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Inflation: Wissen die Verbraucher es besser? Plus 3,1 Prozent erwartet

Claudio Kummerfeld

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Zahlreiche Euro-Geldscheine

Man denkt ja oft die „Experten“ werden es schon besser wissen, und die Ökonomen und Wirtschaftsforscher, die müssen dank Doktortitel und gutem Ruf was drauf haben? Was sagen sie zur Inflation? Aber erst die Gegenseite. Da wären nämlich einige in die Clown-Ecke gestellte sogenannte „Crashpropheten“ wie Marc Friedrich, Markus Krall und Co. Von ihnen hört man seit Monaten oft Aussagen, dass eine sehr starke Inflation anstehe, nachdem die deutsche Volkswirtschaft vorher eine gewisse deflationäre Phase erlebe (und in der befinden wir uns ja gerade).

Die „großen und anerkannten“ Experten in den Leitmedien sowie Notenbanker, Politiker etc… da ist es egal wen man fragt. Die drohende kräftige Inflation sei trotz Gelddrucken in Billionenhöhe nur ein Hirngespinst und Panikmache – so möchten wir zahlreiche Meinungen mal vereinfacht zusammenfassen. Und die Verbraucher selbst? Was glauben die denn in Sachen Inflation? Wissen Sie es vielleicht besser? Die Bundesbank hat heute ihre aktuellste Verbraucherumfrage (2.000 befragte Personen) aus Dezember veröffentlicht. Und mit +3,1 Prozent bei den Verbraucherpreisen im Durchschnitt des Jahres 2021 erwarten die Bürger in Deutschland durchaus eine spürbare Preissteigerung.

Warum die Inflation aus Verbrauchersicht anziehen könnte

Dieser Wert aus der Dezember-Umfrage unter Verbrauchern stellt den höchsten im Jahr 2020 gemessenen Wert dar, nachdem die Inflationserwartungen von Juni bis November von 2,8 Prozent auf 2,5 Prozent gesunken waren. Und geht man mit gesundem Menschenverstand an die Sache ran, gibt es auch mehrere gute Gründe, um auf diese Größenordnung zu kommen. Als Grund für den Anstieg der Erwartungen dürfte laut Bundesbank unter anderem das Auslaufen der Mehrwertsteuersenkung zum Jahresbeginn 2021 sowie die Einführung der CO2-Bepreisung für Kraftstoffe, Heizöl und Gas sein. Für letzteren Punkt spreche, dass mehr als ein Drittel der Privatpersonen im Dezember für das Jahr 2021 stark steigende Benzinpreise erwartete; in den vorangegangenen Monaten waren es noch weniger als ein Viertel. Aber wie gesagt, derzeit sind Deutschland und die Eurozone seit mehreren Monaten ganz leicht in der Deflation. Dazu die Bundesbank:

Tatsächlich ist die Teuerungsrate in den vergangenen Monaten deutlich niedriger gewesen und war Ende des Jahres 2020 sogar negativ. Im November lagen die deutschen Verbraucherpreise gemessen am nationalen Index nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 0,3 Prozent niedriger als im entsprechenden Vorjahresmonat. Gemessen am EU-Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) belief sich die Inflationsrate sogar auf minus 0,7 Prozent.

Umfragestatistik der Bundesbank zu den Inflationserwartungen

Chart zeigt Erwartungen der Verbraucher an die Inflation in 2021

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    14. Januar 2021 08:23 at 08:23

    Man sollte unterscheiden zwischen einer Inflation von 3% und der Hyperinflation von Krall und Friedrich.

  2. Avatar

    Dreistein

    14. Januar 2021 09:44 at 09:44

    Die sogenannten Inflationsraten sind auf ein nicht dem realen Leben basierenden Warenkorb gemacht.
    Betrachtet man die echte Inflationsrate für den täglichen Gebrauch dann liegt sie meiner Meinung nach zwischen 4-5%. Lebensmittel sind stark gestiegen, ein Beispiel bei den abgepackten Waren hat sich Grammzahl von 100g auf 80g reduziert der Preis blieb gleich. Alleine die CO2-Steuer auf Energie wird die Inflation weiter antreiben, alleine für die Heizung kommt eine Mehrbelastung von 70€ pro 1000L Heizöl. Beim Kraftstoff für PKW sieht es nicht anders aus und kommt eben auf die Entfernung der Arbeitsstätte an. Also die Belastung durch den Staat schlägt sich zum größten Teil auf das Portmonee aus. Die politische Corona-Misere wird sich auch bald in Form einer Steuer auf das Portmonee auswirken. Sollten nun noch viele Insolvenzen einsetzen durch den Corona-fusch werden nicht nur Steuereinnahmen wegbrechen sondern auch die Banken werden ihre Schwierigkeiten bekommen durch Kreditausfälle, da wird eine Spirale entstehen.

  3. Avatar

    Columbo

    14. Januar 2021 10:14 at 10:14

    @Dreistein

    Wenn, wie Sie schreiben, das Portomonnaie derart belastet wird, woher soll da eine Verbraucherpreisinflation kommen?

  4. Avatar

    Detlef

    14. Januar 2021 11:03 at 11:03

    Und von Gesundheits- und Sozialkosten redet da niemand. Die ganzen Pandemiekosten werden da sicher vom Märchenonkel bezahlt oder vielleicht doch vom Steueronkel? Der Schönredner vom Dienst ( bekannt aus einer Krimiserie) wird auch diesmal wieder falsch liegen.

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Exporte koppeln sich ab vom Lockdown-Pessimismus

Claudio Kummerfeld

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Hamburger Hafen

Man hört es dieser Tage öfter, und es ist auch logisch nachvollziehbar. Der zweite deutlich längere Corona-Lockdown sorgt für eine Abwärts-Revision bei der Erwartung für die deutsche Wirtschaftsleistung (siehe hier neue Prognose von Seiten der Bundesregierung). Immer mehr Unternehmen und Kleinst-Unternehmer aus den Bereichen Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und Urlaub werden wohl den Bach runtergehen. Aber gleichzeitig läuft die deutsche Industrie sowie Exportwirtschaft auf Hochtouren. Die folgende Grafik zeigt seit dem Jahr 2014 die Erwartungen an die deutschen Exporte aufgrund von heute veröffentlichten Daten des ifo-Instituts.

Noch vor der Krise bei einem Wert von 0, liegen die Erwartungen für die deutschen Exporte aktuell bei +6 Punkten, nach +1,9 Punkten im Dezember. Das ist der beste Wert seit Oktober. Klarheit beim Brexit und der US-Präsidentschaft, eine robuste Industriekonjunktur
und der weltweite Impfstart führten laut ifo-Institut zu einem vorsichtigen Optimismus in der deutschen Exportwirtschaft. Deutliche Zuwächse beim Export würden die Hersteller von Computern und elektrischen Ausrüstungen erwarten. Auch die Unternehmen aus dem Bereich des Maschinenbaus und der Chemischen Industrie blicken zuversichtlich auf ihre künftigen Exporte. Bei den Herstellern von Nahrung und Getränken haben sich die Erwartungen deutlich erholt. Gegenwärtig gehen sie von einem konstanten Exportgeschäft aus. Schwierig bleibt laut ifo der Auslandsmarkt für die Bekleidungsindustrie. Auch die Möbelhersteller gehen von rückläufigen Auslandsumsätzen aus.

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Claudio Kummerfeld

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Markus Krall erlebt man in letzter Zeit leider öfters vor allem bei Twitter mit zweifelhaften Äußerungen zu Corona-Themen. Aber dennoch wollen wir seine hochinteressanten Aussagen zur Geldpolitik und Wirtschaftsordnung präsentieren. Denn seine inhaltlichen Aussagen zu diesen Themen sind bestechend. Sicherlich kann man bei einigen seiner Aussagen anderer Meinung sein, dennoch erweitern seine Thesen den Horizont und regen zum Nachdenken an.

Der folgende gestern veröffentlichten Vortrag stammt zwar schon vom 24. Oktober 2020, dennoch ist er auch heute noch aktuell. Die wirtschaftlichen und geldpolitischen Folgen der Coronakrise werden besprochen. Dabei zeichnet Markus Krall ein düsteres Bild über eine bevorstehende massive Inflation und das Ende des Euro. Richtig los geht es ab Minute 12:40 im Video. Banken und Zombieunternehmen sind Klassiker-Themen in seinen Vorträgen, die auch dieses Mal zur Sprache kommen. Auf jeden Fall ist dies mal wieder ein spannender Vortrag von Markus Krall.

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