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Können Automatisierung und Digitalisierung die demografische Lücke ausgleichen?

Redaktion

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Wie viele Arbeitsplätze werden in welchem Zeitraum in der deutschen Volkswirtschaft eingespart durch Automatisierung und Digitalisierung? Oder anders gefragt: Wie viel mehr an Produktionsvolumen werden dadurch erzeugt bei der selben Anzahl der Mitarbeiter? Exakt kann das niemand sagen, weil niemand definieren kann, wo Automatisierung und Digitalisierung anfangen und aufhören. Denn schließlich modernisieren doch alle Betriebe stetig ihre technischen Abläufe.

Auch die Deutsche Bank ist deswegen in ihrer aktuellen Studie zu dem Thema äußerst zurückhaltend in ihrer Formulierung, und erwähnt ganz klar, dass man nur grob schätzen kann. Aber in ihrem Fazit sagt die DB, dass Automatisierung und Digitalisierung wohl den demografischen Effekt (Arbeitskräftemangel) zumindest in gewissem Umfang ausgleich kann. So sagt die DB unter anderem, Zitat:

Die Deutsche Bundesbank erwartet, dass das gesamtwirtschaftliche Produktionspotenzial von derzeit etwa 1,2% pro Jahr auf rd. 0,8% p.a. im Zeitraum 2021 bis 2025 sinken wird; sie begründet dies u.a. mit dem sinkenden Erwerbspersonenpotenzial sowie mit einer eventuell geringeren Produktivität älterer Arbeitnehmer. Aus unserer Sicht dürfte die deutsche Industrie in den kommenden Jahren allerdings eher als viele Dienstleistungsbranchen in der Lage sein, diese negativen Effekte der demografischen Entwicklung durch digitale Technologien zumindest teilweise auszugleichen. Dies wäre eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass der Industriestandort Deutschland im internationalen Vergleich dauerhaft
wettbewerbsfähig bleibt.

Braucht Deutschland jährlich eine große Masse an Zuwanderern, oder nur eine kleinere Anzahl an Zuwanderern, um die Demografie-Lücke (weniger Geburten als Sterbende) auszugleichen? Das kann wirklich niemand exakt beantworten. Klar ist aber, dass eine bestimmter Teil der Lücke aufgefressen wird, weil die Industrie immer effizienter wird, und dank Automatisierung und Digitalisierung immer mehr Produkte und Dienstleistungen mit der selben Anzahl der Mitarbeiter herstellen kann. Also kann man auch mit einer schrumpfenden Mitarbeiterzahl theoretisch die Anzahl der produzierten Produkte aufrecht erhalten. Das erwartet die Deutsche Bank in den nächsten Jahren, Zitat:

Wir rechnen damit, dass die deutsche Industrie dank der Digitalisierung der Wertschöpfungskette in den kommenden Jahren ein höheres Wachstumspotenzial generieren wird. Zwar lassen sich die ökonomischen Effekte der Digitalisierung, wie wir bereits ausgeführt haben, nur schwer quantifizieren. Wir halten es jedoch für plausibel, dass die Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe im Durchschnitt um etwa 0,25 bis 0,5%-Punkte pro Jahr schneller wachsen könnte als ohne die positiven Effekte der Digitalisierung. Der Wachstumsimpuls würde im Zeitraum 2018 bis 2025 zu einer zusätzlichen Bruttowertschöpfung im deutschen Verarbeitenden Gewerbe in Höhe von kumuliert etwa EUR 70 bis 140 Mrd. führen. Dieser I4.0-Effekt entspräche in etwa einem Anteil am BIP des Jahres 2017 von rd. 2% bis gut 4%. Aufgrund der schwierigen Abgrenzung und Messbarkeit der Digitalisierungseffekte können diese Zahlen allerdings nur als grobe Orientierung dienen.

Unsere Einschätzung zur zusätzlichen Wertschöpfung durch die digitale Transformation in der Industrie ist weniger optimistisch, als andere Studien erwarten lassen. Beispielswiese bezifferte eine Untersuchung von Roland Berger im Auftrag des BDI aus dem Jahr 2015 die zusätzliche Bruttowertschöpfung der Industrie in Deutschland bis 2025 in einem Positivszenario auf kumuliert bis zu EUR 425 Mrd. Um diesen absoluten Zuwachs zu erzielen, müsste die Wertschöpfung in der Industrie jedoch pro Jahr um mehr 1%-Punkt schneller steigen als ohne Digitalisierungseffekte. Wir halten einen derart starken Wachstumsimpuls für nicht realistisch.

Grundsätzlich hat die Industrie im Vergleich zu vielen (personenbezogenen) Dienstleistungen bessere Voraussetzungen, die positiven Effekte der Digitalisierung zu nutzen. Denn in der Industrie spielt die Vernetzung von Mitarbeitern, Maschinen und Bauteilen bzw. Zwischenprodukten sowie die Automatisierung der Produktionsprozesse eine größere Rolle. Auch in der industriellen Forschung und Entwicklung, in der Logistik, der Marktforschung und Absatzplanung oder im After-Sales-Service (z.B. Wartung von Maschinen) werden digitale Technologien und Anwendungen zu einer höheren Effizienz führen.

Weiter heißt es:

Im letzten Jahr prognostizierte Bitkom für 2018 einen Umsatz mit I4.0-Lösungen in Höhe von EUR 7,2 Mrd. Der Umsatz soll damit 2018 gut ein Fünftel höher als im Vorjahr liegen und im Vergleich zu 2015 sogar ein stattliches Plus von 77% erreichen. Die Digitalisierung der industriellen Fertigung schreitet also dynamisch voran. Die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von Industrieunternehmen seitens des Digitalverbands aus dem laufenden Jahr stützen diesen Befund, zeigen sie doch, dass die deutsche Industrie weiter auf die digitale Modernisierung möglichst vieler Arbeitsabläufe und Fertigungsstufen setzt.

In deutschen Industrieunternehmen sind 2018 bereits 24% der Maschinen und Anlagen mit dem Internet verbunden und damit „smart“. 2016 waren es erst 21%. Von den befragten Industrieunternehmen sind 2018 schon 71% aktiv im Bereich I4.0, nach 65% 2016. Erfreulich dabei ist, dass bereits 49% der Unternehmen spezielle I4.0-Anwendungen nutzen; mehr als doppelt so viele wie jene Unternehmen, die erst einen künftigen Einsatz planen (22%). Nur für 9% der Unternehmen ist I4.0 kein Thema und wird auch keines werden. Dagegen können sich immerhin 18% einen I4.0-Einsatz künftig vorstellen, haben derzeit allerdings noch keine konkreten Pläne. Auch in diesen beiden Fällen waren die Antworten 2016 noch pessimistischer (12% bzw. 23%).

Über eine I4.0-Gesamtstategie verfügen 55% der Industrieunternehmen, und weitere 42% haben immerhin eine Strategie für einzelne Bereiche. Ein Grund für den noch relativ hohen Anteil der Teilstrategien ist wohl die robuste Industriekonjunktur der letzten Jahre, die typischerweise Modernisierungsanstrengungen und innovative Lösungsansätze, wie sie mit I4.0 möglich sind, aufgrund fehlender Kapazitäten in den Unternehmen eher dämpft.

Die I4.0-Strategieentwicklung findet zumeist mit eigenen Mitarbeitern, in Kooperation mit mittelständischen und großen IT-Unternehmen oder auch externen Unternehmensberatern statt. Die Strategieplanung nehmen dabei oft die eigenen Mitarbeiter in Kooperation mit externen Experten vor. Auffällig ist, dass von 2016 bis 2018 die Kooperation mit den mittleren und großen IT-Unternehmen von 28% auf 40% stieg; dies reflektiert wohl ein spürbar gestiegenes Vertrauen in deren Sachkompetenz. Eher wenig verbreitet sind bisher noch Strategieentwicklungen unter Einbeziehung von Wissenschaftseinrichtungen, in Kooperation mit Wettbewerbern oder Startups.

Vereinfacht ausgedrückt kann man also sagen: Digitalisierung und Automatisierung helfen dabei die große Demografielücke teilweise zu schließen. Aber es ist wohl unmöglich messbar, wie stark diese Effekt ist.

Automatisierung
Foto: Humanrobo CC BY-SA 3.0

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    yours truly

    31. Oktober 2018 17:17 at 17:17

    Ob Deutschland Zuwanderer braucht, kann man sehr wohl genau beantworten:
    https://de.reuters.com/article/deutschland-zuwanderer-studie-idDEKCN1N50J0

    „Zuwanderer aus Europa haben laut einer Studie des Berliner DIW für mehr Wirtschaftswachstum in Deutschland gesorgt. In den Jahren 2011 bis 2016 ist es demnach durchschnittlich um 0,2 Prozentpunkte pro Jahr verstärkt worden, wie aus dem Reuters vorab vorliegenden Papier des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung hervorgeht.“

    Happy Halloween

    • Avatar

      Gurney-H

      1. November 2018 09:40 at 09:40

      Laut der erwähnten Studie sind in der Zeit 5 Mio Zuwanderer gekommen, gemäß Wikipedia und Bevölkerungsstatistik sind es 3,1 Mio Nettozuwanderung gewesen. Das sind etwa 4% der Gesamtbevölkerung und wenn die in diesem Zeitraum für 1-1,5% Wachstum gesorgt haben, dann beträgt der NETTOVERLUST PRO KOPF DURCH ZUWANDERUNG etwa 2,5-3% in diesem Zeitraum für jeden deutschen Einwohner.
      https://www.youtube.com/watch?v=bACcCreIGco

      Ich hoffe Sie hatten eine schöne Halloween!

  2. Avatar

    B.Kampf

    1. November 2018 11:55 at 11:55

    Wachstum, Wachstum…
    liebe FMW, liebe Medien: es ist höchste Zeit, mal das ganze Bild zu beleuchten.
    Klingt ja gut, wenn immer weniger „Werktätige“ dank Automatisierung und Digitalisierung trotzdem das Wachstum aufrecht erhalten können.
    Aber: wer soll das ganze Zeug noch kaufen, wenn immer weniger Menschen in Lohn und Brot sind? Die westlichen Industrieländer prosperieren^schon seit langem von weltweiten Exporten. Das wird, wenn die neue Mega-Industrie-Exportnation China sich etabliert hat, ein Ende haben. Und dann?
    Überproduktion dank Industrie-Hightech zerstört, wenn sie in der „Wohin-damit-Not“ in die dritte Welt gepresst wird, dort die Lebensgrundlagen für Millionen … mit den sichtbaren Folgen.
    Der Zwang zum Wachstum befördert zudem die Produktion von Gütern mit gezielt kürzerer Lebensdauer, was zur bekannten fatalen Resourcen-Verschwendung und Vermüllung führt.
    DA legen die Probleme der Zukunft der Menschheit – und es ist dringend geboten, sie zu lösen.
    Man stelle sich nur vor, die Hightech-Forschung würde sich nicht auf die baldige Bewohnbar-Machung des Mars fokussieren, sondern auf die der Wüsten auf unserem eigenen Planeten! Wenn Sie diese Entwicklung als „Wachstum“ bezeichnun würden, wäre ich dabei!

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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