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Krypto-Währungen

Libra: Facebooks Kryptowährung ruft Notenbanker und Regulierer auf den Plan

Libra, die neue Kryptowährung des Social Media-Giganten Facebook, wird die Notenbanken auf den Plan rufen..

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Es ist derzeit Thema in allen Medien, weil es auch eine kleine Disruption für die Finanzwelt bedeuten würde, speziell im Bankwesen. FMW hatte es schon vorausgesehen. Libra, die neue Kryptowährung des Social Media-Giganten Facebook, wird die Notenbanken auf den Plan rufen. Prompt gab es die ersten Krisensitzungen.

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Libra: Facebooks Pläne für eine eigene Kryptowährung

 

Schon 2020 soll es soweit sein. Für seine Riesenanzahl von Nutzern, die täglich inzwischen weit über eine Milliarde Menschen zählt, will Facebook eine eigene Kryptowährung mit dem Namen Libra an den Start bringen, um in den weltweiten Zahlungsverkehr einzusteigen. Diese Cyberdevise soll es allen Nutzern des Netzwerks ermöglichen, untereinander Geld zu versenden und Waren von Unternehmen zu erwerben. Für Facebook ein gewaltiger Schub und für die Branche ein ebenso gewaltiger Schock.

Als erstes meldete sich die Bank of England zu Wort: „Die Bank von England, die Fed, alle großen Zentralbanken und Aufseher müssten dieses Projekt des sozialen Netzwerks kontrollieren“, sagte der Chef der Bank von England, Mark Carney, dem Sender BBC. Auch Bundesbankchef Jens Weidmann warnte vor den Risiken solcher Cyberdevisen und er hält eine Form der weltweiten Regulierung für erforderlich. Er betonte dabei die Gefahren für die Verbraucher, insbesondere in der Frage, wie der Wert von Stablecoins garantiert werden kann. Als Notenbanker geht es ihm natürlich auch um das eigene Geschäft: „Die Kryptowährung könnte das Einlagengeschäft der Banken und ihre Geschäftsmodelle untergraben“, so der Notenbankchef.

 

Der organisierte Widerstand

Plötzlich eilt es. Noch am vergangenen Freitag wollte die Financial Action Task Force (FATF), ein weltweites Gremium zur Bekämpfung und Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, Maßnahmen für eine stärkere Überwachung von Kryptowährungen vorstellen. Dabei sind aktuell schon 35 Länder Mitglied in dieser Organisation, die den 300 Milliarden Dollar umfassenden Bereich stärker regulieren will.

Die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten hat zudem eine Arbeitsgruppe zu dem Thema eingesetzt. Geleitet von EZB-Direktor Benoît Cœuré, denn Frankreich hat derzeit den Vorsitz in der G7-Staatengruppe. Die G7-Finanzminister und Notenbank-Gouverneure wollen am 17. Juli in Chantilly zusammenkommen. Auch die USA selbst sind auf den Plan gerufen.

Der Banken-Ausschuss des US-Senats setzte für den 16. Juli eine Anhörung dazu an.

 

Mark Zuckerberg will Libra als Zahlungsmittel durchsetzen

Mark Zuckerberg. Foto: Anthony Quintano from Honolulu, HI, United States – Mark Zuckerberg F8 2018 Keynote CC BY 2.0

 

Fazit

Die Notenbanken und das gesamte Bankwesen mit seiner gigantischen Lobby werden sich vermutlich mit allen Kräften gegen die Offensive von Facebook wehren. Das Totschlagargument gegen Libra dürfte wieder einmal der Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sein. Ein anderer Grund ist natürlich die Bedeutung der Geldbranche für die Wall Street. In den vergangenen Jahren stammten bis zu einem Viertel der Gewinne aus den Einnahmen der Finanzbranche – bei der Dimension des Wertpapierhandels in den USA wird man sich schon zu wehren wissen. Der Kampf ist eröffnet.

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Michael

    24. Juni 2019 15:04 at 15:04

    „Die Kryptowährung könnte das Einlagengeschäft der Banken und ihre Geschäftsmodelle untergraben“, so der Notenbankchef. Wenn es nicht so traurig wäre, müsste ich über diese Aussage herzlich lachen.

    Früher einmal hatten Einleger die Möglichkeit, ihr Geld verzinslich anzulegen. Hierfür konnten sie wählen zwischen einem Sparkonto, kurz- bis mittelfristigen Geldanlagen (Termineinlagen), Sparbriefen, Pfandbriefen, Schatzbriefen und wie sie alle heißen. Wählen können sie auch heute noch, nur Zinsen gibt es keine mehr. Im Gegenteil zahlen die Einleger in modernen Zeiten Zinsen dafür, dass sie ihr belastendes Geld nicht unterm Kopfkissen lagern müssen.

    Und das ist nicht die Schuld von Kryptowährungen. Oder sehe ich das falsch?

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      Wolfgang M.

      24. Juni 2019 18:08 at 18:08

      @Michael. Dieser Satz von Bundesbankchef Weidmann ist eindeutig der Sorge geschuldet, was bei einer Erosion der Bankengewinne für Folgen zu erwarten wären. Eine Krise der Finanzbranche ist nach wie vor das Damoklesschwert schlechthin. Der größte Einbruch der Wall Street und des MSCI World bei der Finanzkrise 2007/2008 mit minus 52 Prozent war nicht umsonst der größte „Melt Down“ seit dem Zweiten Weltkrieg. Es klingt nach den Erfahrungen des letzten Jahrzehnts extrem zynisch. Wenn die Banken kollabieren, bricht die Geldversorgung zusammen (Bankrun, keineVersorgung durch Geldautomaten etc.), die Wirtschaft ein. Nur 10 Prozent des Geldes ist überhaupt vorhanden, der Rest ist Buchgeld, auch Geldschöpfung genannt. Wie schnell war der Staat 2009 zur Stelle, um Banken zu rekapitalisieren. Ein Einbruch des Bankwesens, der Albtraum eines jeden Notenbankers, da könnte eine Kryptowährung kurzfristig auch nicht helfen.

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        Michael

        24. Juni 2019 21:22 at 21:22

        @Wolfgang M., und wieder einmal bin ich voll bei Ihnen. Von Kryptowährungen halte ich persönlich bisher ohnehin nicht allzu viel. Ich wollte eher ironisch zum Ausdruck bringen, dass wir keine Kryptowährung brauchen, um das Einlagengeschäft der Banken zu untergraben. Da reicht schon das kryptische Denken und Handeln einiger Notenbankchefs. Und gerade, weil nur 10% des Geldes tatsächlich existieren und der Rest Buchgeld, Geldschöpfung oder auch von so manchem märchenhafte Parallelwelt genannt wird, frage ich mich Folgendes:

        Wieso war es vor 20 Jahren möglich, dass all die ausgebildeten Profis aus der Finanzbranche Millionen, wenn nicht Milliarden von Menschen weltweit die Ersparnisse abknöpfen und verbrennen konnten, ohne dafür zu haften? Indem sie selbst auf die kruden Ideen und Versprechungen einiger pubertärer Dotcom-Studienabbrecher und auch -absolventen hereingefallen waren, Ihre eigene naive Ahnungslosigkeit im Wissen juristisch ausgetüftelter AGBs in telefonbuchdicken (ja, die gab es damals noch) Postulaten auf den Einleger abwälzten und bei all den Lumpereien selbst utopische Gewinne eingefahren hatten?

        Wieso war es 10 Jahre später trotz aller politischen Lippenbekenntnisse zum Schutze ahnungsloser und aufgebrachter Anleger gegen die möglicherweise nicht wirklich verständlich aufklärenden Finanzprofis erneut möglich, dass sich der ganze Wahnsinn auf dem Immobilien- und letztendlich Bankensektor wiederholen konnte?

        Und wieso stehen wir nun heute schon wieder vor einer Monsterblase, dieses Mal im Mix aus zumindest teilweise sehr fragwürdigen Aktien, Immobilien und maroden Banken? Wurden die Probleme dieses Jahrtausends noch nicht wirklich aufbereitet, analysiert und in Angriff genommen? Besteht vielleicht gar kein Interesse daran?

        Wäre es nicht vielleicht besser, die Generationen der ohnehin schon mehrfach betrogenen und schmerzgewohnten „Einleger“ noch ein drittes und letztes Mal auszurauben und danach endgültig Schluss mit der Willkür und subventionierten persönlichen Bereicherung der Finanz-Parallelwelt zu machen? Und danach die Menge des erträumten Geldes wieder an die Realitäten anzupassen?

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          Wolfgang M.

          25. Juni 2019 08:40 at 08:40

          @Michael. Guten Morgen. Jede Menge guter Gedankenansätze in Ihrem Kommentar. Das Grundproblem ist, dass die Politik mit ihrer De-Regulierung der Finanzbranche bereits vor der Jahrtausendwende ein Monster (Tool big to fail) herangezogen hat, welches nicht mehr ohne schmerzhafteste Konsequenzen zu bändigen ist. Bereits seit 20 Jahren erzähle ich meinem Umfeld, dass sich die Politik in der Hand der Banken befindet. Nach Schätzungen sind es rund 750 Milliarden Dollar jährlich!, die die globale Finanzbranche nur an der Vermögensverwaltung und am Wertpapierhandel verdient (Gebühren). Was für eine Lobby wird da im Hintergrund arbeiten, um z.B. im Kongress zu harte Regularien zu verhindern!
          Ergo: Man wird es so lange treiben, bis der Big Bang kommt und vorher verhindern, dass das goldene Kalb geschlachtet wird. Meine Sicht.
          Gruß

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    MMT -Ponzi

    25. Juni 2019 06:45 at 06:45

    @Michael, sehr guter Kommentar. Das Problem ist, dass sogar die alten Ponzi-Systeme , die eigentlich von jedem Normalbürger mit zwei Hirnzellen hätten durchschaut werden können, funktionierten.Jetzt wird es kryptisch u.viel komplizierter u.sogar gestandene Bankgrössen glauben nach anfänglicher Skepsis an die neuen Wunderwährungen.M.E sind diese neuen Kryptowährungen ein neues Spielfeld wo die grosse Masse
    anonym abkassiert werden kann.Jede Währung, die nicht mit Realwerten hinterlegt ist,ist Nichts wert.
    Haben wir schon ein Problem,dass die weltbesten Währungen ( Yen,Dollar, Euro ) bewusst abgewertet werden , kann man annehmen, dass mindestens Staaten dahinterstehen .
    Zurzeit haben die Notenbanken sämtliche Risikofaktoren ausser Betrieb gesetzt. Beim nächsten Bums wird soviel Scheinvermögen wie noch nie auf Null gesetzt.
    Einhörner, tausende bankrotte Firmen, Krypto – Vermögen, zu hoch verschuldete Immobilein, Schrott-Anleihen, Aktien inkl.Altersguthaben , Alles wird schneeballartig zusammenkrachen.Kein Wunder, dass die Notenbanken dieses Ereignis mit allen unverständlichen Mitteln hinauszögern wollen.

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      Chris

      25. Juni 2019 12:54 at 12:54

      Da ich mich schon etwas länger mit der Kryptowährungen beschäftige und ich auch ständig nach der Absicht bzw. dem Ursprung dieser neuen „Währungsform“ suche, hier mal meine Einschätzung:

      Ich glaube nicht dass irgendwelche unbekannten Nerds a la Satoshi Nakamoto die ersten Kryptowährungen im Keller geschaffen haben. Ich denke das eine ganz bestimmte Absicht dahinter steckt. Warum wurde z.B. von Ripple einer der besten Kryptographen von der NSA! abgezogen, nämlich David Schwartz?

      Grundsätzlich ist doch das heutige Fiatgeldsystem mit Dollar/Yen/Euro etc. im Endstadium. Die EZB druckt schon wie verrückt, die FED denkt auch wieder über Zinssenkung und QE nach und über die BoJ müssen wir gar nicht reden. Es gibt kein Zurück mehr aus der permanenten Entwertung unseres heutigen Geldes, anders können wir den Euroraum nicht vor dem Kollabieren durch Überschuldung überhaupt retten. Genauso ist es doch in den Dollarraum, Yuan, Yen, etc.

      Und von den Staaten wird hier überhaupt nichts gesteuert. Die FED ist eine private Institution und gehört, so sagt man, einem Konsortium von Wallstreet-Banken. Lustig das Mario ein ex Goldman-Banker war, oder nicht?

      Ich könnte mir nun folgendes vorstellen:
      Das Kryptogeld wurde von den Banken selbst erfunden, geschickt verpackt in die Geschichte von Satoshi Nakamoto, einem Unbekannten, damit eben niemand denkt es waren die Banken. Was bis dato nur Computernerds, Programmierer und Kriminelle verwenden, wird nun durch die Hochfinanz selbst mainstream gemacht. Warum gibt es nun große Funds wie Fidelity etc. die groß einsteigen, die Nasdaq, NYSE, Frankfurter Börse und Konsorten, welche auf einmal eigene Kryptoexchanges aufmachen? Da kann man doch eins und eins zusammen zählen.

      Worauf ich hinaus will? Bevor die großen Blase platzt sind die großen schon längst investiert, der unwissende Bürger merkt es erst wenn das jetzige Geldsystem durch drucken komplett entwertet ist und der sparende Deutsche mit seien 6 Billionen Euro an Sparvermögen und Lebensversicherungen sich gerade noch den Hintern abputzen kann.

      Ich glaube hier wird ganz bewusst ein neues System geschaffen…

      Chris

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        Columbo

        25. Juni 2019 14:21 at 14:21

        @Chris
        Interessante Sicht.
        „Bevor die großen Blase platzt sind die großen schon längst investiert“.
        Wo sind denn dann die Großen investiert, bei der Vielfalt an Kryptogeld? In Bitcoins, Libra oder was Neues? Da jeder sein eigenes Kryptosüppchen kocht, wird es schwierig ins richtige zu investieren.

  3. Avatar

    Chris

    25. Juni 2019 21:37 at 21:37

    @Columbo
    Wenn man das bloß wüsste! Und es stellt sich die Frage, ob man von einer Investition oder einer Spekulation reden sollte. Es gibt keine Bewertungskriterien wie bei Aktien oder Anleihen. Aber vielleicht sollte man ein Ohr dafür offen haben was der mainstream so von sich gibt. Und daher denke ich, dass die drei großen Player Bitcoin, Ethereum und XRP irgendwie in Zukunft eine Rolle spielen werden, reine „Spekulation“ 😉

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Devisen

Libra: Gefahr für Euro und US-Dollar durch Blockchain-Währung

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Libra als Gefahr für die normalen Papiergeldwährungen?

Die geplante Währung Libra des Social Media Giganten Facebook wird oft als Kryptowährung bezeichnet. Nach Facebooks Ankündigung sahen viele Facebooks neues Tool bereits als den Durchbruch für das zuweilen schwierig zu erklärende Produkt „Kryptowährung“. Politiker, Konkurrenten und Aufsichtsbehörden üben sich bereits in Empörung ob Facebooks Vorstoß. US-Politiker drohten Visa und Mastercard, die zu den Gründungsmitgliedern des Libra-Aufsichtsgremiums zählten, Konsequenzen für ihr Kerngeschäft an. Der französische Finanzminister will Libra gleich ganz verbieten. Meiner Ansicht nach ist die Aufregung unbegründet.

Libra nutzt eine Blockchain, hat mit Bitcoin und Co. aber wenig zu tun

Beginnen wir damit, was Libra nicht ist: Es ist keine von einzelnen Personen oder Institutionen unabhängige Kryptowährung wie zum Beispiel Bitcoin. Facebook will lediglich die bei Kryptowährungen verwendete Blockchain-Technologie einsetzen, die Blockchain aber unter eigener Kontrolle behalten. Ausschließlich Mitglieder der Libra Association können neue Blöcke an die Blockchain anhängen. Es wird auch keinen Miningprozess zur Erzeugung neuer Geldeinheiten geben. Vielmehr wird der Wert dieser neuen „Währung“ an den Wert eines Korbes bestehend aus verschiedenen nationalen Währungen gekoppelt. Um diese Kopplung aufrecht zu erhalten, muss Facebook bzw. die Libra Association also permanent die Geldmenge steuern. Sind zu viele Libra im Umlauf und der Wert droht zu sinken, müssten Libra im Tausch gegen nationale Währungen zurückgekauft werden. Ist die Nachfrage nach Libra größer als das Angebot, würde Libra gegenüber dem Währungskorb aufwerten. Verhindert werden kann das nur durch die Erschaffung und den Verkauf zusätzlicher Währungseinheiten.

Private Unternehmenswährungen gibt es schon lange

Im Grunde genommen ist Libra also ein privat verwaltetes Derivat nationaler Währungen. Es ist eine von Unternehmen herausgegebene Komplementärwährung. Davon gibt es bereits viele. Payback-Punkte oder Guthaben auf Starbucks-Kundenkarten sind genauso private Komplementärwährungen. Payback-Punkte können zum Bezahlen von Einkäufen bei vielen verschiedenen Partnern eingesetzt werden. Auch mit American Express Membership Rewards Punkten, einer weiteren Komplementärwährung, kann ich meine mit der Kreditkarte getätigten Einkäufe bezahlen. Alle drei Beispiele sind genauso wie Libra fest an nationale Währungen gekoppelt. Doch warum gibt es keinen Aufschrei ob dieser Währungen, sehr wohl aber weltweite Versuche, Facebooks neue „Währung“ schon im Keim zu ersticken?

Im Vergleich zu gängigen Kryptowährungen sind die Unternehmenswährungen „Starbucks Card“ und „Membership Rewards Punkte“ durchaus große Marktteilnehmer. Allein auf US-amerikanischen Kundenkarten von Starbucks lagen Ende September 1.269 Millionen US-Dollar. Und American Express gab in den ersten neun Monaten des Jahres 7.717 Millionen US-Dollar für eingelöste Membership Rewards aus. Das Gesamtguthaben der Kunden weist American Express nicht aus, es dürfte jedoch deutlich über den in neun Monaten ausgegebenen 7,7 Milliarden US-Dollar liegen. Nehmen wir die 1,269 und 7,7 Milliarden US-Dollar von Starbucks und American Express „Währungen“ als Marktkapitalisierung an, so lägen beide Währungen auf Platz 4 und Starbucks auf Platz 11 der Kryptowährungen. Widerstand rufen beide Währungen bei Politikern und Regulierern jedoch nicht hervor.

Politiker haben Angst vor Libra, weil es Milliarden potentielle Benutzer gibt

Liegt es daran, dass Starbucks und American Express ihre Währungen im Gegensatz zu Facebook Libra nicht als Kryptowährung bezeichnen lassen? Liegt es an der fehlenden Blockchain? Wohl kaum. Wahrscheinlicher ist, dass der Widerstand gegen Libra deshalb so groß ist, weil die Währung von Facebook kommt. Facebook hat rund 1,6 Milliarden täglich und 2,5 Milliarden wenigstens monatlich aktive Nutzer (hier die aktuellsten Daten im Detail). Und all diese Nutzer könnten Libra theoretisch als Währung einsetzen. Dagegen sind die Unternehmenswährungen anderer Unternehmen kleine Lichter mit nur einigen Dutzend Millionen Nutzern. Libra hätte also erstmals das Zeug dazu, in Konkurrenz zu staatlichen Währungen zu treten. Zwar soll sie an einen Währungskorb bestehend aus staatlichen Währungen gekoppelt werden. Doch einmal ernsthaft: Würden die Nutzer es merken, wenn Facebook diese Währungskopplung irgendwann einfach stillschweigend verringert oder aufgibt? Wohl kaum. Genauso wie Nutzer schon heute AGB-Änderungen von 50 Seiten Umfang mit einem Fingertippen akzeptieren, würden sie das auch im Falle einer aufgegebenen Währungsdeckung von Libra tun.

Und wenn das geschähe, hätte Facebook eine weltweit genutzte, von staatlichen Stellen unabhängige Währung in der Hand, die sich vielleicht sogar noch wertstabiler zeigt als nationale Währungen. Dass Staaten und Politiker Angst vor Facebooks neuer Erfindung haben, hängt also weniger mit Kryptowährung oder Blockchain zusammen, sondern vielmehr damit, dass Facebook qua seiner schieren Größe und Marktmacht erstmals in der Lage wäre, Euro, US-Dollar und Renminbi Konkurrenz zu machen.

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Gold/Silber

Gold: Über die Betrugsmasche mit den Stable-Coins

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Angeblich Gold in Verbindung mit einem Digi Coin?

Ein neuer potenzieller Anlagebetrug erschüttert den Goldmarkt. Die Kombination aus Kryptowährung und Gold sollte die Anleger reich machen. Doch nun droht der Traum vom digitalen Edelmetall als Albtraum in Form eines Pyramidensystems zu enden.

Gold meets Crypto

Der im Jahr 2011 als Goldhändler gestartete ehemalige Staubsaugerverkäufer Harald Seiz aus Calw bei Stuttgart entdeckt im Jahr 2017 die magische Verbindung zwischen Kryptowährungen und Gold als Vertriebsmasche. Bis dahin hatte er bereits über seine Vertriebsfirma Karatbars überteuerte Goldprodukte über ein mehrstufiges Provisionsmodell (Multi-Level-Marketing) an Endkunden verkaufen lassen. Doch das Geschäft mit dem digitalen Gold versprach noch höhere Margen, da die Kunden anstatt Gold nur elektronische Token erhielten, die angeblich mit physischem Gold hinterlegt waren. Solche Digitalwährungen heißen „Stable-Coins“ da ihr Wert nicht ausschließlich durch hohe spekulative Angebots- und Nachfrageschwankungen beeinflusst wird, sondern zusätzlich an einen Ankerwert, z. B. den Preis für eine Unze Gold, ein Fass Öl oder einen US-Dollar gekoppelt ist. Harald Seiz nutzte den Hype um Kryptowährungen, um die Kunden von unrealistischen Kursgewinnen träumen zu lassen und bei den Preisen für das Gold nicht so genau hinzuschauen.

So konnten er und seine Vertriebsmannschaft zweistellige Provisionen realisieren und ein regelrechtes Pyramidensystem aufbauen, das neudeutsch auch als Multi-Level-Marketing-System verniedlicht wird. Fakt ist, dass bei solchen Systemen jedes Level der Marketing-Pyramide ein Stück vom Kuchen abhaben möchten, was im Falle des extrem margenschwachen Goldhandels schlicht unrealistisch ist. Die durchschnittliche Handelsmarge im Goldgeschäft liegt bei ca. 3 Prozent und lässt damit eigentlich kein Multi-Level-Marketing zu. Es sei denn, die Preise sind extrem überteuert oder es liegt eine Betrugsmasche vor.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Im besten Fall handelt es sich um ein überteuertes, zentralisiertes Goldlagerprogramm, bei dem das Lagerzertifikat statt aus Papier aus einem digitalen Token besteht. Wie schon so oft betont, sollte man Gold, wenn möglich, im direkten Zugriffsbereich aufbewahren. Ein Kontrahentenrisiko sollte bei dem ultimativen Vermögensschutzwert Gold ausgeschlossen werden. In diesem Fall könnte genau dieses Kontrahentenrisiko noch zum Problem werden. Vermutlich ist die angeblich goldgedeckte Digitalwährung des Herrn Seiz namens KratGoldCoin (KGC) nämlich gar nicht in dem Maße goldgedeckt, wie es gegenüber den Investoren suggeriert wurde. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat daher ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugs gegen Herrn Seiz eröffnet und untersucht die Tresore.

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Bitcoin

Derivate auf Kryptowährungen: BaFin befragt Anbieter und Kunden – wollen Sie mitmachen?

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Optionsscheine, Zertifikate, CFDs auf Kryptowährungen. Was ist da los, wie viel Angebot gibt es, welche Art von Regulierung ist notwendig, was sind die Gefahren bei Derivaten auf Kryptowährungen, wie sehen die Entwicklungstendenzen des Marktes aus? Diese und andere Fragen stellt sich die BaFin derzeit (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht). Und um Näheres herauszufinden, führt sie von heute an bis zum 13. Dezember eine Umfrage durch bei Anbietern (CFD-Broker, Banken als Zertifikate-Emittenten), Verbraucherschutzverbänden und Kunden. Wollen Sie mitmachen? Die BaFin hat also offenkundig aufsichtsrechtlich noch gar keinen richtigen Überblick in dem Bereich, und will wohl einen grundsätzlichen Einblick in die Kryptobranche bekommen. Hier einige Aussagen von der BaFin im Wortlaut:

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) führt im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags zum kollektiven Verbraucherschutz eine Marktbefragung zu Derivaten mit Krypto-Assets als Basiswert durch, um Erkenntnisse hinsichtlich des Marktes von Derivaten auf Krypto-Assets und deren Risikoeinschätzung zu erlangen. Die BaFin ist nach § 4 Abs. 1a Finanzdienstleistungsaufsichtsgesetz (FinDAG) dem Schutz von kollektiven Verbraucherinteressen verpflichtet. Vor diesem Hintergrund beobachtet und analysiert die BaFin das Marktgeschehen im Hinblick auf mögliche verbraucherschutzrelevante Sachverhalte. Ziel dieser Marktbefragung ist es, ein detaillierteres Bild über den Markt von Derivaten mit Krypto-Assets als Basiswert und deren mögliche Risiken zu erhalten. Zu diesem Zweck wird die BaFin alle eingehenden Antworten zu den nachfolgenden Fragen auswerten.

Aber einen gewissen Einblick in die Branche scheint die BaFin ja doch bereits zu haben? Man siehe hier als Auszug aus der aktuellen Veröffentlichung zur Umfrage, die sie an dieser Stelle in voller Länge einsehen können.

BaFin über Derivate und Kryptowährungen

In der Internet-Neuzeit wäre es eigentlich angebracht ein Online-Portal anzubieten, wo man zum Beispiel Kästchen anklicken kann oder auf Formular-Feldern Kommentare eintragen kann. Aber gut, es gibt Schlimmeres. Teilnehmen an der Umfrage kann wirklich jeder Mann und jede Frau. Entweder per email an:

MarktbefragungVBS@bafin.de

oder per Post an:

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
Referat VBS 7
Marie-Curie-Straße 24-28
60439 Frankfurt am Main

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