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Lockhart schockt die Märkte

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Die gestrigen Aussagen des Chefs der Atlanta-Fed, Dennis Lockhart, haben die Märkte auf dem falschen Fuß erwischt. Eigentlich war die nächste Rede Lockharts erst für den 10.August terminiert – vorab aber hat sich der Notenbanker gegenüber dem „Wall Street Journal“ geäußert. Insbesondere die Aussage Lockharts, wonach sich die Wirtschaft in den USA „signifikant verschlechtern“ („significant deterioration“) müsse, damit er nicht eine Zinsanhebung bereits im September unterstütze, kam in dieser Deutlichkeit überraschend. Lockhart ist stimmberechtigt bei der nächsten Fed-Sitzung – was seiner Aussage besonderes Gewicht gibt.

Das zeigt, dass die Fed an ihrem Mantra, sich unbedingt von der ultraexpansiven Geldpolitik verabschieden zu wollen, wohl festhalten wird. Dabei sprechen eigentlich für die Fed relevante Größen dagegen: die PCE-Inflation liegt bei mickrigen 0,3%, auch die Kernrate mit einer Jahresrate von 1,3% ist eigentlich deutlich unter der Erwartung der Fed. Hinzu kommt, dass die gefallenen Rohstoffpreise weiteren Druck auf die Inflation ausüben werden, sodass sogar deflationäre Tendenzen in den USA drohen. In diesem Umfeld die Zinsen anzuheben, erscheint nicht wirklich sinnvoll.

Dabei hat sich die Fed ohenhein als schlechter Prognostiker erwiesen: seit 2009 lagen die realen Wachstumsraten in den USA immer deutlich unter der Ewrartung der Fed, auch die Inflation hat sich nicht so entwickelt, wie von der Notenbank projeziert. Die Fed ist daher nicht wirklich „schlauer“ als andere Marktteilnehmer – und riskiert nun mit einer Zinsanhebung im derzeitigen Umfeld viel. Ursache ist wohl ihre Angst, wie vor der Finanzkrise den richtigen Zeitpunkt für eine Straffung der Geldpolitik zu verpassen. Vermutlich begeht sie nun den nächsten Fehler aus Über-Vorsicht – und weil sie aus der Geschichte die falschen Schlüsse zieht.

Der Dollar stieg nach den Aussagen Lockharts deutlich, der Euro erreichte im asiatischen Handel bei 1,0850 sein Verlaufstief. Heute werden insbesondere der ISM Index Dienstleistung (16.00Uhr) und der ADP-Arbeitsmarktbericht (14.15Uhr) Aufschluß darüber geben, ob die US-Konjunktur wirklich so stabil ist, wie die Fed annimmt!

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Christian S.

    5. August 2015 09:23 at 09:23

    Hallo Herr Fugmann,

    Sie haben doch bereits mehrfach erklärt, weshalb die FED den Leitzins anheben muß, nämlich um einigermaßen glaubwürdig zu bleiben. Es wurde jedoch nie kommuniziert, in welcher Höhe der Leitzins angehoben wird. Und mal ehrlich, wen würde eine Leitzinserhöhung um vielleicht 0,1 % wirklich „kratzen“. Die FED hat dann erstmal ihren seit langem versprochenen Zinsschritt gemacht und das Geld wird einem trotzdem noch „nachgeschmissen“. Alle sind dann wahrscheinlich wieder happy und der DOW kann wieder kräftig über die 200-Tageslinie klettern.

  2. Markus Fugmann

    Markus Fugmann

    5. August 2015 09:53 at 09:53

    @Christian, genau das ist ja das Dilemma der Fed: sie hat immer wieder gesagt, dass sie die Abkehr von der ultralaxen Geldpolitik will, und hat Angst, ihr Glaubwürdigkeit zu verlieren. Auf der anderen Seite aber geben die Daten, vor allem die Inflationsentwicklung, keine wirkliche Grundlage für eine oder mehrere Zinsanhebungen – und damit riskiert die Fed ebenfalls ihre Glaubwürdikeit, wenn sie die Zinsen dennoch anhebt..

  3. Avatar

    Christian S.

    5. August 2015 10:15 at 10:15

    @Markus, ich gebe Dir aus meiner Sicht völlig recht. Jedoch glaube ich mittlerweile, daß die Märkte solche tiefergehenden Überlegungen überhaupt nicht interessieren. Wenn dies so wäre, dann hätten wir rational agierende Märkte. Tatsächlich sind wir im DAX in den letzten 3 Jahren jedoch trotz „Euro-Schuldenkrise“ zeitweise um knapp 100 % gestiegen…? Wenn man blind und dämlich einfach investiert hätte, wäre das eine verdammt gute Rendite gewesen.

    Und daß auch eine Zinsanhebung ohne fundamentale Grundlage ebenfalls einen Glaubwürdigkeitsverlust bedeuten kömmte … wen juckt’s? Das ist auch schon wieder – aus Sicht der Märkte – viel zu weit gedacht. Ergo: Zinsanhebung versprochen –> Zinsanhebung gemacht. Wie hoch, wie sinnvoll, wie weiter … alles egal.

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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