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Krypto-Währungen

Libra: Facebooks Kryptowährung ruft Notenbanker und Regulierer auf den Plan

Libra, die neue Kryptowährung des Social Media-Giganten Facebook, wird die Notenbanken auf den Plan rufen..

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Es ist derzeit Thema in allen Medien, weil es auch eine kleine Disruption für die Finanzwelt bedeuten würde, speziell im Bankwesen. FMW hatte es schon vorausgesehen. Libra, die neue Kryptowährung des Social Media-Giganten Facebook, wird die Notenbanken auf den Plan rufen. Prompt gab es die ersten Krisensitzungen.

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Libra: Facebooks Pläne für eine eigene Kryptowährung

 

Schon 2020 soll es soweit sein. Für seine Riesenanzahl von Nutzern, die täglich inzwischen weit über eine Milliarde Menschen zählt, will Facebook eine eigene Kryptowährung mit dem Namen Libra an den Start bringen, um in den weltweiten Zahlungsverkehr einzusteigen. Diese Cyberdevise soll es allen Nutzern des Netzwerks ermöglichen, untereinander Geld zu versenden und Waren von Unternehmen zu erwerben. Für Facebook ein gewaltiger Schub und für die Branche ein ebenso gewaltiger Schock.

Als erstes meldete sich die Bank of England zu Wort: „Die Bank von England, die Fed, alle großen Zentralbanken und Aufseher müssten dieses Projekt des sozialen Netzwerks kontrollieren“, sagte der Chef der Bank von England, Mark Carney, dem Sender BBC. Auch Bundesbankchef Jens Weidmann warnte vor den Risiken solcher Cyberdevisen und er hält eine Form der weltweiten Regulierung für erforderlich. Er betonte dabei die Gefahren für die Verbraucher, insbesondere in der Frage, wie der Wert von Stablecoins garantiert werden kann. Als Notenbanker geht es ihm natürlich auch um das eigene Geschäft: „Die Kryptowährung könnte das Einlagengeschäft der Banken und ihre Geschäftsmodelle untergraben“, so der Notenbankchef.

 

Der organisierte Widerstand

Plötzlich eilt es. Noch am vergangenen Freitag wollte die Financial Action Task Force (FATF), ein weltweites Gremium zur Bekämpfung und Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, Maßnahmen für eine stärkere Überwachung von Kryptowährungen vorstellen. Dabei sind aktuell schon 35 Länder Mitglied in dieser Organisation, die den 300 Milliarden Dollar umfassenden Bereich stärker regulieren will.

Die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten hat zudem eine Arbeitsgruppe zu dem Thema eingesetzt. Geleitet von EZB-Direktor Benoît Cœuré, denn Frankreich hat derzeit den Vorsitz in der G7-Staatengruppe. Die G7-Finanzminister und Notenbank-Gouverneure wollen am 17. Juli in Chantilly zusammenkommen. Auch die USA selbst sind auf den Plan gerufen.

Der Banken-Ausschuss des US-Senats setzte für den 16. Juli eine Anhörung dazu an.

 

Mark Zuckerberg will Libra als Zahlungsmittel durchsetzen

Mark Zuckerberg. Foto: Anthony Quintano from Honolulu, HI, United States – Mark Zuckerberg F8 2018 Keynote CC BY 2.0

 

Fazit

Die Notenbanken und das gesamte Bankwesen mit seiner gigantischen Lobby werden sich vermutlich mit allen Kräften gegen die Offensive von Facebook wehren. Das Totschlagargument gegen Libra dürfte wieder einmal der Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sein. Ein anderer Grund ist natürlich die Bedeutung der Geldbranche für die Wall Street. In den vergangenen Jahren stammten bis zu einem Viertel der Gewinne aus den Einnahmen der Finanzbranche – bei der Dimension des Wertpapierhandels in den USA wird man sich schon zu wehren wissen. Der Kampf ist eröffnet.

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Michael

    24. Juni 2019 15:04 at 15:04

    „Die Kryptowährung könnte das Einlagengeschäft der Banken und ihre Geschäftsmodelle untergraben“, so der Notenbankchef. Wenn es nicht so traurig wäre, müsste ich über diese Aussage herzlich lachen.

    Früher einmal hatten Einleger die Möglichkeit, ihr Geld verzinslich anzulegen. Hierfür konnten sie wählen zwischen einem Sparkonto, kurz- bis mittelfristigen Geldanlagen (Termineinlagen), Sparbriefen, Pfandbriefen, Schatzbriefen und wie sie alle heißen. Wählen können sie auch heute noch, nur Zinsen gibt es keine mehr. Im Gegenteil zahlen die Einleger in modernen Zeiten Zinsen dafür, dass sie ihr belastendes Geld nicht unterm Kopfkissen lagern müssen.

    Und das ist nicht die Schuld von Kryptowährungen. Oder sehe ich das falsch?

    • Avatar

      Wolfgang M.

      24. Juni 2019 18:08 at 18:08

      @Michael. Dieser Satz von Bundesbankchef Weidmann ist eindeutig der Sorge geschuldet, was bei einer Erosion der Bankengewinne für Folgen zu erwarten wären. Eine Krise der Finanzbranche ist nach wie vor das Damoklesschwert schlechthin. Der größte Einbruch der Wall Street und des MSCI World bei der Finanzkrise 2007/2008 mit minus 52 Prozent war nicht umsonst der größte „Melt Down“ seit dem Zweiten Weltkrieg. Es klingt nach den Erfahrungen des letzten Jahrzehnts extrem zynisch. Wenn die Banken kollabieren, bricht die Geldversorgung zusammen (Bankrun, keineVersorgung durch Geldautomaten etc.), die Wirtschaft ein. Nur 10 Prozent des Geldes ist überhaupt vorhanden, der Rest ist Buchgeld, auch Geldschöpfung genannt. Wie schnell war der Staat 2009 zur Stelle, um Banken zu rekapitalisieren. Ein Einbruch des Bankwesens, der Albtraum eines jeden Notenbankers, da könnte eine Kryptowährung kurzfristig auch nicht helfen.

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        Michael

        24. Juni 2019 21:22 at 21:22

        @Wolfgang M., und wieder einmal bin ich voll bei Ihnen. Von Kryptowährungen halte ich persönlich bisher ohnehin nicht allzu viel. Ich wollte eher ironisch zum Ausdruck bringen, dass wir keine Kryptowährung brauchen, um das Einlagengeschäft der Banken zu untergraben. Da reicht schon das kryptische Denken und Handeln einiger Notenbankchefs. Und gerade, weil nur 10% des Geldes tatsächlich existieren und der Rest Buchgeld, Geldschöpfung oder auch von so manchem märchenhafte Parallelwelt genannt wird, frage ich mich Folgendes:

        Wieso war es vor 20 Jahren möglich, dass all die ausgebildeten Profis aus der Finanzbranche Millionen, wenn nicht Milliarden von Menschen weltweit die Ersparnisse abknöpfen und verbrennen konnten, ohne dafür zu haften? Indem sie selbst auf die kruden Ideen und Versprechungen einiger pubertärer Dotcom-Studienabbrecher und auch -absolventen hereingefallen waren, Ihre eigene naive Ahnungslosigkeit im Wissen juristisch ausgetüftelter AGBs in telefonbuchdicken (ja, die gab es damals noch) Postulaten auf den Einleger abwälzten und bei all den Lumpereien selbst utopische Gewinne eingefahren hatten?

        Wieso war es 10 Jahre später trotz aller politischen Lippenbekenntnisse zum Schutze ahnungsloser und aufgebrachter Anleger gegen die möglicherweise nicht wirklich verständlich aufklärenden Finanzprofis erneut möglich, dass sich der ganze Wahnsinn auf dem Immobilien- und letztendlich Bankensektor wiederholen konnte?

        Und wieso stehen wir nun heute schon wieder vor einer Monsterblase, dieses Mal im Mix aus zumindest teilweise sehr fragwürdigen Aktien, Immobilien und maroden Banken? Wurden die Probleme dieses Jahrtausends noch nicht wirklich aufbereitet, analysiert und in Angriff genommen? Besteht vielleicht gar kein Interesse daran?

        Wäre es nicht vielleicht besser, die Generationen der ohnehin schon mehrfach betrogenen und schmerzgewohnten „Einleger“ noch ein drittes und letztes Mal auszurauben und danach endgültig Schluss mit der Willkür und subventionierten persönlichen Bereicherung der Finanz-Parallelwelt zu machen? Und danach die Menge des erträumten Geldes wieder an die Realitäten anzupassen?

        • Avatar

          Wolfgang M.

          25. Juni 2019 08:40 at 08:40

          @Michael. Guten Morgen. Jede Menge guter Gedankenansätze in Ihrem Kommentar. Das Grundproblem ist, dass die Politik mit ihrer De-Regulierung der Finanzbranche bereits vor der Jahrtausendwende ein Monster (Tool big to fail) herangezogen hat, welches nicht mehr ohne schmerzhafteste Konsequenzen zu bändigen ist. Bereits seit 20 Jahren erzähle ich meinem Umfeld, dass sich die Politik in der Hand der Banken befindet. Nach Schätzungen sind es rund 750 Milliarden Dollar jährlich!, die die globale Finanzbranche nur an der Vermögensverwaltung und am Wertpapierhandel verdient (Gebühren). Was für eine Lobby wird da im Hintergrund arbeiten, um z.B. im Kongress zu harte Regularien zu verhindern!
          Ergo: Man wird es so lange treiben, bis der Big Bang kommt und vorher verhindern, dass das goldene Kalb geschlachtet wird. Meine Sicht.
          Gruß

  2. Avatar

    MMT -Ponzi

    25. Juni 2019 06:45 at 06:45

    @Michael, sehr guter Kommentar. Das Problem ist, dass sogar die alten Ponzi-Systeme , die eigentlich von jedem Normalbürger mit zwei Hirnzellen hätten durchschaut werden können, funktionierten.Jetzt wird es kryptisch u.viel komplizierter u.sogar gestandene Bankgrössen glauben nach anfänglicher Skepsis an die neuen Wunderwährungen.M.E sind diese neuen Kryptowährungen ein neues Spielfeld wo die grosse Masse
    anonym abkassiert werden kann.Jede Währung, die nicht mit Realwerten hinterlegt ist,ist Nichts wert.
    Haben wir schon ein Problem,dass die weltbesten Währungen ( Yen,Dollar, Euro ) bewusst abgewertet werden , kann man annehmen, dass mindestens Staaten dahinterstehen .
    Zurzeit haben die Notenbanken sämtliche Risikofaktoren ausser Betrieb gesetzt. Beim nächsten Bums wird soviel Scheinvermögen wie noch nie auf Null gesetzt.
    Einhörner, tausende bankrotte Firmen, Krypto – Vermögen, zu hoch verschuldete Immobilein, Schrott-Anleihen, Aktien inkl.Altersguthaben , Alles wird schneeballartig zusammenkrachen.Kein Wunder, dass die Notenbanken dieses Ereignis mit allen unverständlichen Mitteln hinauszögern wollen.

    • Avatar

      Chris

      25. Juni 2019 12:54 at 12:54

      Da ich mich schon etwas länger mit der Kryptowährungen beschäftige und ich auch ständig nach der Absicht bzw. dem Ursprung dieser neuen „Währungsform“ suche, hier mal meine Einschätzung:

      Ich glaube nicht dass irgendwelche unbekannten Nerds a la Satoshi Nakamoto die ersten Kryptowährungen im Keller geschaffen haben. Ich denke das eine ganz bestimmte Absicht dahinter steckt. Warum wurde z.B. von Ripple einer der besten Kryptographen von der NSA! abgezogen, nämlich David Schwartz?

      Grundsätzlich ist doch das heutige Fiatgeldsystem mit Dollar/Yen/Euro etc. im Endstadium. Die EZB druckt schon wie verrückt, die FED denkt auch wieder über Zinssenkung und QE nach und über die BoJ müssen wir gar nicht reden. Es gibt kein Zurück mehr aus der permanenten Entwertung unseres heutigen Geldes, anders können wir den Euroraum nicht vor dem Kollabieren durch Überschuldung überhaupt retten. Genauso ist es doch in den Dollarraum, Yuan, Yen, etc.

      Und von den Staaten wird hier überhaupt nichts gesteuert. Die FED ist eine private Institution und gehört, so sagt man, einem Konsortium von Wallstreet-Banken. Lustig das Mario ein ex Goldman-Banker war, oder nicht?

      Ich könnte mir nun folgendes vorstellen:
      Das Kryptogeld wurde von den Banken selbst erfunden, geschickt verpackt in die Geschichte von Satoshi Nakamoto, einem Unbekannten, damit eben niemand denkt es waren die Banken. Was bis dato nur Computernerds, Programmierer und Kriminelle verwenden, wird nun durch die Hochfinanz selbst mainstream gemacht. Warum gibt es nun große Funds wie Fidelity etc. die groß einsteigen, die Nasdaq, NYSE, Frankfurter Börse und Konsorten, welche auf einmal eigene Kryptoexchanges aufmachen? Da kann man doch eins und eins zusammen zählen.

      Worauf ich hinaus will? Bevor die großen Blase platzt sind die großen schon längst investiert, der unwissende Bürger merkt es erst wenn das jetzige Geldsystem durch drucken komplett entwertet ist und der sparende Deutsche mit seien 6 Billionen Euro an Sparvermögen und Lebensversicherungen sich gerade noch den Hintern abputzen kann.

      Ich glaube hier wird ganz bewusst ein neues System geschaffen…

      Chris

      • Avatar

        Columbo

        25. Juni 2019 14:21 at 14:21

        @Chris
        Interessante Sicht.
        „Bevor die großen Blase platzt sind die großen schon längst investiert“.
        Wo sind denn dann die Großen investiert, bei der Vielfalt an Kryptogeld? In Bitcoins, Libra oder was Neues? Da jeder sein eigenes Kryptosüppchen kocht, wird es schwierig ins richtige zu investieren.

  3. Avatar

    Chris

    25. Juni 2019 21:37 at 21:37

    @Columbo
    Wenn man das bloß wüsste! Und es stellt sich die Frage, ob man von einer Investition oder einer Spekulation reden sollte. Es gibt keine Bewertungskriterien wie bei Aktien oder Anleihen. Aber vielleicht sollte man ein Ohr dafür offen haben was der mainstream so von sich gibt. Und daher denke ich, dass die drei großen Player Bitcoin, Ethereum und XRP irgendwie in Zukunft eine Rolle spielen werden, reine „Spekulation“ ;-)

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Die Kryptowährung Bitcoin bietet scheinbar einen Schutz vor Inflation beim FIAT-Money. Deshalb kam deren Preis auch so ins Steigen (zuletzt jedoch eine Korrektur), angesichts der Schuldenorgien, die weltweit infolge Covid-19 zelebriert werden. Die limitierte Anzahl an zu schürfenden Coins (21 Millionen) gibt dafür die Grundlage. Ein Argument für Stabilität – aber was passiert, wenn man den Zugang zu seinem Konto verliert? Die Zahl der verfügbaren Coins ist anscheinend schon erheblich geschrumpft. Es kündigt sich auch weiteres Ungemach an.

Bitcoin: Ein vermisster Laptop und eine Müllhalde

In vielen Medien war das Malheur des Wallisers James Howells schon verbreitet worden: Der Mann hatte im Jahr 2013 eine Festplatte mit 7500 Bitcoins weggeworfen, im Glauben ein Backup erstellt zu haben. Damals war dieser zwar auch schon 15 bis 30 Dollar wert, kein Vergleich mit dem jetzigen Kurswert, wo der Inhalt aktuell mit über 200 Millionen Euro beziffert wird – ein Tageswert, vor ein paar Tagen wären dies über 25 Prozent mehr gewesen. Der Laptop soll sich auf einer Müllhalde seines Heimatortes Newport befinden, die eine Suchaktion aus Umwelt- und Kostengründen bisher untersagt hatte. Jetzt bietet der Mann der Gemeindeverwaltung ungefähr 70 Millionen Euro Finderlohn an, die an die Bürger ausgezahlt werden sollen, falls man die Festplatte findet. Ein riskantes Unterfangen, denn es ist bestimmt nicht gewährleistet, dass die Festplatte nach acht Jahren noch funktionsfähig ist, deshalb lehnte die Gemeinde den Antrag bisher ab.

Wallet Recovery Services hilt – nur selten

Auch wenn er seine intakte Festplatte fände, bräuchte er noch sein Passwort. Es gibt ein Unternehmen, welches sich auf die Wiederherstellung von Passwörtern, mit Genehmigung der Kunden, spezialisiert hat – Wallet Recovery Services. Laut Wall Street Journal verlangt die Firma 20 Prozent des gefundenen Wertes, die Erfolgsquote soll bei 30 Prozent liegen.

Wobei wir bei einer anderen Schlagzeile wären.

Ein deutscher Programmierer, in den USA lebend, sucht verzweifelt nach seinem verlorenen Passwort. Bereits achtmal hat er einen Fehlversuch gestartet, Zugang zu seinem Vermögen in Bitcoin zu bekommen, durch Raten, bisher vergeblich und es bleiben ihm nur noch zwei Versuche übrig. Die dort „lagernden“ 7002 Bitcoins wären derzeit über 200 Millionen Dollar wert. Er hatte diese anscheinend im Jahre 2011 für eine Videodokumentation über die Digitalwährung erhalten, zu einer Zeit, wo diese nur wenige Euro an Wert besaß. Das „Verschlampen“ des Zettels mit dem Passwort könnte sich damit zu einem schwerwiegenden Fauxpas darstellen, denn bei der Kryptowährung gibt es eben nicht die Funktion wie bei normalen Accounts mit dem Button „Passwort vergessen“.

Viele Bitcoins sind bereits verschwunden

Es gibt inzwischen zahlreiche Besitzer von Bitcoin, die ihr Passwort nicht mehr kennen, vor allem die aus den ersten Jahren. Was man als „Selbst-schuld-Versehen“ so einfach abtun könnte, hat aber anscheinend schon größere Auswirkungen. Nach Ermittlungen der Firma Cainanalysis gelten von den bisher 19 Millionen geschürften Bitcoin bereits rund 20 Prozent als verloren. Ein Wert von zuletzt 140 Milliarden Dollar oder über 115 Milliarden Euro. Dass es sich beim Verlegen von Passwörtern in irgendwelchen Verstecken um keine Einzelfälle handelt, zeigt nach Angabe der Zeitung auch die Zahl der Aufträge an die Firma Wallet Recovery Services zur Wiederherstellung von Passwörtern. 70 Anfragen pro Tag und darunter nicht wenige, die vor Jahren auf die digitale Währung gesetzt haben. 21 Millionen soll die maximale Anzahl an Bitcoins einmal betragen. Nicht wenn man die gerade geschilderten Vorkommnisse berücksichtigt.

Fazit

Bitcoin schützt das Vermögen vor Inflation, allerdings nicht das eigene Kapital, wenn man sein Passwort verloren hat. Ich maße mir hier nicht an, ein Urteil über die Werthaltigkeit eines Bitcoin-Kapitalstocks fällen zu können. Zu komplex ist das Für und Wider der Kryptowährung. Da sind zum einen die ständig kursierenden Meldungen über die Aufteilung des Bestandes von Bitcoin: 95 Prozent in Händen von zwei Prozent „Walen“. Zum anderen die im Raume stehenden Andeutungen zur Regulierung der Digitalwährung. Hat nicht erst die neue US-Finanzministerin Janet Yellen verkündet, dass man diese forcieren müsste, weil der Bitcoin zur anonymen Finanzierung des Terrorismus verwendet würde, im Darknet bei der Geldwäsche von Drogen, Waffenhandel u.s.w.? Mal sehen, ob es bei Ankündigungen bleibt.

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