Asien

Japan: Inflation steigt, Verbraucherausgaben kollabieren

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht aus Japan. Zuerst die vermeintlich gute: die Inflation ist in Japan im Mai um 3,4% gestiegen, womit eines der Ziele der Regierung Abe erreicht wurde – die Bekämpfung der Deflation. Das ist der höchste Anstieg der Inflation seit 1982. Hauptauslöser des Anstiegs sind gestiegene Kosten für Strom (+11,4%) und Benzin (+9,6%). Die Bank of Japan hatte lediglich mit 2,0% Inflation gerechnet.

Die schlechte Nachricht: die Verbraucherausgaben in Nippon sind zugleich um 8% gefallen – deutlich mehr als die pessimistischsten Prognosen vorhergesagt hatten. Einen derart drastischer Fall gab es zuletzt nach dem verheerenden Tsunami. Die Konsenserwartung lag bei einem Rückgang von 4%, nachdem die Regierung kürzlich die in Japan ohnehin sehr niedrige Mehrwertsteuer angehoben hatte. Ministerpräsident Abe hatte kürzlich in einem Interview das Ende der jahrzehntelangen Deflation in Japan verkündet.

Das ist jedoch nur ein schwacher Trost für die Konsumenten. Der Anstieg der Inflation macht viele Japaner faktisch ärmer, da die Gehälter nur leicht steigen oder stagnieren. Auch die Aktienmärkte reagierten „not amused“: der Nikkei fiel knapp 1,5%, der Yen legte zu. Denn mit der gestiegenen Inflation werden neue geldpolitische Maßnahmen der Bank of Japan zunehmend unwahrscheinlich – und die ultralaxe Geldpolitik der Notenbank war der Treiber der Aktienmärkte in Nippon.

 

Nikkei2706



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