Immobilien

Wende am US-Immobilienmarkt Hypothekenzinsen in den USA erstmals seit 2008 über 6 Prozent

Die Zinswende in den USA pusht die Kreditkosten für Häuslebauer kräftig nach oben.

Luftaufnahme von Häusern in den USA

Die Hypothekenzinsen in den USA klettern zum ersten Mal seit 2008 über die Marke von 6 Prozent. Bloomberg schreibt dazu aktuell: Der durchschnittliche Zinssatz für ein 30-jähriges Darlehen stieg von 5,89 % in der vergangenen Woche auf 6,02 %, teilte Freddie Mac am Donnerstag in einer Erklärung mit. Das letzte Mal, dass die Zinsen über 6 % lagen, war im November 2008, wie die Daten des Unternehmens zeigen.

Der rasante Anstieg der Kreditkosten in diesem Jahr hat den US-Immobilienmarkt gebremst, potenzielle Käufer abgeschreckt, den Absatz gebremst und das Preiswachstum verlangsamt. Laut Bloomberg hat die schwächelnde Nachfrage Kreditgeber wie die Citigroup dazu gezwungen Stellen zu streichen, und die Führungskräfte der Banken haben vor sinkenden Einnahmen aus dem Hypothekengeschäft gewarnt.

Die US-Inflation war im August mit 8,3 Prozent höher als erwartet, was die Erwartung einer größeren Zinserhöhung durch die Federal Reserve verstärkte. Dies ließ die Renditen von US-Staatsanleihen am Dienstag nach der Veröffentlichung der Daten steigen. Bloomberg zitiert Freddie Mac: „Die Hypothekenzinsen sind in dieser Woche parallel zu den unerwartet hohen Inflationszahlen weiter gestiegen“, sagte Sam Khater, Chefökonom von Freddie Mac, in einer Erklärung. „Obwohl der Anstieg der Zinssätze die Nachfrage weiterhin dämpfen und die Immobilienpreise unter Druck setzen wird, bleibt der Bestand unzureichend. Dies deutet darauf hin, dass die Preise für Eigenheime zwar wahrscheinlich weiter sinken werden, aber nicht stark.“

Die Ergebnisse von Freddie Mac blieben hinter denen anderer Hypothekenumfragen zurück, die bereits Zinssätze von über 6 % auswiesen. Mortgage News Daily meldete einen Durchschnitt von 6,3 % für 30-jährige Festkredite, gegenüber 6,12 % in der vergangenen Woche. „Für die Immobilienmärkte bedeuten die steigenden Kreditkosten eine weitere Abkühlung der Nachfrage nach Häusern und eine Verschärfung der Erschwinglichkeitskrise“, sagte George Ratiu, Manager für Wirtschaftsforschung bei Realtor.com.

FMW-Ergänzung: Im Chart sieht man seit dem Jahr 2000 als blaue Linie die Entwicklung der Hypothekenzinsen in den USA, und im Vergleich dazu in orange den Verlauf des Aktienmarkts in Form des S&P 500-Index. Die stark steigenden Zinsen (Fed-Zinsen und Zinsen für Immobilienkredite) drücken auf die Stimmung am Aktienmarkt. Und gerade in den USA lebt die Volkswirtschaft vom Konsum und vom Häusermarkt. Schnell steigende Hypothekenzinsen sind da toxisch, wenn sich immer weniger Amerikaner ein Haus leisten wollen oder können. Höhere Zinsen drücken nicht nur auf die Konsumlaune, sondern letztlich auch auf die Unternehmensgewinne.

Hypothekenzinsen im Vergleich zum S&P 500 Index seit dem Jahr 2000

FMW/Bloomberg – Chart von TradingView



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6 Kommentare

  1. …Die Zinswende in den USA pusht die Kreditkosten für Häuslebauer kräftig nach oben…
    Schon, aber Häuslebauer, die jetzt noch bauen wollen, können es sich ja nocheinmal überlegen.
    Wer jetzt in den USA, bei Gleitzinsen, und bei einer Erhöhung der Zinsbelastungen aber schon Hausbesitzer ist, wird wahrscheinlich Probleme bekommen.
    Wer 2014 in Deutschland Baudarlehen für etwa 1% bekommen hat, und für 10 Jahre Zinsbindung hat, wird sich auch wohl Gedanken machen müssen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Die Zinswende pusht auch die Opportunitätskosten von Gold nach oben.
    Es fällt dann typischerweise wasserfallartig.
    Dass der Goldpreis bei Zinsanstiegen steigt, kommt/kam gelegentlich vor, ist aber eher die Ausnahme.

  3. Die Zeit für Gold kommt noch. So sicher, wie das Amen in der Kirche.

    Ob für die mittlere Zukunft eine Chartanalyse aussagefähig ist, wage ich deutlich zu bezweifeln

    1. Hallo Eldi 1.
      Es war immer eine gute Zeit für Gold.
      Seit 1970 bis 2000 hatte sich Gold etwa verachtfacht, und das wird es auch von 2000 bis 2030. Bei der Versechsfachung sind wir schon.
      2030 müsste dann Gold über den Daumen bei etwa 2250 Dollar liegen. Niedrige Inflation vorausgesetzt.
      Und alle Kursgewinne legal steuerfrei.
      Natürlich gibt es Aktien, die haben ein Vielfaches an Kapitalertrag gebracht, seit 2000, aber auch alles verlieren war möglich.
      Der DAX hat einschließlich Dividenden keine Verdoppelung seit 2000 geschafft, und es mussten dann von dem Kapitalertrag auch noch Steuern bezahlt werden.
      Riesige Kurssprünge wird Gold nicht machen, und ich wünsche es mir auch nicht, denn dann sind auf einer anderen Seite irgendwo riesige Schäden entstanden, mit denen auch Goldbesitzer leben müssen.

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  4. Opportunitätskosten ???
    Wieso hat ein Besitzer von physischen Gold den entgangenen Nutzen einer nicht gewählten oder nicht realisierbaren Handlungsalternative?
    Bei Papiergold trifft das allerdings sicherlich zu.
    Aber das wird nun benötigt, damit die Banken Aktien nicht zwangsverkaufen.

    In der Zeit von 2000 bis 2022, hat sich der Kurs von Gold etwa versechsfacht. Egal wie gerade der Zinssatz war.
    Einen „Ruck“ nach unten gab es immer, wenn die Aktien in den Keller rauschen.
    Das wird jetzt auch nicht anders sein.
    Wenn der richtige Knall an der Börse kommt, dann rechne ich bei Gold mit bis zu 20 % Kursverlusten.
    Was aber nicht tragisch ist, denn dann hat Gold immer noch um fasst das Fünffache seit 2000 zugelegt.
    Und das legal steuerfrei.
    Kann man sich mehr Inflationsausgleich wünschen?
    Geschätzt würde ich sagen, liegt maximal eine Verdoppelung der Lebenshaltungskosten seit 2000 vor. Bei der Versechsfachung oder ggf. Verfünffachung des Kapitals, kann man das ertragen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  5. Pingback: Hypothekenzinsen in den USA erstmals seit 2008 über 6 Prozent - finanzmarktwelt.de - Immo-journal

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