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Libra: Facebooks Kryptowährung ruft Notenbanker und Regulierer auf den Plan

Libra, die neue Kryptowährung des Social Media-Giganten Facebook, wird die Notenbanken auf den Plan rufen..

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Es ist derzeit Thema in allen Medien, weil es auch eine kleine Disruption für die Finanzwelt bedeuten würde, speziell im Bankwesen. FMW hatte es schon vorausgesehen. Libra, die neue Kryptowährung des Social Media-Giganten Facebook, wird die Notenbanken auf den Plan rufen. Prompt gab es die ersten Krisensitzungen.

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Libra: Facebooks Pläne für eine eigene Kryptowährung

 

Schon 2020 soll es soweit sein. Für seine Riesenanzahl von Nutzern, die täglich inzwischen weit über eine Milliarde Menschen zählt, will Facebook eine eigene Kryptowährung mit dem Namen Libra an den Start bringen, um in den weltweiten Zahlungsverkehr einzusteigen. Diese Cyberdevise soll es allen Nutzern des Netzwerks ermöglichen, untereinander Geld zu versenden und Waren von Unternehmen zu erwerben. Für Facebook ein gewaltiger Schub und für die Branche ein ebenso gewaltiger Schock.

Als erstes meldete sich die Bank of England zu Wort: „Die Bank von England, die Fed, alle großen Zentralbanken und Aufseher müssten dieses Projekt des sozialen Netzwerks kontrollieren“, sagte der Chef der Bank von England, Mark Carney, dem Sender BBC. Auch Bundesbankchef Jens Weidmann warnte vor den Risiken solcher Cyberdevisen und er hält eine Form der weltweiten Regulierung für erforderlich. Er betonte dabei die Gefahren für die Verbraucher, insbesondere in der Frage, wie der Wert von Stablecoins garantiert werden kann. Als Notenbanker geht es ihm natürlich auch um das eigene Geschäft: „Die Kryptowährung könnte das Einlagengeschäft der Banken und ihre Geschäftsmodelle untergraben“, so der Notenbankchef.

 

Der organisierte Widerstand

Plötzlich eilt es. Noch am vergangenen Freitag wollte die Financial Action Task Force (FATF), ein weltweites Gremium zur Bekämpfung und Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, Maßnahmen für eine stärkere Überwachung von Kryptowährungen vorstellen. Dabei sind aktuell schon 35 Länder Mitglied in dieser Organisation, die den 300 Milliarden Dollar umfassenden Bereich stärker regulieren will.

Die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten hat zudem eine Arbeitsgruppe zu dem Thema eingesetzt. Geleitet von EZB-Direktor Benoît Cœuré, denn Frankreich hat derzeit den Vorsitz in der G7-Staatengruppe. Die G7-Finanzminister und Notenbank-Gouverneure wollen am 17. Juli in Chantilly zusammenkommen. Auch die USA selbst sind auf den Plan gerufen.

Der Banken-Ausschuss des US-Senats setzte für den 16. Juli eine Anhörung dazu an.

 

Mark Zuckerberg will Libra als Zahlungsmittel durchsetzen

Mark Zuckerberg. Foto: Anthony Quintano from Honolulu, HI, United States – Mark Zuckerberg F8 2018 Keynote CC BY 2.0

 

Fazit

Die Notenbanken und das gesamte Bankwesen mit seiner gigantischen Lobby werden sich vermutlich mit allen Kräften gegen die Offensive von Facebook wehren. Das Totschlagargument gegen Libra dürfte wieder einmal der Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sein. Ein anderer Grund ist natürlich die Bedeutung der Geldbranche für die Wall Street. In den vergangenen Jahren stammten bis zu einem Viertel der Gewinne aus den Einnahmen der Finanzbranche – bei der Dimension des Wertpapierhandels in den USA wird man sich schon zu wehren wissen. Der Kampf ist eröffnet.

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Michael

    24. Juni 2019 15:04 at 15:04

    „Die Kryptowährung könnte das Einlagengeschäft der Banken und ihre Geschäftsmodelle untergraben“, so der Notenbankchef. Wenn es nicht so traurig wäre, müsste ich über diese Aussage herzlich lachen.

    Früher einmal hatten Einleger die Möglichkeit, ihr Geld verzinslich anzulegen. Hierfür konnten sie wählen zwischen einem Sparkonto, kurz- bis mittelfristigen Geldanlagen (Termineinlagen), Sparbriefen, Pfandbriefen, Schatzbriefen und wie sie alle heißen. Wählen können sie auch heute noch, nur Zinsen gibt es keine mehr. Im Gegenteil zahlen die Einleger in modernen Zeiten Zinsen dafür, dass sie ihr belastendes Geld nicht unterm Kopfkissen lagern müssen.

    Und das ist nicht die Schuld von Kryptowährungen. Oder sehe ich das falsch?

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      Wolfgang M.

      24. Juni 2019 18:08 at 18:08

      @Michael. Dieser Satz von Bundesbankchef Weidmann ist eindeutig der Sorge geschuldet, was bei einer Erosion der Bankengewinne für Folgen zu erwarten wären. Eine Krise der Finanzbranche ist nach wie vor das Damoklesschwert schlechthin. Der größte Einbruch der Wall Street und des MSCI World bei der Finanzkrise 2007/2008 mit minus 52 Prozent war nicht umsonst der größte „Melt Down“ seit dem Zweiten Weltkrieg. Es klingt nach den Erfahrungen des letzten Jahrzehnts extrem zynisch. Wenn die Banken kollabieren, bricht die Geldversorgung zusammen (Bankrun, keineVersorgung durch Geldautomaten etc.), die Wirtschaft ein. Nur 10 Prozent des Geldes ist überhaupt vorhanden, der Rest ist Buchgeld, auch Geldschöpfung genannt. Wie schnell war der Staat 2009 zur Stelle, um Banken zu rekapitalisieren. Ein Einbruch des Bankwesens, der Albtraum eines jeden Notenbankers, da könnte eine Kryptowährung kurzfristig auch nicht helfen.

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        Michael

        24. Juni 2019 21:22 at 21:22

        @Wolfgang M., und wieder einmal bin ich voll bei Ihnen. Von Kryptowährungen halte ich persönlich bisher ohnehin nicht allzu viel. Ich wollte eher ironisch zum Ausdruck bringen, dass wir keine Kryptowährung brauchen, um das Einlagengeschäft der Banken zu untergraben. Da reicht schon das kryptische Denken und Handeln einiger Notenbankchefs. Und gerade, weil nur 10% des Geldes tatsächlich existieren und der Rest Buchgeld, Geldschöpfung oder auch von so manchem märchenhafte Parallelwelt genannt wird, frage ich mich Folgendes:

        Wieso war es vor 20 Jahren möglich, dass all die ausgebildeten Profis aus der Finanzbranche Millionen, wenn nicht Milliarden von Menschen weltweit die Ersparnisse abknöpfen und verbrennen konnten, ohne dafür zu haften? Indem sie selbst auf die kruden Ideen und Versprechungen einiger pubertärer Dotcom-Studienabbrecher und auch -absolventen hereingefallen waren, Ihre eigene naive Ahnungslosigkeit im Wissen juristisch ausgetüftelter AGBs in telefonbuchdicken (ja, die gab es damals noch) Postulaten auf den Einleger abwälzten und bei all den Lumpereien selbst utopische Gewinne eingefahren hatten?

        Wieso war es 10 Jahre später trotz aller politischen Lippenbekenntnisse zum Schutze ahnungsloser und aufgebrachter Anleger gegen die möglicherweise nicht wirklich verständlich aufklärenden Finanzprofis erneut möglich, dass sich der ganze Wahnsinn auf dem Immobilien- und letztendlich Bankensektor wiederholen konnte?

        Und wieso stehen wir nun heute schon wieder vor einer Monsterblase, dieses Mal im Mix aus zumindest teilweise sehr fragwürdigen Aktien, Immobilien und maroden Banken? Wurden die Probleme dieses Jahrtausends noch nicht wirklich aufbereitet, analysiert und in Angriff genommen? Besteht vielleicht gar kein Interesse daran?

        Wäre es nicht vielleicht besser, die Generationen der ohnehin schon mehrfach betrogenen und schmerzgewohnten „Einleger“ noch ein drittes und letztes Mal auszurauben und danach endgültig Schluss mit der Willkür und subventionierten persönlichen Bereicherung der Finanz-Parallelwelt zu machen? Und danach die Menge des erträumten Geldes wieder an die Realitäten anzupassen?

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          Wolfgang M.

          25. Juni 2019 08:40 at 08:40

          @Michael. Guten Morgen. Jede Menge guter Gedankenansätze in Ihrem Kommentar. Das Grundproblem ist, dass die Politik mit ihrer De-Regulierung der Finanzbranche bereits vor der Jahrtausendwende ein Monster (Tool big to fail) herangezogen hat, welches nicht mehr ohne schmerzhafteste Konsequenzen zu bändigen ist. Bereits seit 20 Jahren erzähle ich meinem Umfeld, dass sich die Politik in der Hand der Banken befindet. Nach Schätzungen sind es rund 750 Milliarden Dollar jährlich!, die die globale Finanzbranche nur an der Vermögensverwaltung und am Wertpapierhandel verdient (Gebühren). Was für eine Lobby wird da im Hintergrund arbeiten, um z.B. im Kongress zu harte Regularien zu verhindern!
          Ergo: Man wird es so lange treiben, bis der Big Bang kommt und vorher verhindern, dass das goldene Kalb geschlachtet wird. Meine Sicht.
          Gruß

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    MMT -Ponzi

    25. Juni 2019 06:45 at 06:45

    @Michael, sehr guter Kommentar. Das Problem ist, dass sogar die alten Ponzi-Systeme , die eigentlich von jedem Normalbürger mit zwei Hirnzellen hätten durchschaut werden können, funktionierten.Jetzt wird es kryptisch u.viel komplizierter u.sogar gestandene Bankgrössen glauben nach anfänglicher Skepsis an die neuen Wunderwährungen.M.E sind diese neuen Kryptowährungen ein neues Spielfeld wo die grosse Masse
    anonym abkassiert werden kann.Jede Währung, die nicht mit Realwerten hinterlegt ist,ist Nichts wert.
    Haben wir schon ein Problem,dass die weltbesten Währungen ( Yen,Dollar, Euro ) bewusst abgewertet werden , kann man annehmen, dass mindestens Staaten dahinterstehen .
    Zurzeit haben die Notenbanken sämtliche Risikofaktoren ausser Betrieb gesetzt. Beim nächsten Bums wird soviel Scheinvermögen wie noch nie auf Null gesetzt.
    Einhörner, tausende bankrotte Firmen, Krypto – Vermögen, zu hoch verschuldete Immobilein, Schrott-Anleihen, Aktien inkl.Altersguthaben , Alles wird schneeballartig zusammenkrachen.Kein Wunder, dass die Notenbanken dieses Ereignis mit allen unverständlichen Mitteln hinauszögern wollen.

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      Chris

      25. Juni 2019 12:54 at 12:54

      Da ich mich schon etwas länger mit der Kryptowährungen beschäftige und ich auch ständig nach der Absicht bzw. dem Ursprung dieser neuen „Währungsform“ suche, hier mal meine Einschätzung:

      Ich glaube nicht dass irgendwelche unbekannten Nerds a la Satoshi Nakamoto die ersten Kryptowährungen im Keller geschaffen haben. Ich denke das eine ganz bestimmte Absicht dahinter steckt. Warum wurde z.B. von Ripple einer der besten Kryptographen von der NSA! abgezogen, nämlich David Schwartz?

      Grundsätzlich ist doch das heutige Fiatgeldsystem mit Dollar/Yen/Euro etc. im Endstadium. Die EZB druckt schon wie verrückt, die FED denkt auch wieder über Zinssenkung und QE nach und über die BoJ müssen wir gar nicht reden. Es gibt kein Zurück mehr aus der permanenten Entwertung unseres heutigen Geldes, anders können wir den Euroraum nicht vor dem Kollabieren durch Überschuldung überhaupt retten. Genauso ist es doch in den Dollarraum, Yuan, Yen, etc.

      Und von den Staaten wird hier überhaupt nichts gesteuert. Die FED ist eine private Institution und gehört, so sagt man, einem Konsortium von Wallstreet-Banken. Lustig das Mario ein ex Goldman-Banker war, oder nicht?

      Ich könnte mir nun folgendes vorstellen:
      Das Kryptogeld wurde von den Banken selbst erfunden, geschickt verpackt in die Geschichte von Satoshi Nakamoto, einem Unbekannten, damit eben niemand denkt es waren die Banken. Was bis dato nur Computernerds, Programmierer und Kriminelle verwenden, wird nun durch die Hochfinanz selbst mainstream gemacht. Warum gibt es nun große Funds wie Fidelity etc. die groß einsteigen, die Nasdaq, NYSE, Frankfurter Börse und Konsorten, welche auf einmal eigene Kryptoexchanges aufmachen? Da kann man doch eins und eins zusammen zählen.

      Worauf ich hinaus will? Bevor die großen Blase platzt sind die großen schon längst investiert, der unwissende Bürger merkt es erst wenn das jetzige Geldsystem durch drucken komplett entwertet ist und der sparende Deutsche mit seien 6 Billionen Euro an Sparvermögen und Lebensversicherungen sich gerade noch den Hintern abputzen kann.

      Ich glaube hier wird ganz bewusst ein neues System geschaffen…

      Chris

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        Columbo

        25. Juni 2019 14:21 at 14:21

        @Chris
        Interessante Sicht.
        „Bevor die großen Blase platzt sind die großen schon längst investiert“.
        Wo sind denn dann die Großen investiert, bei der Vielfalt an Kryptogeld? In Bitcoins, Libra oder was Neues? Da jeder sein eigenes Kryptosüppchen kocht, wird es schwierig ins richtige zu investieren.

  3. Avatar

    Chris

    25. Juni 2019 21:37 at 21:37

    @Columbo
    Wenn man das bloß wüsste! Und es stellt sich die Frage, ob man von einer Investition oder einer Spekulation reden sollte. Es gibt keine Bewertungskriterien wie bei Aktien oder Anleihen. Aber vielleicht sollte man ein Ohr dafür offen haben was der mainstream so von sich gibt. Und daher denke ich, dass die drei großen Player Bitcoin, Ethereum und XRP irgendwie in Zukunft eine Rolle spielen werden, reine „Spekulation“ ;-)

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Kryptowährungen: Wie Sie mit Yield Farming Ihre Gewinne steigern können!

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Die drei bekanntesten Kryptowährungen Bitcoin, Ripple und Ethereum

Schon seit einigen Jahren geistert das Schlagwort des Yield Farming in Zusammenhang mit Kryptowährungen umher. Doch was verbirgt sich hinter dem englischen Begriff? Wie können Sie Techniken des Yield Farming für sich selbst einsetzen, um Ihre Gewinne mit Kryptowährungen zu steigern? Und welche Risiken lauern?

Yield Farming beschreibt im Prinzip nur einige altbekannte Techniken, mit denen vor allem Profi-Anleger seit jeher die Rendite ihrer Portfolien steigern. Neu ist, dass manche dieser Techniken auch Kleinanlegern und Tradern zur Verfügung stehen. Eine dieser Techniken ist das Agieren als Liquiditätsprovider. Diese Rendite-Quelle steht bei Aktien und Devisen nur großen Banken zur Verfügung. Da die den Markt für Kryptowährungen jedoch jahrelang mieden und gleichzeitig immer neue Kryptobörsen aus dem Boden schossen, mussten sich die Börsen etwas anderes einfallen lassen, um Liquidität auf ihren Handelsplätzen sicherzustellen.

Yield Farming – Sie liefern Liquidität in Kryptowährungen und werden dafür bezahlt!

Liquidität ist essenziell für die Attraktivität einer Börse. Das wird jeder schon einmal am eigenen Leibe erlebt haben, der eine Kauf- oder Verkaufsorder für eine exotische Auslands-Aktie an einer deutschen Börse platzierte. Teilweise können Sie dabei wochenlang warten und bekommen immer noch keine Ausführung für ihre Order. Denn an deutschen Börsen gibt es für diese Aktien weder ausreichend Käufer noch Verkäufer, um einen reibungslosen Handelsablauf zu gewährleisten. Börsen können das Problem mittels Market Makern lösen. Das sind zum Beispiel Banken, die sich verpflichten, während der Handelszeiten Kauf- und Verkaufskurse für bestimmte Wertpapiere zu stellen und die Papiere auf eigenes Risiko anzukaufen und zu verkaufen. Diese Unternehmen nennt man auch Liquiditätsprovider – denn sie liefern der Börse und ihren Kunden Liquidität.

In Ermangelung großer Banken und Brokerhäuser, die sich mit dem noch neuen und kleinen Markt der Kryptowährungen auseinandersetzen wollten, boten manche Börsen für Kryptowährungen ihren eigenen Kunden an, Liquiditätsprovider zu werden. Da Privatkunden naturgemäß weder die Zeit noch das nötige Kapital haben, um rund um die Uhr An- und Verkaufskurse zu stellen und durch Transaktionen generiertes Risiko abzusichern, stellen die Kunden ihre Währungsbestände der Börse lediglich zur freien Verfügung, auf dass die Börse für den Kunden das Market Making übernimmt. Die Handelsplattform zahlt den Kunden für das leihweise Zurverfügungstellen der Währungsbestände ein kleines Entgelt.

Sie verleihen Kryptowährungen an Shortseller und verdienen dabei Zinsen!

Eine weitere Möglichkeit zur Einnahmengenerierung besteht darin, die eigenen Bestände Shortsellern auszuleihen, die auf fallende Kurse setzen wollen. Dafür verkaufen die Shortseller, ohne die verkaufte Kryptowährung tatsächlich zu besitzen. Da die verkauften Einheiten natürlich nach dem Kauf geliefert werden müssen, leihen sich die Shortseller die verkauften Währungseinheiten einfach aus. Die Hoffnung besteht darin, zu einem späteren Zeitpunkt günstiger zurückkaufen und das Leihgeschäft damit auflösen zu können. Für das Ausleihen erhalten die Leihgeber einen Zins. Je nach Angebot und Nachfrage kann der Zinssatz für diese Leihgeschäfte durchaus beträglich sein. Zwar keine Kryptowährung, aber immerhin Währung: Verleiher türkischer Lira bekamen zum Wochenanfang Leihzinsen von mehr als 1.000% pro Jahr, da das Angebot knapp, die Nachfrage aber groß war.

Zusammenfassend kann Yield Farming beschrieben werden als eine Methode, passiv zusätzliches Einkommen mit ohnehin vorhandenen Beständen an Kryptowährung zu erzielen. Der Gewinn der Einzeltransaktion ist zwar gering. Im Laufe der Zeit kann sich aber ein ansehnlicher Zusatzertrag ansammeln, ohne dass Sie dafür etwas tun müssten.

Natürlich ist auch dieser Zusatzertrag nicht ohne Risiken. Wer Kryptowährungen verleiht, geht das Risiko ein, dass der Entleiher die Einheiten nicht mehr zurückgeben kann. Zwar verlangen die Plattformen von den Entleihern Sicherheiten, und zwar in der Regel Sicherheiten, die den Wert der Leihe übersteigen. Doch im Prinzip verlagert sich das Problem damit nur vom Entleiher auf die Plattform. Sie müssen der Plattform vertrauen, dass diese die Geschäfte für Sie interessewahrend abwickelt. Angesichts der zahlreichen Betrügereien durch Krypto-Plattformen in der Vergangenheit, sollten Sie die Plattform genau untersuchen, bevor Sie Geld zur Verfügung stellen.

Und wer Kryptowährungen an Shortseller verleiht, sollte kurzfristig kein Verkaufsinteresse haben. Zwar ist der Einfluss eines jeden einzelnen Shortsellers auf den Kurs gering. Gerade in illiquiden Märkten kann das Fehlen von entleihbaren Einheiten jedoch den Unterschied machen zwischen explodierenden oder fallenden Kursen.

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Abzocke mit Krypto-Briefmarken und Krypto-Token

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Steht ein neuer Krypto-Hype an?

Die Post Österreichs legte im vergangenen Jahr die erste Krypto-Briefmarke auf, die binnen kürzester Zeit ausverkauft war und bei eBay für teils mehrere tausend Euro gehandelt wurde. Litauen legt nun nach und bringt das erste Krypto-Sammler-Token auf den Markt. Es ist anzunehmen, das auch dieses schnell ausverkauft sein wird. Langfristig jedoch dürften diese Produkte den Weg aller gehypten Pseudo-Sammelobjekte nehmen: den in die wertlose Bedeutungslosigkeit.

Post verknappte die Krypto-Briefmarken künstlich

Der Österreichischen Post genügte es nicht, eine Krypto-Briefmarke (Crypto Stamp) aufzulegen. Nein, um den Sammel-Hype weiter anzuheizen, wurde sie in fünf Teilauflagen gedruckt. Auf einem Teil jeder Marke befand sich ein Rubbelfeld. Legte man dieses Feld frei, fand man einen Zugangscode für eine Ethereum Wallet. In dieser Wallet befand sich eine geringe Menge Ether und als Token das Bild einer Briefmarke. In 1% aller Wallets befand sich das Bild einer roten Marke – diese wurden teils für einen fünfstelligen Betrag bei eBay gehandelt. Inzwischen hat sich der Preis für ein komplettes Set bestehend aus den fünf Farbenb bei unter 1.500 Euro eingependelt. Damit ist die rote Marke noch immer eine der teuersten Briefmarken Österreichs. Den Hype um die Marke nutzte die Post natürlich sofort, um nun regelmäßig Krypto-Briefmarken aufzulegen. Die zweite Markenserie ist bereits erschienen.

Es ist anzunehmen, dass dieses doch eher exotische Teilgebiet der Philatelie schon bald den gleichen Weg gehen wird wie alle zur Sammler-Abzocke aufgelegten Produkte. Die Deutsche Telekom schaffte es vor 25 Jahren erfolgreich und sehr schnell, durch immer neue, teurere und „seltenere“ Telefonkarten das junge Sammelgebiet im Nu zu zerstören. Die Österreichische Post wird das gleiche mit ihren Crypto Stamps erreichen.

Litauen bringt Krypto-Münze in Mini-Auflage heraus

Das hält die litauische Zentralbank nicht davon ab, es ihrerseits mit einem Sammelprodukt zu versuchen. Bis zum 23. Juli können sich interessierte Käufer für die ersten digitale „Sammlermünze“ registrieren. Insgesamt 4.000 Coins wollen die Litauer unters Volk bringen. Für „nur“ 99 Euro wird die LBCOIN angeboten, die weder offizielles Zahlungsmittel noch in den gewöhnlichen Zahlungsmittelumlauf gebracht werden soll. Es handelt sich um ein reines Sammlerprodukt in Form einer Plastikkarte im Kreditkartenformat. Natürlich sind es nicht 4.000 identische Coins. Nein, das wäre zu einfach und sammlerfreundlich.

Nicht weniger als 20 verschiedene Token werden es sein, wobei jede LBCOIN-Karte Zugang zu sechs zufällig gewählten Token bieten wird. Und um das ganze zu komplettieren, sind nicht alle Token gleich verteilt und es darf jede Person nur ein LBCOIN kaufen. Wer komplett sein will, muss also definitiv auf dem Zweitmarkt zukaufen. Die Anzahl der Token variiert pro Motiv von 1.000 bis 2.000 Stück. Es kann also maximal 1.000 komplette Sammlungen geben. Verkauft werden übrigens nur 3.800 Coins, der Rest wird an Würdenträger verschenkt. Als Goodie besteht die LBCOIN aus 36,36 Gramm 999er Silber mit einer Nominale von 19,18 Euro – die aber wie gesagt nicht als offizielles Zahlungsmittel anerkannt wird.

Nebenbei wirft die litauische Zentralbank auch gleich eines der oft propagierten Vorteile einer Kryptowährung über Bord: Die Anonymität. Um die LBCOIN kaufen zu dürfen, ist vorab eine Registrierung erforderlich, in deren Zuge auch eine Benutzeridentifikation wie bei der Eröffnung eines normalen Bankkontos durchgeführt wird. Die Zentralbank wird so bis in alle Ewigkeit nachvollziehen können, wer welche Token tauschte, kaufte oder verkaufte. Läuft der erste Versuch gut, was angesichts der Mini-Auflage zu erwarten ist, dürften in Zukunft von diversen Anbietern weitere Krypto-Münzen folgen. Und wie alle künstlich aufgeblasenen Sammelgebiete wird auch dieses ein relativ schnelles Ende finden, sobald die Sammler merken, dass sie mit immer neuen Ausgaben abgezockt werden sollen.

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Ethereum

Gold: Edelmetallhändler bietet goldgedeckte Ethereum-Token an

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Durch Gold gedeckte Ethereum-Token - Beispielbild für Kryptowährungen

Obwohl Edelmetalle und Kryptowährungen so viel gemeinsam haben wie Feuer und Wasser, gibt es viele Anleger, die beides im Portfolio halten. Als Absicherung gegen eine mögliche Inflation werden beide Anlage-Alternativen angesehen, wobei Kryptowährungen als reine Zahlenfolgen auf einem Display naturgemäß weniger Vertrauen hervorrufen als physisch vor einem liegende Münzen aus Gold und Barren. Kein Problem, dachte sich ein französischer Edelmetallanbieter und offeriert nun goldgedeckte Bankkonten und Ethereum-Token.

VeraOne ist über die Blockchain handelbares Gold

Um zu verstehen, was der Anbieter VeraOne uns da anbietet, müssen wir zunächst einen genaueren Blick auf Ethereum werfen. In der Ethereum-Blockchain können nicht nur Ether genannte Kryptowährungseinheiten gehandelt werden, sondern auch Token. Ein Token kann alles Mögliche sein. Was ein Token ist, definieren die Vertragspartner untereinander. Der Austausch der Token erfolgt dann über die Ethereum-Blockchain. VeraOne definiert ihren Token, ebenfalls VeraOne genannt, als Anteil an einer bestimmten Menge von physischem Gold, das sich in der Hand von VeraOne befindet.

VeraOne versucht dabei, sich bei möglichst vielen Zielgruppen beliebt zu machen. Die Kryptofans werden mit der tokenbasierten Austauschmöglichkeit über das Ethereum-Netzwerk angesprochen. Umweltbewussten potentiellen Kunden erklärt VeraOne, dass der Kauf der eigenen Tokens besonders ressourcensparend sei, da nur ein geringer Anteil des gekauften Goldes neu in Minen gewonnen werden müsse. Zudem sollen Kontrollen angeblich verhindern, dass Gold aus Konfliktregionen in den Tresoren eingelagert wird.
Auf Sicherheit bedachten Anlegern erklärt man, welche Kontrollmechanismen dafür sorgen sollen, dass tatsächlich ausreichend Gold in den Tresoren liegt, um die ausstehende Menge VeraOne-Tokens zu decken. Letztendlich läuft es jedoch darauf hinaus, dass die Tokenbesitzer VeraOne vertrauen müssen, dass das Gold auch tatsächlich verfügbar ist.

Was auf jeden Fall bleibt, ist die schnelle internationale Transfermöglichkeit der Gold-Token und die Möglichkeit, sie gegen andere auf der Ethereum-Blockchain gehandelte Tokens tauschen zu können. Übrigens gab es in der alten Welt schon einmal einen analogen Vorgänger des VeraOne, genannt US-Dollar. 35 US-Dollar sollten jederzeit bei der US-Zentralbank gegen eine Unze Gold getauscht werden dürfen. Das funktionierte solange, bis die US-Regierung entschied, doch lieber kein Gold mehr gegen die eigenen Token tauschen zu wollen. Daher mein Tipp: Wer Gold kaufen will, sollte das doch lieber in physischer Form tun und bei sich selbst aufbewahren. Und wer Kryptowährungen handeln will, sollte auch Kryptowährungen kaufen und kein Gold-Anteilsschein, der nur ein wenig auf Kryptowährung getrimmt wurde.

VeraCash lagert das Rohstoffpreis-Risiko auf den Bankkunden aus

Neben VeraOne wird auch noch VeraCash angeboten, in das VeraOne eingebunden wird. Dabei handelt es sich um ein Online-Konto mit Debit-Karte, dessen Kontoguthaben auf Nutzerwunsch in Gold, Silber und Diamanten angelegt wird. Dabei handelt es sich dann jedoch um keine Golddeckung, sondern um Preisschwankungen unterliegende Edelmetall- bzw. Diamanten-Anlagen. Steigt der Preis, steigt auch der Kontowert in nationaler Währung. Sinkt der Preis, sinkt jedoch auch das Kontoguthaben in nationaler Währung. Bei einer Golddeckung würden 1.000 Euro auf dem Konto immer 1.000 Euro bleiben und im Hintergrund Gold im Wert von 1.000 Euro gehalten. Bei VeraCash ist jedoch Gold, bzw. Silber oder Diamanten, selbst das Kontoguthaben.

Der Clou dabei ist, dass mit der ausgegebenen Mastercard ganz normal über das Kontoguthaben verfügt werden kann und VeraCash im Hintergrund vollautomatisch die benötigte Menge Edelmetalle bzw. Diamanten verkauft, um die Zahlung in nationaler Währung abzuwickeln.

Angesichts der in Europa vorherrschenden Negativzinsen für Kontoguthaben und der Tatsache, dass die Muttergesellschaft AuCoffre Group als Edelmetallhändler die Wertsachen vermutlich ohnehin im Tresor haben muss, ist das für die Bank eine elegante Möglichkeit, Negativzinsen für Kontoguthaben zu umgehen und Lagerbestände durch Bankkunden vorfinanzieren zu lassen. Ich persönlich halte es für keine gute Idee, das eigene Bankkonto in Edelmetallen zu führen, wenn alle alltäglichen Zahlungen in nationaler Währung abgewickelt werden müssen. Ein Crash beim Preis für Gold kann schneller geschehen, als einem lieb ist (hier die jüngsten Kursentwicklungen) und dann ist am Ende nicht mehr genügend Geld auf dem Konto, um die Miete zu bezahlen. Geldanlage und Geld für alltägliche Zahlungen sollte voneinander getrennt werden.

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