unfassbaren Aktien-Steuerideen des Olaf Scholz

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Wie oft hat man es gehört in den letzten Jahren aus der hohen deutschen Politik? Der deutsche Rentenanspruchsberechtigte solle doch bitte aufgrund zu erwartender geringer Renten privat vorsorgen. Also, alles rein in Aktien und Aktienfonds? Grundsätzlich spräche doch nichts dagegen? Unser Bundesfinanzminister Olaf Scholz schießt derzeit aber den Vogel ab. Seit Wochen mehren sich die Anzeichen für immer absurdere Steuerpläne, die gerade den Kleinsparer massiv treffen werden, der wie von der Politik gefordert seine Altersvorsorge selbst in die Hand nimmt, und zum Beispiel Aktien oder Aktienfonds kauft.

Derzeit ist es ganz normal bei Aktienanlagen. Verluste können steuerlich geltend gemacht werden. Was als Gewinn übrig bleibt, wird letztlich versteuert. Aber die Beamten des lieben Olaf haben sich da was Geniales ausgedacht. Wenn Aktiengesellschaften ganz pleite gehen, und der Anleger also einen 100% Totalverlust erleidet, soll er diese Verluste nicht mehr von Gewinnen aus anderen Aktienanlagen abziehen können (Referentenentwurf zum sogenannten Jahressteuergesetz 2019). Das Gleiche soll auch für Anleihen gelten, wo die Gläubiger die Rückzahlung der Anleihe bei Fälligkeit nicht mehr leisten können. Wie absurd! Unfassbar! Wer also noch kurz vor der Insolvenz eines Unternehmens davon Wind bekommt, schnell verkauft und mit seiner Geldanlage „nur“ 99% Verlust macht, kann diesen Verlust steuerlich geltend machen. Aber derjenige, der es zu spät merkt und 100% Verlust macht, kann diesen Verlust nicht mehr geltend machen? Einfach unfassbar!

Finanztransaktionssteuer

Aber das ist nur eine Kleinigkeit im Vergleich zur geplanten Finanztransaktionssteuer. Wie es das Wort schon sagt, sollen Aktientransaktionen besteuert werden. Also eine Umsatzsteuer. Aber Derivate sollen nicht besteuert werden. Der „brave“ deutsche Michel, der langfristig Geld anlegen will fürs Alter, zahlt also eine Steuer. Der Zocker, der Optionen, Futures und Sonstiges handelt, bleibt von der Steuer unberührt. Noch absurder geht es nicht Olaf Scholz! Und das wäre ja noch was. Die Fondsgesellschaften, die für den Kleinsparer Aktien kaufen, müssen diese Steuer dann ja folglich auch zahlen. Somit würden sich die Renditen sehr langfristig orientierter Sparer spürbar vermindern. Wer also fürs Alter anlegen will, indem er in Fonds geht, ist der Dumme. Tja, die EZB hat die Zinsen auf dem guten alten Sparbuch abgeschafft. Also rein in Aktien? Nein, da wartet schon Olaf Scholz.

Die Folge könnte sein, dass der Deutsche, der ohnehin eher ein Aktienmuffel ist, sich noch mehr aus Geldanlagen in Aktien oder Aktienfonds verabschiedet. Die Folge: Der Anteil ausländischer Investoren in deutschen Aktiengesellschaften steigt noch weiter, und somit können Entscheidungen über deutsche Unternehmen noch stärker von zum Beispiel Hedgefonds an weit entlegenen Orten getroffen werden, welche wohl kaum das Gemeinwohl hier vor Ort im Sinn haben. Schauen Sie hier zu dem Thema ab Minute 1:00 auch das folgende interessante Video von Mission Money an.

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Allgemein

Handelskrieg – darum darf er niemals enden

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Die Hoffnung, mit einer Befriedung im Handelskrieg würden die konjunkturellen Sorgen verschwinden und die Märkte weiter haussieren, ist ein Irrglaube. Schaut man sich die jüngste Entwicklung an den Rentenmärkten an, versteht man warum.

Handelskrieg und naive Vorstellungen

Mit den zunehmenden Entspannungssignalen aus Beijing und Washington, D.C schießen neben den Aktienmärkten auch die Zinsen wieder nach oben und im Gegenzug fallen die Kurse der Anleihen. Am 3. September dieses Jahres markierten die Zinsen für zehnjährige US-Staatsanleihen ein neues Rekordtief bei 1,43 Prozent. Seitdem stieg der Zins im Zuge der Hoffnungen auf einen Handelsdeal (die Konjunkturdaten waren dagegen eher gemischt) wieder auf 1,9 Prozent an:

Handelskrieg Grafik

Die Kurse der Rentenpapiere fielen im Gegenzug dynamisch ab:

Die im Chart dargestellten prozentualen Verluste der langlaufenden US-Staatsanleihen sehen zwar auf den ersten Blick unspektakulär aus, man muss sich aber die Dimension dieses Marktes vergegenwärtigen: Die weltweit ausstehenden Schulden erreichten im 1. Quartal 2019 ein Volumen von 246,5 Billionen USD (Total Debt Outstanding). Der weltweite Markt für börsengehandelte Schuldpapiere ist dreimal größer als der für Aktien. Die Staatsschulden der USA belaufen sich auf aktuell 22,56 Billionen US-Dollar, das entspricht 106 Prozent des BIP. Die Gesamtverschuldung Amerikas liegt aktuell bei schwindelerregenden 74,2 Billionen US-Dollar oder 325 Prozent des US-BIP. Diese Schuldenlast kostet jährlich 3,5 Billionen US-Dollar an Zinsen, mit weiter steigender Tendenz. Da tut jeder minimale Zinsanstieg weh, nicht nur in Amerika. Bekommt der Anleihemarkt also einen Schnupfen, kriegt die Wirtschaft eine Grippe.

It´s the debts, stupid

In der nächsten Zeitreihe sieht man, dass sobald die Zinsen leicht rückläufig sind, der Trend zum Schuldenaufbau wieder anspringt. Dies ist auch notwendig, da ohne neue Schulden kein Wachstum mehr möglich ist. Das bedeutet aber auch, dass die Zinssensitivität der Weltwirtschaft sukzessive ansteigt.

Globale Schulden und Handelskrieg

Das wiederum ruft böse Erinnerungen an das zweite Halbjahr 2018 wach, wo nicht etwa der Handelskrieg zu dem enormen Stress an den Märkten und bei US-Verbrauchern führte, sondern steigende Leitzinsen der Fed und steigendende Anleihezinsen an den Kapitalmärkten.
Fakt ist, dass der Handelskrieg erst ab Mai dieses Jahres zum Problem wurde, vorher waren nur marginale Zölle in Kraft und ein Deal zwischen den beiden Handelsmächten war realistisch (dachte man). Außerdem träumten die Märkte, speziell in den USA, damals noch von zweistelligen Gewinnsteigerungen bei den S&P 500 Konzernen.

Der hauptsächlich durch den Zinsanstieg bedingte Einbruch an den Aktienmärkten zwang die Fed kurz vor Weihnachten schlussendlich dazu, ihren Versuch der Zinsnormalisierung abzubrechen und die Bilanzreduzierung auf den Prüfstand zu stellen. Vom 19. Juni bis zum 7. November 2018 stiegen die Zinsen zehnjähriger US-Staatsanleihen von 2,8 Prozent auf in der Spitze 3,25 Prozent an – zu viel für die Märkte. Erst danach, im Zuge wieder deutlich sinkender Anleihezinsen, konnte sich der Aktienmarkt erholen.

Im übergeordneten Bild bleibt es dabei: über das Wohl und Wehe der Weltwirtschaft entscheiden die Zinsen – wegen der historisch einmaligen Rekordverschuldung im Verhältnis zum Welt-BIP. Schießen die Zinsen durch das Ende des Handelskriegs nach oben, so wie man es aktuell schon ansatzweise beobachten kann, wäre die anschließende Erholung der Konjunktur von sehr kurzer Dauer.
Steigen nämlich die Zinsen relativ zu ihren Tiefstständen im Zuge eines Handelsfriedens zwischen China und den USA wieder an, wird das weitere Schuldenwachstum gebremst und damit das Wirtschaftswachstum erneut stark belastet. Damit wären die Kosten durch ansteigende Zinsen und Verluste durch sinkende Anleihekurse größer als der Nutzen eines wieder freieren Welthandels.

Fazit

Setzt sich der jüngst gesehene Trend fort, bei dem das übervolle Boot der Anleihemärkte sich zügig leert und die Zinsen am Kapitalmarkt in der Folge eines Handelsfriedens wieder ansteigen, wäre das für das Wachstum der überschuldeten Weltwirtschaft der Sargnagel. Daher wäre es unter diesem Aspekt besser, man ließe die Luft aus dem Rentenmarkt nicht heraus und der reale Handelskrieg jenseits versöhnlicher Gesten würde andauern.

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