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HSH Nordbank: 160 Mio Gewinn in 2014, aber…

Von Claudio Kummerfeld

Die HSH Nordbank hat ihre Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgestellt. Auf den ersten Blick ein passables Ergebnis mit 160 Millionen Euro Gewinn nach Steuern (kein Aprilscherz). Da dürften sich die Anteilseigner Hamburg und Schleswig-Holstein aber freuen, wenn man theoretisch von einer Gewinnausschüttung ausgeht.

Positiv zu sehen sind folgende Effekte, die ebenso wie die negativen Seiten völlig an der Öffentlichkeit vorbeigehen: Die HSH Nordbank zahlt jährlich Prämien an die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein für die milliardenschweren Garantien, die die Länder für die HSH Nordbank geben. Zitat:

„Basis für diese Bestrebungen sind nicht nur die jüngsten Fortschritte und die Ergebniswende der HSH Nordbank, sondern auch die seit 2009 bereits geleisteten Prämienzahlungen von mehr als 2,2 Mrd. Euro Grundprämie…“ und: „Die Abbaubank hat ihr Altportfolio 2014 um sechs Mrd. Euro auf 31 (37) Mrd. Euro konsequent reduziert und liegt damit trotz der Aufwertung des US-Dollars auf Zielniveau. Die stärksten Rückgänge wurden bei Schiffs- und internationalen Immobilienkrediten realisiert.“

Aber das dicke Ende kommt bekanntlich immer erst zum Schluss. Die HSH Nordbank ächzt unter dem starken Dollar. Bei ihren Schrottpapieren, die zwar nach und nach abgebaut werden, aber immer noch umfangreich vorhanden sind, spielt der Dollar eine Hauptrolle. Die Bank schreibt in ihrer heutigen Pressemitteilung vorsichtig formuliert:

„Daneben wirkten sich Kreditrückführungen, Sondereffekte und die US-Dollar-Aufwertung sowie die allgemein rückläufige Zinsentwicklung ertragsmindernd aus…“ und : „Die Abbaubank hat ihr Altportfolio … konsequent reduziert und liegt damit trotz der Aufwertung des US-Dollars auf Zielniveau.“

An diesen zwei Stellen in der Pressemittteilung taucht das Dollar-Risiko auf, dass die HSH belastet. Ab 2019 muss sie die Garantien von Hamburg und Schleswig-Holstein wohl stärker in Anspruch nehmen als bisher geplant. Der Gesamtbedarf wird wahrscheinlich bei 2,1 statt 1,6 Milliarden Euro liegen. Heute interessiert es niemanden, weil es jetzt NUR eine Garantie ist und nicht groß in der Zeitung steht. In 4 Jahren kann man nur hoffen, dass Hamburg und Schleswig-Holstein die vereinnahmten Prämien für die Garantie auf eine schöne hohe Kante gelegt haben und dass dieses Geld auch wirklich ausreicht, wenn die HSH die Garantie in Anspruch nimmt.




Quelle: HSH Nordbank



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