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Katar – Emirat am Golf ist größter Gewinner des Ukraine-Kriegs!

Wie Katar von der Not profitiert!

Katar - Gewinner des Ukraine-Kriegs

Das kleine Emirat Katar richtet in diesem Jahr nicht nur die Fußball-Weltmeisterschaft aus – sondern ist auch der große Gewinner des Ukraine-Kriegs!

Ein Sprichwort sagt: „Krieg macht einen reich und zehn arm.“ Unwillkürlich denkt man an einige Länder, die unter dem aktuellen Krieg so sehr leiden und gar nicht profitieren, allen voran die Ukraine selbst. Wer aber könnte Profiteur des Ukraine-Kriegs sein?

Der Gewinner des Ukraine-Kriegs scheint recht eindeutig: Es handelt sich vermutlich um das Emirat Katar, das an der Ostküste der arabischen Halbinsel am Persischen Golf liegt. Die Halbinsel Katar ist gerade mal 11.600 Km² groß, das entspricht einer Fläche von etwa fünfmal der des Saarlandes.

Ein nicht unerheblicher Teil davon ist unattraktive Geröll- und Kieswüste. Allerdings belegt Katar im Hinblick auf Naturkatastrophen, wie etwa dem Anstieg des Meeresspiegels, Vulkanausbrüchen, Wirbelstürmen, Erdbeben und Dürren laut dem Weltrisikobericht von 2021 einen der letzten Plätze und gilt damit als eines der sichersten Länder dieser Erde. Zudem ist es eines der reichsten Länder der Welt. Eine Demokratie ist Katar nicht. Die Staatsform ist die der absoluten Monarchie, die Staatsreligion der Islam und die Scharia die Hauptquelle der Gesetzgebung. Katar wurde bis Anfang Januar 2021 von Teilen der arabischen Welt wegen seiner Nähe und Unterstützung radikal-islamistischer Gruppen boykottiert.

Katar: Krise 2017 bis 2021

Auslöser der Krise in Katar waren „Fake-News„, in der Katar sich angeblich positiv gegenüber dem Iran und Israel geäußert hat. Dies bewog Saudi-Arabien und weitere Länder, ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abzubrechen. Die Monarchien am Golf, die nicht demokratisch gewählt sind, fürchten den radikalen Islamismus, da er ihren Herrschaftsanspruch in Frage stellt. Katar wurde diesbezüglich die Unterstützung der Muslimbruderschaft und anderer radikaler Gruppen wie al-Qaida, der syrisch-oppositionellen al-Nusra-Front und des islamischen Staates vorgeworfen. Im Juni 2017 schlossen Saudi-Arabien und seine Verbündeten Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Grenzen zu Katar und kappten alle diplomatischen Beziehungen. Erst 2021 wurde unter Vermittlung von Kuwait die Blockade beendet. Katar wurde während der Blockade von der Türkei und dem Iran durch Blockadebrecher unterstützt, die Lebensmittel, insbesondere Obst und Gemüse, und andere wichtige, lebensnotwendige Waren ins Land brachten.

Im Dezember dieses Jahres wird in Katar die Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen. Damit ist Katar das erste arabische Land, dass eine Fußball-Weltmeisterschaft austrägt. Das ist, neben den direkten Einnahmen durch die WM, ein außerordentlicher Prestigegewinn für die Regierung unter Staatsoberhaupt Emir Scheich Tamim bin Hamad Ath Thani.

Katar hat durch die Energiekrise in Europa enorm an Einfluss gewonnen und gilt wieder als salonfähig. Seitdem die westlichen Staaten aufgrund des Ukraine-Kriegs händeringend nach neuen Lieferanten für ihre eigene Gasversorgung suchen und ein westlicher Staatsvertreter nach dem anderen nach Doha fliegt (so auch der deutsche Wirtschaftsminister Habeck), um mit neuen, langfristigen Lieferverträgen die Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern, hat Katar einen ganz neuen internationalen Stellenwert bekommen. Die sogenannte Katar-Krise, die von 2017 bis 2021 dauerte, scheint somit überwunden.

Katar plant Expansion seiner LNG-Exporte um 60 Prozent bis 2027

Als Katar vor zwei Jahren entschied, 43 Milliarden US-Dollar in den Ausbau seiner LNG-Förderkapazitäten (Liquid Natural Gas) zu investieren, war sich die Analystenwelt unsicher, ob das nicht weit über den tatsächlichen Bedarf hinaus geplant sei. Die Förder- und Produktionskosten für LNG sind in Katar sehr günstig, laut einer Analyse von Oxford Energy liegen die Gesamtkosten 13 Prozent unter dem nächsten Wettbewerber (Russland). Geplant wurde der Ausbau des Gasfeldes „North Field“. Das zentrale Bauprojekt mit über 20 Milliarden US-Dollar wurde Ende 2020 ausgeschrieben und die erste Tranche im Volumen von 13 Milliarden US-Dollar am 8. Februar 2021 an ein japanisch-französisches Konsortium vergeben. Die beteiligten Firmen sind auf französischer Seite Technip Energies (TE) und auf japanischer Seite die Chiyoda Corporation. Damit will Katar seine LNG-Förderung bis 2027 um 60 Prozent steigern. Anfang 2020 schloss Katar einen Vertrag im Wert von 770 Millionen US-Dollar mit der chinesischen Werft Hudong-Zhonghua ab und sicherte sich so bis 2027 60 Prozent der globalen LNG-Tanker-Werftkapazitäten. Damit ist Katar im aktuellen Umfeld bestens aufgestellt und kann von einem lang andauernden Trend zu LNG hin profitieren.

Wie kann man als Privatinvestor in Katar investieren?

Der iShares MSCI Qatar ETF (QAT) ist nahezu vollständig am Aktienmarkt investiert und stellt eine Möglichkeit dar, direkt in Katar zu investieren. Die fünf größten Einzelpositionen sind Qatar National Bank, Industries Qatar, Qatar Islamic Bank, Masraf Al Rayan und The Commercial Bank. Damit gleicht der ETF einem reinen Investment in Finanzdienstleister, vier der fünf Unternehmen sind aus diesem Bereich. Aber die Währung, der Katar-Riyal (QAR) könnte einen Inflationsschutz für Euroanleger darstellen. Qatar steht im internationalen Vergleich mit einer Schuldenquote zum BIP von knapp 60 Prozent relativ gut da, bis 2026 prognostiziert Statista einen Wert von rund 40 Prozent. Das sind gerade im Vergleich zu europäischen Ländern nahezu Traumwerte. Exxon Mobile ist an zwei Großprojekten beteiligt, der sogenannten Phase 2 und 3 des Onshore Barzan Gas Development. Das Projekt wird zusammen mit QatarGas betrieben, dem weltweit größten LNG-Produzenten.

Der MSCI ETF Qatar:

MSCI ETF Katar

Der Rial zum Euro – auch ein Gewinner des Ukraine-Kriegs:

Rial zum Euro

Kursdaten aus https://de.tradingview.com

 

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