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Lithium-Ionen-Akkus: So abhängig ist Deutschland von Importen

Lithium-Ionen-Akkus - Batterien sind die wichtigsten Teile in E-Autos

Erst vorgestern hat die EU-Kommission Deutschland sowie sechs weiteren EU-Staaten die Genehmigung erteilt den Aufbau einer europäischen Batteriezellen-Produktion mit 3,2 Milliarden Euro zu subventionieren. Private Investitionen in Höhe von 5 Milliarden Euro sollen hierdurch in der Folge mobilisiert werden. Zukunftsträchtige Innovationen entlang der gesamten Batterie-Wertschöpfungskette sollen so ermöglicht werden. Ein sinnvolles Vorhaben. Denn gerade dank des massiven Drangs von Politik und Wirtschaft in Richtung E-Auto wird das Thema immer wichtiger. Wie wichtig es ist in Europa eine eigene Batterie-Industrie aufzubauen, zeigen heute veröffentlichte Daten des Statistischen Bundesamts zu Lithium-Ionen-Akkus. Ist es ein Zufall, dass die Statistiker nur zwei Tage nach der EU-Genehmigung diese Zahlen veröffentlichen? Sie untermauern nämlich, dass sich etwas tun muss. So sagen die Statistiker, auszugsweise im Wortlaut:

Im Jahr 2018 produzierten in Deutschland 20 Unternehmen (mit 20 und mehr Beschäftigten) rund 48 Millionen Lithium-Ionen-, Nickel-Cadmium-, Nickel-Metallhydrid-, Lithium-Polyer-, Nickel-Eisen- und andere elektrische Akkumulatoren im Wert von 288 Millionen Euro. Das ist eine Steigerung von 18 % gegenüber 2017, verglichen mit 2012 jedoch ein Rückgang um 24 % (63 Millionen Stück im Wert von 175 Millionen Euro).

Im Jahr 2018 wurden rund 202 Millionen Lithium-Ionen-Akkus im Wert von 2,4 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Die Importmenge war damit fast viermal so hoch wie 2012. Damals waren es noch 55 Millionen Stück. Eine Auswertung der Monate Januar bis September weist auf eine weitere Steigerung der Ein- und Ausfuhren im Jahr 2019 hin: So wurden in diesem Zeitraum rund 190 Millionen Lithium-Ionen-Akkus importiert und 87 Millionen exportiert.

Deutschlands Hauptlieferant ist nach wie vor die Volksrepublik China: Rund 40 %, das sind 80 Millionen Lithium-Ionen-Akkus im Wert von 747 Millionen Euro, wurden 2018 aus China importiert. 83 % der deutschen Importe stammen aus vier asiatischen Ländern (China, Japan, Südkorea und Singapur). Deutschland exportierte 2018 rund 97 Millionen Lithium-Ionen- Akkus im Wert von 1,1 Milliarden Euro. Damit hat sich die Exportmenge seit 2012 (27 Millionen Stück) fast vervierfacht. Hauptabnehmerland im Jahr 2018 war Ungarn (43 Millionen Stück im Wert von 74 Millionen Euro).

Zu den größten deutschen Exporten gerade nach Ungarn darf man wohl anmerken. In Osteuropa sitzen viele Werke deutscher Auto- und Maschinenbauer. Hier wird wohl also innerhalb der Zulieferkette hin und her geschoben.



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